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Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden. Bd. 1: A-G, hrsg. von Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Hans Ammerich, Pia Heberer, Charlotte Lagemann (Beiträge zur pfälzischen Geschichte 26,1), Kaiserslautern: Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde, 2014. 679 S.
Bd. 2: H-L (Beiträge ... 26,2), 2014, 720 S. Jeweils 42,80 EUR.

Erfreulich rasch folgte dem ersten Band der zweite. Für Bd. 1 hat Stefan Benz eine wohlwollende Besprechung in IFB publiziert:

http://ifb.bsz-bw.de/bsz401586715rez-1.pdf

Bd. 1 enthält eine historische Einführung "Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Reformation", die aber eigenartigerweise auch die frühneuzeitlichen Gründungen umfasst. Ihr folgen Ausführungen zu den Klosterbauten und zur Forschungsgeschichte - alles schätzenswert, aber ohne Autorenangaben. Sehr umfangreich ist das Verzeichnis der Quellen und Literatur (S. 54-75). Dieses ist ebenso wie Benutzungshinweise auch in Bd. 2 enthalten.

Welche Klöster behandelt werden, ist den Inhaltsverzeichnissen zu entnehmen:

Bd. 1
http://d-nb.info/1047774704/04

Bd. 2
http://d-nb.info/1062591623/04

Bei sorgfältigerer Betreuung wäre wohl vermeidbar gewesen, dass beide fehlerhafte Seitenzahlen enthalten. In Bd. 1 mindestens Enkenbach 378 (statt 338), Flonheim 487 (fehlt). Von Bd. 2 habe ich alle überprüft: Heidesheim 99 (statt 66), Hertlinghausen 157 (statt 104), Nicht aufgenommene Institutionen 718 (statt 715), Voraussichtlicher Inhalt von Bd. 3 und 4: Seitenzahl 719 fehlt.

Wieso man wohl erst in Bd. 2 auf die Idee kam, den voraussichtlichen Inhalt des Gesamtwerks anzugeben? Mir liegt dazu jedenfalls eine jedenfalls eine freundlicherweise übermittelte Datei vor, die ich im Anhang mitteile, da leider keine aussagekräftige Website zum Projekt existiert.

Stirnrunzeln muss die räumliche Abgrenzung des Untersuchungsraums erregen, der die ehemals bayerische Pfalz umfasst, also außer dem südlichen Rheinland-Pfalz auch einen Teil des Saarlands, sowie zwei elsässische Klöster. Eine nachvollziehbare Umschreibung fehlt, man muss die Karte Bd. 1, S. 15 heranziehen. Die West- und Nordgrenze ergibt sich in etwa, wenn man eine Linie von Kusel nach Sobernheim und Oppenheim zieht. Von Rheinhessen wurde also der südliche Teil berücksichtigt (mit Worms). Wie um Himmels willen soll ein Komplementärlexikon für das restliche Rheinland-Pfalz betitelt werden? Unter nördlichem Rheinland-Pfalz versteht man die ehemalige preußische Rheinprovinz und die ehemals nassauischen Gebiete, aber wohl kaum den Mainzer Raum. Um die stolzen Mainzer nicht zu verärgern, müsste man etwa "Klosterlexikon Nördliches Rheinland Pfalz und Mainzer Raum" formulieren. Auch wenn die Macher des Lexikons darüber nachgedacht haben sollten, waren ihnen diese Probleme offenkundig egal.

Möglicherweise will man den Rest auch dem eher populär und weniger wissenschaftlich ausgerichteten Online-Angebot

http://www.klosterlexikon-rlp.de/

überlassen.

Die einzelnen Artikel sind sehr detailliert, wobei vor allem die bauliche Hinterlassenschaft sehr gründlich beleuchtet wird. Dies führte dazu, dass der Heidelberger Kunsthistoriker Matthias Untermann sehr häufig als Mitverfasser genannt wird.

Der Kopfbereich ist wenig glücklich konzipiert. Gern wüsste man sofort, von wann bis wann die Gemeinschaft bestanden hat.

Zu kurz kommt (man möchte fast sagen: wie üblich) das geistige Leben. Krämers Handschriftenerbe (aktualisiert als Rauner-Datenbank benutzbar) und Needhams IPI werden nicht herangezogen (auch nicht der Handschriftencensus). Leider ist diesbezüglich von den meist im 16. Jahrhundert aufgehobenen Institutionen kaum etwas zu vermelden. Befremdlich: "Buchmalerei konnte leider nur in geringer Auswahl abgebildet werden" (Bd. 1, S. 52).

Ärgerlich: Bei den nach Augustinerregel lebenden Fischbacher Schwestern wurden meine Ausführungen zu der wichtigen Linzer Handschrift

http://archiv.twoday.net/stories/59210885/ (Dezember 2011)

ignoriert. Auch die Stelle bei Rutger Sycamber, auf die Beriger 2004 hinwies, fehlt.

https://books.google.de/books?id=kQkgAAAAQBAJ&pg=PA286

Einzelnachweise sind in den Text eingearbeitet worden, doch wurde von den einzelnen Autoren teilweise auf solche insbesondere bei den Mitgliedern der Institutionen verzichtet. Positiv zu werten ist, dass alle Namensbelege einen Quellennachweis erhalten. Sinnfrei ist bei größeren Klöstern die Auflistung aller, aber auch wirklich aller bekannten gedruckten und ungedruckten Quellen. Hat jemand darüber nachgedacht, wem eine solche abschreckende Texthalde nützt?

Bei den Bibliotheksquellen fehlt es in diesen Listen offenkundig mitunter an Kompetenz. Wenn bei Hornbach Bd. 2, S. 323 eine "Bibl Philipps Cheltenham" aufgeführt wird, kann man nur laut aufstöhnen. Der S. 303 erwähnte Bibliothekskatalog in der UB Kassel wird aber nicht nachgewiesen!

Zu Höningen heißt es Bd. 2, S. 208f., es seien nur fünf Handschriften der Stiftsbibliothek erhalten (in München und Wien), aber Signaturen werden nicht angegeben. In der Liste der ungedruckten Quellen komme ich aber nur auf drei Handschriften.

Von München Clm 18114 , 18115 und 18116 wird nur der erste Codex genannt.

Von Wien 806 ist der erste Teil mit einem Höninger Urkundenfragment 1455 online:

http://bibliotheca-laureshamensis-digital.de/view/onb_cod806_follVS-54

Eine Handschrift im Münchener Nationalmuseum findet man in der Quellenliste als Hs. 939 mit jeweils zwei Texten, aber die Handschrift stammt nicht aus Höningen, sondern aus dem regulierten Chorherrenstift Birklingen, siehe Lehmann:

http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00084280/image_18

Der Eintrag in Krämers schlechter Datenbank "Bibliothecae" (unter Hönningen angeblich Kreis Neuwied) lautet:

Trier, StadtB, 732/382 a. 1450. Petrus Lombardus, Sententiae
1450
Wien, ÖNB, 806 (theol. 434) s. IX. Isidorus Hispalensis, Officiorum libri duo; etc. spaeter: in Speyer, DomB. * Lit: *H. J. Hermann, Romanische Hss, (1926), S. 24 Nr. 19; Lehmann, in: Erforschung des Mittelalters 2, S. 190; Bischoff, Lorsch S. 20 und 120.
850
Wien, ÖNB, 1032 (theol. 397) s. IXmed./XI Isidorus Hispalensis, De nativitate domini; etc. Lit: *H. J. Hermann, Illustrierte Hss. in Österreich 1 (1923), S. 124-126 Nr. 34.
850
Wolfenbüttel, HAB, Helmst. 693 (Heinem. 757) a. 1448/53 Raym. de Pennaforte, etc. s Bartoldus Raschen.
1448
Wolfenbüttel, HAB, Helmst. 719 (Heinem. 783) s. XIII. Innocentius III. papa, Super officium missae
1250
Wolfenbüttel, HAB, Helmst. 807 (Heinem. 903) s. XV. Frater Bertoldus, OP, Horologium devotionis; etc.
1450
Wolfenbüttel, HAB, Helmst. 875 (Heinem. 977) s. XV. Responsoria de passione domini; etc.
1450
Wolfenbüttel, HAB, Helmst. 877 (Heinem. 979) s. XII/XIII. Fragmentum regularium monialium; etc.
1200
Wolfenbüttel, HAB, Helmst. 909 (Heinem. 1011) s. XV. Evangelia dominicalia glossata
1450
Wolfenbüttel, HAB, Helmst. 953 (Heinem. 1055) s. XV. Thomas a Kempis, De imitatione Christ (I); etc.
1450
Wolfenbüttel, HAB, Helmst. 1054 (Heinem. 1156) s. XIV. Misc. dialectica p Rothgarus Tenghenaghel.
1350
(?) Wolfenbüttel, HAB, Helmst. 1130 (Heinem. 1237) s. XV. Liber precum (ndd.) p Anna Sanfors.
1450
Wolfenbüttel, HAB, Helmst. 1146 (Heinem. 1253) s. XIV/XV. Predicationes latinae
1400
Wolfenbüttel, HAB, Helmst. 1180 (Heinem. 1288) a. 1476// s. XVI. Passio Christi (ndd.)
1476
(?) Wolfenbüttel, HAB, Helmst. 1271 (Heinem. 1379) s. XV. Liber precum; etc.
1450


Natürlich muss man das - leider wie immer - im Einzelnen überprüfen. Leider fallen alle Wolfenbütteler Handschriften weg, da diese aus Heiningen stammen (canonicarum!), siehe zum dortigen Besitzvermerk

http://diglib.hab.de/?db=mss&list=ms&id=345-helmst&catalog=Lesser

Digitalisate abrufbar unter:
http://diglib.hab.de/?db=mss&list=collection&id=helmst

Aber Trier 732/283 (bei Krämer falsch!) stammt definitiv aus Höningen:

https://books.google.de/books?id=mMK3Kic_B1cC&pg=PA132
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0732_b067_jpg.htm

Desgleichen Wien 1032

http://manuscripta.at/?ID=10350

Von fünf Handschriften sprach übrigens schon Kemper S. 288, auch dort ohne Signaturen.

http://www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/10154/Diss_Text.pdf

Keine Silbe davon, dass an einem Höninger Gültverzeichnis 1439 das Pfälzer Parzivalfragment entdeckt wurde.

https://books.google.de/books?id=WStDAAAAcAAJ&pg=PA115 (Lehmann)
http://www.handschriftencensus.de/1001
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/dokumente/html/obj31250686,T

Lehmann fand nicht nur dieses Fragment in Höningen, sondern auch das jetzt in Nürnberg befindliche Rudolf-von-Ems-Fragment:

http://www.mr1314.de/1421 und Lehmann wie oben.

Needhams IPI hat zu Höningen eine Inkunabel in der WLB Stuttgart.

Das alles ist kein Geheimwissen, sondern mit ein wenig Findigkeit im Internet zu ermitteln! Jedenfalls im Fall Höningen ist die Qualität der Aussagen zu den erhaltenen Handschriften inakzeptabel.

Bei Germersheim wird nichts von Bänden in der Vatikanischen Bibliothek gesagt (Krämer hat Pal. lat. 102, 298, 320, 359, 448, 463, 472, 702, was natürlich zu überprüfen bleibt). Ein Eintrag:

http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bav_pal_lat_102/0003

Die Bände sind opulent mit meist farbigen Abbildungen ausgestattet. Viele Grundrisse und alte Ansichten sind in guter Qualität reproduziert. Auch die vielen Siegelabbildungen verdienen ein Lob. Die Verbreitungskarten des Klosterbesitzes finde ich aber nicht in jedem Fall ästhetisch ansprechend.

Register fehlen leider. Sie sollten dringend dem letzten Band beigegeben oder im Internet veröffentlicht werden.

Ein Verdikt wie beim Niedersächsischen Klosterbuch

http://archiv.twoday.net/stories/109332134/

ist ganz gewiss nicht angebracht. Die Artikel machen (abgesehen von den angesprochenen Monita) einen soliden Eindruck und sind in der Regel gut belegt. Aber das ändert nichts an meinem Ceterum Censeo, dass ein solches Nachschlagewerk ins Netz gehört und in gedruckter Form wesentliches wissenschaftliches Potential verschenkt wird. Links zu ausführlicheren Begründungen zuletzt in meiner Benz-Besprechung:

http://archiv.twoday.net/stories/1022386903/



Pfälzisches Klosterlexikon Bd. 3
Voraussichtlicher Inhalt

Mariacron (Zisterzienserinnen)
Marienthal (Prämonstratenserinnen)
Meisenheim (Johanniter)
Meisenheim (Franziskaner)
Mühlheim (Frauenkloster)
Mühlheim (Templer u. Johanniter
Münchweiler (frühe Abtei)
Münsterappel (Benediktinerpropstei)
Mußbach (Membrum der Johanniter)
Neuhausen (Kollegiatstift)
Neuleiningen (Karmeliten)
Neuleiningen (Kapuziner)
Neustadt (Kollegiatstift)
Neustadt [Klause uff dem Fels] (Beginenkonvent)
Neustadt [Weiße Klause] (Augustinerinnen)
Neustadt [in der Lauergasse] (Beginenkonvent)
Neustadt [in der Stahelgasse] (Beginenkonvent)
Neustadt (Jesuiten)
Neustadt (Kapuziner)
Ober-Flörsheim (Deutschherren)
Oberotterbach (Franziskaner)
Offenbach am Glan (Benediktinerpropstei)
Oggersheim (Kapuziner)
Oggersheim (Jesuiten)
Oppenheim (Franziskaner)
Oppenheim (Antoniter)
Oppenheim (Beginen)
Oppenheim (Kollegiatstift)
Otterberg (Zisterzienser)
Paradies (Zisterzienserinnen)
Petersberg (Prämonstratenserpropstei)
Ramsen (Benediktinerinnen u. Zisterzienser)
Remigiusberg (Benediktinerpropstei)
Rosenthal (Zisterzienserinnen)
Rothenkirchen (Prämonstratenser)
St. German (Benediktinerpropstei)
Schönfeld (Benediktinerinnen u. Cölestiner)
Seebach (Benediktinerinnen)
Seehof (Templer u. Johanniter)
Sion (Zisterzienserinnen)
Sobernheim (Beginen)
Speyer (Domstift)
Speyer [St. German] (Benediktiner u. Kollegiatstift)
Speyer [St. Johannes] (Kollegiatstift)
Speyer [Dreifaltigkeit] (Kollegiatstift)
Speyer (Heiliggrabbrüder)
Speyer (Reuerinnen u.)
Speyer (Deutschherren)
Speyer (Dominikaner)
Speyer (Franziskaner)
Speyer (Wilhelmiten)
Speyer (Franziskanerinnen)
Speyer (Dominikanerinnen)
Speyer (Augustinerinnen)
Speyer (Augustinereremiten)
Speyer (Karmeliten)
Speyer (Kapuziner)
Speyer (Jesuiten)
Stetten (Prämonstratenserinnen)
Stürzelbronn (Zisterzienser)

Pfälzisches Klosterlexikon Bd. 4
Voraussichtlicher Inhalt

Tiefenbach (Johanniter)
Trombach (Beginen)
Wachenheim (Benediktiner)
Weidas (Zisterzienserinnen)
Weinheim (Beginen)
Weißenburg [St. Peter u. Paul] (Benediktiner u. Kollegiatstift)
Weißenburg [St. Michael] (Benediktinerpropstei)
Weißenburg [St. Pantaleon] (Benediktinerpropstei)
Weißenburg [St. Paul] (Benediktinerpropstei)
Weißenburg [St. Remigius] (Benediktinerpropstei)
Weißenburg [St. Reinhard] (Frauenkloster unbekannter Verfassung)
Weißenburg (Deutschherren)
Weißenburg (Dominikaner)
Weißenburg (Dominikanerinnen)
Weißenburg (Franziskaner)
Weißenburg (Augustinereremiten)
Weißenburg (Johanniter)
Weißenburg [St. Stefan] (Kollegiatstift)
Weißenburg (Reuerinnen)
Worms (Domstift)
Worms [St. Paul] (Kollegiatstift)
Worms [St. Andreas] (Kollegiatstift)
Worms [St. Stefan] (Kollegiatstift)
Worms [Nonnenmünster] (Benediktinerinnen u. Zisterzienserinnen)
Worms [Bergkloster St. Maria Magdalena] (Kollegiatstift u. Reuerinnen)
Worms [Liebfrauen] (Kollegiatstift)
Worms (Dominikaner)
Worms (Franziskaner)
Worms (Karmeliten)
Worms (Wilhelmiten)
Worms (Augustinereremiten)
Worms (Sackbrüder)
Worms (Johanniter)
Worms [Kirschgarten] (Zisterzienserinnen u. Augustinerchorherren)
Worms [Richardiskonvent] (OFM-Tertiarinnen, Augustinerinnen)
Worms [Engelmannkonvent] (Beginen u. Dominikanerinnen)
Worms [Rosenbaumkonvent ] (Beginen)
Worms (Jesuiten)
Wörschweiler (Benediktiner u. Zisterzienser)
Zell (Kollegiatstift)
Zweibrücken (Reuerinnen)
 

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