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Harald Winkel: Geschichte der Schencken von Schweinsberg. VIII, 176 S. Einzelpreis 25 EUR
Derselbe: Urkunden 134 Schenck zu Schweinsberg, Samtarchiv. XVI, 299 S. Einzelpreis 25 EUR
Steffen Arndt u.a.: Bestand 340 Schenck zu Schweinsberg: Samtarchiv. Familien- Guts- und Herrschaftsarchiv der Schencken zu Schweinsberg, Akten und Amtsbücher. XIX, 788 S. 40 EUR
Jeweils Marburg: Hessisches Staatsarchiv Marburg 2012. Alle drei Bände im Schuber: 85 EUR.

Wieder ging mir ein Besprechungsexemplar völlig überflüssiger gedruckter Bände zu. Wie schon in meiner Besprechung zum Register der Fuldaer Urkunden ausgeführt - http://archiv.twoday.net/stories/96996038/ - halte ich solche gedruckten Publikationen inzwischen für gröblichen Unsinn und rate vom Erwerb ab.

Harald Winkel hat eine Art erweitertes Findbuchvorwort in das Format einer Monographie gepresst (Inhaltsverzeichnis (PDF)). Man erfährt Nützliches über die Geschichte der bedeutenden hessischen Adelsfamilie und zu bedeutenden Familienmitgliedern (Biogramme ausgewählter Vertreter). Es werden neun ausgewählte Urkunden abgedruckt, wobei die Transkriptionen irritierenderweise meist nicht den Archivalien, sondern früheren Abdrucken folgen. 65 überwiegend farbige Abbildungen sind als Bildquellen zur Adelsgeschichte willkommen. Allerdings werden Ahnenproben (Abb. 62-65) laienhaft als Stammbäume bezeichnet. Wenn man die historischen Ausführungen, die Transkriptionen und die Bilder online (unter freier Lizenz) veröffentlicht hätte, wäre der Nutzen für die Forschung erheblich größer.

Natürlich sind die Findbucheintragungen auch im benutzerunfreundlichen HADIS recherchierbar. Was wirklich skandalös ist: Der Band zu den Akten und Amtsbüchern (Bestand 340) ist ohne die elektronische Version schlichtweg nicht benutzbar, da ein Register fehlt! „Ein Register ohne Buch hat mir manchmal genützt, ein Buch ohne Register nie.“ (Laut Ludwig Reiners ein Zitat von Carlyle) Bei den Amtsbüchern ist es überhaupt nicht nachvollziehbar, welchen Nutzen es haben soll, seitenweise kaum variierte Eintragungen ("Rechnung, geführt von Tassius, Belege") abzudrucken.

Die Archivgeschichte der Schencken hat man im Vorwort zum Findbuch des Bestands 340 untergebracht. Das verwundert nicht, denn Winkel ist in seiner Geschichte ersichtlich kaum an Fragen der Erinnerungskultur, Adelshistoriographie und Traditionsbildung interessiert, obwohl hierfür bemerkenswerte Archivalien vorliegen, etwa Bestand 340 S. 39: Führung eines Geschlechtsregisters für die Familie im 18. Jahrhundert (Nr. 3406).

Wenig hilfreich ist auch die nicht-chronologische Anordnung der Urkunden (Gliederung: Rechtsgeschäfte allgemein; einzelne Lehen), die überwiegend der frühen Neuzeit angehören. Von den 476 Nummern des ersten Teils sind nur 88 vor 1501 entstanden.

Selbstverständlich bieten die Findbücher aufschlussreichen Stoff zur Adelsgeschichte, insbesondere zur Ganerbschaft, aber den kann man sich auch mittels des elektronischen Findbuchs erschließen. Die angekündigten Urkundendigitalisate sind in HADIS allerdings nicht aufrufbar.

Hat man die Bände womöglich gedruckt, weil das unbeschreibliche Grauen bei der Benützung von HADIS Heimatforschern nicht zumutbar ist? Dann hätte man den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben.

Andreas Schmidt (Gast) meinte am 2012/08/20 17:15:
Digitalisate der Urkunden in HADIS
Hallo Herr Graf!

Die Digitalisate der Schenck'schen Urkunden sind über HADIS sehr wohl schon seit längerem abrufbar, in dem man in der Detailansicht der interssierenden Urkunde auf "Media" klickt (ziemlich unscheinbar ganz rechts in der grauen Leiste über dem Text zur Urkunde).

Mit freundlichen Grüßen,
Andreas Schmidt 
 

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