(EK) Die Bibliothek der bayerischen Kapuziner wurde im Jahr 1999 per Überlassungsvertrag zwischen der Provinz der bayerischen Kapuziner und der Stiftung Katholische Universität Eichstätt der Universitätsbibliothek übergeben, da sich die Kapuziner außer Stande sahen, ihre Zentralbibliothek in Altötting weiter zu betreiben. Die Bestände sollten aber gesichert, eine Zersplitterung vermieden werden.
Mehr als 300 000 Bände wurden in einer Großaktion und in mehreren Lastwagenladungen von Altötting nach Eichstätt gebracht. Dort sollten sie formal und sachlich innerhalb des bayerischen EDV-Katalogverbundes werden und so der Öffentlichkeit weltweit nutzbar gemacht werden. Die Bibliothek sicherte die bibliothekarische Aufarbeitung „nach Maßgabe ihrer personellen und sachlichen Kapazitäten innerhalb von circa zehn Jahren zu“ und die sichere Aufbewahrung der Bestände bis zu ihrer Aufarbeitung.
„Erst im Zuge der bibliothekarischen Aufarbeitung der Bestände kann das Eigentum an den Büchern im Einzelfall bestimmt werden“, heißt es in dem Vertrag weiter. „Als staatliches Eigentum haben hierbei in der Regel alle bis zum Jahr 1802 erschienenen Bände zu gelten, die nach 1802 im Besitz eines so genannten Zentralklosters verblieben sind. Diese Bestände „verbleiben im Eigentum des Freistaats Bayern und werden auf der Grundlage der Vereinbarung zwischen dem Freistaat Bayern, der Stiftung Katholische Universität Eichstätt und dem Bischöflichen Seminar St. Willibald vom Oktober vom Oktober 1981 als Dauerleihgabe in die Universitätsbibliothek eingegliedert und entsprechend kenntlich gemacht.“
Die Kapuzinerbibliothek umfasst Werke aus der Zeit des 15. bis 20., Jahrhunderts – darunter auch Inkunabeln, Drucke, die vor 1500 entstanden und vor allem typische Literatur eines so genannten Bettelordens.