graupner meinte am 2007/05/30 09:19:
Wer zahlt's?
Mal davon abgesehen, daß Kulturgut mitnichten "allen gehört" (merkwürdiger Eigentumsbegriff), ich verstehe nie, wer denn sonst die Digitalisierung zahlen soll? Die Kirchen?, weil man ja bei sinkendem Kirchensteueraufkommen einen Landeskirchenrat so problemlos davon überzeugen kann, für die genealogischen Interessen von Familienforschern gutes Geld für Digitalisierungsprojekte auszugeben, statt z.B. für die Jugendarbeit? Selbst für Kirchen fällt das Geld nicht vom Himmel.Halten wir fest:
1. Der Zugang zu den Kirchenbüchern wird niemandem verweigert.
2. Wer den Komfort genießen will, sich eine u.U. weite Anreise zu sparen, wird eine Gebühr von einigen Euro gerne in Kauf nehmen wollen.
3. Die Alternativen sind nicht "gebührenpflichtiger Zugriff auf Digitalisate vs. kostenloser Zugriff auf Digitalisate“, sondern „gebührenpflichtiger Zugriff auf Digitalisate vs. gar keine Digitalisate“, weil nämlich ohne die Aussicht darauf, die Kosten wieder einzuspielen, solche Projekte gar nicht erst gestartet werden.
Empörtes Geschrei ist da nicht angebracht; eine gute Dienstleistung ist ihr Geld wert. Wenn ein Museum einen Bildband mit seinen Gemälden in Buchform publiziert, regt sich interessanterweise keiner darüber auf, daß hier „Kulturgut kommerzialisiert“ und das Publikum (in „Bild“-Neudeutsch:) „abgezockt“ wird.
Michael (Gast) antwortete am 2009/02/08 13:37:
kostenintensiv!
Grundsätzlich ist sicherlich jeder dazu bereit einen kleinen Obolus für die Einsicht in die Kirchenbücher von zu Hause aus zu zahlen. Allerdings ist es ja so, dass selbst für die Einsicht in die Kirchenbücher vor Ort schon Geld verlangt wird. Die Recherchearbeit ist u. U. sehr zeitaufwendig und man sitzt dort in einem Archiv, im Hintergrund tickt die Uhr und später wird man - wie ich finde - "abgezockt". Die meisten Kirchenbücher liegen bereits als Mikrofiches vor und sind daher einfach und kostensparend zu digitalisieren. Ich finde die Einsicht vor Ort sollte kostenlos und die Online-Ansicht nur mit minimalen Kosten verbunden sein.
eberhard (Gast) antwortete am 2011/01/03 14:24:
KB Einsicht
Meine Erfahrung sagt mir,daß es mit der Einsicht in Kirchen-bücher der ev.Kirche keine Schwirigkeiten gibt und der
geringe Obulus von 5,00 € pro Tag ist zu verschmerzen.
Allerdings hat die kath.Kirche eine ganz andere Meinung dazu.
Aus Datenschutzgründen hat sie Sperrfristen erfunden,die
jeder Beschreibung spotten (Geburt 120 Jahre).