[>>]
null

 

There is also an English version of this article:
http://archiv.twoday.net/stories/4607178/


Die Veröffentlichung von Digitalisaten nationalsozialistischer Programm- und Propagandaschriften ist eine zweischneidige Sache. Prinizipiell gehören auch diese Texte m. E. zu einer umfassenden Retrodigitalisierung wie auch zum geschichtlichen Bildungsauftrag von digitalen Bibliotheken; Einführungstexte oder wenigstens eine grobe historische Einordnung der jeweiligen Schrift sind aber wünschenswert und teilweise auch notwendig, schon um nicht in den Ruch der nationalsozialistischen Wiederbetätigung zu gelangen.

Das Internetarchiv "archive.org" dagegen schert sich um solche Bedenken einen Dreck und bietet neben Altnazi-Schriften (Link) auch dutzendweise neuere Texte von Holocaustleugnern (Link) an.

Wenn mal eine Einführung gegeben wird, dann sieht sie – und das schlägt dem Fass nun wirklich den Boden aus – folgendermaßen aus (Link):

Daß diese alte Schrift „ausschließlich zu Zwecken des wissenschaftlichen Studierens“ gedacht ist, versteht sich von selbst. Die in ihr dargelegten Worte sind klarer Natur und sprechen für sich. Möge ihr Geist auch über 70 Jahre nach ihrer Niederschrift, unter völlig veränderten Zuständen, wirken!

Mit diesen Worten wird vom anonymen Scan-Beiträger bei archive.org die programmatische Schrift „Die Frauenfrage und ihre Loesung durch den Nationalsozialismus“ eingeleitet. Autorin des Pamphlets ist Paula Siber von Groote, vom nationalsozialistischen Reichsminister Frick berufene Referentin für Frauenfragen im Reichsministerium des Innern. Das ist nicht mehr Retrodigitalisierung und Dokumentation, das ist Propaganda, und zwar von der übelsten Sorte. Von Zuträgern wie diesem sollte sich archive.org jedenfalls schnellstens trennen.

Name

Url

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:


JCaptcha - du musst dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Neues Bild

 

 

twoday.net AGB

xml version of this page

powered by Antville powered by Helma