Michael Klein (Gast) meinte am 2009/02/12 23:23:
Breitseite gegen OA
Endlich einmal eine fachlich gute Kritik an der heiligen Kuh "Open Access" die mehr als Druckmittel der ewig jammernden Bibliotheken dient als tatsächlich dem Autor nützt. Nicht mehr als ein Folterinstrument von Bibliotheken, die an der Etablierung moderner Managementmethoden und einer eigenen kritischen Reorganisation gescheitert sind.
KlausGraf antwortete am 2009/02/13 00:09:
Unsinn
Dass die Bibliotheken nicht selten arge Open-Access-Heuchler sind, war hier häufig nachzulesen. Als Wissenschaftler möchte ich schlicht und einfach den bequemen und kostenlosen Zugang zu relevanter Fachliteratur. Monographien sind unbezahlbar geworden, einzelne Aufsätze aus einigen historischen Zeitschriften würden z.B. bei Atypon-Link mit 40 Dollar zu Buche schlagen. Ständige Fernleihen reiben auf, "just in time" kann man nicht arbeiten, wenn man 2-3 Wochen auf Bücher oder Aufsätze wartet (vor allem wenn man wie ich auf Aachener oder Düsseldorfer Bibliotheken angewiesen ist). Die bequeme Online-Lieferung haben die Verlagslobbyisten ja verboten.Natürlich nützt OA dem Autor: Er erhält die dringend benötigte Forschungsliteratur und seine Beiträge genießen einen erheblich größeren "Impact".
vom hofe antwortete am 2009/02/13 09:14:
OA als Chance verstehen
Im Selbstverlag stellte ich eine 300 Stück Auflage meines Buches her. Die Kosten die ich aus eigener Tasche bezahlte beliefen sich auf 6.700 euro. Das Hardcoverbuch hat 24 Abbildungen, wiegt 900 Gramm. Die Portokosten aus Madrid beliefen sich auf ca. 11 euro. Der "Ladenpreis" 35 euro. Ich schrieb vielen Zeitungen und Zeitschriften und bat um eine Besprechung. Besprochen wurde es in der FAZ, in der SZ und in zwei weiteren regionalen Zeitungen. Die Auflage ist vergriffen. Käufer waren meist staatliche Bibliotheken, Universitäten und einige Privatpersonen. Einen Vertrieb hatte ich nicht. Die FU Berlin bot mir als einer der ex Alumni an, meinen Text auf den Dokumentenserver zu stellen. Ich habe einen sogenannten Autorenvertrag unterzeichnet. Ich erhalte keinerlei Geld dafür. Aus der Zugriffsstatistik entnehme ich aber, dass das Buch jährlich ca. eintausend Mal runtergeladen wird. Mehr will ich auch nicht.Widerstand gegen OA ist auch mit der Angst vor der "Ausschaltung des Zwischenhändlers" zu erklären.