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Berthold Friemel meinte am 2009/03/15 15:28:
Unglaublich
Heute nacht und morgens habe ich die ehemals im Historischen Archiv Köln befindlichen Briefe Jacob Grimms nach den bei uns in der Berliner Arbeitsstelle Grimm-Briefwechsel befindlichen Kopien eingescannt, um sie in den nächsten Tagen auf http://www.historischesarchivkoeln.de hochzuladen. Dabei war mir schon das Beiblatt zu den Kopien (von Mitte der 90er Jahre) aufgefallen, in dem es - wie üblich - heißt:

"Die Weitergabe an Dritte ist untersagt."
http://www.grimmnetz.de/download/Beiblatt.jpg

Solch ein Verbot ist innerhalb der Archiv-Benutzungsregeln fixierbar (hier: "Satzung" vom 19. 12. 1988) - aber doch nicht mit einem angeblichen "Copyright-Recht" begründbar!
Der Reflex, einer Initiative zur frei öffentlich zugänglichen Sammlung von Digitalisaten zu widersprechen, deutet auf Probleme im archivarischen Selbstverständnis, die das bereits entstandene Desaster noch verschärfen könnten. Warum nicht das derzeitige Interesse nutzen, um möglichst viele Kopien, Exzerpte, Filme usw. wieder zusammenzutragen?

Dem Historischen Archiv selbst und der Stadt Köln dürften zu einem solchen zusätzlichen Projekt zunächst noch die Möglichkeiten fehlen. Warum freut man sich nicht, dass andere sofort zur Tat geschritten sind, damit die Zeit nicht verstreicht, in der man viele erreicht? Warum nicht Kooperation mit dem neuen Projekt, statt mit einem solchen Affront in die Öffentlichkeit zu gehen? Angesichts des Desasters hätte ein Modell für digitale Notsicherung entstehen können. Auch einer Archivdirektorin und ihren MitarbeiterInnen sind die Dokumente in einem solchen Archiv nur auf Zeit anvertraut, mit dem Auftrag, sie zu erschließen, zugänglich zu machen und möglichst fit zu machen für Weitergabe über Generationen hinweg. Der Einsturz des Gebäudes mag als unvorhersehbares Schicksal aufgefasst werden, aber die anschließende Unterbindung eines Projekts wie historischesarchivkoeln.de durch Verweis auf angebliche "Copyright-Rechte" dürfte dem benannten Zweck eines öffentlichen Archivs ersichtlich zuwiderlaufen.

Sehr geehrte Frau Dr. Schmidt-Czaia, bitte schließen Sie sich mit dem Prometheus-Bildarchiv zusammen und ermöglichen Sie eine Digitalversion Ihres Archivs, die unentgeltlich zugänglich und so vollständig wie möglich ist! 

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