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Berthold Friemel meinte am 2009/03/16 12:17:
etwas kühler vielleicht
So überraschend die gestrige Meldung auch war und so angebracht es ist, am Kölner Beispiel die Öffnung von Archiven für möglichst freizügige Digitalisierung zu diskutieren, sollte man doch nicht gleich die jetzigen und früheren Mitarbeiter(innen) des Archivs aus diesem Anlass angreifen und damit ja auch demotivieren. Ob sie die überzogenen Tarife aus freien Stücken eingeführt haben oder ob es da politischen Druck gab, ein Archiv müsse in schlechten Zeiten Geldmittel "erwirtschaften"?

Was in Köln in den letzten zwei Wochen in Koordinierung durch Dr. Soénius und andere geleistet wurde, um möglichst viel möglichst früh zu bergen, ist eindrucksvoll; auch die überregionale Solidarität und die schnelle Weiterleitung feuchter Materialien zum Einfrieren und zur Restaurierung. Jedes Original, das in gutem oder weniger gutem Zustand aus den Trümmern noch herausgeholt werden kann, zählt jetzt; und zwar zunächst weit mehr als die Digitalisate und Filme, die es irgendwo gibt.

Wie Presseberichten zu entnehmen ist, strebt das Archiv selbst eine groß angelegte Digitalisierung der geretteten Bestände parallel zur Bergung und Restaurierung an. Wünschenswert ist, dass dies in einer möglichst offenen, transparenten und kooperativen Weise geschieht, im Sinn eines Bürgerarchivs, wie es auf diesen Seiten und auch vom Historischen Archiv selbst postuliert wird und wie es sich mit dem Projekt http://www.historischesarchivkoeln.de ja sehr gut vereinbaren ließe.

Die Formulierung von den "Copyright-Rechten" war ja kein wörtliches Zitat, sondern epd-Text; und man sollte in der angespannten Situation, in der die Mitarbeiter(innen) des eingestürzten Archivs zur Zeit leben, wohl auch nicht gleich jedes Wort auf die Goldwaage legen. Nicht sie haben schließlich das Archivgebäude umgeworfen.

Wenn so etwas wie der Kölner Archivsturz im Zusammenhang mit einem technokratischen Macherprojekt wie einem U-Bahn-Bau in Deutschland vorkommen kann, dann gibt es einiges ganz grundsätzlich zu diskutieren und zu ändern. Ganz sicher sollte man nicht die Mitarbeiter(innen) des betroffenen Archivs zu Sündenböcken machen. 

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