Fragender (Gast) meinte am 2009/03/19 20:25:
Eines möchte ich gleich vorausschicken: Schichtarbeit macht man nicht, um die immergleichen Leute zu belasten, sondern um sie abzulösen. Daher auch meine Frage nach ausreichend Personal.Der Stadtanzeiger schreibt: „Fast rund um die Uhr ist die Feuerwehr an der Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs im Einsatz.“ Das liess mich schon wieder hoffen und wollte meinen Beitrag entsprechend korrigieren. Im weiteren Text heißt es aber dann „An sechs Tagen in der Woche leisteten die Männer jeweils Zwölf-Stunden-Schichten.“
Wenn damit eine Schicht pro Tag gemeint ist, passt es zu der Information über die Zeit 7-19 Uhr. Ob darüber hinaus öfters in Richtung „fast rund um die Uhr“ gearbeitet wird, könnten die Anwohner mitteilen, wenn es sonst nichts genaues zu hören ist. Am letzten Sonntag, der eigentlich erstmals Ruhetag sein sollte, hat man wegen des Fundes wertvollster Archivalien trotzdem gearbeitet und die Stücke von Sonntag waren bei weitem nicht die letzten Zimelien und es geht auch nicht nur um Zimelien. Kein Grund, auch künftig auf Sonntagsarbeit zu verzichten.
Meine letzte Information war die Bekanntgabe des Bergungsplanes von der Leiterin des Stadtarchivs, die von 2 Schichten zwischen 9 -19 Uhr sprach. Diese Zeiten dürften also die Erstversorgung in den Hallen betreffen. Ausgehend von diesen 60 Wochenstunden bleibt an 108 Stunden die Arbeit liegen, also fast zwei Drittel der theoretisch verfügbaren Zeit. Und wenn in den Hallen nicht schnell genug abgearbeitet und erstversorgt werden kann, dann kann bei der Bergung an der Einsturzstelle entweder nicht schnell genug abgeräumt werden oder es bleibt der abgeladenen Schutt länger unversorgt liegen, der ja auch durchsucht werden muss, wenn auch an der Einsturzstelle alles greifbare Material bereits abgesammelt wird.
@Daniel "Menetekel": Geisteswissenschaft im Wandel. Verstehen Sie es als 4. Dimension, da Köln schon einmal enthalten ist. Die Theorie von Urknall und Schwarze Löchern widerspricht nach dem Papst auch nicht der kath. Lehre. „Gott ist ihnen nicht im Weg, nur die Straßenlaternen“, so ein Astronom vom vatikanischen Observatorium.
Demnach stünde wohl einer Bergung rund um die Uhr, auch Sonntags nichts im Wege, wenn man es schafft, die verbleibende Laternen zu entfernen, so lege ich es mal aus. Manche würden es sogar als eine Form des Gottesdienstes begreifen, angesichts der zahlreichen Dokumente mit Bezug Christentum und Kirche.
SamZidat (Gast) antwortete am 2009/03/19 21:22:
Von welchem Laternenproblem spricht Fragender? Die Beschränkung auf 12 Stunden Arbeit bei Tageslicht an der Einsturzstelle hat nichts mit irgendwelchen Laternen zu tun, sondern ganz banal mit Sicherheit. Ein Blick auf http://twitpic.com/photos/SamZidat sollte eigentlich jedem halbwegs vernünftigen Menschen klarmachen, warum es wohl besser ist, dort nur bei Tageslicht zu arbeiten. Das Risiko von Nachtarbeit bei der Rettung bzw. Bergung von Menschen nimmt man ja noch in Kauf, zumal sich da logischerweise die Lage verschlechtert, wenn tatsächlich noch jemand lebt nach einem Ereignis. Die Archivalen, an deren Bergung auch mir sehr viel liegt, liegen jedoch in 12 Stunden noch genauso da wie jetzt auch; da muß man nicht Leib und Leben der Bergenden mehr als nötig riskieren.
OK, vielleicht sieht man das anders, wenn man auf den Trümmerberg schaut, jedesmal, wenn man aus dem Fenster sieht, aber die Einsturzstelle ist mittlerweile recht gut einsehbar. Ich würde also jenen, die Nachtarbeit fordern, doch mal vorschlagen, sich das selbst anzuschauen. Und dann weiterzureden.
Oh ja, und Feuerwehr- und THW-Leute: Es brennt auf weiterhin im Kölner Raum, man kann kaum sämtliche Feuerwehrleute für diese Bergung abstellen. Ebensowenig kann man beliebig freiwillige Feuerwehr und THW einsetzen, denn diese Leute müssen meistens von ihren Arbeitgebern freigestellt werden für derartige Arbeiten. Und da halten sich die Arbeitgeber gerne auch ein wenig zurück. Noch während es die (entfernte) Möglichkeit gab, daß noch Menschen unter den Trümmern sein könnten, mußte Schramma ja schon an selbige Arbeitgeber appellieren, weiterhin die Retter freizustellen. Wo es "nur noch" um "Papiere" geht, dürfte deren Bereitschaft nicht grade gewachsen sein. Das kann man sehr traurig finden. Alternativen sind aber auch nicht übermäßig viele vorhanden.