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Bedarfskommentator (Gast) meinte am 2009/03/26 04:28:
Schlafkrankheiten
Ja, da haben sie geschlafen, ein volles Jahr und besitzen noch die Freiheit von sich auf andere zu schließen. Alles andere als „gänzlich unbemerkt“ geblieben ist es dem Publikum, den Benutzern, die wirklich damit arbeiten. Zum Beispiel bei Wikisource, wo in den Listen der Zeitschriften-Digitalisate immer der Link zum entsprechenden ZFHM-Eintrag angegeben ist.

Wir hatten damals echte Panik weil die Seite eine Zeitlang völlig nachrichtendlos aus dem Web verschwunden war und hatten vorsichtshalber die Inhalte über die Waybackmachine gesichert, auch schon darüber nachgedacht, sie als Wiki fortzuführen, gerade weil die Seite schon in der Erlanger Zeit über viele Jahre sehr ungepflegt blieb, also auch eingeschlafen ist. Daran hat sich nach dem Umzug nicht viel geändert. Tote Links, veraltete, teil irreführende Einleitung. Keine 5 min Zeit alle paar Jahre einmal drüberzulesen und noch immer sind viele Reihen unvollständig. Bei den jüngsten Ausgaben ist man meist irgendwo zwischen 2000 und 2004 stehen geblieben selten einmal später. Bezeichnet wird das großspurig mit "komplett" Was in Erlangen schon nicht klappte, kann in New York nicht besser werden.

Die Art und Weise wie der umherziehende Professor Jenks mit diesem Projekt umgeht, ist so peinlich und kleinlich und gleichzeitig so großkotzig dass wohl sogar Hauptschüler, der an Wikis mitarbeitet und so etwas hinterlassen, sich dafür wenigstens redlich schämen würden.

Ich hoffe, es kommt an keiner steuerfinanzierten Uni mehr vor, dass solche Umherirrende unter Mithilfe zahlreicher, ebenfalls meist aus öffentlichen Mittel bezahlten Mitarbeitern ein Projekt auf einem öffentlichen Uniserver anlegt, verlottern lässt, sich aber die Spiegelung, d. h. die Weiterführung von anderen mittels fetten Disclaimer verbittet und dann das Ding in den Rucksack packt um über Nacht mit unbekannter Adresse zu verschwinden wie ein Handtuchdieb im Hotel. Dreister kann man wohl sein Karrieristen-Ego nicht nach außen kehren, wohlgemerkt ohne dabei zu merken, wie schädlich es eigentlich dafür ist.

Wenn einer nichts besseres zu tun hat, als eine bloße Ansammlung von Inhaltsverzeichnissen als sein privates Eigentum zu betrachten, zu schützen und darüber zu verfügen wie ihm beliebt, dann frage ich mich, ob so ein Professor sonst nichts Zuwege bringt, dass sich zu unterzeichnen lohnt.

Ich bin, wie schon lange vor der Abschaltung bzw. dem Umzug der Ansicht, dieses oder sagen wir besser so ein Projekt muss neu aufgesetzt werden, möglichst in einer halboffenen Form, die es den Institutionen und Vereinen erlaubt, die Inhalteverz. ihrer neusten Jahrgänge selbst in der vorgegeben Form einzustellen und angemeldeten Freiwilligen erlaubt, weitere Lücken zu füllen. Die Idee, Inhaltsverzeichnisse zu veröffentlichen, ist schließlich keine Erfindung des Herrn Jenks und dass er selbst damit schon überfordert ist, hat er nun leidlich bewiesen. 
Ladislaus antwortete am 2009/03/26 09:31:
@Bedarfskommentator Alles völlig richtig. Nur: was tun?

Vielleicht sollte Wikisource den Mut aufbringen, den ganzen Käse einfach zu spiegeln und die Drohungen auszusitzen bzw. ein Gerichtsverfahren zu riskieren? Da findet sich aber eventuell schnell ein unfähiger Richter in USA oder Deutschland, der Abtippen nicht von Urheberrecht unterscheiden kann und die Wikimedia Foundation erst einmal viel Geld kosten könnte.

Ein Weg, das zu vermeiden, wäre erneute Autopsie, wobei auf den Daten des ZFHM natürlich aufgebaut werden könnte. Etwas umformatiert, komplettiert und fehlerbereinigt, und schon sind die Verzeichnisse besser und befreit. Da kann dann selbst ein wildgewordener Copyfraudist wie der Herr Professor nichts mehr machen. Von zu Hause lässt sich das aber im großen Stil kaum machen, man müsste für eine konzertierte Aktion wohl ein paar Studenten, eine Unibibliothek und ein paar Wochen Zeit (und damit Lohn) haben. Das ist mit ein paar tausend Euro zu machen, und damit viel zu billig, als dass es jemals passieren wird. Für einzelne Zeitschriften wäre das aber vielleicht eine Möglichkeit, diese seit Jahren unbefriedigende Situation endlich zu überwinden. 

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