Steffi_S (Gast) meinte am 18. Mai, 21:45:
Tja, ich hab dieses gute Buch noch ausgeliehen, in den Händen gehalten und gelesen, da kann ich ja wohl empört sein, es nun fast vollständig online zu finden.Wer ist bei der Veröffentlichung auf wen zugegangen, würde mich interessieren. Hat da Google auch so eine schöne Einspruchsfrist gesetzt?
Mit naiv will ich mich nicht beschimpfen lassen. Nur zur Info: ich habe den Blogeintrag während meines Samstagsdienstes verfasst. Wenn mir dabei Fehler unterlaufen sind, tut es mir leid. Ich gebe zu, ich neige zu Übertreibungen ;) das Ultimatum an Autoren finde ich allerdings sehr fragwürdig.
KlausGraf antwortete am 18. Mai, 22:58:
Es bleibt dabei
Google hat bei Start von Google Book Search 2004, also vor fünf Jahren, Verlagen angeboten, im Rahmen eines Partnerprogramms Bücher oder PDFs einzusenden. Der Verlag hat im vorliegenden Fall dieses Angebot irgendwann angenommen, nichts weiter.Ein gedrucktes Buch ist nicht mit einem Ebook identisch. Die Verlage, die an dem Partnerprogramm teilnehmen, sind damit offenbar zufrieden, siehe etwa die Erfolgsgeschichten:
http://books.google.com/intl/de/googlebooks/success.html
Es gibt sogar einige Verlage, die alle ihre Bücher KOMPLETT zugänglich machen. Auch diese werden dafür ihre Gründe haben.
BCK antwortete am 19. Mai, 00:26:
Seltsamer Reflex einer Bibliothekarin, erstmal "empört" zu sein, wenn ein "gutes Buch", das man eben noch ausgeliehen, in den Händen gehalten und gelesen hat, plötzlich vollständig online zu finden ist. Online! Igitt! Empörend! ... GoogleBooks Partnerprogramm? nie was davon gehört. Die armen Münsteraner Studis, die mit solch geballter Informationskompetenz traktiert werden! Die werden wahrscheinlich dazu verdonnert, Bücher, die sie bei GoogleBooks komplett online finden, gleich nach Heidelberg zu melden. No questions asked! Hm, wenn man sich das Motto der deutschen IFLA-Präsidentschaft auf die Fahnen schreibt und als Titel seines Blogs verwendet, sollte man schon etwas mehr zu bieten haben ...
Vgl. auch die Kommentare zu YouTube EDU - Google as a world save or world rule im selben Blog. Leseempfehlung: How to rule the world: A Handbook for the Aspiring Dictator / Andre de Guillaume (Via Amazon. Nicht erschrecken: teilweise online! If you dare, click to LOOK INSIDE!) Im wirklichen Leben heisst Andre de Guillaume übrigens Andrew Wilkins, ist Verleger und Autor und hat 2008 für die Frankfurter Buchmesse gebloggt, u.a. auch über das GoogleBooks Partnerprogramm und sein neues eigenes 'Look Inside' Feature, das für Online-Buchhändler das Browsing emuliert, das auch in jeder normalen Buchhandlung passiert: Google’s statistics show that the more browsable book content you offer to the online consumer, the more chance there is of a sale. Andrew meint aber, der Schuss könne auch nach hinten losgehen und empfiehlt: What Google needs to develop now is a grumpy avatar to pop up after the consumer has read about half the book and say ‘This isn’t a library, mate - either buy it or close your browser!’ ;-)
Freier Leser (Gast) antwortete am 19. Mai, 08:22:
Empörend...
...finde ich nur, dass um einen vergleichweise harmlosen Blogeintrag, der möglicherweise fachlich nicht präzise genug ist eine solche Diskussion gesponnen und die Autorin des Eintrags dermaßen verunglimpft wird. Etwas mehr Souveränität der Granden im betroffenen Fachkontext wäre wünschenswert.
BCK antwortete am 19. Mai, 08:50:
Nein, ich habe bloß keine Lust, jetzt auch noch in biblioblogs auf kritikloses Nachbeten der Ausfälle von Reuß & Co. ("Heidelberger Appell") zu stoßen, und das auch noch mit dem Tenor "They" (Google) "have chosen confrontation", "we are fighting back". Das ist einfach lächerlich. Und sorry, wenn ich jemandem auf die Füße trete, aber wer das inflationär gebrauchte "teaching information literacy" für sich in Anspruch nimmt, muss schon ertragen, dass man kritisch hinschaut, ob das mehr als heiße Luft ist.