M. Huiskes (Gast) meinte am 14. Jun, 18:43:
ES ist natürlich nicht Sternberg in Meckl.-Vorp., sondern das Augustiner-Chorherrenstift in Sternberg, Mähren, 1784 aufgehoben.
BCK antwortete am 14. Jun, 19:06:
Johann Joseph Glätzl, Propst zu Sternberg
"Die bedeutendste Persönlichkeit im Rahmen der Stiftgeschichte war Propst Johann Joseph Glätzl, der Landsmann aus Mährisch- Neustadt, der zwischen den Jahren 1734-1757 das Stiftsvermögen gut verwaltete und viel Neues bauen ließ. (...)"Zitiert (Übers. leicht korrigiert) nach:
Geschichte des Augustiner Chorherrenstiftes in Sternberg 1371-1784 / Filip Hradil
http://farasternberk.sweb.cz/historyde/index_de.htm
Die Stiftskirche in Sternberg (Mähren) ist der Mariä Verkündigung geweiht. Die ikonographischen Bezüge im Supralibros (monogrammiert I.I.G. & P.S.) passen sowohl hierzu als auch zum Namen des infulierten Propstes:
Das zweiteilige Wappen unter Mitra und Krummstab zeigt links den Erzengel Gabriel mit der Lilie als Attribut, rechts St. Johannes Baptist mit Lamm als Attribut, dazwischen oben und unten als Aussparung den sechsstrahligen Stern (Maris Stella, Stella Matutina), das Mariensymbol.
Wie verläßlich die Datierungen der anderen Einbände sind, ist fraglich. Der Bearbeiter an der Abo Univ. nennt den Einband "zeitgenössisch", Walsh datierte den Einband ihrer Inkunabel auf das 17. Jh. Möglicherweise wurde das Supralibros auch erst später auf vorhandene Einbände aufgebracht.
Zur Person:
Quelle: http://aleph.vkol.cz, Regional personalities
Hoffmanová, Jaroslava / Pražáková, Jana: Biografický slovník archivářů českých zemí.
[Bibliographisches Lexikon der Archivare der böhmischen Länder] Praha: Nakladatelství Libri 2000.
GLÄTZL, Jan Josef 1689-1757 - Archivar
* 1689 Uničov (Mährisch Neustadt), Kreis Olomouc (Olmütz)
+ 03.09.1757 Šternberk (Mährisch Sternberg), Kreis Olomouc (Olmütz)
Sekretär, Annalist und Archivar im Kloster der Augustiner-Chorherren Šternberk. Pfarrer in Šternberk; Propst des Augustiner-Chorherrenstifts Šternberk von 1734-1757. Annalist des Klosters Šternberk, erstellte 1739 eine Liste von Dokumenten des Klosters.
Literatur: M. Švábenský, Augustiniánské kláštery, 1. (Augustiniáni kanovníci lateránské kongregace: E 3 Olomouc, E 5 Šternberk, ...), 54-55. Brno, 1959 (Inventáře a katalogy fondů Státního Archívu v Brně; 10)
Die zugehörigen Urkunden befinden sich im Mährischen Landesarchiv in Brno (Brünn), Bestand E5 Augustiniáni Šternberk (1296-1780), die Regesten (leider ohne Scans der Urkunden) seit Mai 2009 auch in Monasterium.net (Länder / Česká republika (CZ) / Moravský zemský archiv v Brně / Augustiniáni Šternberk (1296-1780) (MZA Brno - E05), 1734 ff., Nr. 35-37.