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WernerLengger meinte am 2009/07/15 10:04:
Typisch Augsburg!
Wer den Kampf um den Umzug des Stadtarchivs Augsburg in ein neues Gebäude in den letzten Jahren verfolgt hat, kann die aktuelle Entwicklung nur mit dem Satz "Typisch Augsburg!" kommentieren. Zu dem obigen Artikel ist übrigens zu ergänzen, dass in der Sitzung des Finanzausschusses am Montag die Planungsmittel für den Umzug auf 25000 € zusammengestrichen wurden - ein lächerlicher Betrag, der einer offiziellen Beerdigung aller Umzugspläne gleichkommt. Die Enttäuschung von Archivleiter Cramer-Fürtig, der in den vergangenen Jahren das Stadtarchiv aus dem Dornröschenschlaf, den seine Vorgänger zu verantworten haben, gerissen hat, kann jeder, der mit den Augsburger Verhältnissen etwas vertraut ist, sehr gut nachvollziehen. Für Fußball- und Eisstadion waren in Augsburg in den letzten Jahren selbstverständlich genügend Millionen € da, aber das Stadtarchiv, das seit dem späten 19. Jahrhundert in einem völlig unzureichenden Wohnhaus der Zeit untergebracht ist, wurde konsequent auf die lange Bank geschoben. Dabei hat sich das Stadtarchiv unter Cramer-Fürtig in den letzten Jahren wirklich hervorragend positioniert, hat durch zahlreiche Ausstellungen (u.a. im letzten Jahr eine vielbeachtete Ausstellung zur Machtergreifung in Augsburg 1933-1937) massiv Öffentlichkeitsarbeit betrieben und hat darüber hinaus - trotz völlig unzureichender Personalausstattung - in einem Gewaltakt versucht, die in den vorangegangenen Jahrzehnten aufgelaufenen Rückstände bei der Erschließung wenigstens einigermaßen abzuarbeiten. Und was ist der Dank? Wie gesagt: Eben typisch Augsburg! Dieser Stoßseufzer sei einem Augsburger, der mit und an seiner Stadt leidet, an dieser Stelle erlaubt... 
Wolf Thomas (Gast) antwortete am 2009/07/15 10:31:
Nur typisch Augsburg?
Zunächst vielen Dank für die Ergänzungen!

Ich glaube, dass die Missachtung der Kommunalarchive - für die anderen Sparten erlaube ich mir kein Urteil - eine lange Tradition hat. Selbst hier im Blog sind in jüngster entsprechende Beispiele dokumentiert (Erlangen). Auch Köln steht nicht gerade vorbildlich da, wenn man sich die quälende Standortdiskussion ansieht.
Ich gehe einmal davon aus, dass jedes Kommunalarchiv ähnlich frustierende Erlebnisse hinter sich hat. Selten genug gerät jedoch der Frust der Archivierenden an die Öffentlichkeit. 

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