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KlausGraf meinte am 2009/08/08 17:44:
Weblogs sollten die Jauche der Printpresse nicht weiterverbreiten
Eigentlich ein Fall fürs BILDBlog. Alle schreiben eine Pressemeldung nach, in der der Fotograf sowohl Neumann wie Naumann heißt:

http://www.google.com/search?q="matthias%20neumann"%20naumann%20fotograf%20dresden&hl=de&ned=de&tab=nw

Da ist es doch nicht weiter verwunderlich, dass man den bekannten Dresdener Fotografen im Web nicht ohne weiteres findet.

Naumann könnte wohl eher hinhauen:
http://www.google.com/search?rlz=1C1CHMB_deDE291DE303&sourceid=chrome&ie=UTF-8&q="matthias+naumann"+fotograf

Ich erwarte von den geschätzten Contributoren dieses Weblogs etwas mehr Spürsinn, wann es nachzurecherchieren lohnt. Ich war auf der Suche nach einem Foto und behaupte, sobald man sich ein wenig näher mit der Meldung befasst, muss einem dieser grauenhafte Mist Neumann/Naumann unweigerlich auffallen.

Es ist schlimm genug, dass die etablierte Online-Presse jede Scham verliert, wenn es geht, Qualitätsmaßstäbe zu unterbieten. Wir sollten, auch wenn dadurch der hohe Ausstoß an Beiträgen vermindert wird, nachhaken, nachdenken, nachfragen.

Und wem das zu arrogant gesprochen dünkt: Ich bin hundertprozentig sicher, dass man auch in meinen eigenen Beiträgen Sünden finden wird. 
BCK antwortete am 2009/08/08 18:15:
Dein Fotograf ist aber erstaunlich lebendig. Halte ich für eine Ente. "Selbstkritik" war schon immer eine zweifelhafte Angelegenheit ;-)
Der Text steht übrigens wörtlich so auf den Seiten des Archivs. 
KlausGraf antwortete am 2009/08/08 18:21:
Ach ja?
Du meinst also, es soll, wenn allen nicht auffällt, dass es in einer Pressemeldung sowohl Naumann wie Neumann heißt

http://www.dresden.de/de/02/035/01/2009/08/pm_024.php?print

uns erst recht nicht auffallen dürfen? Ich habe dem Stadtarchiv Dresden eine Anfrage dazu geschickt.

Üblicherweise teilt man über Nachlassgeber von Archivseite Biographisches mit. Und es ist alles andere als selten, dass man Vorlässe (Nachlassgeber lebt noch) und Nachlässe nicht unterscheidet.

Wenn das ein bekannter Fotograf ist - wo finde ich denn etwas im Internet über ihn? 
BCK antwortete am 2009/08/09 02:06:
Wie wär's denn lieber mal mit einer simplen KVK-Recherche als in Google einen Allerweltsnamen zu suchen und glauben, der nächstbeste Eintrag in der Fotocommunity müsse es wohl sein. Da lachen ja die Hühner.

Dresden im Schatten des "Blauen Wunders" / Matthias Neumann. Text von Rudolf Gemmecke
München : Mahnert-Lueg, 1990. - 144 S. : überwiegend Ill.
ISBN: 3-922170-70-6
EKZ-Rezension: http://www.bsz-bw.de/cgi-bin/ekz.cgi?SWB02242042

Wenn in einem Artikel ein Name 4 mal genannt ist, davon 1x abweichend, dann ist die naheliegendste Hypothese, dass der eine ein Tippfehler ist. Soll vorkommen und gerade wenn man Leute kennt, sieht sich das Auge das zurecht. Kein Grund, einen Contributor, der's auch nicht gesehen hat, abzuwatschen und selbst abenteuerliche Vermutungen in die Welt zu setzen.

Ich könnte jetzt darüber lästern, wie verrottet die Zunft der Archivare ist, dass sie es nicht mal schaffen, fehlerlose Pressemitteilungen in die Welt zu setzen oder nicht anständig recherchieren können, aber spare mir das. Shit happens. Die Jauchekübel, die man auf andere ausgiesst (hier die "etablierte Printpresse"), können einen zu leicht selbst treffen. 
KlausGraf antwortete am 2009/08/09 02:29:
So simpel sind KVK-Recherchen offenkundig nicht
Oder ich hab mich dümmer als sonst angestellt, denn ich habe versucht, über den KVK herauszubekommen, ob er als Beiträger in einem Buch erscheint. Das blaue Wunder habe ich übersehen.

Und ein bekannter Kameramann? Eigentlich gibt es dafür die IMDB, aber auch da wurde ich nicht fündig.

Ob man nun meine Aufregung im konkreten Fall für übertrieben findet oder nicht: Archivalia ist keine Postille, die kritiklos irgendwelche Pressemitteilungen nachbetet. Dafür gibt es Augias.net.

Archivalia sollte nach Möglichkeit - ich schrieb es bereits - "nachhaken, nachdenken, nachfragen". Mir ist klar, dass das nicht bei jedem Beitrag realisierbar ist. Aber es ist das, was unsere journalistische Qualität sichert.

Wir müssen hier keinen Rekord brechen, was Beitragsanzahlen angeht.

Wenn es um einen angeblich bekannten Fotografen geht, dann würde ICH jedenfalls hergehen und etwas über ihn herauszufinden versuchen.

Und ja, die Pressemeldung des Stadtarchivs Dresden ist kein professionelles Ruhmesblatt, sowohl was den von allen kopierten Verschreiber angeht als auch, was die fehlende Mitteilung von Details über den angeblich bekannten Fotografen angeht (z.B. Lebensdaten).

Aber dafür bin ich als Archivar nicht verantwortlich. Wohl aber bin ich dafür verantwortlich, dass Archivalia redaktionell auf hohem Niveau arbeitet. Dazu gehören sowohl Meinungsartikel als auch mit Hintergrundinformationen und/oder Weblinks angereicherte Beiträge. 

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