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In der Wiener Kirche Maria am Gestade in der Inneren Stadt erinnert
ein neues kleines Museum an den Redemptoristenpater Klemens Maria Hofbauer (1751-1820), der seit hundert Jahren offiziell als Wiener Stadtpatron verehrt wird.

http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1544771/Klemens-Maria-Hofbauer_Der-unbekannteStadtpatron

Über Hofbauer

https://de.wikipedia.org/wiki/Klemens_Maria_Hofbauer
http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=118552317

Pater Martin Leitgöb berichtet über die Vorgeschichte der Erhebung:

http://www.redemptoristen.com/index.php?id=103&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1241&tx_ttnews%5BbackPid%5D=25&cHash=cbcc7311a749e18c215aa521c04381c5

Zunächst hatte die zuständige römische Ritenkongregation im Januar 1913 den Antrag abgelehnt. Doch die vielen Verehrer des 1909 heiliggesprochenen Ordensgeistlichen ließen nicht locker. Vom 14. Januar 1914 datiert das Dekret, das Hofbauer zum "Civitatis Vindobonae Patronum minus principalem" erhob.

Text nach dem Wiener Diözesanblatt 1914:

http://www.redemptoristen.com/typo3temp/pics/12b0a60a7e.jpg

Leitgöb: "Genau genommen hieß es in diesem Dekret, dass er bloß der „zweite Patron der Stadt Wien“ sei. Wer der erste Patron ist, wusste man aber damals nicht so genau, und man weiß es auch heute nicht. Der heilige Stephanus ist ja nur Patron des Bischofssitzes und der Erzdiözese Wien, und Markgraf Leopold hatte im Grunde nie direkt mit der Stadt Wien zu tun. Er war seit 1663 Patron der österreichischen Erblande. Es kann also durchaus sein, dass Klemens Maria Hofbauer sich im Himmel doch als Erstzuständiger für seine Wienerstadt fühlt."

Die von der Kurie formal dekretierte Hierarchie spielte bei der Rezeption der Erhebung keine Rolle. Für seine Verehrer war St. Klemens Maria Hofbauer fortan der Wiener Stadtpatron!

Zu den Förmlichkeiten und dem kirchenrechtlich-liturgischen Hintergrund von Stadtpatron-Erhebungen:

http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/373/

Siehe auch hier
http://archiv.twoday.net/search?q=stadtpatron

Zur Feiertagsordnung sehr lesenswert Ulrich Nachbaur, der bei Endnote 130 zu erwägen gibt, dass die 1922 zum Bundesland erhobene Stadt Wien als niederösterreichisches Erbe den hl. Leopold als Landespatron besitze

http://www.vorarlberg.at/pdf/m041-2nachbaurlandespatro.pdf

Als offiziellen Wiener Landespatron bezeichnet Peter Diem den hl. Leopold, neben dem Hofbauer als eigentlicher Schutzheiliger Wiens gelte:

http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Symbole/Wien_-_Landespatron

Natürlich liest man oft im Internet bei Hofbauer "Seit 1914 ist er Landespatron von Wien", aber das ist zumindest ungenau, denn 1914 gab es noch kein Land Wien.

Patron des mit der Stadt Wien territorial identischen Bundeslands Wien ist also St. Leopold als Landespatron. Neben- oder Konpatron (minus principalis bzw. zweiter) des "Patronus loci" der "civitas" Wien ist Hofbauer.

Jedenfalls im feiertagsrechtlichen Kontext und das Jahr 1754 kann behauptet werden, dass St. Stephan der (erste) Wiener Stadtpatron war. Damals ignorierte Maria Theresia (nach Nachbaur S. 76) die Ortspatrozinien - mit Ausnahme Wiens, wo sie mit dem Stefanstag einen städtischen Feiertag gelten ließ.

Das sind aber kirchenrechtlich-bürokratische Feststellungen, die mit der Verehrungspraxis nichts zu tun haben.

1477 nennt der Arzt Johannes Tichtel in seinem Diarium St. Stefan Patron von Wien

http://books.google.de/books?id=NHtZAAAAIAAJ&pg=PA4

worauf Opll 1998 hinwies:

http://books.google.de/books?id=y-nFAAAAIAAJ&q=stadtpatron

Von einem lebendigen Kult des hl. Stefanus als Wiener Stadtpatron kann aber nicht die Rede sein. Nicht vor 1914 und erst recht nicht danach, als Hofbauer - ungeachtet der römischen Zurückhaltung - die Stelle des Stadtpatrons einnahm.

Im Klemenssaal des Redemptoristenklosters von Maria am Gestade befindet sich dieses große Gemälde von Josef Kastner dem Jüngeren (1844-1923): „St. Klemens empfiehlt Wien der Himmelskönigin“. Das Bild entstand anlässlich der Heiligsprechung von Klemens Maria Hofbauer am 20. Mai 1909.
 

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