KlausGraf meinte am 2010/01/16 14:58:
Ergänzend
"Gestern durften ein Beamter des Wissenschaftsressorts und ein weiterer Sachverständiger Kulturgüter, die dem Adelshaus Waldburg-Wolfegg gehören, aber nur mit Einverständnis des Landes verkauft werden dürfen, inspizieren. Dabei hätten sie die wertvolle Handschrift "Ptolemaeus Cosmographia " aus dem Jahr 1468 "wohlbehalten angetroffen ", berichtete Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) hinterher. Die Experten hätten das Kulturgut auch "wiedererkennen " können, da sie es im Dezember 2008 schon einmal inspiziert hätten. Die Botschaft, dass alles mit rechten Dingen zugehe, war mit Bedacht gesetzt. Der in der Landesverwaltung selbst geäußerte und im Ministerium schriftlich hinterlegte Verdacht, dass das Adelshaus die Cosmographia am Land vorbei verkauft haben könnte, sollte aus der Welt geschafft werden. Schließlich verhandeln beide Seiten derzeit über verschiedene Kulturgüter - und das unter offenkundig strittigen rechtlichen Rahmenbedingungen. Doch trotz der Klarstellung bleibt offen, ob die Cosmographia die ganze Zeit über auf Schloss Wolfegg gewesen ist. Denn nach Informationen der SÜDWEST PRESSE hat das Fürstenhaus der bislang formal zuständigen Denkmalschutzbehörde bei deren letzten Visite im Sommer die Handschrift, wie schon bei einem vorherigen Besuch, nicht vorgelegt. Das hatte den Verdacht des unerlaubten Verkaufs gespeist, zumal sich das Adelshaus für den Verkauf der Waldseemüller-Karte 2001 und des Mittelalterlichen Hausbuchs 2008 erst nachträglich die Erlaubnis eingeholt hatte. Eben so offen ist, wieweit das Geschäft mit einem Privatmann bereits gediehen ist. In der gestern beschlossenen Kabinettsvorlage heißt es vieldeutig, für die Cosmographia "soll es einen Käufer geben ". Frankenberg sagte, dass das Land sein Vorkaufsrecht nicht in Anspruch nehmen werde und einen Privatkauf der Handschrift wohl unter Auflagen genehmigen würde. Dieser Umstand dürfte auch erklären, warum das Ministerium um Konsens mit dem Fürstenhaus bemüht ist und dessen Weigerung, mit der Denkmalschutzbehörde zu kooperieren, tief hängt. Es reiche, wenn das Adelshaus dem Ministerium Zugang zu national wertvollen Kulturgütern gewähre, "11.11.2009
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