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"PRESSEKONFERENZ: 31. Januar, 11 Uhr, Heine-Institut, Düsseldorf, Bilker Str. 12-14
TeilnehmerInnen:
Alice Schwarzer, Vorstandsvorsitzende des FrauenMediaTurm
Barbara Schneider-Kempf, Vorstandsmitglied und Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin
Dr. Friedrich Bode, Ministerialrat i.R. des Wissenschaftsministeriums NRW (und bis 2010 fachlich zuständig für den FMT im Auftrag der Landesregierung NRW)

Im Jahr 2008 sagte der NRW-Ministerpräsident die Förderung über 210.000 € im Jahr des im Kölner Bayenturm angesiedelten FrauenMediaTurm für die nächsten zehn Jahre zu, also bis 2017. Im März 2011 erfuhr der Vorstand der gemeinnützigen Stiftung überraschend, dass die NRW-Frauenministerin ihren Anteil von 70.000 € rückwirkend zum 1.1.2011 gestrichen hatte. Im Dezember 2011 ließen die Ministerinnen für Wissenschaft und Kultur mitteilen, dass sie ihren Anteil von je 70.000 € für 2012 auf die Hälfte kürzen. Es bleiben also nur noch 70.000 € - diese Summe deckt gerade mal die Betriebskosten.

Gefragt nach dem Warum, gab es keine oder unwahre Antworten – wie die Behauptung, die Kürzung hätte Budgetgründe. Nachweisbar jedoch wurden die für den FMT im Haushalt reservierten Gelder einem anderen Frauenprojekt angewiesen.

Das feministische Archiv und Dokumentationszentrum war 1984 auf Initiative von Alice Schwarzer gegründet worden, und konnte dank einer großzügigen Anschubfinanzierung von Jan Philipp Reemtsma über 20 Jahre nach modernsten wissenschaftlichen Standards aufgebaut werden. Seit seinem Einzug 1994 in den Kölner Bayenturm – den die gemeinnützige Stiftung auf eigene Kosten komplett ausbaute – nennt das Archiv sich FrauenMediaTurm. Alles in allem wurden bis 2008 von privaten Kräften rund acht Millionen Euro in das Projekt investiert.

Dank seiner frühen Gründung, privaten Förderungen und des ehrenamtlichen Engagements eines hochqualifizierten Vorstands und Beirates ist der FMT heute weit über die Grenzen Deutschlands hinaus eine einmalige Einrichtung. Seit 2008 kooperiert der FMT mit dem Hochschulbibliothekszentrum in Köln (Online-Datenbank und Fernleihe). Die Kürzung würde auch diese von der Fachwelt sehr geschätzte Kooperation mit der Wissenschaft gefährden.

Nimmt NRW die Kürzung der Förderung nicht zurück, ist die Existenz des in dieser Form weltweit einmaligen Frauenarchivs bedroht. Alle Versuche des FMT-Vorstandes sowie seiner wissenschaftlichen Kooperationspartner, die Ministerpräsidentin und die Ministerinnen über die Bedeutung des FMT für die Geschichte der Frauen und die Zukunft zu informieren, stießen auf taube Ohren.

Übrigens: Im gleichen Jahr, in dem die rotgrüne „Frauenregierung“ von NRW das bedeutendste Frauenarchiv seines Landes zu Tode kürzt, erhöht die schwarzgelbe Regierung von Hessen die Förderung des in Kassel ansässigen „Archiv der deutschen Frauenbewegung“ auf 202.000 € im Jahr."

Quelle: Pressemitteilung des FMT

Kommentar: Auszug aus einer Pressemitteilung des Verbandes deutscher Archivarinnen und Archivare, 8.10.2010:
" .... Nahezu alle Archive, die sich der Aufgabe gestellt haben, die Unterlagen der Neuen Sozialen Bewegungen zu sichern, sind in mehr oder weniger bedrohlichen Situationen. Sie archivieren seit Jahrzehnten Dokumente, Plakate, Ton- und Bildaufzeichnungen der Frauenbewegung, von Umweltschutz- und Friedensbewegung, von Bürgerrechtsbewegung und Stadtteilinitiativen oder von Dritte-Welt-Gruppen. Einige haben sich geradezu als Kompetenzzentren für diese Archivsparte profiliert. Diese Archive werden im Wesentlichen durch privates Engagement unterhalten, durch Spendensammlungen, Stiftungsgründungen oder Fundraising. Nur wenige dieser Archive werden durch einzelne Bundesländer oder Kommunen gefördert. Um diesen Archive dauerhaft zu sichern und damit kulturelle Identität für kommende Generationen zu bewahren, ist dringend eine zuverlässige und dauerhafte Förderung durch die öffentliche Hand auf kommunaler, Landes- und Bundesebene vonnöten. Der VdA weist daher auf diese drohende Überlieferungslücke hin, die entstehen wird, wenn Bewegungsarchive .... ihre Arbeit einstellen müssen.
Der Verband selber hat den Kontakt seit einigen Jahren ausgebaut und wirkt z.B. durch einen Arbeitskreis für die Überlieferungen der Neuen Sozialen Bewegungen, aber auch durch Fortbildungen und Fachaustausch auf Tagungen auf eine weitere Professionalisierung dieser Archive hin. Das kann allerdings nur in Zusammenarbeit mit den zuständigen politischen Stellen und durch Bereitstellung entsprechender Mittel erfolgreich sein. Der VdA bietet den politisch Verantwortlichen Gespräche an."

Link zur vollständigen Pressemitteilung des VdA
Wolf Thomas meinte am 2012/01/30 10:20:
Medienreaktion zur FMT-Mittel-Kürzungen:
Der Westen.de, 30.1.2012: http://www.derwesten.de/politik/lebenswerk-von-alice-schwarzer-in-nrw-vor-dem-aus-id6294876.html
Rheinische Post, 30.1.2012: http://www.rp-online.de/politik/nrw/rot-gruen-streicht-alice-schwarzer-geld-1.2690962
WDR5, Scala: http://www.wdr5.de/sendungen/scala/s/d/04.11.2011-12.05/b/wankt-der-frauenmediaturm.html
wdr.de, 30.1.2012: http://www1.wdr.de/themen/kultur/frauenmediaturm100.html
Anm.: Bitte auch Kommentare beachten! 
Wolf Thomas meinte am 2012/01/31 21:11:
Weiteres Medienecho zum FMT:
WDR, Aktuelle Stunde, 30.01.2012:

derwesten.de, 31.01.2012: http://www.derwesten.de/politik/rot-gruen-verteidigt-kuerzungen-bei-frauenarchiv-id6301305.html
TAZ, 31.01.2012: http://www.taz.de/Weniger-Foerderung-fuer-FrauenMediaTurm/!86771/
Kölner Stadt Anzeiger: 30.01.2012: http://www.ksta.de/html/artikel/1327919417783.shtml
Westdeutsche Zeitung, 30.01.2012: http://www.wz-newsline.de/home/politik/nrw/frauen-archiv-alice-schwarzer-im-clinch-mit-rot-gruen-1.890620

Blogposts:
http://rechtsanwaeldin.blogspot.com/2012/01/alice-schwarzer-protestiert-gegen.html 
KlausGraf antwortete am 2012/01/31 22:09:
AS hat auch ohne U-Bahnbau Millionen in einem Archiv versenkt
Siehe auch

"Die Öffnungszeiten sind in der Zeit von Montag bis Freitag von 10.00 bis 17.00 Uhr und der Besuch ist nur per Voranmeldung möglich, wobei ein Eintrittsgeld von 5,- Euro fällig ist und ab dem dritten Besuch nur noch 3,- Euro fällig sind."
Siehe dazu
http://www.frauenmediaturm.de/service/bibliotheksnutzung/

"Es werde von Experten geschätzt und sei seit einigen Jahren weltweit online nutzbar. Die Zahl der Nutzer des Archivs konnte Schwarzer nicht angeben, obwohl das Archiv erst nach vorheriger Anmeldung nutzbar ist. "Mehrere hundert im Jahr" seien es ungefähr, schätzte Schwarzer. Zu den Online-Abfragen machte sie gar keine Angaben."

Jeder der nutzen will, muss die Benutzungsordnung unterzeichnen. Die werden wohl abgeheftet die Formulare, und da soll man die nicht durchzählen können??? 
bayenthal (Gast) meinte am 2012/02/01 11:21:
Tipp für JournalistInnen
Die Mitarbeiterinnen des FMT haben sich auch schon in der LVR-Archivberatung beraten lassen und ggf. auch weitere öffentliche Fördermittel beantragt oder erhalten. Dazu müsste es dort eigentlich noch eine Akte geben. Die könnte man sich ja mal zeigen lassen .... 
Wolf Thomas meinte am 2012/02/01 21:51:
Weiteres Echos zum FMT:
Süddt. Zeitung, 1.2.12: http://www.sueddeutsche.de/kultur/archiv-frauenmediaturm-vor-dem-aus-harter-schlag-fuer-schwarzer-1.1270937
Blogeintrag Alice Schwarzers, 30.1.12: http://www.aliceschwarzer.de/publikationen/blog/?tx_t3blog_pi1[blogList][showUidPerma]=90&cHash=883d05b964 
KlausGraf antwortete am 2012/02/01 22:08:
Link zum Blogbeitrag fehlt, dafür der zur SZ doppelt
Unendlich viel wichtiger als Frau Schwarzers Gefasel ist natürlich

http://ratlos-im-netz.forumieren.com/t551p800-zur-notwendigkeit-des-klageerzwingungs-verfahrens-gegen-claudia-dingens-und-der-publikation-des-schriftlichen-freispruchsurteils-von-jkachelmann#60562

Halten wir einfach mal ein paar Fakten fest:

1. Es handelt sich nicht um ein Archiv, sondern eine Bibliothek/Dokumentationsstelle für Veröffentlichtes.

2. Dass manche Stadt- und noch andere Archive "Eintritt" verlangen (was schon eine Unverschämtheit ist), kann die entsprechenede Abzocke in Köln, die ja auch SchülerInnen trifft, nicht rechtfertigen.

3. Bei Bibliotheken ist eine Betreuung der Besucher kostenfrei üblich. Man kümmert sich um sie, weist sie in die Datenbankbenutzung ein usw.

4. Bibliotheken können auch ohne Voranmeldung innerhalb der Öffnungszeichen aufgesucht werden. Dass man das "Label" Archiv verwendet, deutet daraufhin, dass man schon mal die viel strengere Variante der kulturgutverwahrenden Einrichtung bewusst gewählt hat. Schwarzer will Kontrolle, keine Transparenz.

5. Nach wie vor liegt der Verdacht einer Quersubventionierung der Zeitschrift EMMA nahe.

6. 240.000 Euro im Jahr für eine kleine Spezialbibliothek ist eine stolze Summe, von der man gern wüsste, wie sie sich zusammensetzt.

7. Dass man nicht sagen könne, wieviele Besucher das "Archiv" benutzen ist angesichts des von jeder Besucherin ausgefüllten Benutzungsscheins eine ausgesprochen abstruse Argumentation. Fast jedes Archiv und jede Bibliothek dokumentiert die Benutzungstage nicht zuletzt für eigene Zwecke. 
Wolf Thomas meinte am 2012/02/02 20:24:
Frauenministern Steffens signalisiert Gesprächsbereitschaft ....
mit klarem Ausgang: " ..... Eine Förderung des Frauen-Media-Turms werde aber künftig nicht mehr infrage kommen, da Bibliotheks- und Archivarbeit nicht zur üblichen Ressortförderung gehörten, sagte Steffens."

Quelle: http://www1.wdr.de/themen/infokompakt/nachrichten/nrwkompakt/nrwkompakt3196.html 
bayenthal (Gast) meinte am 2012/02/07 17:39:
Jetzt soll die Stadt es richten ...
http://www.ksta.de/html/artikel/1328540373426.shtml

Es ist wirklich unglaublich, mit welcher Dreistigkeit Frau Schwarzer hier ihr Steckenpferdchen auf Kosten der Öffentlichkeit reiten möchte!
Wieso kann sie die Benutzerzahl eigentlich nur "ca." angeben?
Gibt es da etwa noch ein Buchhaltungsproblem? Immerhin wird doch jeder einzelne Benutzungstag berechnet ...?

Keine Rede davon, dass die Stadt ja auch noch lange Zeit das Stadtarchiv in besonderer Weise zu fördern hat. 
KlausGraf antwortete am 2012/02/07 20:32:
Danke für den Hinweis
http://archiv.twoday.net/stories/64969650/ 
bayenthal (Gast) meinte am 2012/02/07 17:40:
Jetzt soll die Stadt einspringen ...
http://www.ksta.de/html/artikel/1328540373426.shtml

Es ist wirklich unglaublich, mit welcher Dreistigkeit Frau Schwarzer hier ihr Steckenpferdchen auf Kosten der Öffentlichkeit reiten möchte!
Wieso kann sie die Benutzerzahl eigentlich nur "ca." angeben?
Gibt es da etwa noch ein Buchhaltungsproblem? Immerhin wird doch jeder einzelne Benutzungstag berechnet ...?

Keine Rede davon, dass die Stadt ja auch noch lange Zeit das Stadtarchiv in besonderer Weise zu fördern hat. 
Frank (Gast) antwortete am 2012/02/21 11:45:
Stadtarchiv Köln
zu "Keine Rede davon, dass die Stadt ja auch noch lange Zeit das Stadtarchiv in besonderer Weise zu fördern hat."

Was kann das FMT dafür, wenn der Kölner Klüngel Firmen beauftragt, die den Sicherheitsanforderungen beim U-Bahn-Bau nicht nachkommen und auch nicht in der Lage ist, dass entsprechend zu kontrollieren, zu beanstanden und so den Einsturz des Stadtarchivs zu verhindern?

Dieses unwürdige Gezerre um das FMT ist bezeichnend! 
bayenthal (Gast) meinte am 2012/02/21 11:38:
Noch mal ne Dumme gefunden ....
Da hat Alice Schwarzer im fernen Berlin im Bundesfrauenministerium noch mal ne Dumme gefunden.
Der FMT ist gerettet mit 150.000 € jährlich in den nächsten vier Jahren.
http://www.ksta.de/html/artikel/1329761470271.shtml 
 

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