Allgemeines
Architekturarchive
Archivbau
Archivbibliotheken
Archive von unten
Archivgeschichte
Archivpaedagogik
Archivrecht
Ausbildungsfragen
Bestandserhaltung
Bewertung
Bibliothekswesen
Bildquellen
Datenschutz
Digitale Bibliotheken
Digitale Unterlagen
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
null

 
Anonym (Gast) meinte am 2005/09/19 01:23:
Neues
Millionen-Streit um Welfen-Buecher
HAZ 9.9.2005

Die Versteigerungen der Welfen-Sch�tze sorgen weiter f�r viel �rger � jetzt droht sogar ein Rechtsstreit um den Ende Oktober geplanten Verkauf der K�niglichen Gartenbibliothek.

Denn als Folge einer Intervention der nieders�chsischen Landesregierung f�rchtet das beauftragte Auktionshaus Reiss & Sohn erhebliche Verluste bei der Versteigerung der 1500 B�nde und 200 Zeichnungen umfassenden Sammlung, deren Wert zwischen vier und sieben Millionen Euro liegen soll.

Nach HAZ-Informationen hat Hessens Kulturminister Udo Corts, ein geb�rtiger Hannoveraner, auf Dr�ngen des nieders�chsischen Ministeriums f�r Wissenschaft und Kultur ein Verfahren zur Eintragung der Bibliothek als national wertvolles Kulturgut eingeleitet. Damit ist ein Verkauf ins Ausland von sofort an ausgeschlossen. Clemens Reiss, Inhaber des Auktionshauses, bezeichnet den Vorgang als �skandal�s�. Er habe mit einem Erl�s von bis zu sieben Millionen Euro f�r die Sammlung gerechnet � jedoch �bei weltweitem Interesse�. Ob sich dieses Ergebnis auch erzielen lasse, wenn jetzt nur noch ausschlie�lich deutsche K�ufer in Betracht kommen, sei mehr als fraglich.

Reiss geht mit den nieders�chsischen Beh�rden hart ins Gericht. Zw�lf Monate habe er mit der Landesbibliothek ergebnislos verhandelt. �Die hatten einfach kein Geld.� Danach hatte man sich schriftlich darauf verst�ndigt, die Sammlung aus dem Familienbesitz der Welfen zur Versteigerung freizugeben. Sollte er kurzfristig allen ausl�ndischen Interessenten absagen m�ssen, sei dies eine �Rufsch�digung ohnegleichen�. Anette Schwandner, Leiterin der Kulturabteilung im Ministerium, hat eine ganz andere Sicht auf den Vorgang. Sie sieht nun sogar eine reelle Chance, die Sammlung zur�ck nach Niedersachsen zu holen. Sie k�ndigt umgehend Verhandlungen um den Ankauf der Bibliothek an. Wohl wissend, dass die Zeit bis zum Auktionsbeginn am 25. Oktober �u�erst knapp ist.

Unklar ist weiter, wie die Welfen-Bibliothek im M�rz 2004 �berhaupt in den Besitz von Reiss & Sohn gelangt ist. �Ein Brite hat sie uns angeboten�, versichert Clemens Reiss, mehr d�rfe er nicht verraten. Die Spur der B�nde und Zeichnungen zur Gartengeschichte und zu den Herrenh�user G�rten hatte sich vor 15 Jahren auf der Marienburg verloren. Prinz Heinrich von Hannover, Bruder des Welfenchefs, unterstellt, dass die B�cher damals von Christoph Graf Douglas abgeholt wurden � von jenem Kunstexperten also, der f�r das Welfenhaus in vier Wochen die gro�e Sotheby�s-Versteigerung von 20 000 Kunstsch�tzen auf der Marienburg organisiert. Graf Douglas bestreitet die Vorw�rfe.

In der Branche halten sich die Ger�chte, wonach der Brite, der die Gartenbibliothek zur�ck auf den Markt brachte, Welfen-Chef Ernst August selbst sei. Er besitzt einen britischen Pass. Reiss streitet dies ab. Der Streit um die Welfen-Sch�tze offenbart immer mehr auch einen Familienstreit: Ernst August und seine S�hne wollen den Verkauf, um die Sanierung der Marienburg zu finanzieren � Prinz Heinrich lehnt das Vorhaben ab.

Von Achim Balkhoff

--

HAZ 13.9.2005

Welfenb�cher: Auktionator stellt Ultimatum

Land soll Kauf der wertvollen Bibliothek noch in dieser Woche zusagen / Versteigerung k�nnte ausgesetzt werden

Von Achim Balkhoff
Im Streit um die Versteigerung der K�niglichen Gartenbibliothek Herrenhausen gibt es eine �berraschende Wende: Der hessische Auktionator Clemens Reiss, der mit dem Verkauf der wertvollen B�cher betraut ist, kann sich ein Aussetzen der Aktion vorstellen. Dem Landeskulturministerium stellte er am Montag allerdings ein Ultimatum. Demnach will er die Auslieferung des Auktionskataloges nur stoppen, wenn er �ein ernsthaftes Kaufsignal bis n�chste Woche� bekommt. Von der Seriosit�t weiterer Gespr�che will er dann abh�ngig machen, ob die f�r den 25. Oktober vorgesehene Auktion ausf�llt. Das Problem: Anette Schwandner, Leiterin der Kulturabteilung im Ministerium, ist diese Woche in China, und ohne sie wird es kaum eine Entscheidung geben.
Die �pl�tzliche� Betriebsamkeit zur Rettung der Bibliothek verwundere ihn, betont der Auktionator. Monatelang sei ergebnislos verhandelt worden, selbst in den vergangenen zwei Wochen noch, als Teile der Bibliothek zur Vorbesichtigung im Frankfurter Palmengarten ausgestellt worden waren, habe sich aus Hannover niemand blicken lassen.
Unt�tig blieb man hier jedoch nicht. Schon lange hatte Prinz Heinrich von Hannover, Bruder des Welfenchefs, gegen den Verkauf der Bibliothek gek�mpft. Im Vorstand des Haus- und Grundeigent�mervereins fand er Mitte August im Vorsitzenden Rainer Beckmann einen Mitstreiter. Nach einem Vorsto� des CDU-Landtagsabgeordneten im Kulturministerium nahmen Experten Kontakt auf. Einziges Ziel: Die Bibliothek solle in Deutschland bleiben.
Ob sie nun gar nach Hannover zur�ckkehrt, h�ngt von der Finanzierung ab. Vier bis sieben Millionen Euro will Reiss einnehmen; der Preis ist unter Fachleuten umstritten. Das Ministerium erhofft sich die Unterst�tzung gro�er nieders�chsischer Stiftungen, die bereits beim Ankauf wichtiger St�cke von der Marienburg geholfen haben, bevor dort jetzt die gro�e Auktion beginnt.
Trotz der Bem�hungen des Landes beh�lt sich Reiss juristische Schritte f�r den Fall vor, dass die 1500 B�nde und 200 Zeichnungen auf die Liste der national wertvollen Kulturg�ter gelangen. Schon die Einleitung eines solchen Verfahrens macht einen Verkauf ins Ausland unm�glich. Eine entsprechende Nachricht sei ihm bis gestern Abend jedoch nicht zugegangen, sagte Reiss
l �Nur Teile kaufen�: Mittlerweile wird der Sinn eines Kaufs der kompletten Sammlung angezweifelt. Der Wunstorfer Antiquar Winfried Scholl weist darauf hin, dass sich vieles, was Reiss jetzt anbietet, schon in Niedersachsens Bibliotheken befindet. Er regt den Kauf wichtiger Einzelteile der Sammlung an. F�r Reiss kommt das nicht in Betracht, er will einen guten Gesamtpreis erzielen. �bernommen hatte er die B�cher von einem ungenannten Briten. Prinz Ernst August von Hannover hat einen britischen Pass. 
felix (Gast) antwortete am 2005/09/19 02:20:
Historisches Wirtschaftsarchiv wird zerstückelt
Hervorragend, wie hier in ARCHIVALIA [womöglich in Verbindung mit NETBIB] durch Klaus Graf [mit Sicherheit durch persönlichen Einsatz] eine Aktion in Gang gekommen und dokumentiert worden ist, die zeigt, dass Kulturgut nicht ohne weiteres zu verscherbeln ist, selbst wenn das Gesetz [nicht das Recht] es zu gestatten scheint. Selbst wenn die Zeit im Fall der hannöverschen Gartenbibliothek zu kurz gewesen sein könnte - im nächsten Fall wird sie es nicht sein! Danke, Klaus Graf! 
kg (Gast) antwortete am 2005/09/19 17:09:
Nicht mein Verdienst
Daran habe ich sicher keinen Anteil, aber freuen darf man sich trotzdem über die Entwicklung, die hoffentlich zu einem guten Ende führt. 
KlausGraf antwortete am 2005/09/21 13:26:
Update: Eintrag erfolgt
http://archiv.twoday.net/stories/994008/ 

Name

Url

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:


JCaptcha - du musst dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Neues Bild

 

 

twoday.net AGB

xml version of this page

powered by Antville powered by Helma