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Bibliothekswesen

http://www.vdb-online.org/wordpress/2014/10/13/uber-200-vortrage-des-bibliothekartages-in-bremen-sind-online/

http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/amazon-kindle-unlimited-e-book-flatrate-vergleich-mit-skoobe-readfy-a-995600.html

Es fehlen generell attraktive Inhalte. (So wie bei der Onleihe ...)

Readfy, ein kostenloses Angebot mit Werbeeinblendungen, kommt aus Düsseldorf-Heerdt:

https://www.readfy.com/


Eric W. Steinhauer: Büchergrüfte. Warum Büchersammeln morbide ist und Lesen gefährlich. Darmstadt: WBG 2014. 144 S. 16,95 EUR (für Nichtmitglieder)

Blick ins Buch mit Inhaltsverzeichnis:
http://www.wbg-wissenverbindet.de/shop/de/wbg/b%C3%BCchergr%C3%BCfte-1012639-001

In seinen begeistert aufgenommenen Halloween-Lectures hat der vielseitige Bibliothekar und Jurist Eric W. Steinhauer originelle Materialien für eine Kulturgeschichte des Morbiden zusammengetragen. In Wimbauers Eisenhut-Verlag erschienen bereits Bändchen zur Vampyriologie (in zweiter Auflage), über Bibliotheksmumien und seuchengeschichtliche Aspekte des Buch- und Bibliothekswesens. Noch nicht im Handel ist die Studie "Im Beinhaus des Geistes" zu friedhofs- und bestattungsrechtlichen Aspekten. Aus diesen Vorarbeiten hat Steinhauer eine ausgesprochen gut lesbare, elegant geschriebene und unterhaltsame Synthese komponiert, Variationen zum Thema "Die Bibliotheken und der Tod" bzw. "Die Bibliotheken und die Vergänglichkeit". Er wartet mit vielen lehrreichen Details und Anekdoten auf. Immer wieder gibt es hübsche Zitate wie das von den Bibliothekaren als graue Kellerasseln, das von dem ungarischen Autor Hamvas stammt.

Steinhauer sieht die Bibliotheken als Bücher-Friedhöfe, die nur als solche angesichts der Digitalisierung Zukunft haben: "Die Bibliothek der Zukunft wird morbide sein - oder untergehen" (S. 131). Die Bibliotheken werden also zu Buchmuseen werden, in denen die vergängliche Materialität der Stücke eine "unverwechselbare Begegnung" (S. 133) ermöglicht. Das gilt, wie ich meine, auch für die Archive (siehe Klaus Graf: Nur noch Schriftgutmuseum? Überlegungen zur Rolle eines Hochschularchivs im Rahmen des universitären Informationsmanagements der Zukunft. In: 40 Jahre Hochschularchiv der RWTH Aachen, 2010, hier S. 65 - PDF:
http://d-nb.info/1010955330/34 ). Vergänglichkeit und Verfall gehört zur "Aura" des Kulturguts.

Steinhauer macht eine breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam, dass Bibliotheken in großem Umfang Bücher vernichten (S. 38-45). Natürlich vermisse ich die Erwähnung der Causa Eichstätt, siehe nur

http://archiv.twoday.net/stories/232605792/

In einer Ökonomie des Teilens, für die mein vielgelesener Beitrag plädiert

http://archiv.twoday.net/stories/572463493/

würden die zur Vernichtung preisgegebenen Bücher dagegen an diejenigen gelangen, für die sie noch einen Wert besitzen.

Mit heftigem Kopfnicken begleitete ich die Lektüre des Abschnitts "Die Bibliothek als Demütigung" (S. 115-120) , der mit der an Besitzer einer nicht zu kleinen Privatbibliothek regelmäßig gestellten Frage beginnt, ob man denn alle Bücher gelesen habe. An die Berechnungen über Lesezeit hätte Steinhauer den Gedanken anschließen können, dass Archive und Bibliotheken Langzeit-Speicher sind, bei denen es nicht darauf ankommt, wie oft ein Medium hervorgeholt wird. Selbst im STM-Bereich, der durch ein extremes Veralten der Publikationen gekennzeichnet ist, gibt es immer wieder Entdeckungen aufgrund vergessener alter Fachliteratur.

Das "Monster"-Kapitel (S. 90-114) stützt sich auf die Vampir-Debatte und Shelleys Frankenstein. "Keine Verschwörungstheorie kann darauf verzichten, abgelegene Publikationen und vergessene Aufsätze aus den Tiefen der Büchermagazine als Kronzeugen für ihre kruden Behauptungen anzuführen", stellt Steinhauer abschließend fest (S. 114). Ein kurzer Hinweis auf Bücher und Filme etwa von Dan Brown, die diesbezügliche Bibliotheksrecherchen als Motiv gern verarbeiten, wäre willkommen gewesen. Neulich sah ich Steven Spielbergs Indiana Jones and the Last crusade (1989), in dessen Handlung eine venezianische Bibliothek eine wichtige Rolle spielt.

Möge Steinhauers bibliophil aufgemachtes Standardwerk für schwarze Bibliotheksromantik nicht nur in Büchereien vermodern, sondern gelesen werden!

***

Resonanz, dokumentiert auf der Website des Autors:

http://www.steinhauer-home.de/

Auszug im Vorabdruck

http://archiv.jungewelt.de/2014/08-09/005.php

Würdigung in einem Blog

http://radiergummi.wordpress.com/2014/09/14/eric-w-steinhauer-buchergrufte/


Christoph Deegs Buch gibt es gratis Open Access:

http://www.degruyter.com/viewbooktoc/product/205480

http://bildungundgutesleben.wordpress.com/2014/09/30/mein-problem-mit-der-onleihe-die-monopolstellung/ (Karsten Schuldt)

Siehe auch
http://archiv.twoday.net/search?q=onleihe

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2014/09/23/notbremse-nach-turbulentem-jahr.htm

"Fachverlagsriese Springer SBM rät Bibliotheken, das Geschäft mit Swets sofort einzustellen."

http://www.infodocket.com/2014/09/22/netherlands-swets-files-for-bankruptcy/

Update:
http://lj.libraryjournal.com/2014/10/opinion/peer-to-peer-review/lessons-from-swets-libraries-need-subscription-security-peer-to-peer-review/#_

http://log.netbib.de/archives/2014/09/26/scheis-auf-die-ub-magdeburg/

http://bibliothekarisch.de/blog/2014/09/18/warum-ich-onleihe-zum-kotzen-finde/

"Es tut mir Leid, dass ich das so sagen muss, aber die Onleihe und ich werden nie Freunde. Die Onleihe verkauft als defacto-Monopolist ein veraltetes Geschäftsmodell als Erfolg – durch Adobe-DRM unbrauchbar gemachte Bücher werden Bibliotheken für schweineteures Geld angeboten und somit schon mal ein finanzielles Zugangsproblem geschaffen, welches dazu führt, dass Bibliotheken die Digitale Kluft weiterhin verstärken statt zu entschärfen. Und die Bibliotheken lizensieren als ob es kein Morgen und vor allem keine anderen (genauso schlechten) Anbieter gibt, nur um dann toll tönen zu können, dass sie E-Books im Angebot haben. Geschenkt, das ist so und die Macht der Marke reißt eben mit.
Und dann heute die Nachricht, dass die Onleihe zur Verkaufsplattform wird. "

Siehe auch
http://log.netbib.de/archives/2014/09/17/ein-verkaufbutton-bei-der-onleihe/

Zur Kritik an der Onleihe
http://log.netbib.de/?s=onleihe
http://archiv.twoday.net/search?q=onleihe

Update: Harsche Kritik auch von
http://schneeschmelze.wordpress.com/2014/09/18/die-onleihe-als-verkaufsplattform/
http://ultrabiblioteka.de/?p=1410

https://zid.jura.uni-tuebingen.de/zid/textStorage/home

Ein nur für Uni-Angehöriger zugänglicher Zeitschriften-Inhaltsdienst ist eine krasse Steuergeldverschwendung. Richtig wäre es, kooperativ einen solchen Dienst auf RSS-Basis der Allgemeinheit anzubieten, wobei man zusätzlich eine Mailbenachrichtigung implementieren könnte.

Wie schon die letzte Ausgabe ohne Neuigkeiten zu anderen Verbünden als dem südwestdeutschen:

https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:publikationen:dialog80-html

 

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