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Landesgeschichte

Wolf berichtet in seiner Geschichte von Heiligenstadt (1800) von einer nicht näher datierten, wohl in den Jahrzehnten um 1500 stattgefundenen Fehde. Ein Herr von Hanstein nahm es dem Heiligenstädter Bürger Hans Osenburg übel, dass dieser mit seinen Kumpanen ihm aus dem Herren-Weinkeller ein Schmählied zugröhlte. Der Anhang des Adeligen stellte Osenburg nach, erwischte ihn auf dem Feld und machte ihn einen Kopf kürzer. Sein Knecht musste ihn in äußerst entehrender Weise auf den Marktplatz der Stadt fahren.

https://books.google.de/books?id=648AAAAAcAAJ&pg=PA50

Quelle für Wolf war die - nicht belegte - Darstellung von Johann Wilhelm Heise 1724:

http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN504747088

Dieser gibt keine Quelle an. Zur Fehde der von Kerstlingerode mit der Stadt Heiligenstadt gab Arend Mindermann 1998 als jüngste Literatur eine Studie von 1963 an:

http://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/a/a147640.pdf

Auch wenn die Reaktion der Fehdehelfer des von Hanstein selbst für die damalige Zeit extrem war, zeigt das - aktenmäßig allerdings bisher nicht bestätigte - Vorkommnis, wie sehr die Liedpublizistik die Emotionen wecken konnte.


http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn:nbn:de:bvb:384-opus4-31115

Felicitas Schmid-Grotz ignoriert in ihrer Arbeit von 2009 meine Überlegungen zu Strafbüchern:

https://www.google.de/search?q=graf%20%22leckt%20die%20kuh%22
http://archive.is/Afmyb

Online unter:

http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn:nbn:de:bvb:384-opus4-31155

Die Studie von Flink 1994 ist einsehbar unter:

http://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/a/a010348.pdf

Die Dissertation von Otto Behm 1908 bedarf eines US-Proxy:

http://hdl.handle.net/2027/uc1.b2602998

Die Ausgabe Scholtens der Chronik Gerts van der Schuren:

http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/urn/urn:nbn:de:hbz:061:1-37231

Das Anonymi Chronicon bei Seibertz (mit Wisseler Chronik):

http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/pageview/207762

Die chronikalischen Mitteilungen (ed. Meister 1901) aus der Anholter Handschrift:

http://www.archive.org/stream/bub_gb_MVU7AAAAMAAJ#page/n63/mode/2up

Zur Schwanritter-Überlieferung siehe
Bloete ZfdA 1892
http://www.digizeitschriften.de/dms/resolveppn/?PID=GDZPPN001691813
und
http://archiv.twoday.net/stories/1022469438/ mit neuerer Lit.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit stelle ich einige Materialien zu interessanten historischen Traditionen (aus Mittelalter und Früher Neuzeit) in dem diesbezüglich besonders reichen Kreis Kleve zusammen: "historische Sagen", aber auch Zeugnisse der Erinnerungskultur.

***

Vom Riesen Goliath erzählte man in EMMERICH AM RHEIN.

Alexander Kaufmann:

Ein gewaltiger riese, goliath, hat in Emmerich gehaust, und einmal bei einer belagerung dadurch die feinde verscheucht, daß er den kopf über die mauer steckte und mit den zähnen fletschte. – am fastnachtmontag trug man in Emmerich eine riesenfigur umher, deren kopf beständig wackelte.
https://de.wikisource.org/wiki/Riese_Goliath

Nach Dederich geht dieser Brauch auf einen gescheiterten Überfall auf Emmerich 1519 zurück.

https://books.google.de/books?id=HtgAAAAAcAAJ&pg=PA316
und nochmals in Picks Monatsschrift 1880, S. 182-190
http://dbooks.bodleian.ox.ac.uk/books/PDFs/555017587.pdf

[Die Abwehr 1519 "clamore rustici" meldet bereits Teschenmacher 1638
https://books.google.de/books?id=FexaAAAAQAAJ&pg=PA525
= 1721
https://books.google.de/books?id=09tIAAAAcAAJ&pg=PA528 ]

Zu Schlachtengedenktagen siehe hier
http://archiv.twoday.net/search?q=schlachtengedenk

***

GELDERN soll an der Stelle stehen, wo einstmals ein Drache erschlagen wurde. Was der Aufsatz von Oostebrink 2009 in den Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein (!) schreibt, ist zwar abwegig, aber er listet Quellen und (in Anm. 10) Sekundärliteratur zu der oft besprochenen Überlieferung auf.

https://books.google.de/books?id=WbHc1DzHyaEC&pg=PA192

Jens Lieven behandelte die Mythenbildung bei den Grafen von Geldern im Geldrischen Heimatkalender 2007, S. 152-161.

[z.B. Quad 1609
https://books.google.fr/books?id=qEUAAAAAcAAJ&pg=PA522 ]

[Gelre - Geldern - Gelderland (2001), S. 467-469; Das Goldene Zeitalter des Herzogtums Geldern (2001), S. 11f., 24, 215]

***

Einen wunderbaren Ursprung schreibt man der Marienwallfahrt von KEVELAER (seit 1642) zu.

http://www.wallfahrt-kevelaer.de/entstehung-der-wallfahrt/
https://de.wikipedia.org/wiki/Kevelaer#Entstehung_und_Entwicklung_der_Wallfahrt

Eine wichtige Rolle bei der Entstehung spielte der Luxemburger Kult von Maria als Trösterin der Betrübten, über deren Rolle als Stadtpatronin ich selbst geforscht habe:

http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/373/

***

Den Schwanenturm in KLEVE soll Julius Caesar erbaut haben. Den Wortlaut der Inschrift aus dem 15. Jahrhundert, die dies verkündet, gibt die Wikipedia wieder.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwanenburg

Zum Schwanritter-Stoff sei auf den Artikel in der Enzyklopädie des Märchens und die Einleitung zu Cramers Lohengrin-Ausgabe verwiesen. Die Brüder Grimm nahmen in die Erstausgabe ihrer Deutschen Sagen 1818 dazu die Nummern 533-538 auf.

https://de.wikisource.org/wiki/Carl_Ynach,_Salvius_Brabon_und_Frau_Schwan

[ http://archiv.twoday.net/stories/1022469798/ ]

[Gelre - Geldern - Gelderland (2001), S. 348; Land im Mittelpunkt der Mächte 3. Aufl. (1985), S. 216, 241, 373, 380; Tafel IV nach S. 64]

Die Überlieferung von Otto dem Schützen (Deutsche Sagen 1818 Nr. 562)

https://de.wikisource.org/wiki/Otto_der_Sch%C3%BCtze

gab Zuccalmaglio 1837 als clevische Sage des 14. Jahrhunderts aus.

https://books.google.de/books?id=_ZADAAAAcAAJ&pg=PA223

Es handelt sich aber um eine hessische Überlieferung des 16. Jahrhunderts.

https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_der_Sch%C3%BCtz

Quellennachweise (Johannes Nuhn!) lieferte Alexander Kaufmann:

https://books.google.de/books?id=K5k6AAAAcAAJ&pg=PA14

[und die Tübinger Dissertation von Noll 1906

http://hdl.handle.net/2027/hvd.hnxsnu (US)]

Längst vergessen ist sein Denkmal in Kleve.

Quelle: http://www.kle-blatt.de/blog/kleve/otto-der-schuetz-ein-vergessenes-denkmal-von-kleve.html

Sogar auf YouTube findet man die Sage von der "weißen Frau" von Kleve.

https://www.youtube.com/watch?v=Giml05DLvPs

Wenn das Video behauptet, die weiße Frau (eine Studie zu ihr bereitet Bertold von Haller, Nürnberg, vor) sei letztmals im 18. Jahrhundert gesichtet worden, so ist das falsch. Eine zurückgekehrte Akte über Erscheinungen im 19. Jahrhundert war der Ausgangspunkt des Aufsatzes von Bert Thissen: Die Rückkehr der weißen Frau. In: Kalender für das Klever Land 2013, S. 39-52.

[Die Stadt Kleve verehrte - einem Humanistenirrtum folgend - ein romanisches Bild als angebliche Darstellung des Eumenius Rhetor

Land im Mittelpunkt der Mächte 3. Aufl. (1985), S. 486f.
https://de.wikipedia.org/wiki/Eumenius
Schröder in den Annalen HVNrh. 1889
http://www.archive.org/stream/bub_gb_MVw7AAAAMAAJ#page/n143/mode/2up
Zeiller/Merian
https://de.wikisource.org/wiki/Topographia_Westphaliae:_Cleve
Abbildung
http://www.bildindex.de/obj20644823.html#|home ]

***

Auf ein Hostienwunder (angeblich von 1308) soll die KRANENBURGER Kreuzwallfahrt zurückgehen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kranenburger_Kreuzwallfahrt
https://www.kranenburg.de/C125725A002EBD03/html/63FBA03CA31155D6C12574790055A844?opendocument

Eine Übersetzung der lateinischen Legende bot vor einigen Jahren Manuel Hagemann: Zur Frühgeschichte der Kranenburger Kreuzverehrung. In: Kalender für das Klever Land 2008, S. 82-89

[Pilgerzeichen saec. XV/2 mit Darstellung der Legende in: Das Goldene Zeitalter des Herzogtums Geldern (2001), S. 182
Abbildung und Näheres:
http://www.pilgerzeichen.de/item/pz/769
Dort auch zwei weitere Exemplare ]

***

In REES gedachte man einer vornehmen Stifterin Irmgardis. Es gab die Sage, dass "Irmgardis auf dem Schlosse zu Aspel gewohnt habe, von wo sie täglich auf dem Irmgarden-Wege, auf welchem das Gras, was ihre Füße berührten, im Winter wie im Lenze grünte, die von ihr gebaute Kirche zu Rees besuchte".
https://books.google.de/books?id=U59JAAAAYAAJ&pg=PA66

Ähnliche "Spuren" werden erzählt bei Notburga von Hochhausen
http://www.sagen.at/doku/hda/notburga.html
und Sibylle von der Teck (Sibyllenspur)
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/goetz1999/0060

Über Irmgard:

http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/persoenlichkeiten/I/Seiten/IrmgardisvonS%C3%BCchteln.aspx
http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=118746871

***

STRAELEN war 1468 Schauplatz einer Schlacht zwischen Geldern und Kleve. Eine als "Sterk Hermes" bekannte Ritterfigur soll noch daran erinnern.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Straelen

Der siegreiche Herzog Adolf von Geldern stiftete das Augustinerchorherrenstift Mariensande, in dem der gleichfalls von ihm gestiftete Ritterorden seinen geistlichen Bezugspunkt hatte. Siehe die im neu angelegten Wikipedia-Artikel zu Mariensande angegebene Literatur.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Mariensande

Die alte Studie von Pfarrer Heinrich Schroers zur Schlacht bei Straelen habe ich verfügbar gemacht auf Commons:

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File:Mariensande_straelen.pdf&page=6

#erzählforschung
#forschung

Drachenbrunnen auf dem Markt in Geldern. Foto Frank Vincentz https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

"Die Datenbank zur Ortsgeschichte von Leogang (Land Salzburg / Österreich) umfasst die Texte und das Quellenmaterial aller Publikationen von Dr. Alois Schwaiger, die ortsgeschichtlichen Texte anderer Autoren, alle Schulchroniken, die Gemeinderatsprotokolle, die Gemeindezeitung, Presseberichte und ein umfangreiches Bildmaterial von Leogang. Weiters wird die Entwicklung der Gemeindepolitik, der Vereine, der Touristik und des Schulwesens dargestellt. Die Dokumente sind nach Kategorien/Unterkategorien geordnet und können auch direkt mit Schlagworten gesucht werden."

Zitat im Titel aus:
http://ortsgeschichte-leogang.at/og/touristik/interview/altenberger-sepp/datei-16533/?view

http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=2&url_tabelle=tab_periodika

Der übliche Murks, den man von diesem Portal gewohnt ist. Keine Permalinks für Einzelseiten, keine Volltextsuche. Statt die Digitalisate vorzuziehen, die NICHT via

https://de.wikisource.org/wiki/Westf%C3%A4lische_Zeitschrift

einsehbar sind, präsentiert man eine willkürliche Auswahl von Jahrgängen, teils als PDF, teils mit/ohne DFG-Viewer.

Via
http://www.siwiarchiv.de/?p=10112

Wetten, dass das Historische Lexikon Bayerns auch nach 1000 Artikel noch nichts begriffen haben wird?

http://histbav.hypotheses.org/4079 meldet, dass es 950 Artikel in dem hier wiederholt kritisierten Nachschlagewerk gibt.

http://archiv.twoday.net/search?q=histor+lexikon+bayer

Auch im 950. Artikel zu den Fränkischen Hohenzollern

http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_45722

finden sich die alten Monita:

- Keine Online-Nachweise, auch nicht bei Ressourcen wie der ZBLG, die in anderen Artikeln durchaus verlinkt wurden

Online ist u.a. Seyboth 1985 und zwar beim MDZ, also gewissermaßen im eigenen Haus:

http://nbn-resolving.de/urn%3Anbn%3Ade%3Abvb%3A12-bsb00047152-1

Moeglin 1991 gibt es bei Persée:

http://www.persee.fr/web/revues/home/prescript/article/jds_0021-8103_1991_num_1_1_1545

Die meisten angeführten Quellenausgaben sind im Netz greifbar.

Usw.

- Lieblose, karge Bebilderung, teils schlechte Qualität (siehe unten)

- Keine Verlinkung von Personennamen (z.B. mit der GND/BEACON-Findbuch)

- Keine Einzelnachweise.


"Der Märteswein (auch Martiniwein) wurde den Bürgern der Altstadt Hanau bis ins 19. Jahrhundert jährlich am Abend vor dem Martinstag (10. November) frei ausgeschenkt. Damit sollte an ein Ereignis im Jahr 1419 erinnert werden, als die Stadt, Festung und Burg beinahe in kurmainzische Hände gefallen wären. Der Wahrheitsgehalt der Geschichte ist allerdings höchst zweifelhaft."

https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4rteswein

Darstellung im Hanauischen Magazin vom Jahr 1778, S. 423ff.

http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN327289554_0001

Noch 1827 praktiziert:

https://books.google.de/books?id=3w1VAAAAcAAJ&pg=PA202

Es soll sich bis 1830 gehalten haben:

https://books.google.de/books?id=7I4wAAAAYAAJ&pg=PA244

Also ein Schlachtengedenken oder eine Mordnacht, siehe dazu zuletzt

http://archiv.twoday.net/stories/1022465888/
http://archiv.twoday.net/stories/1022465668/

Vermutlich wurde eine allgemeine Weinspende an Martini

https://books.google.de/books?id=VclaAAAAcAAJ&pg=PA266

nachträglich mit historischer Sinngebung versehen.

Über den Dominikaner Sebastian Schlettstätter ließ sich bisher nur sehr wenig ermitteln.

GND
http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=115401695

Er erscheint als Autor von zwei, vielleicht auch drei Druckwerken.

1662 ließ er in Schwäbisch Gmünd eine Lebensbeschreibung der Margaretha Ebner drucken:

Daß Wunderbarliche Leben, Hoche vnd Vnerhörte Wunderwerck der Seeligen Gottgeweichten Jungfraw Margarethae von Maria Medingen, Praediger Ordens.

Diese Druckschrift wird verschiedentlich in älterer Literatur, etwa bei Will 1755

https://books.google.de/books?id=AZlfAAAAcAAJ&pg=PA327

und auch in neueren Schriften angeführt, aber ohne Standortnachweis. Brinckmeier 1850 zitierte aber wörtlich daraus:

https://books.google.de/books?id=4jk2AQAAMAAJ&pg=PA46

Derzeit scheint wohl kein Exemplar greifbar, schon Philipp Strauch musste sich 1882 auf eine ihm aus dem Kloster Medingen übermittelte Druckabschrift stützen (hiernach zitiere ich den Titel).

http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/pageview/788408

Abgeschrieben wurde die Arbeit Schlettstetters in BL London Add. 11430, Bl. 72v-92a

http://www.handschriftencensus.de/14205

Online greifbar ist die Widmung an die Medinger Priorin in der Melker Handschrift Cod. 1925, Bl. I-II. Digitalisat im Pez-Projekt:

http://unidam.univie.ac.at/nachlass/195 (kein Direktlink möglich)

Sie ist datiert Schwäbisch Gmünd 1. Januar 1662. Da vor Herlikofer

http://archiv.twoday.net/stories/1022452641/

keine Druckerei in Schwäbisch Gmünd nachweisbar ist, wird man anzunehmen haben, dass der Druck gar nicht in Schwäbisch Gmünd erfolgte. Wahrscheinlich wurde er wie das Bruderschaftsbuch 1667 in Augsburg gedruckt.

Wieso ein Augsburger Druck von 1667 "Schöne außerlesene Gesänger [...]"

Digitalisat:
http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb11082160-0

Schlettstätter zugeschrieben wird,

https://books.google.de/books?id=8h70AAAAMAAJ&q=schlettstätter

ist noch zu klären. Sein Name erscheint ohne Lebensdaten auch in

http://www.kirchengesangbuch.ch/index.php?PHPSESSID=cf03a5oj3llq0rrsivrv4ru4n4&na=6,2,0,0,d,40190

Für die Stadtgeschichte von Schwäbisch Gmünd von Bedeutung ist die Widmung des Bruderschaftsbuchs "Triumph Des Heyligen Rosenkrantz" (Augsburg 1667). Sie scheint der Schwäbisch Gmünder Forschung nicht bekannt geworden zu sein.

Unzulängliches Digitalisat
https://books.google.de/books?id=9o9UAAAAcAAJ
=
http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb11082159-7

Zur Propagierung des Rosenkranz-Kults durch die Augsburger Dominikaner im 17. Jahrhundert gibt es Ausführungen von Wolfgang Müller im Freiburger Diözesan-Archiv 88 (1968). S. 372 nennt er Schlettstetters Buch.

http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:25-opus-56584

Das Frontispiz des Buchs zeigt anscheinend im Hintergrund eine stilisierte Schwäbisch Gmünder Stadtansicht mit dem Münster im Mittelpunkt und der noch intakten Stadtmauer.

Die Wimdung richtet sich an die Mitglieder des Gmünder Geheimen Rats, Karl Seybold, Johann Christian Bommas, Johann Burkhard Messnang, Andreas Debler und Jakob Storr, und an den ganzen Stadtrat. Weil Schlettstetter Gmünd als mustergültig fromme katholische Stadt kennt, hat er ihr das umfangreiche Buch gewidmet. der Autor war in Gmünd sieben Jahre Präses der Erzbruderschaft und Konventprediger. Zum Zeitpunkt der Widmung - 2. Oktober 1667 - war er offenbar noch in Schwäbisch Gmünd tätig. Er erwähnt in der Widmung gegen Ende auch das Kloster Gotteszell, wird aber von Gerhard M. Kolb in dessen Aufsatz zu den Kaplänen und Beichtvätern dieses Konvents nicht genannt (Gmünder Studien 5, 1997).

Schlettstetter lobt den Brauch, dass die Ratsherren während der Ratssitzung den Rosenkranz in den Händen halten. Pascal Kolb: Policeyrecht in der Reichsstadt Schwäbisch Gmünd (2003), S. 111 setzt den Beginn dieser Praxis in das Ende des 16. Jahrhunderts, während der Gmünder Franziskaner-Guardian Alexander Herth 1734 behauptete, in einem alten Gedenkbuch des Klosters gelesen zu haben, dass der Guardian Jakob Laib (in Gmünd ab 1609 bezeugt) dies angeregt habe.

https://de.wikisource.org/wiki/Geschichte_des_Franziskaner-Minoriten-Klosters_Schw%C3%A4bisch_Gm%C3%BCnd#cite_note-30

Siehe auch
https://de.wikisource.org/wiki/Stadtpfleger_Herlikofer_in_Gm%C3%BCnd_an_Archivrat_D%C3%BCmge_%C3%BCber_die_Geschichte_der_Stadt

Schlettstetter bezieht das Gmünder Einhorn-Wappen unter Berufung auf Plinius auf die Einhorn-Jagd und die Muttergottes. Wie das Einhorn habe die Stadt keine Sektenanhänger (also Protestanten) geduldet und sei trotz aller Verfolgungen stets dem "Schoß der allerseligsten Jungfrawen Mariae zugeloffen". Anfang des 18. Jahrhunderts wird sich Eustachius Jeger auf eine inzwischen verschwundene Einhorn-Darstellung im Münsterchor beziehen: Wie eine Jungfrau sei die Stadt fest beim alten Glauben geblieben.

https://books.google.de/books?hl=de&id=PoAgAAAAMAAJ&pg=PA68

Der Satz über die Verleihung des Wappens folgt wörtlich den Gmünder Chroniken, wobei vor allem an eine Handschrift der Wolleber-Redaktion zu denken sein wird, die dem Dominikaner vorlag:

https://books.google.de/books?hl=de&id=PoAgAAAAMAAJ&pg=PA250

Siehe aber auch
http://archiv.twoday.net/stories/1022385295/

Zur Schwäbisch Gmünder Marienverehrung nach dem Dreißigjährigen Krieg vgl. meine Hinweise in:
http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/373/ (S. 139f.)

Die Vorrede des Dominikaners Schlettstetter ist jedenfalls ein beachtenswertes Dokument für die konfessionelle Kultur in der frühneuzeitlichen katholischen Reichsstadt Schwäbisch Gmünd.

#forschung


 

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