Allgemeines
Architekturarchive
Archivbau
Archivbibliotheken
Archive in der Zukunft
Archive von unten
Archivgeschichte
Archivpaedagogik
Archivrecht
Archivsoftware
Ausbildungsfragen
Bestandserhaltung
Bewertung
Bibliothekswesen
Bildquellen
Datenschutz
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
null

 

Landesgeschichte

Sie hat Anfang Mai ihren Dienstsitz Burg Sooneck bezogen und schon ein #siffgate ausgelöst:

http://www.burgenblogger.de/blog/

Unsere bisherige Berichterstattung:

http://archiv.twoday.net/search?q=burgenblog


http://www.landesarchiv-bw.de/web/58838

http://www.leo-bw.de/themen/historischer-atlas-von-baden-wurttemberg

Ausgezeichnet!

http://www.burgerbe.de/2015/05/17/stammsitz-der-staufer-was-wurde-aus-burg-hohenstaufen-26546/


Ab dem Jahr 2000 online als PDFs:

http://www.ghv-luedenscheid.de/publikationen/der-reidemeister/

#histverein

In der Wikipedia und in Wikisource habe ich mich dem Leben und Werk des früh verstorbenen Gmünder Stadtarztes gewidmet.

In Wikisource konnte ich eine Reihe von digitalisiert zugänglichen Aufsätzen verlinken, während von den Monographien bislang nur die dem Gmünder Stadtrat gewidmete lateinische Altdorfer Dissertation von 1795 online ist.

https://de.wikisource.org/wiki/Wenzel_Aloys_Stütz

In der Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Wenzel_Aloys_St%C3%BCtz

habe ich Resultate des grundlegenden Aufsatzes von Hans-Dieter Heiss: Väter und Söhne Stütz. Eine Schwäbisch Gmünder Ärztefamilie. In: Gmünder Studien 8 (2010), S. 159-186, hier S. 167-178 eingearbeitet, der mich nicht nur wegen des laienhaften wissenschaftlichen Apparates (keine genauen Fundstellen!) verärgerte. Der nicht berücksichtigte Pahl'sche Nachruf in der Nationalchronik war in dem von mir 2007 angelegten Artikel von Anfang an nachgewiesen und hätte ohne weiteres im Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd eingesehen werden können. Hier findet sich das von Heiss S. 178 nach Marquart angeführte Zitat:

Wünscht Ärzten seine Kunst
Und Königen - sein Herz!
https://books.google.de/books?id=0eMaAAAAYAAJ&pg=RA2-PA196

Eine gründliche Würdigung des philosophierenden Mediziners bleibt ein Desiderat. Heiss hat nur einen Teil der Arbeiten von Stütz eingesehen und beurteilt den in den um 1800 durchaus berühmten Autor recht oberflächlich.

Widmung der Dissertation an den Gmünder Rat

Erfreulicherweise hat sich die UB München spontan bereiterklärt, den raren Predigtdruck von 1762 online bereitzustellen.

http://epub.ub.uni-muenchen.de/24828/

Es handelt sich nicht um den gleichen Druck wie in der BSB München, der von Google gewohnt unbrauchbar, nämlich mit Textverlusten digitalisiert wurde:

https://books.google.de/books?id=q3RCAAAAcAAJ (S. 28 fehlt)
=
http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10365919_00005.html (mit falschen Erscheinungsort Gemünden)

Anscheinend gibt es noch eine dritte Auflage:

http://gateway-bayern.de/BV010740359

Bisher kannte ich die Druckschrift nur aus dem Wiederabdruck in: Gmünder Chronik [Herausgeber: Bernhard Kraus] 2 (1908), S. 11f., 15, 18f., 22f., 26f., 31f.

Der lateinische Teil des Titels ist ein Chronogramm auf 1762:

sors noVa eCCLesIae gaMVnDIanae

Das hatte durchaus programmatischen Charakter, wie ich 1981 schrieb, da die Kanoniker des neu gegründeten Kollegiatsstifts besonders intensiv die gelehrte Spielerei der Chronogramme pflegten.

http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/volltexte/2008/522/

Der Autor der Predigt war der Donzdorfer Pfarrer und Dekan des Landkapitels Geislingen Johann Georg Schroz.

http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=100400949

Er wurde am 24. April 1711 geboren, wie
https://books.google.de/books?id=UBRbAAAAcAAJ&pg=PA62
https://books.google.de/books?id=rpUCAAAAcAAJ&pg=PA73
übereinstimmend haben und starb nach Klemm 1783

https://archive.org/stream/bub_gb_DB88AAAAMAAJ#page/n227/mode/2up

Nach

http://www.kath-dekanat-gp-gs.de/pages/organisation/dekane.php

war er von 1745 bis 1779 Geislinger Dekan.

Zum Gmünder Kollegiatstift ist zusammenfassend zu vergleichen Klaus-Jürgen Herrmann im Württembergischen Klosterbuch, auch online

http://www.kloester-bw.de/?nr=246

Die Erhebung der Gmünder Stadtpfarrkirche zu einem Stift hatte schon 1761 stattgefunden, aber die feierliche Installierung wurde am 25. Juli 1762 begangen. "Von nun ab war der Stadtpfarrer Johann Joseph Doll zum Stiftsdekan avanciert, die bisherigen neun Benefiziaten oder Kapläne wurden zu Kanonikern erklärt." (Herrmann) Schon 1803 wurde das Stift wieder aufgehoben.

Anton Nägele: Die Heilig-Kreuzkirche in Schwäbisch-Gmünd (1925) erwähnt die Festpredigt S. 252 in seiner Darstellung der Stiftskirchenzeit. Ausgewertet wurde der Text u.a. mit Blick auf die Wahrnehmung des Gmünder Münsters

http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/536/ (Graf: Die Heilig-Kreuz-Kirche in Schwäbisch Gmünd im Mittelalter, 1989, S. 101; danach zitiert von Strobel Bd. 1, S. 209)

Erwähnt wird von Schroz die Gmünder Ringsage der Johanniskirche:

http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:25-opus-58410 (Graf: Ring der Herzogin, 1987, S. 111)

Während es im ersten Teil der Festpredigt um den Grundwert der Treue geht, ist der zweite Teil der Ehre gewidmet. Die Predigt spart nicht mit Seitenhieben gegen die Reformation (etwa S. 11 "böse Bruth") und würdigt die Reichsstadt Schwäbisch Gmünd als Gemeinwesen, das treu zum katholischen Glauben gestanden habe.

Erwähnt wird S. 9 der Rauchbein-Kelch des Gmünder Kirchenschatzes. Zu Rauchbein

http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:25-opus-75154 (mit Erwähnung der Festpredigt).

S. 10 wird kurz auf den angeblichen frühchristlichen Ursprung des St. Salvators angespielt. S. 14f. wird ein Gelübde der Priesterbruderschaft während der schwedischen Besetzung 1632 erwähnt: Abhaltung eines jährlichen Jahrtags mit drei Ämtern für im Krieg getötete Priester. Ob dieses Gedenken realisiert wurde, sagt Schroz nicht. S. 15 berichtet Schroz die angebliche Erbauung der Pfarrkirche 1240 unter Nennung des protestantischen Historikers Crusius. Die Stelle ist korrekt bezeichnet (Teil 2, Buch 9, Kapitel 4), nur hat Schroz übersehen, dass sich die Jahreszahl 1240 auf die Stiftung von Gotteszell bezieht.

http://idb.ub.uni-tuebingen.de/diglit/LI24_fol-1_2/0697

Nochmals erwähnt Schroz den Rauchbein-Kelch, ebenso wie der 1670 zu Ehren Mariens errichtete Hochaltar ein "Denck- und Merckmahl" (S. 16).

Kaum etwas bekannt ist über den Buchdrucker ("Stadt- und Cantzley Buchdr.") Carl Ludwig Memhart, der die Schrift druckte. (Ein familiärer Zusammenhang mit dem Öhringer Buchdrucker Johann Gottfried Memhardt 1711/12 liegt aufgrund der konfessionellen Verschiedenheit eher fern.)

Memhart druckte den Vereinigungsrezess 1758 (vgl. Pascal Kolb: Policeyrecht 2003, S. 412 nach Exemplar im Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd):

http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-358784

und im Jahr zuvor die "Neue Feuerordnung der Reichsstadt Schwäbisch Gmünd" (Druckschrift im Spitalarchiv I. a 1 nach Nitsch: Spitalarchiv 1965, S. 279 Nr. A 3).

Für die Marianische Bruderschaft bei den Gmünder Augustinern druckte er ein Bruderschaftsbuch 1760 (Exemplar WLB Stuttgart).

http://swb.bsz-bw.de/DB=2.1/PPNSET?PPN=386827265&INDEXSET=1

Im Bibliotheksverbund Bayern sind Druckschriften von 1761 bis 1766 von ihm nachgewiesen, bis auf unsere Festpredigt alles Periochen von Gmünder Schuldramen, aufgeführt bei den Franziskanern. (Im KVK finde ich das im Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd laut Geschichte der Stadt Schwäbisch Gmünd 1984, S. 598 in Kopie einer Luzerner handschriftlichen Abschrift vorhandene, von Memhart 1774 gedruckte Drama Checumus nicht.)

Er erscheint noch im Adressbuch des Schwäbischen Kreises auf 1777:

https://books.google.de/books?id=DWIAAAAAcAAJ&pg=PA387

(Die Erwähnung im Adressbuch von 1768 wird von Google falsch datiert:

https://books.google.de/books?id=yWEAAAAAcAAJ&pg=SA6-PA34 )

1777 druckte er die Policey-Ordnung von Wäschenbeuren:

http://swb.bsz-bw.de/DB=2.1/PPNSET?PPN=034790608&INDEXSET=1 (Meinhart!)

Keinen Buchdrucker nennt der gedruckte Nachruf auf den Kanoniker des Kollegiatstifts Ignaz Stahl von 1772, den man online einsehen kann:

http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000716E00000000

Einen Schwäbisch Gmünder Druck von 1778 (Gerold Jost: Ehren- und Schutzrede für die heiligen Ordensstände) verwahrt ebenfalls die UB München. Anscheinend ist kein Buchdrucker angegeben.

http://gateway-bayern.de/BV009714420

Ebenfalls in der UB München: Neu aufgerichtete Verbindnus des Himmelblauen Scapuliers unter dem gnadenvollen Titel der unbefleckten Empfängniß Maria, in der uralten Wallfarth, genandt Ave Maria, nächst dem Markt Deggingen (1744), sicher einer der ältesten Schwäbisch Gmünder Drucke. Jedenfalls finde ich in den Verbundkatalogen (soweit diese Abfragen mit Eingrenzung auf das 18. Jahrhundert unterstützen!) nichts älteres.

http://gateway-bayern.de/BV011615935

Der Küchler-Druck zum Stuttgarter Hoffest von 1611 trägt den Namen des Verlegers Balthasar Küchler und den Ort Schwäbisch Gmünd, ist aber sicher nicht in Schwäbisch Gmünd gedruckt worden.

https://de.wikisource.org/wiki/Balthasar_K%C3%BCchler

Vermutlich hat sich ein Buchdrucker in Schwäbisch Gmünd nicht lange vor 1744 niedergelassen, doch bedarf dies weiterer Untersuchung.

#forschung


http://histbav.hypotheses.org/3891

Gibt es sicher schon häufiger, ist mir so aber noch nicht aufgefallen: Ein Aufruf, zu einem geplanten thematischen Tagungsband ergänzende Beiträge einzureichen:

"Erweiternd zu den Tagungsreferaten sind interessierte Forscher aufgerufen, Beiträge zu Julius Echter oder fürstlichen Zeitgenossen, zur Bistums- oder vergleichenden Konfessionalisierungsgeschichte ebenso wie zu Aspekten der Kulturgeschichte im weiteren Sinn mit Bezug zur Thematik einzureichen."

Erfreulich!


http://www.landesmuseum-mecklenburg.de/aktuell/sonderausstellung-1945-kriegsende-mecklenburg-anfang/index.html

Via
http://www.focus.de/regional/rostock/museen-sonderschau-im-virtuellen-landesmuseum-zum-kriegsende_id_4650729.html

Die 2010 eingereichte Tübinger Dissertation (bei dem zu früh verewigten Sönke Lorenz)

Stefanie Albus-Kötz. Von Krautgärten, Äckern, Gülten und Hühnern. Studien zur Besitz- und Wirtschaftsgeschichte des Prämonstratenserstifts Adelberg im Mittelalter. (= Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde 73). Ostfildern: Jan Thorbecke Verlag, 2014. XIV, 318 S.. € 39. ISBN 978-3-7995-5273-8
Inhaltsverzeichnis: http://d-nb.info/1049212894/04
Textprobe bis S. 9:
http://www.thorbecke.de/pdf/978-3-7995-5273-8.pdf?osCsid=083607d24dc6e5f084329e520b794e3c

hat bisher, soweit mir bekannt, nur wohlwollende Aufnahme gefunden. Klaus Wollenberg, der den Stifter Volknand von Staufen fälschlich als welfischen Gefolgsmann bezeichnet, lobte das Werk in den “Sehepunkten”.

http://www.sehepunkte.de/2015/02/26271.html

Positiv äußerte sich auch Wilfried Setzler in der Schwäbischen Heimat 2015/1, S. 122f. Mein eigenes Urteil über die Doktorarbeit der Herrenberger Stadtarchivarin ist wesentlich weniger günstig. In meiner Rezension für das “Renaissance Quarterly” (in Druckvorbereitung, für sprachliche Unterstützung sei Erik Midelfort gedankt) komme ich zu dem Schluss:

“Most theses do not, of course, present inspiring or innovative scholarship. But this book provides far too much description and too little interpretation or in-depth analysis. [...] Wolfgang Runschke examined the manorial system of Lorch abbey, a Benedictine monastery near Adelberg, in his Tübingen dissertation (2007), also supervised by Lorenz (and available online at http://hdl.handle.net/10900/46772 ) . The comparision between this two dissertations with very similar topics shows that Ruschke has definitively done the better research while Albus-Kötz seems to have pursued only the low hanging fruits.”

Selbstverständlich ist es hier nicht möglich, jede Seite oder auch nur eines der Kapitel gründlich nachzuprüfen. Aber bei der Arbeit mit dem viel zu deskriptiven und immer wieder zu oberflächlichen Buch sind mir zu viele Monita aufgefallen, um diese unter den Tisch fallen zu lassen. Nach meiner Überzeugung wäre es in den meisten Fällen zumutbar und geboten gewesen, gründlicher zu recherchieren. Der Arbeitstitel dieses Beitrags “Von Krautgärten, einem schwäbischen Prämonstratenserstift und Faulheit” erscheint mir von daher nicht zu scharf.

S. III
Der sich flott gebende Titel suggeriert eine alltagsgeschichtliche Ausrichtung der Arbeit, die keineswegs gegeben ist. Sie ist alles andere als lebendig geschrieben und überzeugt sprachlich nicht immer. Vorgestellt wird der Grundbesitz Adelbergs, also die Besitzgeschichte anhand der Urkunden und Urbare. Eine Rechnungsüberlieferung fehlt, desgleichen vergleichbare wirtschaftsgeschichtliche Quellen. Die angekündigte “Wirtschaftsgeschichte” fällt also im wesentlichen mit der Besitzgeschichte zusammen. Die Verfasserin sieht selbst, “dass aufgrund der bruchstückhaften Überlieferung der Lagerbücher, des Fehlens theoretischer Texte zur Organisation der Grundherrschaft und des Verlusts der Rechnungen sich kein auch nur annähernd vollständiges Bild von der Wirtschaftsweise des Prämonstratenserstifts Adelberg ergibt” (S. 94). Wieso ausgerechnet die Krautgärten in den Titel aufgenommen wurden (ich finde sie bei Adelberg S. 112 und Göppingen S. 150), weiß ich nicht. Besonders typisch erscheinen sie mir nicht.

S. 6
Das Prämonstratenserstift Adelberg wurde 1178 von dem staufischen Ministerialien Volknand von Staufen gegründet, der Gründungskonvent kam aus Roggenburg. Bei einer 2014 gedruckten Arbeit darf durchaus erwartet werden, einen einschlägigen, an prominenter Stelle publizierten Aufsatz von 2009 zu berücksichtigen, der sich zentral mit der Adelberger Gründungsgeschichte befasst: Hubert Koufen: Die Anfänge des schwäbischen Prämonstratenserstifts Adelberg. In: Analecta Praemonstratensia 85 (2009), S. 9-30. Dieser bringt leider wenig Neues:

http://archiv.twoday.net/stories/843565382/

S. 7
Es geht nicht an, das Herrscherdiplom Barbarossas von 1181 (DF I 811), das den Stifter “Folkenandus ministerialis noster de Stouphen” nennt, nur nach WUB und den Urkundenregesten von Karl Otto Müller 1949 (= URA) zu zitieren. Ebenfalls anzugeben sind die Diplomata-Ausgabe und die Regesta Imperii.

http://www.mgh.de/dmgh/diplomata/resolving/D_F_I_811
http://www.regesta-imperii.de/id/1181-05-25_1_0_4_2_4_19_2598
http://www.wubonline.de/?wub=650 (mit Link zum Digitalisat der Urkunde)

Zwar erwähnt die Autorin die abwegige These Walter Zieglers, Volknand sei ein Angehöriger der Hochadelsfamilie der Toggenburger gewesen, erfreulicherweise nur in einer Fußnote (S. 7 Anm. 69), sie hätte aber nicht darauf verzichten dürfen, die grundlegenden Ausführungen von Hans-Martin Maurer: Der Hohenstaufen (1977), S. 36-42 zu Volknand als Burgmann auf dem Hohenstaufen anzuführen.

S. 9 Anm. 86
Nicht nur hier ist die Reihenfolge der Zitate befremdlich: Erst der alte Druck von Besold, dann das WUB, dem die heute nicht mehr auffindbare Ausfertigung in der Universitätsbibliothek München vorlag.

http://www.wubonline.de/?wub=652

S. 11
Zur Inkluse Gertrudis:

http://archiv.twoday.net/stories/843565382/

S. 12
“1410 scheint es in Adelberg zu einer Rückbesinnung auf die Gründung und die staufische Tradition gekommen zu sein”. Das ist sprachlich missglückt formuliert, denn was anderes als eine solche Rückbesinnung bedeutet die angeführte Urkunde?

http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-496736

S. 12f.
Am 11. Januar 1441 wurde in Schussenried der Propst Ruprecht Götteler zum ersten Adelberger Abt geweiht. Er war ein Bauernsohn aus Zell am Neckar, wie sich aus den Belegen S. 232 ergibt. Sein Onkel Ruf war zeitweilig Schultheiß in Zell und Adelberger Hofmeister in Esslingen gewesen. Ein Ruflin Götteler wurde 1373 als Adelberger Leibeigener an den Pfarrer von Esslingen verkauft.

In einem “Geschichtlichen Überblick” erwartet man mehr als Fakten zur Besitz- und Wirtschaftsgeschichte, nämlich unter anderem Aussagen zur sozialen Zusammensetzung des Konvents, wie sie die Autorin ganz knapp (und wenig überzeugend) im Württembergischen Klosterbuch (2003) versucht hat:

http://www.kloester-bw.de/?nr=58

Etwas ausführlicher sind die Angaben in ihrem Artikel Adelberg (Beispielartikel für ein Stiftskirchen-Handbuch):

http://web.archive.org/web/20031014193225/http://www.uni-tuebingen.de/IfGL/projekte/stift/Beispiel.htm

Dabei hätte sie in ihrem Buch nur den Befund des eigenen Registers S. 301, wo alle erwähnten Konventualen zusammengestellt sind, zusammenfassen müssen. Für den Frauenkonvent hatte schon Joseph Zeller 1916 resümiert.

Internet Archive

Zur Herkunft Abt Diepold Liehrs (die Familie ist aber unter Lieher/Lyher bekannt), der aus Nürtingen stammte, aus der württembergischen Führungsschicht vgl. S. 22 Anm. 159 mit Hinweis auf Dieter Stievermann: Landesherrschaft und Klosterwesen im spätmittelalterlichen Württemberg (1986), S. 226 (dort: Lyher). Leider ohne Angabe eines Belegs nenne Hummel 1468 als Todesjahr Liehrs. Hätte die Autorin einen Blick in das ihr wohlvertraute Werk des Martin Crusius geworfen, dann hätte sie den Nachweis rasch gefunden.

https://books.google.de/books?id=AEZPAAAAcAAJ&pg=PA34 (deutsche Übersetzung)

Quelle war wohl eine Angabe David Wollebers, der 1591 bereits das Sterbejahr 1468 hat. Digitalisat der Chorographia:

http://idb.ub.uni-tuebingen.de/diglit/Mh6-1/0514

Angesichts der sonstigen Fehler Wollebers bei der Liste der Vorsteher halte ich dieses Todesjahr nicht für glaubwürdig. Die Autorin hat den Abschnitt über Adelberg in diesem Werk und vergleichbaren historiographischen Handschriften der frühen Neuzeit ignoriert. Zu diesen Handschriften zählt übrigens auch BLB Karlsruhe Cod. Güntersthal 11, aus dem ich 1984 das S. 51 erwähnte Regest eines Mandats Friedrichs II. zugunsten Kloster Adelbergs an die Schultheißen von Esslingen und Gmünd 1220 veröffentlichte.

http://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/content/pageview/93962
http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6625/

Ebenfalls ein Bauernsohn war Leonhard Dürr, denn er kam aus Zell unter Aichelberg (S. 28). Man nimmt wohl mit Recht an, dass er der gleichen Familie entstammte wie sein Vorgänger Berthold Dürr.

Schon für das 14. Jahrhundert gibt es keine Anhaltspunkte, dass der Niederadel im Konvent eine besondere Rolle spielte (wie dies im Kloster Lorch ohne Zweifel der Fall war). Propst Johannes Ruch gehörte wohl der Schwäbisch Gmünder Familie Ruch an. Zu ihr:

http://web.archive.org/web/20070609170231/http://www.histsem.uni-freiburg.de/mertens/graf/ruch.htm

S. 14
Schon von Anfang an lebten innerhalb der - bis heute eindrucksvoll erhaltenen - Klosterbefestigung Prämonstratenserinnen. 1476 wurde der Frauenkonvent nach Lauffen am Neckar verlegt, blieb aber unter der Aufsicht des Abts von Adelberg. Bruno Krings hat die auf Joseph Zeller zurückgehende Bezeichnung Adelbergs als Doppelkloster abgelehnt und möchte hinsichtlich des Frauenkonvents von einem Annexkloster sprechen. In Anbetracht der von der Autorin zusammengetragenen Belege (S. 15f.) für die wirtschaftliche Unselbstständigkeit der Frauengemeinschaft, die offenbar nur in kleinem Umfang eigenen Besitz besaß, erscheint das übertrieben.

S. 17
Das bemerkenswerte Historienbild zum Auszug der Nonnen hätte erwähnt werden müssen. Siehe

http://archiv.twoday.net/stories/1022386903/

Stefan Benz: Frauenklöster Mitteleuropas (2014), S. 396 macht auf eine Zeichnung des Bilds in WLB Stuttgart Cod. hist. 2° 308 Bl. 6-7 aufmerksam. Eine Farbabbildung enthält der Kirchenführer “Kloster Adelberg” von Walter Ziegler/Richard Vollmer (1985), S. 13 (mit Bildnachweis WLB).

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Adelberg_nonnenauszug.jpg

S. 19
Bei der Reform des Prämonstratenserinnenstifts Lauffen am 6. Januar 1478 durch Abt Berthold Dürr waren angeblich die württembergischen Räter “Dr. Werner Praußer und Johannes Praußer”, beide Dominikaner, anwesend (ebenso S. 15 Anm. 128). Von einem Dr. Werner Praußer ist nichts bekannt; übernommen ist hier offenkundig ein Fehler Joachim Fischers: “Dr. Werner und Bruder Johannes Praußer, beide Dominikaner zu Stuttgart” (ZWLG 1972, S. 230f.). Hätte die Autorin weniger schlampig gearbeitet, hätte ihr bei Dieter Stievermann: Landesherrschaft und Klosterwesen im spätmittelalterlichen Württemberg (1986), S. 286 auffallen müssen, dass der Dr. Werner der dort aus der gleichen Überlieferung zitierten Klosterordnung der Stuttgarter Stiftsprediger Dr. Werner Wick war und kein Bruder des Lesemeisters Prauser.

S. 22 Anm. 65
Gern wüsste man, was es mit dem lateinischen Vers auf Abt Leonhard im Lagerbuch Hauptstaatsarchiv Stuttgart H 102/1 Bd. 4 auf sich hat.

S. 23
Bei der Besprechung der liturgischen Drucke, die Berthold Dürr veranlasste, hat sich in Fußnote 174 ein Fehler bei den GW-Nummern eingeschlichen. Es muss GW 5231f. (statt 5230f.) heißen.

http://www.gesamtkatalogderwiegendrucke.de/docs/GW05231.htm
http://www.gesamtkatalogderwiegendrucke.de/docs/GW05232.htm

Das in Straßburg bei Johannes Prüß gedruckte Missale ist zu früh angesetzt, es wird heute um 1510 datiert.

http://gateway-bayern.de/VD16+M+5647 (mit Link zum Digitalisat)

Wenig fachkundig wird S. 41 Anm. 287 und 290 das Leningrader-Brevier-Exemplar, aus dem Heribert Hummel handschriftliche Eintragungen mitteilte, nur mit seiner GW-Nummer 5231 zitiert. Ausgabe und Druckexemplar werden so durcheinandergeworfen.

S. 25
Das Gedicht auf den Ordensgründer Norbert von Xanten in BSB München Clm 15330, Bl. 106v-107r edierte Norbert Backmund in: Analecta Praemonstratensia 43 (1967), S. 316f.

Der in UB Tübingen Mh 544, Bl. 11r-14v überlieferte Text ist entgegen den Aussagen der Autorin alles andere als die Wiedergabe eines historischen Werks von Berthold Dürr über die Königin Irene. Es handelt sich vielmehr um einen Text David Wollebers, den Martin Crusius am 4. November 1588 erhielt. Zitat: “Berchtoldus Dirr ein abbt deß closters Adelberg hat under andern seinen hünderlasnen schrifften vor hundert jaren verzeichnet, daß im jar alls man schrieb nach Christi unsers angeliebten herren und seligmachers geburt, gezelt tausent einhundert, sibentzig und zway, daß durchleuchtigst fräwlin Irena oder Maria Graeca, von keyser Isaacj zu Constantinopel gemahel sol geboren worden sein”. Eine so frühe staufergeschichtliche Aufzeichnung begegnet erheblichen Bedenken, ich möchte an eine Quellenfiktion Wollebers denken.

S. 26 Zu dem Notar Georg Wernlin, der die Lagerbücher der stiftischen Zeit zusammenstellte, hätte die Herkunft aus Esslingen genannt werden müssen, wie dies Franz Moegle-Hofacker in seiner Einführung zur Verzeichnung der Adelberger Lagerbücher tat:

http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-6429&a=fb

Zu dieser Person gibt es etwas Sekundärliteratur, die natürlich nicht angegeben wird.

http://gameo.org/index.php?title=Wernlin,_J%C3%B6rg_%28d._ca._1559%29 (das angebliche Heidelberger Studium 1483 ist jedenfalls mit der Matrikel nicht zu belegen)
http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=hvd.32044014576896;seq=58 (US)

S. 26 Anm. 188 Der Autor, der über Casselius schrieb, hieß Hannemann, nicht Hanemann! Ebenso hieß der Autor, der über das Visitationsrecht ein Dokument von 1518 publizierte, Giefel und nicht Giesel.

http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dioezarchivschwab1887/0095

S. 28
Zum Abtswechsel 1501 werden im Abschnitt zu den Lagerbüchern S. 73f. Anm. 523 Belege angeführt, die eindeutig hierher gehören. Es gibt wie üblich keine Querverweise.

Die bemerkenswerte Gerichts- und Polizeiordnung Abt Leonhard Dürrs von 1502 ist in der Ausgabe von Besold (nach der die Autorin zitiert) online:

http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10006399_00167.html

S. 32 Anm. 226
Nicht genannt wird der Abdruck der Urfehde des Jhelin Müller 1527 durch Besold:

http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10006399_00191.html

Die Adelberger Ereignisse im Bauernkrieg waren Thema eines historischen Romans, auf den Erwin Kohler in seinem (von Albus-Kötz nicht zitierten) Beitrag zur Geschichte Kloster Adelbergs in den Blättern des Schwäbischen Albvereins 1936 hinwies.

http://schwaben-kultur.de/cgi-bin/getpix.pl?obj=000000142/00020608&typ=image

Bruno Schönfelder: Kain. Eine Erzählung aus dem großen Bauernkrieg. Stuttgart: Strecker und Schröder 1920 ist in der WLB Stuttgart nicht vorhanden, befindet sich aber in meinem Besitz. Verflochten wird die Geschichte Adelbergs in der Bauernkriegszeit mit dem fiktiven Lebensweg eines Lambert Eggensberger, der beim Sturm des Klosters Adelberg seinen eigenen Bruder Gottfried, der dort Chorherr ist, erschlägt und später dafür sühnt.

Als Autor dürfte anzunehmen sein Bruno Schönfelder (1869-1940):
http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=135949858

S. 36
Zur Beziehung Leonhard Dürrs zu dem Tübinger Humanisten Heinrich Bebel sind die im Internet Archive vorhandenen Reste des Freiburger Bebel-Projekts von Dieter Mertens einschlägig.

Biogramm:
http://web.archive.org/web/20070616145618/http://www.histsem.uni-freiburg.de/heinrich-bebel/test/biogramm.php?nr=160

Der Widmungsbrief der “Historia horarum canonicarum” Bebels (Augsburg 1512) an Dürr:

http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10629344_00008.html

Artikel von Volker Honemann:

https://books.google.de/books?id=Ne_x6FF3P3UC&pg=PA36

Ein zweiter Widmungsbrief Bebels an Dürr, datiert vom 6. März 1513. In ihm erinnert sich Bebel daran, wie Dürr ihm seine Bibliothek zum Stöbern überließ und er darin erstmals einem Werk von Poggio begegnete.

http://www.uni-mannheim.de/mateo/itali/poggio1/jpg/s032b.html

Vgl. dazu Hans Rudolf Velten in der Daphnis 2004, S. 732:

https://books.google.de/books?id=lcox1-qjDEEC&pg=PA732

Irreführend heißt es S. 37, der Nachlass Zeller überliefere einen Text Bebels für ein Epitaph Dürrs. Offenkundig hat Zeller wie alle anderen, die sich damit befassten, es aus Hauptstaatsarchiv Stuttgart J 1 Nr. 135, Bl. 162r abgeschrieben. Es wurde offenbar noch zu Lebzeiten Dürrs und Bebels verfasst und gilt dem Bebel-Projekt als echt.

http://web.archive.org/web/20070616145618/http://www.histsem.uni-freiburg.de/heinrich-bebel/test/regest.php?nr=8

Zu zitieren gewesen wäre die Edition von Drös im Göppinger Inschriftenband DI 41 Nr. 239:

http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di041h012k0023903

S. 50
Wiederholt wird die Urkunde König Philipps über zwei Salzpfannen in Schwäbisch Hall herangezogen, aber nur hier wird die umstrittene Datierung problematisiert. An den anderen Stellen gibt es keinen Rückverweis. Unbekannt geblieben ist der Autorin der maßgebliche Aufsatz von Walter Ziegler: Der Wechsel im Kanzleramt unter Philipp von Schwaben 1202. In: Archiv für Diplomatik 53 (2007), S. 205-212, der überzeugend darlegen konnte, dass die Urkunde auf den 4. März 1202 zu datieren ist.

Anders als die Autorin war Ziegler in der Lage, die Haller Lokalliteratur zur Kenntnis zu nehmen, wenn er schreibt: “Das in der Reformation aufgehobene Prämonstratenserstift Adelberg besaß 1306 in Schwäbisch Hall vier Salzpfannen. Den 1598 noch aus 3 1/2 Pfannen bestehenden einstigen Stiftsbesitz vertauschte Herzog Friedrich I. von Württemberg an die Herren Moser von Filseck” (S. 205). Diese Angaben fehlen im Artikel Hall S. 154. Rätselhaft ist, wieso S. 91 zu lesen ist, dass die Salzpfannen in Hall nur in der Urkunde König Philipps Erwähnung finden.

S. 59
Die Wirtschaftskrise in der Mitte des 14. Jahrhunderts hätte in den allgemeinen geschichtlichen Überblick gehört; sie erscheint ohne Rückverweis auch in der Zusammenfassung S. 270. Für den württembergischen Pfleger werden nur die beiden Urkunden URA Nr. 186f. angeführt, Heinrich von Lichtenstein erscheint als solcher aber noch in weiteren Urkunden außerhalb des Adelberger Bestands, die der Autorin durchaus bekannt sind.

1352 Januar 13
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/pageview/1077419 Mehring: Stift Lorch
1352 Januar 13
http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?num=43&u=1&seq=6&view=image&size=100&id=njp.32101063969404 (US), UB Stuttgart
[Internet Archive]
1352 August 17
https://archive.org/stream/urkundenbuchder00pfafgoog#page/n555/mode/2up Esslinger UB

S. 80
Anschaulich formulierte die OAB Schorndorf: “Das Klosteroberamt Adelberg zerfiel in die Viertel oder Unterämter Hundsholz, Kaisersbach, Steinenberg, Zell-Altbach. Zur Zeit der Reformation zählte es, theilweise gemischt mit anderen Herrschaften, 10 Dörfer, 19 Weiler, 37 Höfe und 22 Mühlen mit etwa 3500 Einw. Außerdem war| das Kloster auch in anderen Orten begütert, so daß sich damals deren Zahl im Ganzen auf 114 belief.”
https://de.wikisource.org/wiki/Seite:OberamtSchorndorf0161.jpg

Solche Additionen sind die Sache der Autorin nicht. Sie hat noch nicht einmal die Anzahl der Höfe, Lehengüter und Selden in den vier Klostervierteln nach einer Aufstellung von 1527 zusammengezählt (Hundsholz 184, Steinenberg 184, Zell und Altbach 109, Schlat, Holzheim und Eschenbach 87): 565 Güter. Insgesamt nahm das Stift damals 633 Pfund Heller im Jahr ein, wozu noch 825 Scheffel Getreide kamen (278 Dinkel, 547 Hafer). Vergeblich wünscht man sich eine Aufgliederung des Ortskatalogs nach der Bedeutung des einzelnen Besitzes. Mit den dort ausgebreiteten Daten wird nicht gearbeitet, sie fließen auch nicht in eine noch so grobe Schätzung des Gesamtbesitzes ein. Es ist also damit zu rechnen, dass die bündige Formulierung der OAB Schorndorf auch weiterhin zitiert wird, da Albus-Kötz es nicht vermocht hat, sie durch eine verbesserte Angabe zu ersetzen.

Offen bleibt auch die Frage, wie sich die finanzielle Leistungskraft Adelbergs im Vergleich zu den anderen württembergischen Klöstern bzw. den anderen Prämonstratenserstiften darstellte. Die Zusammenfassung sagt dazu nichts, obwohl schon Karl Otto Müller eine wichtige Quellenaussage dazu veröffentlicht hatte. Bei einer Veranlagung 1525 “stand Adelberg mit 1200 Gulden an vierter Stelle nach Bebenhausen, Hirsau und Maulbronn” (URA S. VII).

Gern hätte man auch ein paar Sätze über das bis 1807 bestehende Klosteramt, die Rolle der evangelischen Äbte als Prälaten der landständischen Verfassung und die bis zum Dreißigjährigen Krieg in Adelberg bestehende Klosterschule (berühmtester Schüler: Johannes Kepler) gelesen. Aber einer solchen Abrundung verweigert sich die Autorin.

S. 86
Unverständlich ist, wieso bei dem Abschnitt über die Stadthöfe des Stifts kein Querverweis auf die Artikel im Ortskatalog erfolgt. Da das Buch kein Sachregister hat, wären Querverweise wichtig, aber es gibt sie so gut wie nie. Überflüssige Doppelungen von Nachweisen hätten durch Querverweise vermieden werden können.

S. 90
Unzulänglich ist der Abschnitt über die “Güter”, der nur eine gute Druckseite lang ist. Hier hätte intensiver mit den fleißig in den Ortsartikeln erhobenen Daten aus den Lagerbüchern gearbeitet werden müssen. Dass die Autorin zu den “Sölden” (richtiger: Selden) die grundlegende Arbeit von Hermann Grees nicht kennt, spricht für sich.

Hier und auch im folgenden, ebenfalls zu kurzen Abschnitt “Abgaben” (S. 91f.) hat die Autorin nicht verstanden, dass es ihre Pflicht gewesen wäre, die Einzelangaben aus den Ortsartikeln zusammenzufassen und nachzuweisen. “Die Mühlen in Adelberger Besitz sind in den jeweiligen Ortsartikeln behandelt” (S. 91 Anm. 629). Aber in welchen? “In einigen Orten” musste Landgarbe/Landacht geleistet werden (S. 92) - aber in welchen? Auf die Idee, die zitierte Arbeit von Plieninger über die Adelberger Mühlen auszuwerten, ist die Autorin nicht gekommen.

Zusammenfassendes über die Rolle des Weinbaus (siehe etwa S. 118, 214) erfährt man nicht. Auch bleiben die Belege zur Fischerei (siehe unten zu S. 144) im resümierenden Teil unerörtert, Werden bei den einzelnen Orten ausführlichere Angaben als sonst zu einzelnen Leistungen an das Stift mitgeteilt (beispielsweise S. 189 über die Dienste in Oberberken), so müssen diese - in Ermangelung eines Sachregisters (oder einer Volltextsuche) - in den zusammenfassenden Ausführungen nachgewiesen werden.

S. 112-236
Der alphabetische Katalog des Adelberger Besitzes in 204 Orten ist das Kernstück des Buchs. Er hätte erheblich gestrafft werden können, da die von der Autorin paraphrasierten Urkundenregesten ja inzwischen bequem im Online-Findmittel des Landesarchivs Baden-Württemberg einsehbar sind. Wem also nützt eine solche, für die weitere Darstellung kaum ausgewertete Zusammenstellung, die - unsagbar öde - jeweils erst die Urkunden zusammenfasst und dann die Lagerbüchereinträge? Relevante Sekundärliteratur ist kaum herangezogen worden; ärgerlicherweise begnügt sich die Autorin meist mit Anführung der Kompilation “Das Land Baden-Württemberg” (LBW). Ebensowenig hat sie Veranlassung gesehen, andere Archivbestände als die Adelberger im Hauptstaatsarchiv Stuttgart zu sichten. Das ist aber weit von dem entfernt, was man von einer ordentlichen Dissertation erwarten darf.

S. 114
Die Autorin geht davon aus, dass jedem sofort klar sein müsse, um welchen der drei Orte namens Zell (unter Aichelberg, bei Börtlingen, am Neckar), die für die Adelberger Grundherrschaft alle wichtig waren, es sich bei einer Erwähnung handelt und verzichtet daher immer wieder auf einen präzisierenden Zusatz. So z.B. S. 264f., wo der nicht ortskundige Leser annehmen könnte, dass nach Erwähnung von Zell unter Aichelberg das unmittelbar folgende Zell bei Altbach dasselbe wäre. Dass Verwechslungen nahe liegen, beweist die Autorin mit ihrer früheren fehlerhaften Zuordnung von Abt Götteler zu Zell unter Aichelberg: “Die Äbte Götteler sowie Berthold und Leonhard Dürr waren aus Zell unter Aichelberg” (in dem oben aus dem Internet Archive angeführten Beispielartikel).

S. 126 Birkenweißbuch
Am 23. September 1404 verkaufte der Propst Heinrich von Adelberg eine jährliche Gült von 12 Pfund Heller aus Gütern zu Hinter- und Vorderweißbuch (Hinterweißbuch ist Birkenweißbuch), in den Birken und in Necklinsberg (S. 185) an Seefried von Zillenhardt, der damit ein Seelgerät stiftete. Die Quelle des Regests Württembergische Archivinventare 22 (1952), S. 1 (Göppingen II, Stadtarchiv Göppingen) kann man wohl nicht als entlegen bezeichnen. Vgl. auch Lutz Reichardt: Ortsnamenbuch des Rems-Murr-Kreises (1993), S. 389f.

S. 130
Einzuschieben ist Bönnigheim, denn am 11. November 1463 verkauften Abt Berthold und der Konvent von Adelberg dem Bönnigheimer Bürger Hans Mercker ihren Weingarten um 34 Pfund Heller. Das Siegel war 1913 fast ganz erhalten, Württembergische Archivinventare 4 (1913), S. 20 Nr. 11 (Stadtarchiv Bönnigheim).

S. 135 +Cunenweiler
Zumindest bei den Wüstungen hätte Albus-Kötz nicht darauf verzichten dürfen, die Ortsnamenbücher von Reichardt (die übrigens Ruschke in seiner Arbeit über Lorch selbstverständlich heranzog) zu zitieren. Cunenweiler erscheint bei Reichardt als “Konwiler” (Rems-Murr-Kreis wie oben S. 192f.).

S. 142 Esslingen
Zum Adelberger Freihof vgl. Ursula Kümmel in: Zwischen Himmel und Erde (2009), S. 307-310. Zur Hauskapelle, die Albus-Kötz S. 265 natürlich ohne Rückverweis behandelt, konnte man seit 1994 dem Aufsatz von Poppa entnehmen, dass sie einen Marienaltar aufwies.

S. 144 Faurndau
Der Verkauf der Ahelfinger Hälfte an Adelberg 1421 wird nur nach LBW Bd. 3, S. 324 zitiert. Sie wird erwähnt in der OAB Göppingen S. 192.

https://de.wikisource.org/wiki/Seite:OAG%C3%B6ppingen_192.png

Heranzuziehen gewesen wäre die gute Ortsgeschichte von Karl Kirschner/Walter Ziegler: Faurndau 875-1975 (1975), S. 36. Die in einem der im zweiten Weltkrieg zerstörten Adelberger Kopialbücher abgeschriebene Urkunde vom 7. Februar 1421 ist nur in einem knappen handschriftlichen Regest (Ziegler S. 41 Anm. 74 zitiert: “HStA Y 23 A 469 Nr. 131, Register 1, fol. 14 und 1. Büschel; HStA altes Repertorium A 469 S. 76") erhalten und wurde in den URA übergangen - nicht die einzige Lücke!

Der Erwerb von Fischrechten von Jörg von Zillenhardt 1486 und 1487 (URA Nr. 484, 487) wird von Albus-Kötz nicht erwähnt. Grundeln und Pfellen (=Elritzen) werden schon 1487 erwähnt. Es liegt nahe, diese Abgabe mit der Versorgung des Stifts mit frischen Fischen in Verbindung zu bringen, aber auf diesen Gedanken kommt die Autorin nicht. Natürlich fehlt auch ein Querverweis auf die Fischdienste in Großeislingen (S. 152), die ebenfalls Grundeln und Pfellen betrafen. In Niederwälden gab es einen See des Stifts, der im Bauernkrieg leergefischt wurde (S. 31, 187).

S. 147 Gebrech
Es dürfte ziemlich klar sein, dass 1346 an den Dekan von Esslingen verkaufte Gült in “Gebrech” sich auf Breech bei Börtlingen und nicht auf Brech bei Pfahlbronn bezog. So auch Lutz Reichardt: Ortsnamenbuch des Kreises Göppingen (1989), S. 49.

S. 149 Schwäbisch Gmünd
Mehr zum Adelberger Besitz erfährt man in meinem Beitrag in den Gmünder Studien 4 (1993), S. 19
http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/volltexte/2011/1506

S. 152 Gruibingen
Mehrfach nimmt die Autorin Bezug auf den Verkauf Ursberger Güter 1533 (siehe Register). Hier mit dem Hinweis: “Eine Urkunde sowohl über den Kauf als auch über den Verkauf hat sich im Adelberger Urkundenbestand nicht erhalten”. Wenn die Güter sofort an Württemberg weitergereicht wurden, ist es durchaus plausibel, dass die Urkunden mitwanderten. Sie finden sich genau an der Stelle, wo sie archivisch zu vermuten sind: im Bestand Göppingen Weltlich.

http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-1168726
http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-1168727

Am 7. Januar 1533 kaufte und verkaufte Adelberg die Ursberger Güter. Statt LBW hätte mindestens die ausführlichere OAB Göppingen zitiert werden können, wenn man schon zu faul war, die archivalische Überlieferung zu ermitteln.

http://de.wikisource.org/wiki/Seite:OAG%C3%B6ppingen_213.png

S. 238 Anm. 1640 gibt es eine etwas ausführlichere Fußnote über den Verkauf, die sich auf eine Studie von Bossert beruft. Wieso wird ein- und derselbe Vorgang an verschiedenen Stellen mit unterschiedlichen Nachweisen angeführt? Vgl. zum Verkauf auch Helmut Flachenecker in: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte 22 (2003), S. 22 mit Hinweis auf Ausführungen Georg Kreuzers über Ursberg in der Festschrift Pankraz Fried 2001.

S. 156 Heilbronn
Zur Datierung der in Anm. 1079 genannten Urkunde von 1234 äußerte sich ausführlich die Fußnote 352 auf S. 52f., ohne dass darauf zurückverwiesen wird.

S. 175 Kirchheim unter Teck
Zum Schaden der Sache nicht zitiert wird Rolf Götz in: Kirchheim unter Teck (2006), S. 222f.

S. 184 Nassach
Die Rechte weiß nicht, was die Linke tut. Aus LBW hat die Autorin, dass es schon um 1400 in Nassach eine (Adelberger) Glashütte gab, die laut Lagerbuch von 1496 von Leonhard Schnepperlin bewirtschaftet wurde. S. 91 sagt sie aber, die Glashütte sei erst durch einen Tausch 1504 in den Besitz des Stifts gekommen (URA Nr. 541, nicht erwähnt auf S. 184!). Hätte sie bei dem Zitat aus dem Lagerbuch S. 91 das Datum hinzugesetzt, wäre ihr aufgefallen, dass es widersprüchlich ist, für 1496 eine Adelberger Glashütte nachzuweisen, die aber erst 1504 an Adelberg überging! Ohne Not sind die Angaben zur Nassacher Glashütte ohne Querverweis auf zwei Stellen verteilt, ohne dass ein gravierender Widerspruch auffiel.

Zu den Nassacher Glashütten:

http://wiki-de.genealogy.net/Alte_Glash%C3%BCtten_in_W%C3%BCrttemberg

Zur archäologischen Untersuchung einer Glashütte in Uhingen-Nassach gibt es reiche Sekundärliteratur, siehe

http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/LABI/LABI.asp?K3=6&T3=Uhingen-Nassach
http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/volltexte/2012/2118 (zu den Keramikfunden)

die von der Autorin einfach nicht zur Kenntnis genommen wird. Für die Ortsgeschichten gilt, dass sicherlich viele nicht notwendigerweise zitiert werden müssen, da sie keinen wissenschaftlichen Nährwert besitzen, aber die wertvollen Heimatbücher hätte man innerhalb weniger Tage anhand des guten Bestands im Institut für geschichtliche Landeskunde in Tübingen (wo die Autorin promovierte) und anhand des Freihandbestands im Lesesaal der WLB Stuttgart herausfiltern können. Wenn die eine oder andere Arbeit dann übersehen wird, sollte man davon kein Aufhebens machen. Aber Albus-Kötz verzichtet nahezu konsequent darauf, einschlägige Literatur zu bibliographieren.

S. 213 Tennhof
Zur Eigenwirtschaft Adelbergs gibt eine von Albus-Kötz nicht berücksichtigte Urkunde von 1391 in einem Bestand des Staatsarchivs Ludwigsburg Auskunft:

http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-1910350

S. 221 Waiblingen
Zum Waiblinger Pfleghof (Lange Str. 40) wäre zu zitieren gewesen: Adolf Schahl: Die Kunstdenkmäler des Rems-Murr-Kreises 2 (1983), S. 1179f.

S. 225 Weilheim unter Teck
Vgl. Rolf Götz in: Weilheim (2007), S. 132f. und Register.

S. 246
Die Autorin wärmt den alten, längst widerlegten Irrtum wieder auf, die Pfarrkirche von Steinenberg sei 1234 vom Augsburger Bischof dem Kloster Adelberg geschenkt worden. Richtigerweise handelt es sich um eine Inkorporation (so schon Tüchle). Wie schon K. O. Müller (URA Nr. 20) nimmt sie die Korrektur im WUB Bd. 11, S. 575, die aufgrund einer besseren Überlieferung “vos” statt “nos” las, nicht zur Kenntnis.

http://www.wubonline.de/?wub=1274
https://archive.org/stream/wirtembergisches11wruoft#page/574/mode/2up

Der Doktorvater von Albus-Kötz, Sönke Lorenz, hat sich zur Frage in seinem Beitrag in der Ortsgeschichte: Rudersberg (1995), S. 25 eindeutig geäußert. Er zitierte sogar meine entlegen publizierte Stellungnahme in dem gegen Heinz Bühler gerichteten Beitrag: Klaus Graf: Augsburger Domkapitelsbesitz bei Schwäbisch Gmünd im 12. Jahrhundert? In: Gmünder Geschichtsblätter 1981 Nr. 9.

S. 254
Für Simon Sellatoris band der berühmte Buchbinder Johannes Richenbach ein Buch, heute in den USA, siehe

http://archiv.twoday.net/stories/1022409126/

S. 262
Zur Besetzung Adelberger Pfarrstellen mit auswärtigen Prämonstratensern übergeht die Autorin den von Hermann Tüchle (in: Secundum regulam vivere, 1978, S. 319) beigebrachten Beleg aus Windberg, wonach der dortige Chorherr Johannes Schwiezer 1517 Pfarrer zu Zell am Neckar wurde.

https://books.google.de/books?id=CzZoAAAAMAAJ&q=adelberg+clm

S. 269
Wenn in der abschließenden Zusammenfassung eines Buchs statt Querverweisen auf frühere Kapitel eigenständige Quellennachweise zu finden sind, verweist dies ziemlich untrüglich auf darstellerische Schwächen. Eine Zusammenfassung ist nicht Teil der Darstellung, sondern soll die Darstellung resümieren. Die Angaben zur württembergischen Vogtei S. 270 hätten in den einleitenden geschichtlichen Überblick gehört!

S. 275
Ein Bildteil, der den Absatz des thematisch eher spröden Buchs hätte ankurbeln können, fehlt leider. Stattdessen gibt es nur Verbreitungskarten des Klosterbesitzes in ärmlicher Machart. Sehr viel anschaulicher finde ich die Karte des Adelberger Grundbesitzes in: geschichte regional 1 (1979), S. 50.

#forschung


http://histbav.hypotheses.org/3823

Wieder ohne ausreichende Online-Nachweise.

 

twoday.net AGB

xml version of this page

xml version of this topic

powered by Antville powered by Helma