Sportarchive
Der Fechtclub Offenbach feiert 2013 sein 150jähriges Jubiläum und kann sich bei den Vorbereitungen als einer von nur wenigen hessischen Sportvereinen auf ein eigenes Archiv stützen, das vorbildlich betreut wird. Ein weiterer Pluspunkt ist die gute Zusammenarbeit mit dem Kommunalarchiv der Stadt Offenbach.
Zusammen mit dem nur ein Jahr vorher gegründeten Fechtclub Hannover ist der Fechtclub Offenbach einer der ältesten Fechtvereine in Deutschland. Erfolgreiche Trainer, zu denen auch der berühmte Italiener Arturo Gazzera gehörte, sorgten dafür, dass immer wieder Deutsche Meister, Europameister und Weltmeister im Fechten aus Offenbach kamen.
Aber auch mit Bronze-, Silber- und Goldmedaillen verbesserten Fechterinnen und Fechter des Fechtclubs Offenbach die deutschen Medaillenspiegel. Besondere Aufmerksamkeit konnte dabei Helene Mayer auf sich ziehen, die bereits als 17-Jährige bei den Olympischen Spielen 1928 eine Goldmedaille im Fechten gewann.
Aber auch schon bei der Zwischenolympiade 1906 in Athen errangen Offenbacher Fechter Medaillen. Die ersten olympischen Jugendspiele 2010 in Singapur beendete ebenfalls ein Offenbacher als Silber-Medaillen-Gewinner.
„Im Sommer des Jahres 1863 war es, als einige junge Offenbacher, meist Kaufleute, sich vereinigten, um unter dem damals schon hier wohnenden Fechtlehrer Karl Adam Trub dauernden Unterricht zu nehmen. Aus dieser Vereinigung, in welche der Unterricht gebende Meister Trub den ächten und rechten Fechtergeist hineinzutragen wußte, entstand bald darauf der fest geschlossene Fechtclub Offenbach.“ So steht es in der Chronik des Fechtclubs Offenbach von 1863 aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums im Jahre 1888.
Von einigen Wirren der ersten Jahre abgesehen, in denen die an sich steigende Fechterschar doch immer wieder aufgrund von Kriegseinflüssen reduziert wurde, setzte gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine sehr erfolgreiche Arbeit ein. Wesentlichen Anteil daran hatte Jakob Erkrath de Bary, der die Geschicke des Vereins 28 Jahre lang seit 1893 leitete. De Bary unternahm bei seinen beruflichen Reisen immer wieder Ausflüge in die italienische Fechtschule „Scuola Magistrale di Scherma“ in Rom, wo er auch den Trainer Arturo Gazzera entdeckte.
Nach einem kleinen Umweg über Wien kam Gazzera nach Offenbach. Hier begann dann seine Arbeit mit Fechtern und Fechterinnen. Bei der Zwischenolympiade 1906 in Athen errangen Offenbacher Fechter erste Medaillen. Jakob Erkrath de Bary war auch im Jahr 1911 der Initiator und Gründer des heutigen Deutschen Fechterbundes. Kurz darauf wurde, wiederum von de Bary initiiert, der Grundstein für den Internationalen Fechterband F.I.E („Federation Internationale D’Escrime“) gelegt.
Der große fechterische Siegeszug in Offenbach begann wenige Jahre später mit der von Gazzera ausgebildeten Fechterin Helene Mayer, die mit 17 Jahren Goldmedaillen-Gewinnerin bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam wurde und danach viele weitere großartige Siege für Deutschland und ihre Heimatstadt Offenbach erzielte. 1936 traf die zu diesem Zeitpunkt in den USA lebende Mayer die umstrittene Entscheidung, noch einmal für Deutschland an den Olympischen Spielen in Berlin teilzunehmen.
Der 2. Weltkrieg setzte dem Fechten zunächst ein Ende, bis dann - nach Genehmigung durch die Besatzungsmächte - wieder ein reges Vereinsleben begann. Der Fechtclub Offenbach wartete erneut mit großen Namen in der Fechterwelt auf: Helmi Höhle und Hedwig Hass seien als Beispiele genannt. In den 70er bis in die 90er Jahre waren Cornelia Hanisch, Christiane Weber, Eva-Maria Ittner und Katja Nass die großen „Aushängeschilder“ des Vereins, der bis heute Ausnahmetalente in seinen Reihen hat.
Maßgeblich trugen immer die Trainer dazu bei, diese Erfolgsgeschichte fortzusetzen. War es am Anfang Arturo Gazzera, so folgten ihm später August Heim, Horst Christian Tell und Stefan Haukler - bis hin zum heutigen Trainer Miklos Bodóczi. Dieser sorgte in den letzten Jahren dafür, dass wiederholt Weltmeister, Europameister und Deutsche Meister nach Offenbach zurückkehrten, die Bronze-, Silber- und Goldmedaillen mitbrachten.
Die ersten olympischen Jugendspiele 2010 in Singapur sahen ebenfalls einen Offenbacher als Silber-Medaillen-Gewinner. Die Europa-Meisterschaft in Budapest endete im März dieses Jahres wiederum mit einer Europameisterin aus Offenbach sowie mit drei weiteren Bronze-Medaillen für Offenbacher Fechter. Die Erfolgsgeschichte des Fechtclubs Offenbach geht auch im 150. Jahr seines Bestehens weiter und wird mit vielen Veranstaltungen im Laufe des Jahres entsprechend gewürdigt.
Höhepunkt wird dabei zweifellos die Akademische Feier am 25. August 2013 im Jacques-Offenbach-Saal des Büsing-Palais sein. Am 7. September 2013 veranstaltet der Verein in der August-Heim-Halle einen „Tag des Fechtens“ mit Vorführungen des Fechtsports in allen Variationen. Danach folgen noch am 19. und 20. Oktober 2013 das „Internationale Stephan-Haukler-Gedächtnisturnier“ sowie am 30. November und 1. Dezember 2013 die „Deutschen Junioren-Meisterschaften“ im Fechten.
Waldemar Krug
Zusammen mit dem nur ein Jahr vorher gegründeten Fechtclub Hannover ist der Fechtclub Offenbach einer der ältesten Fechtvereine in Deutschland. Erfolgreiche Trainer, zu denen auch der berühmte Italiener Arturo Gazzera gehörte, sorgten dafür, dass immer wieder Deutsche Meister, Europameister und Weltmeister im Fechten aus Offenbach kamen.
Aber auch mit Bronze-, Silber- und Goldmedaillen verbesserten Fechterinnen und Fechter des Fechtclubs Offenbach die deutschen Medaillenspiegel. Besondere Aufmerksamkeit konnte dabei Helene Mayer auf sich ziehen, die bereits als 17-Jährige bei den Olympischen Spielen 1928 eine Goldmedaille im Fechten gewann.
Aber auch schon bei der Zwischenolympiade 1906 in Athen errangen Offenbacher Fechter Medaillen. Die ersten olympischen Jugendspiele 2010 in Singapur beendete ebenfalls ein Offenbacher als Silber-Medaillen-Gewinner.
„Im Sommer des Jahres 1863 war es, als einige junge Offenbacher, meist Kaufleute, sich vereinigten, um unter dem damals schon hier wohnenden Fechtlehrer Karl Adam Trub dauernden Unterricht zu nehmen. Aus dieser Vereinigung, in welche der Unterricht gebende Meister Trub den ächten und rechten Fechtergeist hineinzutragen wußte, entstand bald darauf der fest geschlossene Fechtclub Offenbach.“ So steht es in der Chronik des Fechtclubs Offenbach von 1863 aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums im Jahre 1888.
Von einigen Wirren der ersten Jahre abgesehen, in denen die an sich steigende Fechterschar doch immer wieder aufgrund von Kriegseinflüssen reduziert wurde, setzte gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine sehr erfolgreiche Arbeit ein. Wesentlichen Anteil daran hatte Jakob Erkrath de Bary, der die Geschicke des Vereins 28 Jahre lang seit 1893 leitete. De Bary unternahm bei seinen beruflichen Reisen immer wieder Ausflüge in die italienische Fechtschule „Scuola Magistrale di Scherma“ in Rom, wo er auch den Trainer Arturo Gazzera entdeckte.
Nach einem kleinen Umweg über Wien kam Gazzera nach Offenbach. Hier begann dann seine Arbeit mit Fechtern und Fechterinnen. Bei der Zwischenolympiade 1906 in Athen errangen Offenbacher Fechter erste Medaillen. Jakob Erkrath de Bary war auch im Jahr 1911 der Initiator und Gründer des heutigen Deutschen Fechterbundes. Kurz darauf wurde, wiederum von de Bary initiiert, der Grundstein für den Internationalen Fechterband F.I.E („Federation Internationale D’Escrime“) gelegt.
Der große fechterische Siegeszug in Offenbach begann wenige Jahre später mit der von Gazzera ausgebildeten Fechterin Helene Mayer, die mit 17 Jahren Goldmedaillen-Gewinnerin bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam wurde und danach viele weitere großartige Siege für Deutschland und ihre Heimatstadt Offenbach erzielte. 1936 traf die zu diesem Zeitpunkt in den USA lebende Mayer die umstrittene Entscheidung, noch einmal für Deutschland an den Olympischen Spielen in Berlin teilzunehmen.
Der 2. Weltkrieg setzte dem Fechten zunächst ein Ende, bis dann - nach Genehmigung durch die Besatzungsmächte - wieder ein reges Vereinsleben begann. Der Fechtclub Offenbach wartete erneut mit großen Namen in der Fechterwelt auf: Helmi Höhle und Hedwig Hass seien als Beispiele genannt. In den 70er bis in die 90er Jahre waren Cornelia Hanisch, Christiane Weber, Eva-Maria Ittner und Katja Nass die großen „Aushängeschilder“ des Vereins, der bis heute Ausnahmetalente in seinen Reihen hat.
Maßgeblich trugen immer die Trainer dazu bei, diese Erfolgsgeschichte fortzusetzen. War es am Anfang Arturo Gazzera, so folgten ihm später August Heim, Horst Christian Tell und Stefan Haukler - bis hin zum heutigen Trainer Miklos Bodóczi. Dieser sorgte in den letzten Jahren dafür, dass wiederholt Weltmeister, Europameister und Deutsche Meister nach Offenbach zurückkehrten, die Bronze-, Silber- und Goldmedaillen mitbrachten.
Die ersten olympischen Jugendspiele 2010 in Singapur sahen ebenfalls einen Offenbacher als Silber-Medaillen-Gewinner. Die Europa-Meisterschaft in Budapest endete im März dieses Jahres wiederum mit einer Europameisterin aus Offenbach sowie mit drei weiteren Bronze-Medaillen für Offenbacher Fechter. Die Erfolgsgeschichte des Fechtclubs Offenbach geht auch im 150. Jahr seines Bestehens weiter und wird mit vielen Veranstaltungen im Laufe des Jahres entsprechend gewürdigt.
Höhepunkt wird dabei zweifellos die Akademische Feier am 25. August 2013 im Jacques-Offenbach-Saal des Büsing-Palais sein. Am 7. September 2013 veranstaltet der Verein in der August-Heim-Halle einen „Tag des Fechtens“ mit Vorführungen des Fechtsports in allen Variationen. Danach folgen noch am 19. und 20. Oktober 2013 das „Internationale Stephan-Haukler-Gedächtnisturnier“ sowie am 30. November und 1. Dezember 2013 die „Deutschen Junioren-Meisterschaften“ im Fechten.
Waldemar Krug
Peter Schermer - am Mittwoch, 17. April 2013, 13:13 - Rubrik: Sportarchive
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"Es ist eine Geschichte der Verbote und des Widerstands, der Unterdrückung und der Subversion, des Hohns und Spotts sowie der Erfolge und Triumphe."
Mareike König hat die Autorinversionen (deutsch/französisch) ihres Artikels über den deutschen Frauenfußball in HAL zugänglich gemacht:
http://halshs.archives-ouvertes.fr/halshs-00777914
http://halshs.archives-ouvertes.fr/halshs-00777902
Merci!
Via
https://plus.google.com/u/0/109199221833785751288/posts/KXUo3X3cMoo
Mareike König hat die Autorinversionen (deutsch/französisch) ihres Artikels über den deutschen Frauenfußball in HAL zugänglich gemacht:
http://halshs.archives-ouvertes.fr/halshs-00777914
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KlausGraf - am Donnerstag, 24. Januar 2013, 18:27 - Rubrik: Sportarchive
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Mittlerweile haben fast alle hessischen Sportkreise einen Archivbeauftragten benannt, der die Aufgabe hat, Vereine bei ihrer Archivarbeit zu unterstützen und Verbindungen zu öffentlichen Archiven herzustellen. Dies erscheint auch deshalb besonders wichtig, weil ehrenamtliche Archivare in den Sportvereinen im Allgemeinen nicht über das erforderliche Fachwissen verfügen und deshalb auf Beratung durch Experten in den Kommunalarchiven angewiesen sind.
Da die Archivbeauftragten in den Sportkreisen aber bisher unterschiedliche Erfahrungen gesammelt haben, ist für Samstag, 9. März 2013, in der Landessportschule eine Tagung zum Erfahrungsaustausch geplant. Engagierte Kollegen aus den Sportkreisen werden dort über ihre Arbeit berichten und Vorschläge für deren Intensivierung zur Diskussion stellen. Ziel der Veranstaltung ist es, das in Deutschland bisher einmalige Netzwerk von Archivbeauftragten auszubauen und in seiner Effizienz zu stärken.
Der bereits traditionelle überregionale Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und Kollegen aus allen Landessportbünden soll am Donnerstag, 23. Mai 2013, ebenfalls in der Landessportschule Frankfurt fortgesetzt werden. Diesmal werden neben der Archivarbeit im Sport auch unterschiedliche Verfahren der Sportüberlieferung im Mittelpunkt stehen. Die Tagung wird mit einem Beitrag von Markus Friedrich (Maulbronn) über das in vielerlei Hinsicht vorbildliche Unterstützungssystem des Landessportbunds Baden-Württemberg eröffnet.
Dr. Gabriele Rohr (Leipzig) referiert anschließend über den Ausbaustand des Sportmuseums Leipzig. Zum Thema „Mein Stadionbad – Eine Ausstellung mit Schwimmbad“ wird Sonja Thiel (Frankfurt) über ein bemerkenswertes Projekt des Historischen Museums Frankfurt zur Sportüberlieferung informieren. Mit einem etwas anderen Museum beschäftigt sich dann Alexander Knöß (Offenbach) zum Abschluss der Tagung, wenn er das „Kickers-Fan-Museum Offenbach“ vorstellt.
Zwei Veranstaltungen im Herbst 2013 dienen der Fortbildung von ehrenamtlichen Mitarbeitern im Sport. Am 21. September dieses Jahres werden Monika Kraus, Claudia Schüßler und Peter Schermer (Frankfurt) in der Landessportschule Frankfurt über Grundlagen der Archivarbeit sprechen und dabei auch auf Probleme der Bestandserhaltung und der Archivierung von Fotos eingehen. Matthias Thoma (Frankfurt) wird am Beispiel von Eintracht Frankfurt über die Archivarbeit in einem großen Sportverein berichten, der außerdem ein eigenes Museum aufgebaut hat.
Am 5. Oktober 2013 soll sich eine Fortbildungsveranstaltung in der Jugendsportstätte Wetzlar auf die Erarbeitung von Vereinsfestschriften konzentrieren. Mit Werner Hollstein (Spangenberg), Waldemar Krug (Offenbach) und Peter Schermer (Frankfurt) werden drei Mitglieder des lsb h – Arbeitskreises „Sport und Geschichte“ über die Planung sowie über Probleme und Lösungsansätze bei der Erstellung von Vereinsfestschriften referieren. Claudia Schüßler (Frankfurt) ergänzt diese Ausführungen durch Hinweise auf die Verwendung von Fotos in Vereinsfestschriften.
Peter Schermer
Da die Archivbeauftragten in den Sportkreisen aber bisher unterschiedliche Erfahrungen gesammelt haben, ist für Samstag, 9. März 2013, in der Landessportschule eine Tagung zum Erfahrungsaustausch geplant. Engagierte Kollegen aus den Sportkreisen werden dort über ihre Arbeit berichten und Vorschläge für deren Intensivierung zur Diskussion stellen. Ziel der Veranstaltung ist es, das in Deutschland bisher einmalige Netzwerk von Archivbeauftragten auszubauen und in seiner Effizienz zu stärken.
Der bereits traditionelle überregionale Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und Kollegen aus allen Landessportbünden soll am Donnerstag, 23. Mai 2013, ebenfalls in der Landessportschule Frankfurt fortgesetzt werden. Diesmal werden neben der Archivarbeit im Sport auch unterschiedliche Verfahren der Sportüberlieferung im Mittelpunkt stehen. Die Tagung wird mit einem Beitrag von Markus Friedrich (Maulbronn) über das in vielerlei Hinsicht vorbildliche Unterstützungssystem des Landessportbunds Baden-Württemberg eröffnet.
Dr. Gabriele Rohr (Leipzig) referiert anschließend über den Ausbaustand des Sportmuseums Leipzig. Zum Thema „Mein Stadionbad – Eine Ausstellung mit Schwimmbad“ wird Sonja Thiel (Frankfurt) über ein bemerkenswertes Projekt des Historischen Museums Frankfurt zur Sportüberlieferung informieren. Mit einem etwas anderen Museum beschäftigt sich dann Alexander Knöß (Offenbach) zum Abschluss der Tagung, wenn er das „Kickers-Fan-Museum Offenbach“ vorstellt.
Zwei Veranstaltungen im Herbst 2013 dienen der Fortbildung von ehrenamtlichen Mitarbeitern im Sport. Am 21. September dieses Jahres werden Monika Kraus, Claudia Schüßler und Peter Schermer (Frankfurt) in der Landessportschule Frankfurt über Grundlagen der Archivarbeit sprechen und dabei auch auf Probleme der Bestandserhaltung und der Archivierung von Fotos eingehen. Matthias Thoma (Frankfurt) wird am Beispiel von Eintracht Frankfurt über die Archivarbeit in einem großen Sportverein berichten, der außerdem ein eigenes Museum aufgebaut hat.
Am 5. Oktober 2013 soll sich eine Fortbildungsveranstaltung in der Jugendsportstätte Wetzlar auf die Erarbeitung von Vereinsfestschriften konzentrieren. Mit Werner Hollstein (Spangenberg), Waldemar Krug (Offenbach) und Peter Schermer (Frankfurt) werden drei Mitglieder des lsb h – Arbeitskreises „Sport und Geschichte“ über die Planung sowie über Probleme und Lösungsansätze bei der Erstellung von Vereinsfestschriften referieren. Claudia Schüßler (Frankfurt) ergänzt diese Ausführungen durch Hinweise auf die Verwendung von Fotos in Vereinsfestschriften.
Peter Schermer
Peter Schermer - am Donnerstag, 27. Dezember 2012, 16:59 - Rubrik: Sportarchive
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30 ehrenamtliche Archivare aus Sportvereinen, Sportkreisen und Sportverbänden waren Anfang Oktober dieses Jahres in die Sport- und Bildungsstätte des Landessportbunds Hessen nach Wetzlar gekommen, um sich über Möglichkeiten der Langzeitaufbewahrung von Fotografien informieren zu lassen. Das große Interesse an dieser Tagung zeigte anschaulich, dass hier noch erhebliche Informationsdefizite bestehen.
In einem Grundsatzreferat ging Frau Dr. Petra Rau (Frankfurt) ausführlich auf die äußerst differenzierte Entwicklung der Fotografie seit ihrem Entstehen ein. Das ist vor allem auch deshalb von Bedeutung, weil die empfohlenen Klimabedingungen für eine Langzeitaufbewahrung der Fotos von dem jeweiligen Verfahren der Fotografie abhängen.
So werden z. B. für die Aufbewahrung von Papierabzügen schwarzweißer Filme in der Regel eine Höchsttemperatur von 18 Grad Celsius und eine maximale relative Luftfeuchte von 50% empfohlen. Bei Papierabzügen von Farbfilmen sollte die Maximaltemperatur aber nur zwischen 4 und 0 Grad betragen, bei einzelnen Verfahren sogar weniger als 0 Grad. Besondere Vorsicht muss bei Nitratfilmen walten, weil diese relativ leicht entflammbar sind. Vor der Bearbeitung von Fotografien muss deshalb zunächst jeweils das fotografische Verfahren identifiziert werden.
Wegen der großen Schwierigkeiten bei einer optimalen Langzeitaufbewahrung von Fotografien schlug die Referentin vor, analog vorliegendes originales Archivgut grundsätzlich zu digitalisieren, wenn es auf Dauer von Bedeutung ist. Dann dürfen aber die Originale - wie zum Beispiel Negative oder Farbabzüge - nach der Digitalisierung nicht vernichtet werden. Diese Originale sind vielmehr in holz- und säurefreien Kartons aufzubewahren, die in geeigneten Archivräumlichkeiten gelagert werden.
Herr Dr. Michael Habersack (Archivberatungsstelle des Landes Hessen) konnte mit seinem Referat zur Archivierung digitaler Fotos direkt an die Ausführungen von Frau Dr. Rau anschließen. Er machte deutlich, dass es genuin digitale Bilder und Digitalisate erlauben, Fotos beliebig oft kostengünstig in gleichbleibender Qualität zu kopieren. Sie sind dann auch im Internet - zum Beispiel auf der Homepage des Vereins - zu verwenden. Digitalisate dienen im Übrigen als Schutzmedium, weil die analogen Originale geschont werden.
Der Referent erläuterte außerdem einige Grundbegriffe wie Auflösung bzw. Bildqualität und beschäftigte sich dann mit den verschiedenen Speicherformaten. Er empfahl, Bilder möglichst im TIFF-Format abzuspeichern, weil so Qualitätsverluste vermieden werden können. Wenn Fotos dagegen bereits im JPEG-Format zur Verfügung gestellt wurden, sollte von einer Speicherung im TIFF-Format abgesehen werden, weil damit der Datenverlust durch JPEG-Kompression nicht rückgängig zu machen ist. In Zukunft dürfte das Format JPEG2000 eine Alternative sein, weil es verlustfrei komprimiert.
Dr. Habersack ging darüber hinaus auf die verschiedenen Speichermedien ein und erläuterte auch die sogenannten „RAID-Systeme“, bei denen gezielt Sicherungskopien erzeugt werden. Er betonte die Notwendigkeit einer zusätzlichen Sicherungs-speicherung von auf Festplatten gespeicherten digitalen Fotos. Diese Datensicherung müsse auf mindestens einer zweiten (externen) - besser auf zwei weiteren Festplatten - realisiert werden. Bei zwei Sicherungsspeichern sei es zweckmäßig, die Datensicherung zeitversetzt in regelmäßigen Intervallen vorzu-nehmen.
Praxisbezogene Beispiele standen im Mittelpunkt des die Tagung abschließenden Beitrags von Georg Habs (Stadtarchiv Wiesbaden), der sich vor allem mit dem zentralen Thema der „Verzeichnung von Fotos“ beschäftigte. Habs hob hervor, dass unkommentierte Bilder in der Regel wertlos sind, wenn nichts über die handelnden Personen und die Handlungszusammenhänge bekannt ist. Allerdings könne man über „Hilfskonstruktionen“ versuchen, zumindest vorläufige Hinweise zu diesen Bildern zu gewinnen, die dann deren Zuordnung erlauben.
Vollständige Bildinformationen bedeuten in jedem Fall eine erhebliche Wertsteigerung von Fotos. Im Normalfall sollten deshalb von vornherein detaillierte Informationen zu einem Foto unter Verwendung einer entsprechenden Signatur in einer eigenen Datei erfasst werden. Zu jedem Foto müssten Ortsangaben sowie Angaben zum Datum, zu den beteiligten Personen und zum jeweiligen Ereignis gesammelt werden. Außerdem sind Informationen zum Fotografen und zu dem Inhaber der Rechte erforderlich.
Herr Habs empfahl darüber hinaus die Aufnahme von Hinweisen zur Art und zur Quelle des Mediums sowie die Vergabe von Schlagworten. Dabei ist allerdings auf die Verwendung zeitgemäßer Begriffe und auf Veränderungen der Rechtschreibung zu achten. Selbst bei einem Verzicht auf relativ teuere „Verzeichnungs-Software“ könnten die entscheidenden Informationen auch dann nach unterschiedlichen Kriterien ausgewertet werden, wenn sie zumindest in einer Excel-Datei abgespeichert wurden. Allerdings sei es notwendig, „Verzeichnungsfallen“ zu vermeiden, die auf mangelnde Sorgfalt zurückzuführen sind.
Peter Schermer (lsb h – AK „Sport und Geschichte) dankte zum Abschluss der Tagung Frau Dr. Rau und den beiden Referenten für ihre sachkundigen Ausführungen. Er stellte fest, dass die verschiedenen Beiträge gezeigt hätten, wie wichtig die Zusammenarbeit mit Archiven sei, in denen professionelle Archivare und Archivarinnen tätig sind. Leider gebe es in Hessen allerdings nur drei Kreisarchive, an die sich ehrenamtliche „Archivare“ in den Sportvereinen mit ihren Fragen wenden könnten. Umso größer sei die Bedeutung der hessischen Archivberatungsstelle in Darmstadt.
Peter Schermer
In einem Grundsatzreferat ging Frau Dr. Petra Rau (Frankfurt) ausführlich auf die äußerst differenzierte Entwicklung der Fotografie seit ihrem Entstehen ein. Das ist vor allem auch deshalb von Bedeutung, weil die empfohlenen Klimabedingungen für eine Langzeitaufbewahrung der Fotos von dem jeweiligen Verfahren der Fotografie abhängen.
So werden z. B. für die Aufbewahrung von Papierabzügen schwarzweißer Filme in der Regel eine Höchsttemperatur von 18 Grad Celsius und eine maximale relative Luftfeuchte von 50% empfohlen. Bei Papierabzügen von Farbfilmen sollte die Maximaltemperatur aber nur zwischen 4 und 0 Grad betragen, bei einzelnen Verfahren sogar weniger als 0 Grad. Besondere Vorsicht muss bei Nitratfilmen walten, weil diese relativ leicht entflammbar sind. Vor der Bearbeitung von Fotografien muss deshalb zunächst jeweils das fotografische Verfahren identifiziert werden.
Wegen der großen Schwierigkeiten bei einer optimalen Langzeitaufbewahrung von Fotografien schlug die Referentin vor, analog vorliegendes originales Archivgut grundsätzlich zu digitalisieren, wenn es auf Dauer von Bedeutung ist. Dann dürfen aber die Originale - wie zum Beispiel Negative oder Farbabzüge - nach der Digitalisierung nicht vernichtet werden. Diese Originale sind vielmehr in holz- und säurefreien Kartons aufzubewahren, die in geeigneten Archivräumlichkeiten gelagert werden.
Herr Dr. Michael Habersack (Archivberatungsstelle des Landes Hessen) konnte mit seinem Referat zur Archivierung digitaler Fotos direkt an die Ausführungen von Frau Dr. Rau anschließen. Er machte deutlich, dass es genuin digitale Bilder und Digitalisate erlauben, Fotos beliebig oft kostengünstig in gleichbleibender Qualität zu kopieren. Sie sind dann auch im Internet - zum Beispiel auf der Homepage des Vereins - zu verwenden. Digitalisate dienen im Übrigen als Schutzmedium, weil die analogen Originale geschont werden.
Der Referent erläuterte außerdem einige Grundbegriffe wie Auflösung bzw. Bildqualität und beschäftigte sich dann mit den verschiedenen Speicherformaten. Er empfahl, Bilder möglichst im TIFF-Format abzuspeichern, weil so Qualitätsverluste vermieden werden können. Wenn Fotos dagegen bereits im JPEG-Format zur Verfügung gestellt wurden, sollte von einer Speicherung im TIFF-Format abgesehen werden, weil damit der Datenverlust durch JPEG-Kompression nicht rückgängig zu machen ist. In Zukunft dürfte das Format JPEG2000 eine Alternative sein, weil es verlustfrei komprimiert.
Dr. Habersack ging darüber hinaus auf die verschiedenen Speichermedien ein und erläuterte auch die sogenannten „RAID-Systeme“, bei denen gezielt Sicherungskopien erzeugt werden. Er betonte die Notwendigkeit einer zusätzlichen Sicherungs-speicherung von auf Festplatten gespeicherten digitalen Fotos. Diese Datensicherung müsse auf mindestens einer zweiten (externen) - besser auf zwei weiteren Festplatten - realisiert werden. Bei zwei Sicherungsspeichern sei es zweckmäßig, die Datensicherung zeitversetzt in regelmäßigen Intervallen vorzu-nehmen.
Praxisbezogene Beispiele standen im Mittelpunkt des die Tagung abschließenden Beitrags von Georg Habs (Stadtarchiv Wiesbaden), der sich vor allem mit dem zentralen Thema der „Verzeichnung von Fotos“ beschäftigte. Habs hob hervor, dass unkommentierte Bilder in der Regel wertlos sind, wenn nichts über die handelnden Personen und die Handlungszusammenhänge bekannt ist. Allerdings könne man über „Hilfskonstruktionen“ versuchen, zumindest vorläufige Hinweise zu diesen Bildern zu gewinnen, die dann deren Zuordnung erlauben.
Vollständige Bildinformationen bedeuten in jedem Fall eine erhebliche Wertsteigerung von Fotos. Im Normalfall sollten deshalb von vornherein detaillierte Informationen zu einem Foto unter Verwendung einer entsprechenden Signatur in einer eigenen Datei erfasst werden. Zu jedem Foto müssten Ortsangaben sowie Angaben zum Datum, zu den beteiligten Personen und zum jeweiligen Ereignis gesammelt werden. Außerdem sind Informationen zum Fotografen und zu dem Inhaber der Rechte erforderlich.
Herr Habs empfahl darüber hinaus die Aufnahme von Hinweisen zur Art und zur Quelle des Mediums sowie die Vergabe von Schlagworten. Dabei ist allerdings auf die Verwendung zeitgemäßer Begriffe und auf Veränderungen der Rechtschreibung zu achten. Selbst bei einem Verzicht auf relativ teuere „Verzeichnungs-Software“ könnten die entscheidenden Informationen auch dann nach unterschiedlichen Kriterien ausgewertet werden, wenn sie zumindest in einer Excel-Datei abgespeichert wurden. Allerdings sei es notwendig, „Verzeichnungsfallen“ zu vermeiden, die auf mangelnde Sorgfalt zurückzuführen sind.
Peter Schermer (lsb h – AK „Sport und Geschichte) dankte zum Abschluss der Tagung Frau Dr. Rau und den beiden Referenten für ihre sachkundigen Ausführungen. Er stellte fest, dass die verschiedenen Beiträge gezeigt hätten, wie wichtig die Zusammenarbeit mit Archiven sei, in denen professionelle Archivare und Archivarinnen tätig sind. Leider gebe es in Hessen allerdings nur drei Kreisarchive, an die sich ehrenamtliche „Archivare“ in den Sportvereinen mit ihren Fragen wenden könnten. Umso größer sei die Bedeutung der hessischen Archivberatungsstelle in Darmstadt.
Peter Schermer
Peter Schermer - am Dienstag, 23. Oktober 2012, 17:15 - Rubrik: Sportarchive
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Spurensucher und Sammler. Die Initiativen des Sportbundes Pfalz auf dem Gebiet der Sportgeschichte (Asmus Kaufmann, Vortrag am 19.9. 2012 im Stadtarchiv Speyer)
J. Kemper - am Donnerstag, 20. September 2012, 12:58 - Rubrik: Sportarchive
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Quellenbezogene Geschichtsschreibung ist zunächst auf gut ausgestattete Archive angewiesen, in denen wichtige Unterlagen dauerhaft aufgehoben, gesichert und zugänglich gemacht werden. Diese Aussage gilt grundsätzlich auch für die Sportgeschichte, die ebenfalls auf Archivunterlagen zurückgreifen muss. Exemplarische Bestandsaufnahmen zeigen allerdings, dass es gerade im Sportbereich noch erhebliche Defizite bei der dauerhaften Aufbewahrung von wichtigen Unterlagen gibt.
Selbst in den Kommunalarchiven sind auf den Sport bezogene Archivalien eher die Ausnahme, weil sich diese Einrichtungen zunächst ihren Pflichtaufgaben widmen müssen. So hat eine Umfrage bei mehreren Archiven von Großstädten gezeigt, dass es viele Stadtarchive gibt, die über keinerlei Überlieferungen aus dem Sport verfügen. Einige Städte berichten andererseits aber auch über 20 und mehr Überlieferungen von Sportvereinen. Selbst das ist aber mit Blick auf die Gesamtzahl der örtlichen Vereine eher nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Die aus Anlass von Vereinsjubiläen erstellten Festschriften können diese Lücke nur bedingt füllen, weil auch sie nur auf die begrenzten Quellen zurückgreifen und in der Regel nicht von Historikern verfasst werden. Bei dieser Ausgangslage bleibt dann lediglich noch die lokale Presse als Fundort von Beiträgen zur örtlichen Sportgeschichte. Der folgende Bericht beschreibt am Beispiel einer Auswertung der Darmstädter Presse diese Möglichkeit der Erkenntnisgewinnung.
Der Beitrag ist im Telegrammstil der Erfahrungsbericht eines Fundstellensammlers, der seit annähernd sechs Jahren alltäglich mehrere Stunden im Lesesaal des Darmstädter Hauses der Geschichte verbringt, dort am Readerprinter sitzt und Rollfilme absucht, auf denen Darmstädter Tageszeitungen festgehalten sind. Dies sind das Darmstädter Tagblatt und ab 1945 das Darmstädter Echo.
Der Sammler ist inzwischen bis ins Jahr 1948 vorgedrungen. Damit liegt bereits ein Pensum hinter ihm, das mehr als zweihundert Jahre umfasst. Sport kam dabei natürlich auch zum Vorschein und blieb nicht unbeachtet, was nicht zuletzt plausible biographische Gründe hat: Aktiver Sportler über Jahrzehnte (Handball, Basketball in Vereinen, Fußball als “Straßenkicker”), Handballfunktionär im Hessischen Handball-Verband (HHV) von 1965 bis 1980, vierzig Jahre Handballschiedsrichter und seit 1947 Mitglied im SV Darmstadt 1898.
Hier nun ein tabellarischer Rechenschaftsbericht zum Suchfeld „Sport”:
1.) Fußball (erfasster Zeitraum 1878 bis 1945; geographischer Horizont: Darmstadt, Deutschland und auch international):
Alle Funde wurden dem Darmstädter Stadtarchiv überlassen. Außerdem sind sie an das DFB-Archiv in Frankfurt a.M. sowie an die Stadtarchive in Karlsruhe und Freiburg gegeben worden. Weitere Abnehmer der Funde sind das Institut für Sportgeschichte in Maulbronn sowie die Deutsche Hochschule für Sport in Köln, wo sie sich jetzt auf die Nutzung durch Interessenten freuen.
2.) Handball (erfasster Zeitraum ab 20.Oktober 1920 bis ca. Mitte der 1930er Jahre; geographischer Horizont: Darmstadt, Südhessen, gelegentlich auch Deutschland und Ausland):
Die Methode der Verbreitung des Materials ähnelte dem Vorgehen beim Fußball. Allerdings gibt es kein Archiv des Deutschen Handballbundes! Handball-Archivar zu sein ist in unserem Land - soweit ersichtlich - ein Privatvergnügen. Der im Jahre 2011 leider verstorbene Fritz Fischer (Reinheim) war hier jahrzehntelang der kompetente Ansprechpartner, nicht nur für den Bereich des Hessischen Handball-Verbandes.
Dessen Nachlas ist inzwischen an zwei Stellen gelangt: den Darmstadt-Teil findet man im Darmstädter Stadtarchiv, der andere (größere) Teil hat seinen Weg nach Bielefeld genommen und befindet sich dort in der kompetenten Obhut eines Handball-Archivars ohne Verbands-Mandat.
3.) Tennis (erfasster Zeitraum: zweite Hälfte der 1890er Jahre bis ca. Anfang der 1920er Jahre):
Weitergabe an den TEC Darmstadt und gelegentlich auch an das Stadtarchiv Darmstadt.
4.) Golf (erfasster Zeitraum:1913 - Großherzoglicher Golf-Klub - bis 1920er Jahre): Weitergabe ans Golf-Archiv Köln.
5.) Schwimmen (erfasster Zeitraum: ab 1899 bis ca. 1934):
Weitergabe (mit Lücken) an das Stadtarchiv und an den DSW Darmstadt 1912.
6.) Basketball (erfasster Zeitraum ab Erstfund im Darmstädter Tagblatt vom13.August 1937 - Förderung des Basketballsports in Darmstadt - fünf weitere Funde bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, zuletzt vom Juli 1938):
Am 3. April 1946 erster Beleg aus der Nachkriegszeit für „Basketball” im Darmstädter Echo. Die Suche wird zunächst noch fortgesetzt. Es steht nämlich fest, dass ein soeben erschienenes Buch über die Frühgeschichte des Basketballsports in Deutschland (bis 1945) noch eine Fortsetzung bis ins Jahr 1955 bekommen soll. Deshalb macht es Sinn, dem Verfasser durch Liefern von Darmstädter Presse-Funden bis 1955 zuzuarbeiten.
Fazit:
Der Verfasser dieses Berichts würde sich freuen, wenn sein Beispiel Schule machte. Er hofft und will nicht ausschließen, dass es auch in anderen Städten Männer und/oder Frauen gibt, die zum Beispiel im Dritten Lebensalter Gefallen an einer entsprechenden Tätigkeit finden.
Durch das Sammeln von Fundstellen aus „ihren” Tageszeitungen kann nämlich die Voraussetzung gesichert werden, Zeitgenossen und späteren Generationen die Möglichkeit zu verschaffen, auf reizvolle Weise Einblick in die Geschichte ihres engeren oder weiteren Lebensumfeldes (Stadt, Gemeinde, Kreis) unter den verschiedensten Aspekten (nicht nur des Sports) zu nehmen.
Dr. Günter Bauer (Darmstadt)
Selbst in den Kommunalarchiven sind auf den Sport bezogene Archivalien eher die Ausnahme, weil sich diese Einrichtungen zunächst ihren Pflichtaufgaben widmen müssen. So hat eine Umfrage bei mehreren Archiven von Großstädten gezeigt, dass es viele Stadtarchive gibt, die über keinerlei Überlieferungen aus dem Sport verfügen. Einige Städte berichten andererseits aber auch über 20 und mehr Überlieferungen von Sportvereinen. Selbst das ist aber mit Blick auf die Gesamtzahl der örtlichen Vereine eher nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Die aus Anlass von Vereinsjubiläen erstellten Festschriften können diese Lücke nur bedingt füllen, weil auch sie nur auf die begrenzten Quellen zurückgreifen und in der Regel nicht von Historikern verfasst werden. Bei dieser Ausgangslage bleibt dann lediglich noch die lokale Presse als Fundort von Beiträgen zur örtlichen Sportgeschichte. Der folgende Bericht beschreibt am Beispiel einer Auswertung der Darmstädter Presse diese Möglichkeit der Erkenntnisgewinnung.
Der Beitrag ist im Telegrammstil der Erfahrungsbericht eines Fundstellensammlers, der seit annähernd sechs Jahren alltäglich mehrere Stunden im Lesesaal des Darmstädter Hauses der Geschichte verbringt, dort am Readerprinter sitzt und Rollfilme absucht, auf denen Darmstädter Tageszeitungen festgehalten sind. Dies sind das Darmstädter Tagblatt und ab 1945 das Darmstädter Echo.
Der Sammler ist inzwischen bis ins Jahr 1948 vorgedrungen. Damit liegt bereits ein Pensum hinter ihm, das mehr als zweihundert Jahre umfasst. Sport kam dabei natürlich auch zum Vorschein und blieb nicht unbeachtet, was nicht zuletzt plausible biographische Gründe hat: Aktiver Sportler über Jahrzehnte (Handball, Basketball in Vereinen, Fußball als “Straßenkicker”), Handballfunktionär im Hessischen Handball-Verband (HHV) von 1965 bis 1980, vierzig Jahre Handballschiedsrichter und seit 1947 Mitglied im SV Darmstadt 1898.
Hier nun ein tabellarischer Rechenschaftsbericht zum Suchfeld „Sport”:
1.) Fußball (erfasster Zeitraum 1878 bis 1945; geographischer Horizont: Darmstadt, Deutschland und auch international):
Alle Funde wurden dem Darmstädter Stadtarchiv überlassen. Außerdem sind sie an das DFB-Archiv in Frankfurt a.M. sowie an die Stadtarchive in Karlsruhe und Freiburg gegeben worden. Weitere Abnehmer der Funde sind das Institut für Sportgeschichte in Maulbronn sowie die Deutsche Hochschule für Sport in Köln, wo sie sich jetzt auf die Nutzung durch Interessenten freuen.
2.) Handball (erfasster Zeitraum ab 20.Oktober 1920 bis ca. Mitte der 1930er Jahre; geographischer Horizont: Darmstadt, Südhessen, gelegentlich auch Deutschland und Ausland):
Die Methode der Verbreitung des Materials ähnelte dem Vorgehen beim Fußball. Allerdings gibt es kein Archiv des Deutschen Handballbundes! Handball-Archivar zu sein ist in unserem Land - soweit ersichtlich - ein Privatvergnügen. Der im Jahre 2011 leider verstorbene Fritz Fischer (Reinheim) war hier jahrzehntelang der kompetente Ansprechpartner, nicht nur für den Bereich des Hessischen Handball-Verbandes.
Dessen Nachlas ist inzwischen an zwei Stellen gelangt: den Darmstadt-Teil findet man im Darmstädter Stadtarchiv, der andere (größere) Teil hat seinen Weg nach Bielefeld genommen und befindet sich dort in der kompetenten Obhut eines Handball-Archivars ohne Verbands-Mandat.
3.) Tennis (erfasster Zeitraum: zweite Hälfte der 1890er Jahre bis ca. Anfang der 1920er Jahre):
Weitergabe an den TEC Darmstadt und gelegentlich auch an das Stadtarchiv Darmstadt.
4.) Golf (erfasster Zeitraum:1913 - Großherzoglicher Golf-Klub - bis 1920er Jahre): Weitergabe ans Golf-Archiv Köln.
5.) Schwimmen (erfasster Zeitraum: ab 1899 bis ca. 1934):
Weitergabe (mit Lücken) an das Stadtarchiv und an den DSW Darmstadt 1912.
6.) Basketball (erfasster Zeitraum ab Erstfund im Darmstädter Tagblatt vom13.August 1937 - Förderung des Basketballsports in Darmstadt - fünf weitere Funde bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, zuletzt vom Juli 1938):
Am 3. April 1946 erster Beleg aus der Nachkriegszeit für „Basketball” im Darmstädter Echo. Die Suche wird zunächst noch fortgesetzt. Es steht nämlich fest, dass ein soeben erschienenes Buch über die Frühgeschichte des Basketballsports in Deutschland (bis 1945) noch eine Fortsetzung bis ins Jahr 1955 bekommen soll. Deshalb macht es Sinn, dem Verfasser durch Liefern von Darmstädter Presse-Funden bis 1955 zuzuarbeiten.
Fazit:
Der Verfasser dieses Berichts würde sich freuen, wenn sein Beispiel Schule machte. Er hofft und will nicht ausschließen, dass es auch in anderen Städten Männer und/oder Frauen gibt, die zum Beispiel im Dritten Lebensalter Gefallen an einer entsprechenden Tätigkeit finden.
Durch das Sammeln von Fundstellen aus „ihren” Tageszeitungen kann nämlich die Voraussetzung gesichert werden, Zeitgenossen und späteren Generationen die Möglichkeit zu verschaffen, auf reizvolle Weise Einblick in die Geschichte ihres engeren oder weiteren Lebensumfeldes (Stadt, Gemeinde, Kreis) unter den verschiedensten Aspekten (nicht nur des Sports) zu nehmen.
Dr. Günter Bauer (Darmstadt)
Peter Schermer - am Dienstag, 11. September 2012, 17:28 - Rubrik: Sportarchive
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http://www.historici.nl/Onderzoek/Projecten/Sportverenigingen
Via
http://www.informatieprofessional.nl/nieuws/8795-onthulling-databank-sportgeschiedenis-voor-1940.html
Via
http://www.informatieprofessional.nl/nieuws/8795-onthulling-databank-sportgeschiedenis-voor-1940.html
KlausGraf - am Montag, 10. September 2012, 21:02 - Rubrik: Sportarchive
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Im Mittelpunkt des diesjährigen vom Landessportbund Hessen im Mai veranstalteten überregionalen Erfahrungsaustausches zur Archivarbeit im Sport standen die Bezüge zwischen Archivarbeit und Sportgeschichte. Darauf wies in seinem Grußwort Professor Dr. Heinz Zielinski als zuständiger Vizepräsident des Hessischen Landessportbunds hin. Zielinski freute sich sehr, die mittlerweile schon traditionelle Veranstaltung wieder eröffnen zu können, und wünschte einen interessanten Verlauf der Tagung.
Professor Dr. Michael Krüger (Universität Münster) ging in seinem Eröffnungsreferat auf die unterschiedlichen Aspekte der Sportgeschichte ein. Er zitierte Jürgen Kocka, nach dem das „Haus der Geschichte viele Zimmer“ habe und hob die Leistungen dieses Teilgebiets der Geschichtswissenschaft hervor. Krüger machte aber auch deutlich, dass die universitäre Sportgeschichte in Deutschland nach einer Blüte während der Nachkriegsjahre zunehmend an Bedeutung verloren habe. Selbst im internationalen Vergleich sei Deutschland mittlerweile zurückgefallen.
Dr. Christian Keitel (Landesarchiv Baden-Württemberg) bezog sich mit seinen Ausführungen auf die von einer DFG-Arbeitsgruppe festgestellten Defizite der Kommunikation zwischen Archiven und historischen Wissenschaften. Keitel beschrieb erkennbare Tendenzen, die aus seiner Sicht nicht unproblematisch seien. So gebe es selbst bei Wissenschaftlern zunehmend die Neigung, sich auf im Internet verfügbare Informationen zu stützen und authentische Archivalien nicht zu berücksichtigen. Andererseits wären neue Nutzergruppen zu erwarten, zu denen auch kurzzeitinteressierte „Internet-Flaneure“ gehören.
Die weiteren Beiträge stützten insgesamt die bereits von Prof. Krüger vertretene Auffassung, das Interesse an Sportüberlieferung sei gestiegen, während die Bedeutung der Sportgeschichte im Rahmen der Sportwissenschaft abgenommen habe. So berichtete Dr. Norbert Schloßmacher als Leiter des Stadtarchivs Bonn über die Entstehung eines mittlerweile sehr nachgefragten Buchs zur Sportgeschichte dieser Stadt, das von ihm zusammen mit zwei Hochschullehrern unter dem Titel „Bonn in Bewegung“ herausgegeben wurde.
Durch die Verteilung der Arbeit auf viele Schultern sei es gelungen, in immerhin 24 Beiträgen nicht nur auf einzelne Sportarten einzugehen, sondern auch übergreifende Themen wie zum Beispiel „Motive und Hintergründe von Sportbegeisterung“ sowie „Prozesse der Integration im Sport“ zu behandeln. Eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen des Vorhabens sei die Kooperation mit dem Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bonn gewesen.
Waldemar Krug (Offenbach) und Dr. Alexander Priebe (Heppenheim) beschrieben am Beispiel unterschiedlicher Projekte aus der Sportgeschichte ihre Erfahrungen mit der Nutzung von Archiven. Ausgangspunkt für die Bemühungen von Krug um ein nachhaltiges Gedenken an die berühmte Fechterin Helene Mayer war die 100. Wiederkehr ihres Geburtstags im Jahr 2010.
Aus einer relativ bescheidenen Zielsetzung heraus entwickelte sich eine ganze Veranstaltungsreihe, mit der an Helene Mayer erinnert wurde, die aus politischen Gründen an den Olympischen Spielen in Berlin teilnehmen durfte, obwohl sie einen jüdischen Vater hatte. Höhepunkte waren eine umfangreiche Ausstellung sowie die Organisation der Helene Mayer gewidmeten Deutschen Meisterschaften im Florettfechten. Als Glücksfall erwies sich die Tatsache, dass mit einer in Frankfurt lebenden Verwandten der Sportlerin eine Zeitzeugin befragt werden konnte.
Für Dr. Alexander Priebe stand bei seinen Arbeiten die Frage im Vordergrund, welche Überlegungen dazu geführt hatten, Basketball bei den Olympischen Spielen 1936 in das Wettkampfprogramm aufzunehmen, obwohl Deutschland über keine Erfahrungen mit dieser Sportart verfügte. Priebe nutzte neben dem Archiv des Deutschen Basketballbundes zahlreiche andere Archive, zu denen auch das Archiv des Olympischen Studiencenters in Lausanne gehör-te. In allen Fällen wurde er nach Kräften unterstützt und mit einschlägigen Informationen versorgt.
Danach gab Martin Schwarzweller als Geschäftsführer des Sportbunds Pfalz einen umfassenden Überblick über die vorbildlichen Bemühungen dieses Sportbunds, Sportgeschichte zu einem Bestandteil der Verbandsarbeit zu machen. Ausgangspunkt war die Gründung eines Arbeitskreises „Sportgeschichte Sportbund Pfalz“. Seit 2009 werden in Kooperation mit dem Landesarchiv Speyer Seminare für Vereinsarchivare angeboten. Ein Jahr später begannen konkrete Gespräche mit Vertretern des Deutschen Schuhmuseums in Hauenstein, die schließlich dazu geführt haben, dort auch ein Pfälzisches Sportmuseum einzurichten.
Als krönenden Abschluss der Veranstaltung steuerte schließlich Manfred Nippe (Berlin) ein Feuerwerk von Informationen über Archive, Museen und Gedenkstätten des Sports in Berlin bei. Neben dem Bundesarchiv, dem Geheimen Staatsarchiv und dem Landesarchiv sind vor allem die Staatsbibliothek sowie die Zentral- und Landesbibliothek als Datenquellen von Bedeutung. Zu den erwähnenswerten Museen gehören neben dem Sportmuseum und dem Deutschen Historischen Museum auch kleinere regionale Museen.
Peter Schermer (lsb h – Arbeitskreis „Sport und Geschichte“) dankte allen Referenten und Teilnehmern für ihre Mitwirkung und sagte zu, den überregionalen Erfahrungsaustausch fortzusetzen. Die nächste Tagung ist für den 23.Mai 2013 geplant. In der Zwischenzeit sollten die in dieser Tagung geknüpften Kontakte für eine Intensivierung der Bemühungen um die Bewahrung von Sportgeschichte genutzt werden. Deshalb ist es wichtig, das informelle Netzwerk der an Archivarbeit und Sportgeschichte Interessierten weiter auszubauen.
Dieser Beitrag wurde in Heft 12/2012 der Zeitschrift „Sport in Hessen“ (S. 32 f.) erstmals veröffentlicht.
Peter Schermer
Professor Dr. Michael Krüger (Universität Münster) ging in seinem Eröffnungsreferat auf die unterschiedlichen Aspekte der Sportgeschichte ein. Er zitierte Jürgen Kocka, nach dem das „Haus der Geschichte viele Zimmer“ habe und hob die Leistungen dieses Teilgebiets der Geschichtswissenschaft hervor. Krüger machte aber auch deutlich, dass die universitäre Sportgeschichte in Deutschland nach einer Blüte während der Nachkriegsjahre zunehmend an Bedeutung verloren habe. Selbst im internationalen Vergleich sei Deutschland mittlerweile zurückgefallen.
Dr. Christian Keitel (Landesarchiv Baden-Württemberg) bezog sich mit seinen Ausführungen auf die von einer DFG-Arbeitsgruppe festgestellten Defizite der Kommunikation zwischen Archiven und historischen Wissenschaften. Keitel beschrieb erkennbare Tendenzen, die aus seiner Sicht nicht unproblematisch seien. So gebe es selbst bei Wissenschaftlern zunehmend die Neigung, sich auf im Internet verfügbare Informationen zu stützen und authentische Archivalien nicht zu berücksichtigen. Andererseits wären neue Nutzergruppen zu erwarten, zu denen auch kurzzeitinteressierte „Internet-Flaneure“ gehören.
Die weiteren Beiträge stützten insgesamt die bereits von Prof. Krüger vertretene Auffassung, das Interesse an Sportüberlieferung sei gestiegen, während die Bedeutung der Sportgeschichte im Rahmen der Sportwissenschaft abgenommen habe. So berichtete Dr. Norbert Schloßmacher als Leiter des Stadtarchivs Bonn über die Entstehung eines mittlerweile sehr nachgefragten Buchs zur Sportgeschichte dieser Stadt, das von ihm zusammen mit zwei Hochschullehrern unter dem Titel „Bonn in Bewegung“ herausgegeben wurde.
Durch die Verteilung der Arbeit auf viele Schultern sei es gelungen, in immerhin 24 Beiträgen nicht nur auf einzelne Sportarten einzugehen, sondern auch übergreifende Themen wie zum Beispiel „Motive und Hintergründe von Sportbegeisterung“ sowie „Prozesse der Integration im Sport“ zu behandeln. Eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen des Vorhabens sei die Kooperation mit dem Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bonn gewesen.
Waldemar Krug (Offenbach) und Dr. Alexander Priebe (Heppenheim) beschrieben am Beispiel unterschiedlicher Projekte aus der Sportgeschichte ihre Erfahrungen mit der Nutzung von Archiven. Ausgangspunkt für die Bemühungen von Krug um ein nachhaltiges Gedenken an die berühmte Fechterin Helene Mayer war die 100. Wiederkehr ihres Geburtstags im Jahr 2010.
Aus einer relativ bescheidenen Zielsetzung heraus entwickelte sich eine ganze Veranstaltungsreihe, mit der an Helene Mayer erinnert wurde, die aus politischen Gründen an den Olympischen Spielen in Berlin teilnehmen durfte, obwohl sie einen jüdischen Vater hatte. Höhepunkte waren eine umfangreiche Ausstellung sowie die Organisation der Helene Mayer gewidmeten Deutschen Meisterschaften im Florettfechten. Als Glücksfall erwies sich die Tatsache, dass mit einer in Frankfurt lebenden Verwandten der Sportlerin eine Zeitzeugin befragt werden konnte.
Für Dr. Alexander Priebe stand bei seinen Arbeiten die Frage im Vordergrund, welche Überlegungen dazu geführt hatten, Basketball bei den Olympischen Spielen 1936 in das Wettkampfprogramm aufzunehmen, obwohl Deutschland über keine Erfahrungen mit dieser Sportart verfügte. Priebe nutzte neben dem Archiv des Deutschen Basketballbundes zahlreiche andere Archive, zu denen auch das Archiv des Olympischen Studiencenters in Lausanne gehör-te. In allen Fällen wurde er nach Kräften unterstützt und mit einschlägigen Informationen versorgt.
Danach gab Martin Schwarzweller als Geschäftsführer des Sportbunds Pfalz einen umfassenden Überblick über die vorbildlichen Bemühungen dieses Sportbunds, Sportgeschichte zu einem Bestandteil der Verbandsarbeit zu machen. Ausgangspunkt war die Gründung eines Arbeitskreises „Sportgeschichte Sportbund Pfalz“. Seit 2009 werden in Kooperation mit dem Landesarchiv Speyer Seminare für Vereinsarchivare angeboten. Ein Jahr später begannen konkrete Gespräche mit Vertretern des Deutschen Schuhmuseums in Hauenstein, die schließlich dazu geführt haben, dort auch ein Pfälzisches Sportmuseum einzurichten.
Als krönenden Abschluss der Veranstaltung steuerte schließlich Manfred Nippe (Berlin) ein Feuerwerk von Informationen über Archive, Museen und Gedenkstätten des Sports in Berlin bei. Neben dem Bundesarchiv, dem Geheimen Staatsarchiv und dem Landesarchiv sind vor allem die Staatsbibliothek sowie die Zentral- und Landesbibliothek als Datenquellen von Bedeutung. Zu den erwähnenswerten Museen gehören neben dem Sportmuseum und dem Deutschen Historischen Museum auch kleinere regionale Museen.
Peter Schermer (lsb h – Arbeitskreis „Sport und Geschichte“) dankte allen Referenten und Teilnehmern für ihre Mitwirkung und sagte zu, den überregionalen Erfahrungsaustausch fortzusetzen. Die nächste Tagung ist für den 23.Mai 2013 geplant. In der Zwischenzeit sollten die in dieser Tagung geknüpften Kontakte für eine Intensivierung der Bemühungen um die Bewahrung von Sportgeschichte genutzt werden. Deshalb ist es wichtig, das informelle Netzwerk der an Archivarbeit und Sportgeschichte Interessierten weiter auszubauen.
Dieser Beitrag wurde in Heft 12/2012 der Zeitschrift „Sport in Hessen“ (S. 32 f.) erstmals veröffentlicht.
Peter Schermer
Peter Schermer - am Donnerstag, 23. August 2012, 17:26 - Rubrik: Sportarchive
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"The IPC houses a Paralympic Archive at its Bonn headquarters. It was established as a resource for the IPC Management Team as well as external scholars conducting research on the Paralympic Movement.
The archive offers an insight to the IPC, the Paralympic Games and World and Regional Championships in various Paralympic sports.
It consists of:
Library: Currently comprised of about 1,000 books, 105 periodicals and numerous flyers, brochures and leaflets that discuss everything from the history of Paralympic Sport and the Paralympic Games to medical science and sport sociology....
Archives: Contain hard-copy and electronic records of everything from press clippings and maps to torches and medals from previous competitions. The photo archive currently contains about 52,000 digital images, in addition to 1,000 paper photographs and slides.
Exhibition: Organizations, companies and individuals worldwide can benefit from the IPC Exhibition which features many items from the archive and showcase the history of the Paralympic Movement. The idea of creating a permanent International Paralympic Museum and Heritage Centre or a Paralympic Museum has been discussed and hopes to be achieved in the near future.
The IPC is always looking for further Paralympic Games memorabilia and records, particularly materials from the early Games. The IPC seeks more objects to compliment its collections of torches, medals, pins, flyers, posters, flags photographs and footage. Books are accepted as well into the IPC’s library, and all donors receive a special mention on the first page of their donated book.
For further information or to donate your items, please send your inquiry to archive@paralympic.org.. "
Link: Homepage Paralympic Archive
The archive offers an insight to the IPC, the Paralympic Games and World and Regional Championships in various Paralympic sports.
It consists of:
Library: Currently comprised of about 1,000 books, 105 periodicals and numerous flyers, brochures and leaflets that discuss everything from the history of Paralympic Sport and the Paralympic Games to medical science and sport sociology....
Archives: Contain hard-copy and electronic records of everything from press clippings and maps to torches and medals from previous competitions. The photo archive currently contains about 52,000 digital images, in addition to 1,000 paper photographs and slides.
Exhibition: Organizations, companies and individuals worldwide can benefit from the IPC Exhibition which features many items from the archive and showcase the history of the Paralympic Movement. The idea of creating a permanent International Paralympic Museum and Heritage Centre or a Paralympic Museum has been discussed and hopes to be achieved in the near future.
The IPC is always looking for further Paralympic Games memorabilia and records, particularly materials from the early Games. The IPC seeks more objects to compliment its collections of torches, medals, pins, flyers, posters, flags photographs and footage. Books are accepted as well into the IPC’s library, and all donors receive a special mention on the first page of their donated book.
For further information or to donate your items, please send your inquiry to archive@paralympic.org.. "
Link: Homepage Paralympic Archive
Wolf Thomas - am Mittwoch, 22. August 2012, 20:32 - Rubrik: Sportarchive
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Quellenbezogene Geschichtsschreibung ist unter anderem auf gut funktionierende Archive angewiesen, in denen wichtige Unterlagen dauerhaft aufgehoben, gesichert und zugänglich gemacht werden. Hierfür gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten: Entweder liefern Institutionen ihre „Alt-Akten“ regelmäßig an öffentliche Archive ab
– oder aber sie richten eigene Archive ein, wie dies beispielsweise bei Hochschularchiven oder Wirtschaftsarchiven der Fall ist.
Diese Aussagen gelten grundsätzlich auch für das Fachgebiet der Sportgeschichte, das ebenfalls dringend auf Archivunterlagen angewiesen ist. Eine vorläufige Bestandsaufnahme zeigt allerdings, dass gerade im Sportbereich noch erhebliche Defizite bei der dauerhaften Aufbewahrung von wichtigen Unterlagen festzustellen sind. So kann zurzeit nur bei 6 von insgesamt 16 Landessportbünden mit Sicherheit gesagt werden, wie sie mit ihren Alt-Akten umgehen. In Hessen wird allerdings seit mehreren Jahren am Aufbau eines Archivs des Landessportbunds gearbeitet.
Bei den hessischen Sportvereinen sieht es zumindest auf den ersten Blick ebenfalls recht positiv aus. Denn eine Bestandserhebung des Arbeitskreises „Sport und Geschichte” beim Landessportbund Hessen hat im Frühjahr 2008 zu dem Ergebnis geführt, dass etwa 700 der antwortenden Vereine über ein Archiv verfügen. Dies entspricht immerhin einem Anteil von knapp 10 % aller hessischen Sportvereine.
Dieses Ergebnis erscheint auch deshalb plausibel, weil vermutlich nur die größeren Sportvereine in der Lage sind, ein Archiv einzurichten und zu betreuen. Die genannte Zahl sagt allerdings nichts über den Umfang der gesammelten Materialien, über deren Unterbringung und über den Umfang von Maßnahmen der Bestandserhaltung aus. Dazu kommt noch, dass Vereinsarchive in der Regel nicht von ausgebildeten Archivaren betreut werden.
Darauf deutet unter anderem die Tatsache hin, dass sich bei der oben genannten Umfrage immerhin knapp 600 der antwortenden Sportvereine Fortbildungsangebote für die ehrenamtlichen Archivare gewünscht haben. Bei unsachgemäßer Behandlung der aufzubewahrenden Unterlagen besteht nämlich die Gefahr des Verlusts wichtiger Dokumente, wenn anerkannte Grundsätze der professionellen Archivarbeit nicht berücksichtigt werden.
Der Landessportbund Hessen konzentriert sich daher bei Überlegungen zur Unterstützung der Archivarbeit in den Sportvereinen zunächst auf Fortbildungsangebote sowie auf die Förderung der Zusammenarbeit mit öffentlichen Archiven und hauptberuflichen Archivaren. Deshalb wird vom Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ auch den Abstimmungsgesprächen mit dem Landesverband Hessen im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare große Bedeutung beigemessen.
Außerdem wurde Kontakt mit der Archivberatungsstelle Hessen sowie mit der Archivschule Marburg aufgenommen. Auf regionaler Ebene sollen die notwendigen Maßnahmen durch „Archivbeauftragte“ der Sportkreise unterstützt und koordiniert werden. Mittlerweile sind bereits von den meisten Sportkreisen Archivbeauftragte benannt worden.
Zusätzliche Informationen finden sich im Internetauftritt des Arbeitskreises „Sport und Geschichte“ beim Landessportbund Hessen (www.landessportbund-hessen.de/bereiche).
Peter Schermer
– oder aber sie richten eigene Archive ein, wie dies beispielsweise bei Hochschularchiven oder Wirtschaftsarchiven der Fall ist.
Diese Aussagen gelten grundsätzlich auch für das Fachgebiet der Sportgeschichte, das ebenfalls dringend auf Archivunterlagen angewiesen ist. Eine vorläufige Bestandsaufnahme zeigt allerdings, dass gerade im Sportbereich noch erhebliche Defizite bei der dauerhaften Aufbewahrung von wichtigen Unterlagen festzustellen sind. So kann zurzeit nur bei 6 von insgesamt 16 Landessportbünden mit Sicherheit gesagt werden, wie sie mit ihren Alt-Akten umgehen. In Hessen wird allerdings seit mehreren Jahren am Aufbau eines Archivs des Landessportbunds gearbeitet.
Bei den hessischen Sportvereinen sieht es zumindest auf den ersten Blick ebenfalls recht positiv aus. Denn eine Bestandserhebung des Arbeitskreises „Sport und Geschichte” beim Landessportbund Hessen hat im Frühjahr 2008 zu dem Ergebnis geführt, dass etwa 700 der antwortenden Vereine über ein Archiv verfügen. Dies entspricht immerhin einem Anteil von knapp 10 % aller hessischen Sportvereine.
Dieses Ergebnis erscheint auch deshalb plausibel, weil vermutlich nur die größeren Sportvereine in der Lage sind, ein Archiv einzurichten und zu betreuen. Die genannte Zahl sagt allerdings nichts über den Umfang der gesammelten Materialien, über deren Unterbringung und über den Umfang von Maßnahmen der Bestandserhaltung aus. Dazu kommt noch, dass Vereinsarchive in der Regel nicht von ausgebildeten Archivaren betreut werden.
Darauf deutet unter anderem die Tatsache hin, dass sich bei der oben genannten Umfrage immerhin knapp 600 der antwortenden Sportvereine Fortbildungsangebote für die ehrenamtlichen Archivare gewünscht haben. Bei unsachgemäßer Behandlung der aufzubewahrenden Unterlagen besteht nämlich die Gefahr des Verlusts wichtiger Dokumente, wenn anerkannte Grundsätze der professionellen Archivarbeit nicht berücksichtigt werden.
Der Landessportbund Hessen konzentriert sich daher bei Überlegungen zur Unterstützung der Archivarbeit in den Sportvereinen zunächst auf Fortbildungsangebote sowie auf die Förderung der Zusammenarbeit mit öffentlichen Archiven und hauptberuflichen Archivaren. Deshalb wird vom Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ auch den Abstimmungsgesprächen mit dem Landesverband Hessen im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare große Bedeutung beigemessen.
Außerdem wurde Kontakt mit der Archivberatungsstelle Hessen sowie mit der Archivschule Marburg aufgenommen. Auf regionaler Ebene sollen die notwendigen Maßnahmen durch „Archivbeauftragte“ der Sportkreise unterstützt und koordiniert werden. Mittlerweile sind bereits von den meisten Sportkreisen Archivbeauftragte benannt worden.
Zusätzliche Informationen finden sich im Internetauftritt des Arbeitskreises „Sport und Geschichte“ beim Landessportbund Hessen (www.landessportbund-hessen.de/bereiche).
Peter Schermer
Peter Schermer - am Montag, 6. August 2012, 17:33 - Rubrik: Sportarchive
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