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Sportarchive

Nach der „Machtergreifung“ durch die Nationalsozialisten waren 1935 und damit vor 80 Jahren bereits ein „Reichssportführer“ ernannt, der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen (DRA) aufgelöst sowie die Turn- und Sportjugend in die Hitlerjugend eingegliedert worden. Im Januar 1935 legte Reichssportführer v. Tschammer und Osten Einheitssatzungen vor, welche die Vereine auf die „leibliche und seelische Erziehung“ ihrer Mitglieder „im Geiste des nationalsozialistischen Volksstaates“ verpflichteten.

„Verstöße gegen die Zwecke des Vereins, gegen die Anordnungen des Vereinsführers und gegen die Vereinszucht“ konnten mit Ausschluss geahndet werden. Die Durchsetzung des „Führerprinzips“ bis hinunter in die Vereine bedeutete aber noch nicht das Ende aller Maßnahmen zur Eingliederung des Sports in den nationalsozialistischen Staat. So sollten unter anderem die Fachverbände durch „21 Reichsämter“ ersetzt werden.

Sport war für den Nationalsozialismus aus vielen Gründen von besonderer Bedeutung. So gehörten Leibesübungen und körperliche Ertüchtigung zu den Grundpfeilern des nationalsozialistischen Erziehungsprogramms. Der gesunde und sportlich trainierte Körper galt außerdem nach der „Rassenlehre“ als ein Auslesekriterium. Deshalb war es naheliegend, Sport und Leibesübungen in das Gesamtsystem der Nationalsozialisten zu integrieren.

Kritische Analysen des dabei verfolgten Vorgehens beschäftigten sich bisher allerdings häufig nur mit den Vorgängen auf Führungsebenen der Turn- und Sportverbände. So wird in der Literatur zum Beispiel von einem Verbandstag berichtet, bei dem der bisherige Vorstand auf Antrag eines Funktionärs in SA-Uniform entlastet wurde. Die Versammlung dauerte danach nur wenige Minuten bis zur Benennung eines neuen „Verbandsführers“. Zum Abschluss wurden „stehend“ noch das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen.

Aussagekräftige Berichte über die Umsetzung der zentralen Vorgaben zur Gleichschaltung von Verbänden und Vereinen auf lokaler oder regionaler Ebene fehlen jedoch weitgehend. Dabei wären Darstellungen von großem Interesse, die sich nicht nur mit diesen Veränderungen beschäftigen, sondern zum Beispiel auch die Entwicklung in Betrieben, Schulen und nationalsozialistischen Organisationen thematisieren. Darüber hinaus müssten die Auswirkungen auf den Arbeitersport und auf die konfessionellen Sportverbände berücksichtigt werden.

Am Beispiel der Stadt Frankfurt hat sich Dr. Thomas Bauer (Sportmuseum Frankfurt) exemplarisch mit der Geschichte einiger bedeutender Vereine dieser Stadt während der NS-Zeit befasst. Die Aufsätze sind im Rahmen einer Internetpräsentation „Frankfurt 1933-1945“ (http://www.ffmhist.de/ffm33-45/portal01/portal01.php) erschienen, mit der die Stadt Frankfurt dazu beitragen möchte, die häufig verdrängte Geschichte der NS-Zeit transparent zu machen.

Die Überschriften der Beiträge lauten „Der Juden-Club an der Adickesallee“, „Rudersport im Nationalsozialismus“ und „Der braune Fußball – Eintracht und FSV“. In seinem Buch mit dem Titel „Wir waren die Juddebube“ befasst sich Matthias Thoma (Eintracht Frankfurt Museum) ebenfalls mit der Geschichte dieses Vereins während der NS-Zeit. Er verfolgt insbesondere die Schicksale jüdischer Mitglieder und untersucht die Methoden, wie die NS-Machthaber einen traditionell weltoffenen Verein unter ihre Kontrolle brachten.

Bedeutend breiter ist eine Ausstellung des NS-Dokumentations-zentrums der Stadt Köln (Appellhofplatz 23 -25) angelegt, die sich noch bis zum 4. Oktober 2015 umfassend mit der gesamten Sportentwicklung einer deutschen Großstadt während der NS-Zeit beschäftigt. Die Ausstellung mit dem Thema „Siegen für den Führer. Kölner Sport in der NS-Zeit“ geht differenziert auf die vielfältigen Aspekte der Eingliederung des Sports in den nationalsozialistischen Staat ein. Wegen der Parallelen zu der Entwicklung in anderen deutschen Städten wird ein Besuch dieser Ausstellung dringend empfohlen.

Im April dieses Jahres haben sich in der Landessportschule Frankfurt wieder zahlreiche Fachleute aus mehreren Landessportbünden und Fachverbänden getroffen, um nach einer Begrüßung durch Professor Dr. Zielinski als zuständigem Vizepräsidenten des Landessportbunds Hessen ihre Erfahrungen bei der Sicherung von Sportüberlieferungen länderübergreifend auszutauschen. Erstmals konnten die Tagungsteilnehmer bei ihren Überlegungen von konkreten Daten ausgehen, weil allen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage vorlagen, über die bereits in der letzten Magazinausgabe von „Sport in Hessen“ berichtet worden ist.

Die Auswertung der Fragebogen, die von 334 hessischen Sportvereinen ausgefüllt wurden, zeigte erwartungsgemäß, dass mehr als 80% dieser Vereine wichtige Unterlagen nach Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Aufbewahrungsfristen in der Wohnung eines Vorstandsmitglieds oder in den eigenen Vereinsräumen aufbewahren. Nur in etwas mehr als 10% der Fälle sind diese Unterlagen aber auch für interessierte Außenstehende unter Beachtung der Schutzfristen zugänglich.

Dies bedeutet unter anderem, dass alle anderen Unterlagen in der Regel nicht für sportgeschichtliche Auswertungen zu nutzen sind. Außerdem ist es zweifelhaft, ob diese Unterlagen überhaupt archivgerecht aufbewahrt und damit auf Dauer erhalten werden. Der Empfehlung, bei der Archivierung grundsätzlich mit den jeweils zuständigen Kommunalarchiven zusammenzuarbeiten, folgten lediglich knapp 3% aller antwortenden Sportvereine. Allerdings wünschten sich andererseits etwa die Hälfte aller beteiligten Vereine auch zusätzliche Beratungsangebote.

Bei der Tagung zum überregionalen Erfahrungsaustausch wurde deutlich, dass die hessischen Erfahrungen nicht außergewöhnlich sind, denn in ihrem Bericht über den Aufbau des Muse-ums eines so renommierten Vereins wie des 1.FC Kaiserslautern (FCK) beschrieb Astrid Wegner als verantwortliche Kuratorin eine vergleichbare Situation. Ihre Ausgangsthese lautete daher: „Das kollektive Gedächtnis des Vereins war und ist zerstreut!“ Bis zum Jahr 2011 gab es kein Archiv und auch keine Sammlung, die seit Vereinsbeginn an einem Ort zusammengetragen und damit „natürlich“ gewachsen wäre.

Die Sammlungsstrategie lautete deshalb „Partizipation“ und führte mit einem „begehbaren“ Sammelaufruf zu einem ersten „Baustellenabschnitt“ unter dem Motto „Eure Geschichte – Unsere Geschichte“. Nach einem Jahr des Sammelns konnte dann mit der Konzeptionsentwicklung für die Dauerausstellung des Museums begonnen werden. Die leitende Zielvorstellung war es, ein begehbares Vereins-Familienalbum zu schaffen, das sich räumlich in mehrere Themenbereiche gliedert. Der größte abgeschlossene Bereich sollte Fritz Walter gewidmet sein.

Ein durchlaufender Zeitstrahl bildet dabei die Vereinsgeschichte des FCK ab, während sich ein parallel verlaufender Zeitstrahl mit der Fangeschichte beschäftigt. Zusätzlich gibt es Themenräume zu besonders wichtigen Ereignissen und Entwicklungen beim FCK. Auf den Außenwänden finden sich großformatige Ansichten von Fans auf FCK-rotem Grund, so dass der Besucher Fans aus unterschiedlichen Zeiten begegnen kann. Die genauere Beschreibung einzelner Bereiche aus der zukünftigen Dauerausstellung gab einen ersten Einblick in deren Inhalte und die geplante Gestaltung.

Im Vergleich hierzu erscheint die Ausgangslage von Miriam Grabarits (Darmstadt) und Dr. Alexander Priebe (Heppenheim) für ihre Forschungsarbeit zum Thema „Deutsches Akademisches Olympia 1924 in Marburg“ auf den ersten Blick geradezu komfortabel, weil sie eine äußerst differenzierte Marburger Archivlandschaft nutzen konnten. In ihrem mit verteilten Rollen gemeinsam vorgetragenen Referat erläuterten sie die sich daraus ergebenden Chancen für sportgeschichtliche Forschung.

Für ihre Arbeiten konnten Grabarits und Dr. Priebe Bestände aus dem Archiv der Universität Marburg, aus dem Stadtarchiv Marburg sowie aus den Archiven der Akademischen Turnverbindung (ATV) und des Akademischen Turnerbunds (ATB) heranziehen. Außerdem waren das Bildarchiv des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte („bildindex.de“), die Universitätsbibliothek Marburg („OPAC“) und das Institut für Sportwissenschaft von Bedeutung. Dazu kommt noch das Hessische Landesamt für geschichtliche Landeskunde („LAGIS“), welches ebenfalls seinen Sitz in Marburg hat.

Einen völlig anderen Zugang zur Problematik der Sportüberlieferungen hatte Annegret Neupert (Bundesarchiv Koblenz) für ihr einführendes Referat, mit dem sie die Bestände des Bundesarchivs unter dem Aspekt deren Bedeutung für die Sportgeschichte analysierte. Sie unterschied zunächst zwischen dem Archivgut zentraler staatlicher Stellen des Deutschen Bundes (1815 – 1866), des Deutschen Reiches (1867/71 – 1945), der Besatzungszonen (1945 – 1949), der Deutschen Demokratischen Republik (1949 – 1990) und der Bundesrepublik Deutschland (ab 1949).

Dazu kommen noch die ergänzenden Überlieferungen mit Unterlagen von Verbänden und Organisationen, die eine überregionale Bedeutung haben oder hatten, sowie aus zeitgeschichtlichen Sammlungen. Diese umfassen Druckschriften von Parteien, Verbänden und anderen bundesweit gesellschaftlich aktiven Gruppen. Außerdem verfügt das Bundesarchiv über 3.000 Nachlässe von bedeutenden historischen Persönlichkeiten und Personen der Zeitgeschichte (www.nachlassdatenbank.de).

Recherchen in den Schriftgutbeständen des Bundesarchivs sind unter Verwendung der Internetadresse „http://invenio.bundesarchiv.de“ möglich. Im Digitalen Bildarchiv des Bundesarchivs kann unter Verwendung der Internetadresse „http://www.bild.bundesarchiv.de“ recherchiert werden. Für staatliches Archivgut gelten dabei die Sperrfristen des Bundesarchivgesetzes, während bei nichtstaatlichem Archivgut jeweils die vertraglich geregelten Benutzungsbedingungen zu berücksichtigen sind.

Die Ausführungen von Miriam Grabarits und Dr. Alexander Priebe zur „Marburger Archivlandschaft“ machten deutlich, dass sich im Umkehrschluss auch die an einer Sportüberlieferung interessierten Sportvereine zunächst jeweils ein Bild von der lokalen „Überlieferungslandschaft“ machen müssen, um Adressaten für eine mögliche Kooperation zu ermitteln. Hierbei könnten die Sportkreise unterstützend eine wichtige Funktion übernehmen, wenn es ihnen gelingt, interessierte Vereine und tragende Säulen der jeweiligen Überlieferungslandschaft zusammenzuführen.

Beim Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Tagungsteilnehmern wurde außerdem übereinstimmend festgestellt, dass trotz aller Bemühungen immer noch ganz erhebliche Defizite bei der Sicherung von Sportüberlieferungen bestehen. Offensichtlich haben zahlreiche Betroffene bis heute nicht verstanden, dass die einschlägigen Empfehlungen von Sporthistorikern keine „Forderungen“ darstellen, sondern als Hilfestellung gedacht sind. Sportvereine und Sportverbände, die heute keine „Spuren“ ihrer Tätigkeit hinterlassen, werden später auch keine Erwähnung im Rahmen der Sportgeschichte finden.

Abschließend betonten mehrere Tagungsteilnehmer die Vorteile einer Netzwerkarbeit, deren Voraussetzung regelmäßige Treffen der engagierten Fachleute aus Landessportbünden und Fachverbänden sind. Darüber hinaus wurde angeregt, sich schon im Vorfeld der nächsten Tagung über die inhaltlichen Schwerpunkte zu verständigen. Künftig spielt hier ganz sicher die zunehmende Digitalisierung eine wichtige Rolle. Schließlich sollte auch überlegt werden, welche technischen Lösungen es gibt, einen ständigen internet-gestützten Erfahrungsaustausch zu ermöglichen, um die Zeit zwischen den Jahrestagungen zu überbrücken.

Peter Schermer

Der Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ beim Landessportbund Hessen hat im Herbst des letzten Jahres eine Umfrage zur Archivarbeit und Sportüberlieferung in hessischen Sportvereinen gestartet. Alle Sportkreise wurden deshalb gebeten, einen zweiseitigen Fragebogen an die Vereine in ihrem Zuständigkeitsbereich weiterzuleiten. Die ausgefüllten Bogen sollten bis spätestens 15. Dezember 2014 an den Landessportbund Hessen (lsb h) zurück geschickt werden.

Die Auswertung der beim lsb h - Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ eingetroffenen Erhebungsunterlagen führte zu dem Ergebnis, dass sich 334 Vereine an der Umfrage beteiligt haben. Das entspricht bei insgesamt 7.800 hessischen Vereinen einer Rücklaufquote von etwas mehr als 4%. Aus 8 hessischen Sportkreisen ist allerdings von keinem einzigen Verein ein ausgefüllter Fragebogen zurückgegeben worden!

Aus den ausgefüllten Fragebogen ergibt sich unter Berücksichtigung von Mehrfachnennungen erwartungsgemäß, dass mehr als 80% der Sportvereine ihre Unterlagen nach Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Aufbewahrungsfristen in der Wohnung eines Vorstandsmitglieds oder in den eigenen Vereinsräumen aufbewahren. Nur in etwas mehr als 10% der Fälle sind diese Unterlagen aber auch für interessierte Außenstehende unter Beachtung der Schutzfristen zugänglich.

Dies bedeutet unter anderem, dass alle anderen Unterlagen in der Regel nicht für sportgeschichtliche Auswertungen zu nutzen sind. Außerdem ist es zweifelhaft, ob diese Unterlagen überhaupt archivgerecht aufbewahrt und damit auf Dauer erhalten werden. Deshalb vertritt der lsb h - Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ schon seit vielen Jahren die Auffassung, dass Sportvereine grundsätzlich mit den jeweils zuständigen Kommunalarchiven zusammen arbeiten sollten, wenn es um die Archivierung der Vereinsunterlagen geht.

Dieser Empfehlung folgen bisher allerdings nur insgesamt 13 und damit noch nicht einmal 3% der 334 antwortenden Sportvereine! Damit wird deutlich, dass der ganz überwiegende Teil aller Vereine offensichtlich der Meinung ist, dass auf die sachgerechte Aufbewahrung der erhaltenswerten Unterlagen nicht geachtet werden muß. Offenbar sind die Vereine auch nur wenig an sporthistorischer Forschungsarbeit auf lokaler und regionaler Ebene interessiert.

Diese Haltung spiegelt sich zumindest in den Antworten der 60 Vereine, die mitgeteilt haben, dass bei ihnen erhaltenswerte Akten und Unterlagen bedenkenlos ganz einfach vernichtet werden! Angesichts einer derart ernüchternden Ausgangslage stimmt es zumindest hoffnungsvoll, dass fast die Hälfte der antwortenden Sportvereine Interesse an einer Beratung zu Fragen der Archivierung von Akten und Unterlagen angemeldet hat.

Ein Viertel dieser Nennungen bezieht sich auf Grundfragen der Archivarbeit. Weitere zentrale Themen sind die Archivierung von Fotos und die Aufbewahrung von Objekten wie Medaillen, Pokalen und Urkunden. Danach folgen die Themen „Beschaffung von Materialien für die Archivarbeit“ sowie „Erstellung von Festschriften“.

In diesem Zusammenhang ist von Bedeutung, dass mit Ulrich Manthei als Vorsitzendem des Beirats der Sportkreise bereits vor einiger Zeit vereinbart wurde, die Fortbildung der ehrenamtlichen Vereinsarchivare künftig dezentral zu organisieren. Dies gilt erst recht für die Beratung der Vereine, die eine ortsnahe Koordinierung erfordert. Daher sei noch auf die regionalen Schwerpunkte der Beratungswünsche hingewiesen, die sich aus der Umfrage ergeben.

An der Spitze liegt hier der Sportkreis Frankfurt mit insgesamt 42 Nennungen. Danach folgen die Sportkreise Bergstraße und Waldeck-Frankenberg mit jeweils 39 Nennungen. Aber auch die Sportkreise Hochtaunus, Groß-Gerau, Vogelsberg und Schwalm-Eder haben großes Interesse an der Beratung zu verschiedenen Themen geäußert. Natürlich ist der lbs h - Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ gerne bereit, die weiteren Planungen der Sportkreise tatkräftig zu unterstützen.

Peter Schermer

Die nächste Tagung des Landessportbunds Hessen zum Thema
„Überregionaler Erfahrungsaustausch zur Archivarbeit und Überlieferungsbildung im Sport"
findet am Donnerstag, 23. April 2015, in der Landessportschule Frankfurt statt.

Hier das Programm der Tagung nach dem jetzigen Stand:

10.00 Uhr: Grußwort
(Prof. Dr. Heinz Zielinski, Vizepräsident LSB Hessen)

10.15 Uhr: Bestände des Bundesarchivs zur deutschen
Sportgeschichte
(Annegret Neupert, Koblenz)

11.00 Uhr: Probleme der Literatur- und Quellenlage für die
regionale Sportgeschichte - das Beispiel Anhalt

11. 45 Uhr: Nutzung von Hochschularchiven für die
Sportgeschichte - das Beispiel Marburg
(Miriam Grabarits - Darmstadt / Dr. Alexander Priebe
- Heppenheim)

12.30 Uhr: Mittagspause

13.30 Uhr: Erfahrungsaustausch zur Archivarbeit im Sport:
Gegenwärtiger Stand und Perspektiven
(Arbeit in Gruppen)

15.00 Uhr: Das FCK-Museum in Kaiserslautern –
Ein Museum im Aufbau
(Astrid Wegner, Wiesbaden)

15.45 Uhr: Zusammenfassung: Ergebnisse und Konsequenzen

16.00 Uhr: Ende der Tagung

Interessenten können sich wie üblich bei Herrn Richter (Landessportbund Hessen) zur Teilnahme an der Tagung anmelden.

Peter Schermer
(lsb h – AK „Sport und Geschichte“)

Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde auch in Deutschland der aus England übernommene „Sport“ immer populärer. Häufig wird dabei vor allem an die Sportarten Rugby bzw. Fußball gedacht, die großen Anklang fanden. Aber unter anderem auch Golf, Hockey und Tennis gehören zum „Englischen Sport“, der immer stärker mit dem herkömmlichen (deutschen) „Turnen“ konkurrierte.

Während es viele sportgeschichtliche Beiträge gibt, die sich mit dem Fußballsport beschäftigen, wurden andere „englische“ Sportarten bisher eher zurückhaltend behandelt. Dies gilt insbesondere auch für den Golf-Sport.

Gerade in Hessen breitete sich dieses Spiel jedoch recht schnell aus. So verfügt Bad Homburg über den ältesten Golfplatz Deutschlands, auf dem seit 1889 Spiele ausgetragen wurden. Außerdem gab es in Darmstadt, Wiesbaden und Bad Nauheim schon sehr früh Aktivitäten zur Einführung des Golfsports.

Golf in Bad Homburg

„Obwohl nur klein, bietet der Homburger Golfplatz den Spielern nicht geringe Schwierigkeiten. Hohe Bäume und dichtes Gebüsch, langes Gras und eigens aufgestellte Hürden müssen überwunden werden, ehe der kleine weiße Ball glücklich ins Loch fällt.“

So beurteilt ein Chronist zu Anfang des 20. Jahrhunderts die Anlage. Über 100 Jahre später sind im Kurpark noch sechs Spielbahnen erhalten. Der „Old Course“ ist öffentlich – d.h. dort kann auch ohne die Mitgliedschaft in einem Golfclub gespielt werden.

Die Historie des Homburger Golf-Clubs ist ebenfalls einzigartig. Überwiegend von angloamerikanischen Kurgästen 1899 gegründet, sind 1901 schon gut 1.150 Mitglieder registriert. Die „Damen und Herren der Gesellschaft“ pflegen ein reges Clubleben, und für den Sommer 1902 wird die Ergänzung weiterer Spielbahnen anvisiert.

Schon in der Gründerzeit sind z.B. Leila von Meister und Alfred Merton in der Mitgliederliste zu finden. Frau von Meister ist gebürtige Amerikanerin, mit einem „königlichen“ Landrat verheiratet und übernimmt nach dem 1. Weltkrieg den Vorsitz des Homburger Golf-Clubs (HGC). Alfred Merton aus Frankfurt gehört 1913 zu den Initiatoren des Frankfurter Golf-Clubs, und der am 26. Mai 1907 gegründete Deutsche Golf Verband (DGV) wählt ihn 1932 zu seinem Präsidenten.

1911 gehören über 2.000 Personen zum HGC; darunter aber auch eine große Zahl passiver Mitglieder. Mit 26 „Herren der Gesellschaft“ und „Seiner Kaiserlichen Hoheit Prinz Heinrich von Preußen“ ist der Vorstand sehr nobel besetzt. Bis 1914 steigt die Zahl der Mitglieder auf über 3.000.

Auf das 125-jährige Jubiläum ist man in Homburg gut vorbereit. Im Mai 2011 konnte der Ausbau des „New Course“ am Stadtrand von Bad Homburg auf 18 Löcher beendet werden. Der Club wurde im April 2013 als erster Club in Deutschland von Queen Elisabeth II. zum „Royal Golf-Club“ ernannt.

Golf in Darmstadt, Wiesbaden und Bad Nauheim

Bereits im Februar 1892 wurde auch in Darmstadt ein Golf-Club gegründet, dessen Schutzherr Großherzog Ludwig IV. war. Dieser regierte seit 1877 und starb am 13. März desselben Jahres. Dieser Umstand ist wahrscheinlich die Erklärung dafür, dass bis zur Neugründung im Jahre 1911 keine weiteren Belege für Golfaktivitäten in Darmstadt existieren.

An der Eröffnung von Platz und Clubhaus im Jahr 1913 nahm Prinz Heinrich von Preußen teil. Großherzog Ernst Ludwig genehmigte kurz darauf die Bezeichnung als „Großherzoglicher Golf-Klub Darmstadt“.

Zeitungsberichte und persönliche Erinnerungen belegen von 1893 an auch das Golfspiel in Wiesbaden. Als eingetragener Verein ist der Wiesbadener Golf-Club ab 1911 in hessischen Archiven zu finden.

Mit Bad Nauheim gibt es in Hessen schon vor der DGV-Gründung im Jahr 1907 einen weiteren Spielort für den „grünen Sport“. Im Juni 1903 bildete sich ein Komitee zur Anlage eines Platzes – auch hier vorzugsweise für die angloamerikanischen Kurgäste. Das stilvolle Clubhaus aus den Anfangstagen existiert bis heute. 1996 erwarb der Club das gesamte Areal vom Hessischen Staatsbad.

Kuno Schuch (Golfarchiv Köln)

Zollen wir also auch unseren Tribut ...

Carola Westermeier: Rezension zu: Rinke, Stefan; Schiller, Kay (Hrsg.): The FIFA World Cup 1930–2010. Politics, Commerce, Spectacle and Identities. Göttingen 2014, in: H-Soz-u-Kult, 10.07.2014, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2014-3-028


Nachdem Professor Dr. Zielinski als zuständiger Vizepräsident des Hessischen Landessportbunds die Teilnehmer an der diesjährigen Tagung zum überregionalen Erfahrungsaustausch im Bereich der Sportüberlieferungen begrüßt hatte, beschäftigten sich die einzelnen Referenten mit unterschiedlichen Aspekten des Tagungsthemas.

Den Rahmen bildeten dabei die Referate von Professor Dr. Wedemeyer-Kolwe (Hannover) über die Arbeit des Nieder-sächsischen Instituts für Sportgeschichte (NISH) und von Asmus Kaufmann (Kaiserslautern) über die Sicherung von Sportüber-lieferungen im Sportbund Pfalz. Dr. Peter Engels (Darmstadt) beschrieb als Stadtarchivar das aus seiner Sicht gravierende Missverhältnis zwischen der Fülle von Sportüberlieferungen und der unzureichenden Nutzung dieser Materialien durch interessierte Nutzer.

Immerhin gibt es hier mit Kuno Schuch (Deutsches Golfarchiv), der sich nach einem kurzen Überblick zur hessischen Golfgeschichte auf die Golfentwicklung im Großherzogtum Darmstadt konzentrierte, zumindest eine prominente Ausnahme. Roland Frischkorn leitete als Sportkreisvorsitzender mit einem Impulsreferat über die sport-historischen Aktivitäten des Sportkreises Frankfurt die Phase der Gruppenarbeit ein.

Professor Wedemeyer-Kolwe gab zunächst einen Überblick über die Aufgaben und Bestände des NISH, das 1981 in Hoya als Verein gegründet wurde und seit 2011 seinen Standort in Hannover hat. Die Mitarbeiter widmen sich der Sichtung, Bewahrung und Archivierung von Materialien zur niedersächsischen Sport-geschichte. Dies schließt Forschungsarbeiten und Publikationen ein, für die auch auf mehrere internationale Spezialsammlungen zugegriffen werden kann. Anschließend ging der Referent auf das Nutzerprofil des NISH ein.

In diesem Zusammenhang verwies er auf eine beeindruckende Fülle von Anfragen zu sporthistorischen Themen an das Institut. Ein Teil dieser Anfragen ist dabei auf die fachlichen Schwerpunkte des NISH zurückzuführen, dessen Leiter sich insbesondere mit der Geschichte des Behindertensports, der Körperkultur und des Bodybuilding beschäftigt. Die Bandbreite der Anfragen macht aber auch deutlich, dass der Bekanntheitsgrad des bereits seit vielen Jahrzehnten bestehenden Instituts eine große Rolle spielt.

Asmus Kaufmann schilderte die einzelnen Schritte beim Aufbau eines Gesamtsystems zur Sicherung von Sportüberlieferungen in der Pfalz. Ausgangspunkt war dabei 2009 die Gründung des Vereins „Pfälzische Sportgeschichte“ auf Initiative des Sportbundes Pfalz. Der Verein bietet die Möglichkeit zum Meinungsaustausch für alle an der Sportgeschichte in der Pfalz Interessierten sowie zur Präsentation von Sammlungen und Forschungsergebnissen. Seit 2009 werden in Kooperation mit dem Landesarchiv und mit dem Stadtarchiv Speyer auch Seminare für Sportvereine zur Archivierung von Schriftgut und Fotos angeboten.

Im Juni 2011 konnte dann im Deutschen Schuhmuseum Hauenstein das Pfälzische Sportmuseum eröffnet werden. Damit wurde ein pragmatischer Ansatz realisiert, während zum Beispiel die Exponate des Sportmuseums Frankfurt bis heute nicht einer interessierten Allgemeinheit zugänglich gemacht werden konnten. Ein Ergebnis der engen Kooperation mit dem Historischen Verein der Pfalz war die Tagung zur Pfälzer Sportgeschichte im Oktober 2013.

Dr. Peter Engels erläuterte anschaulich, dass gerade die süd-hessische Metropole Darmstadt auf eine äußerst interessante sporthistorische Vergangenheit zurückblicken kann. So gab es hier eine früh einsetzende Turnbewegung und erste Bemühungen um die Etablierung der „englischen“ Sportarten Fußball, Golf und Rugby. In der NS-Zeit folgte dann der Versuch, „Stadt des Sports“ zu werden. Dazu kommt noch, dass die Technische Universität eine ent-scheidende Rolle für die Entwicklung der Darmstädter Sport-landschaft gespielt hat.

Trotz der Verluste durch die Zerstörungen im letzten Krieg verfügt das Stadtarchiv Darmstadt über zahlreiche Überlieferungen zur Geschichte des Sports. Außerdem gibt es auch in der zeitge-schichtlichen Sammlung einen Schwerpunkt, der sich mit dem Sport beschäftigt. Allerdings ist es bisher nicht gelungen, diese Archiv-bestände potentiellen Nutzern bekannt zu machen und Sportvereine zur Sicherung oder Abgabe von Archivbeständen zu veranlassen.

Kuno Schuch konnte direkt an die Ausführungen von Dr. Engels anschließen und konzentrierte sich nach einem kurzen Exkurs zur hessischen Golfgeschichte auf den 1892 gegründeten Großher-zoglichen Golfclub in Darmstadt, dessen Schutzherr Großherzog Ludwig IV. war. Als Spielfeld wird in den verfügbaren Unterlagen der „Exerzierplatz“ genannt. Dies war damit der erste in Deutsch-and gegründete Golfclub, der allerdings nur kurze Zeit bestand und 1911 neu gegründet wurde.

Großherzog Ernst Ludwig übernahm ab 1911 das Protektorat und genehmigte 1913 die Bezeichnung „Großherzoglicher Golf-Klub“. In den Kriegsjahren 1914 bis 1918 musste der Spielbetrieb allerdings schon wieder ausgesetzt werden. 1922 wurde das Klubhaus dann an den Tennis- und Eis-Club Darmstadt verpachtet. Nach einer posi-tiven Entwicklung in den Jahren nach dem Krieg nahm die Zahl der Mitglieder seit 1925 kontinuierlich wieder ab. Am 27. Februar 1942 wurde der Golf-Klub Darmstadt aufgelöst.

Roland Frischkorn hob in seinem Impulsreferat zu der folgenden Gruppenarbeit die Bedeutung der Sportkreise für Initiativen zur Förderung regionaler Sportgeschichte hervor. So wurde auf Anre-gung des Sportkreisvorstands eine Veranstaltungsreihe zur Frank-furter Sportgeschichte vorbereitet.

Daran war maßgeblich ein eigener Arbeitskreis beteiligt, in dem die einschlägigen Institutionen wie das Institut für Stadtgeschichte, das Historische Museum Frankfurt und das Sportmuseum Frankfurt sowie Experten des Sportkreises zusammenwirkten. Zu erwähnen sind außerdem Aktivitäten im Rahmen des Stadtteilprojekts „Gallus“ und die Beteiligung an der Stadtlabor-Reihe des Histo-rischen Museums Frankfurt.

Bei der sich anschließenden Gruppenarbeit gab es zwei unterschied-
liche Schwerpunkte, da sich die von Waldemar Krug (Offenbach) moderierte Arbeitsgruppe insbesondere mit der Frage beschäftigte, welchen Stellenwert die verfügbaren Archivalien haben. Die von Peter Schermer (Frankfurt) betreute Arbeitsgruppe widmete sich dagegen sehr intensiv den Möglichkeiten einer Motivierung für sporthistorische Arbeiten. In diesem Zusammenhang hob Asmus Kaufmann die inspirierende Bedeutung des Sportmuseums Hauenstein hervor.

Die Tagungsteilnehmer waren sich darüber einig, dass es ein müh-samer Weg sein wird, möglichst viele Beteiligten für die Bedeutung von Sportüberlieferungen zu sensibilisieren. Dabei muss jeweils im Vorfeld entschieden werden, ob man den Weg über einen syste-matischen Ausbau der erforderlichen Infrastruktur wählt, oder aber sich auf die motivierende Wirkung einer Einzelfallberatung verlässt.

Peter Schermer

Der lsb h – Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ bemüht sich bereits seit längerer Zeit um eine Regionalisierung der Ansätze für eine Sicherung von Sportüberlieferungen. Diese Zielsetzung wurde auch in einem Gespräch mit Ulrich Manthei, dem Vorsitzenden des lsb h - Beirats der Sportkreise, verfolgt, das bereits Ende des letzten Jahres stattgefunden hat. Manthei zeigte sich äußerst aufgeschlossen und bewies durch zahlreiche konstruktive Vorschläge sein Interesse an tragfähigen Lösungen.

So sprach er sich beispielsweise dafür aus, Fortbildungsangebote zur Archivarbeit stärker zu regionalisieren und mit den Verantwortlichen in den Sportkreisen frühzeitig abzustimmen. Darüber hinaus machte er darauf aufmerksam, dass die künftig jährlich erforderlichen Ver-einsvertreterversammlungen ebenfalls dafür genutzt werden sollten, Sportvereine für die Archivarbeit und für die Bewahrung von Sportüberlieferungen zu sensibilisieren. Weiterhin schlug er vor, nicht nur im Rahmen von „Sport in Hessen“, sondern auch mit Hilfe des lsb h – Newsletter über die Tätigkeit des Arbeitskreises „Sport und Geschichte“ zu informieren.

Darüber hinaus bestand bei den Gesprächsteilnehmern Einigkeit, dass „Archivarbeit“ zumindest in den Satzungen der Sportkreise als Pflichtaufgabe verankert werden sollte, wie dies im Sportkreis Schwalm-Eder bereits geschehen ist. Schließlich sagte Manthei auch noch seine Unterstützung zu, wenn es darum geht, Basisdaten über den Stand der Archivarbeit in den hessischen Sportvereinen zu erheben. Diese Themen sollen auf einer für den 9. März 2014 in der Landessportschule Frankfurt geplanten Tagung mit den Archivbeauftragten der Sportkreise vertiefend erörtert werden.

Die Regionalisierung der Ansätze zur Sicherung von Sportüberlieferungen steht darüber hinaus auch bei der schon traditionellen Tagung des lsb h – Arbeitskreises „Sport und Geschichte“ zum überregionalen Erfahrungsaustausch am 15. Mai 2014 in Frankfurt im Mittelpunkt der Beratungen. Dr. Peter Engels (Darmstadt) wird dann als Stadtarchivar über das Thema „Sportüberlieferungen als Gegenstand der Arbeit von Stadtarchiven und Geschichtsvereinen“ sprechen.

Erstmals hat mit Roland Frischkorn (Frankfurt) auch der Vorsitzende eines Sportkreises seine aktive Mitwirkung zugesagt. Frischkorn wird über „Sportkreis-Initiativen zur Sensibilisierung für sportgeschichtliche Themen“ informieren und soll damit zugleich Impulse für den umfassenden Informationsaustausch der Tagungsteilnehmer geben. Das abschließende Referat zum Thema „Sicherung von Sportüberlieferungen im Sportbund Pfalz“ hat Asmus Kaufmann (Kaiserslautern) übernommen.

Kaufmann kann unter anderem über positive Erfahrungen mit dem Sportmuseum der Pfalz in Hauenstein berichten. Eröffnet wird die Tagung mit einem Referat von Prof. Dr. Dr. Bernd Wedemeyer-Kolwe (Hannover), das sich mit der „Arbeit des Niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte – NISH“ beschäftigt. Ihm folgt Kuno Schuch (Köln) mit einem Beitrag zur „Spurensuche des Deutschen Golfarchivs im Großherzogtum Hessen“. Mit Blick auf diese Referenten und Themen kann auch 2014 erneut mit einer interessanten Tagung gerechnet werden.

Zwei Veranstaltungen im Herbst 2014 befassen sich wieder mit der Fortbildung von ehrenamtlichen Archivaren im Sport. Am 13. September 2014 sollen in der Landessportschule Frankfurt Grundlagen der Archivarbeit behandelt und dabei auch Probleme der Bestandserhaltung sowie der Archivierung von Fotos angesprochen werden. Bei einer Tagung am 18. Oktober in der Sport- und Bildungsstätte Wetzlar wird die Erstellung von Jubiläumsschriften im Mittelpunkt stehen.

Weitere Auskünfte zu diesen Tagungen erteilt Herr Heiner Richter als zuständiger Mitarbeiter des Landessportbunds Hessen. Sie erreichen Herrn Richter, der auch Adressat für Anmeldungen zu den Tagungen ist, telefonisch (0 69 / 6789 - 496 o. 623) per Fax (0 69 / 6789 - 427) oder per E-Mail (hrichter@lsbh.de).

Peter Schermer

Hardy Grüne beschwert sich:

"2006 habe ich für „Mit dem Ring auf der Brust. Die Geschichte des VfB Stuttgart“ mehrere Wochen in Stuttgart verbracht und mich durch diverse Archive gewühlt, um Ergebnisse, Spielerkader und Anekdoten aus der Zeit zwischen 1893 und 1963 zu eruieren. Mein Buch war seinerzeit die erste Veröffentlichung, in der alle Pflichtspiele, Spielerkader und Tabellen der Klubgeschichte aufgeführt wurden – mit ein paar kleinen Lücken, die einfach nicht zu stopfen waren.

Erstaunlicherweise weist der erwähnte dritte Band der offiziellen Klubchronik nicht nur exakt dieselben Lücken auf, sondern folgt auch sonst deckungsgleich meinen Angaben – wo mir ein Ergebnis fehlte, fehlt es auch hier, wo ich keinen Vornamen herausfand, fehlt er auch hier, wo ich einen Kommentar unter eine Tabelle setzte, steht er nahezu wortgleich auch hier. Im Klartext: was den statistischen Teil betrifft, grub sich das Autorenteam keineswegs „tief ins Stuttgarter Stadtarchiv“ ein, sondern steckte seine Nase eher tief in „Mit dem Ring auf der Brust“. Nebenbei sei gesagt, dass viele Informationen ohnehin gar nicht im - ausgezeichnet sortierten! - Stadtarchiv zu finden waren, sondern in der Landesbibliothek.

Bedauerlicherweise vergisst das VfB-Autorenteam, die Quelle seiner Informationen zu nennen – „Mit dem Ring auf der Brust“ taucht noch nicht einmal im ohnehin eher übersichtlichen Literaturverzeichnis auf. http://www.werkstatt-verlag.de/?q=9783895335938

Ich bin es gewohnt, dass meine mühsam eruierten Daten aufgegriffen werden und rege mich selten darüber auf. Auch ich profitiere in meiner Arbeit immer wieder von der Arbeit anderer. Was die immerhin stolze 88 Euro kostende VfB-Trilogie (Amazon, im Fan-Shop 79 €) betrifft, bin ich nun aber schon etwas erzürnt. Deshalb dieser eher ungewöhnliche Hinweis, verbunden mit der Hoffnung, das Plagiat ein wenig bekannter zu machen."

http://fussballglobus.blogspot.de/2013/10/zur-veroffentlichung-der-dreibandigen.html

Überwiegend ältere italienische Sportzeitschriften, aber auch ein altes lateinisches Werk aus dem 16. Jahrhundert, gedruckt in Ingolstadt, zur Kunst des Schwimmens.

http://dlib.coninet.it/?q=node/9&id=36

Via
http://filstoria.hypotheses.org/10548

 

twoday.net AGB

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