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Geschichtswissenschaft

http://www.g7ldb.history.uni-tuebingen.de/

Von Christian Schwaderer, ohne Volltexte und Online-Nachweise der Quellen und Sekundärliteratur.

http://www.eerstewereldoorlog.nu/

Via
http://vifabenelux.wordpress.com/2014/10/09/neu-im-web-online-plattform-eerstewereldoorlog-nu/

http://encyclopedia.1914-1918-online.net/

Die Beteiligung der BSB garantiert eigentlich schon, dass es sich bei der gestern freigeschalteten englischsprachigen Enzyklopädie um Murks handelt.

INHALTLICHE QUALITÄT

Ich bin kein Fachmann für den Ersten Weltkrieg, aber vorerst ist davon auszugehen, dass die oft mit Einzelnachweisen und stets mit einer Bibliographie versehenen Artikel von ausgewiesenen internationalen Experten verfasst wurden und den Forschungsstand gut wiedergeben. Aber das ist bei einem Online-Nachschlagewerk nicht alles.

QUERVERWEISE

Die internen Links beziehen sich auf andere Artikel oder den Gesamtindex. Sonderlich durchdacht ist das Verweissystem nicht. Sucht man nach venice (Venedig) mit der Volltextsuche, erhält man 7 Treffer, während der Index unter Venice nur drei Artikel listet. Woher soll man wissen, dass es neben dem Ort Venice auch noch eine eigene Ortsangabe "Saint Mark's Cathedral, Venice" gibt?

Unverknüpft sind auch Tannenberg und Allenstein.

Unverständlich ist, wieso die in den Noten angegebenen Literaturtitel nicht in die Bibliographie aufgenommen wurden, in der man einen Nachweis findet, in welchen Artikeln die Arbeit zitiert wird.

Eher eine Spielerei, aber hoch-innovativ sind die Grafiken in "Related Articles".

VOLLTEXTSUCHE

Es gibt keine echte Volltextsuche. Noten und External Links sind nicht erfasst.

Aus
http://encyclopedia.1914-1918-online.net/article/Womens_Mobilization_for_War_(Russian_Empire)
Anm. 1 wird nicht gefunden:
Kuban Cossack Elena Choba
Zhenskii vestnik

Unter den Links von

http://encyclopedia.1914-1918-online.net/article/Moroccan_crises_1905-1911

erscheint ein RGBl.-Eintrag von Wikisource. Wikisource wird aber von der Suche nicht gefunden.

Erfasst sind dagegen anscheinend die Bilderläuterungen.

ONLINE-NACHWEISE

Weiterführende Angaben gibt es in den Noten (unverlinkt), in der Bibliographie, den externen Links und den "Resources".

Die Nichteinbeziehung der Noten ist bei einem Artikel wie

http://encyclopedia.1914-1918-online.net/article/Historiography_1918-today_(Africa)

unverzeihlich, da der Forschungsüberblick sich auf die in den Anmerkungen genannten Titel bezieht.

Zur Bibliographie: Ärgerlich (und vom Historischen Lexikon Bayerns wohlbekannt) ist, dass Online-Nachweise nur sporadisch ermittelt wurden und nicht beim Titel selbst, sondern in den externen Links stehen.

Zu
http://encyclopedia.1914-1918-online.net/bibliography/D7KPDVTC
wäre zu zitieren
http://utpjournalsreview.com/index.php/CJOH/article/view/8948/7825

Wenn es sich um Zeitschriftenartikel oder Buchbeiträge handelt, ist die in der Bibliographie angebotene Weiterleitung zu den Katalogen der Library of Congress und der Deutschen Nationalbibliothek, zu Gallica und zum Worldcat in der Regel völlig sinnfrei. Hier müsste man auf Google Scholar oder CrossRef verweisen.

Mitunter erscheint JSTOR unter den externen Links ohne Angabe, dass es sich um eine lizenzpflichtige Ressource handelt.

Da sich die Bibliotheken soviel auf ihre Toll-Access-Datenbanken zugutehalten, wäre zu erwarten, dass bei aktuellen Zeitschriftenartikeln, die auch online angeboten werden, stets der DOI oder die URL genannt wird.

Bei den External Links wird die Unterscheidung zwischen Article (das sind auch Bücher!) und "Primary Sources" völlig inkonsequent gehandhabt. Auch wird mitunter auf die Open Library verlinkt statt - sinnvollerweise - auf das Internet Archive.

Ein Verzeichnis aller Primärquellen in den externen Links existiert nicht.

Die Wikipedia wird, wie bei der BSB nicht anders zu erwarten, ignoriert.

Der ätzende Lemo-Relaunch hat dazu geführt, dass bei diesem brandneuen Nachschlagewerk im Tannenberg-Artikel der externe Link auf den Artikel zum Tannenberg-Denkmal in LeMO ins Leere führt.

http://www.dhm.de/index.php?id=22191

der Inhalt ist anscheinend nicht mehr im Netz, es gibt nur noch eine Postkarte:

https://www.dhm.de/fileadmin/lemo/suche/search/?q=Tannenberg

"Resources" bietet - in der Regel wenig wertvolle - Abfragen in der Europeana und im WorldCat.

NORMDATEN

Man wird abzuwarten haben, ob es eine BEACON-Datei zum Angebot für die Personenartikel gibt. Eher nicht, denke ich.

Statt auf die Normdaten direkt zu verweisen/verlinken, werden Suchen in den Normdaten veranlasst. Das führt beispielsweise dazu, dass bei Charles, Count of Flanders (1903-1983) in allen Angeboten nichts Relevantes gefunden wird. Dabei gibt es eine GND:

http://d-nb.info/gnd/119110164

Dass es ein Skandal ist, dass man immer noch nicht vom GND-Eintrag zum BEACON-Findbuch kommt, sei nur am Rande angemerkt.

Unter den Metadata wird am Fuß jeden Artikels auch auf die GND Subject Headings verwiesen, aber schwachsinnigerweise führt der Link auf eine Suche statt auf den Normeintrag z.B. zur Schlacht von Tannenberg:

http://d-nb.info/gnd/4184408-7

Die BEACON-Abfrage dazu

http://beacon.findbuch.de/seemore/gnd-aks?format=sources&id=4184408-7

hat Einträge im HBZ-Katalog und SWB-Katalog, aber nichts vom BVB! Siehe auch

http://archiv.twoday.net/stories/805774290/

Die Einbeziehung von Normdaten muss als missglückt betrachtet werden.

LIZENZ

Nicht von ungefähr gelten CC-BY bzw. CC-BY-SA als Standardlizenzen für Open Access. Das Angebot setzt sich kaltschnäuzig über diesen Standard hinweg. Eine triftige Begründung fehlt:

http://encyclopedia.1914-1918-online.net/project/faq/

Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 Germany-CC BY-NC-ND 3.0 ist für ein Nachschlagewerk ein Witz, da Inhalte nicht verändert werden dürfen und 1:1 übernommen werden müssen.

Selbst für die Subjects wird (vermutlich unbegründet) ein Urheberrechtsschutz beansprucht und auch diese werden nur mit restritkiver Lizenz statt als Linked Open Data unter CC0 freigegeben: "The Subjects are published under the Creative Commons License (Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 Germany-CC BY-NC-ND 3.0) and can thus be used to cross-link other online resources to relevant articles in the encyclopedia."

Erbärmlich!

WEB 2.0

Fehlanzeige! Kommentare oder andere Beteiligungsmöglichkeiten sind nicht vorgesehen.

BILDER

Völlig misslungen ist die Einbindung der Bilder. Es wird immer nur ein Bild (andere Medien wie Videos oder Tonaufzeichnungen habe ich - an dieser Stelle - nicht gefunden) angezeigt, was bei einem Artikel wie France bedeutet, dass man eine endlose Diashow durchschauen muss (wenn der geneigte Leser denn überhaupt bemerkt, dass das Bild womöglich für eine Reihe weiterer Bilder steht). Die Bildverwendung in der Wikipedia ist demgegenüber sachgerecht und leserfreundlich.

Da Bilder häufig in mehreren Artikeln verwendet werden, hat man auf die Ermittlung möglichst vieler aussagekräftiger und wenig bekannter Bilder aus dem ganzen Wust der unüberschaubaren Digitalisierungsangebote zum Ersten Weltkrieg keinen Wert gelegt.

Leider gibt es kein zentrales Bilderverzeichnis. Hilfsweise kann man den Reiter Images der Suche nutzen (z.B. bei der Suche nach Tannenberg).

Zu klein und ohne anklickbaren Link wird angezeigt:

https://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/96003705

Häufig stammen Bilder aus Wikimedia Commons. Diese sind nach Stichproben alle korrekt lizenziert.

Ungenügend ist die Bildauswahl zur Schlacht bei Tannenberg:

http://encyclopedia.1914-1918-online.net/article/Battle_of_Tannenberg

Hier hätte man sich mehr Bilder vom Tannenberg-Denkmal gewünscht, siehe etwa

https://commons.wikimedia.org/wiki/Tannenberg-Denkmal

ZITIEREMPFEHLUNG

Gern wüsste ich, wie man

Sammartino, Annemarie: Paramilitary Violence, in:
1914-1918-online. International Encyclopedia of the First
World War, ed. by Ute Daniel, Peter Gatrell, Oliver Janz,
Heather Jones, Jennifer Keene, Alan Kramer, and Bill
Nasson, issued by Freie Universität Berlin, Berlin
2014-10-08. DOI: 10.15463/ie1418.10398 Last modified:
2014-10-05.

in einem deutschen geisteswissenschaftlichen Zitierstil wiedergibt (Tipp: was bedeutet "issued by"?), aber was von Steinhauer und Umstätter auf meine Frage gerade in INETBIB kam, war argumentativ eher unter aller Sau. Wenn man keine Lust hat, eine Frage angemessen zu beantworten, sollte man einfach mal stille sein. So sehr ich Steinhauer zustimme, dass Zitieren keine eigene Wissenschaft ist und Zitate a) eindeutig und b) einheitlich sein sollen, so wenig hilfreich ist seine Wurstigkeit, wenn Studierende sich um Einheitlichkeit bemühen. Und Einheitlichkeit meint dann doch wohl auch, dass man nicht einfach eine englische Zitierempfehlung C&P übernimmt. Dümmlich ist die Wortmeldung Umstätters, der die Notwendigkeit, Studierende an Literaturverwaltungsprogramme wie Citavi heranzuführen, ignoriert.

Übrigens: Dass der DOI nicht als Link ausgewiesen wird, entspricht nicht den CrossRef-Leitlinien und ist extrem benutzerunfreundlich:

http://archiv.twoday.net/stories/16539613/

MOBILE GERÄTE

Mit einem älteren iPad ist das Angebot nicht bequem zu benutzen. Der Screenshot unten belegt, dass Bilder nicht angemessen dargestellt werden.

FAZIT

Einmal mehr bestätigt sich: Online-Nachschlagewerke müssen dringend von der Wikipedia lernen, sonst ergibt sich wie hier Murks. Ich habe aus meiner Sicht gravierende Defizite bei wichtigen Aspekten der digitalen Kultur aufgezeigt.

Ein Online-Nachschlagewerk scheitert, sieht man es nur als eine statische Textsammlung. Die möglicherweise teilweise exzellenten Artikel werden angesichts des 1914-1918-Booms rasch veralten - und dann?

Update: Kritik im Vorfeld

http://archiv.twoday.net/stories/64963796/

Peter Meurer von Citavi schrieb mir:

"Der nach unserer Beobachtung am meisten verbreitete Zitationsstil ist APA. In dessen deutscher Übersetzung (DGPs) stellt sich der Eintrag im Literaturverzeichnis wie folgt dar:

Sammartino, A. Paramilitary Violence. In U. Daniel, P. Gatrell, O. Janz, H. Jones, J. Keene, A. Kramer et al. (Hrsg.), International Encyclopedia of the First World War. Berlin. Zugriff am 08.10.2014. Verfügbar unter 10.15463/ie1418.10398

Vom Chicago-Stil ist uns eine offizielle deutsche Übersetzung nicht bekannt. Wir haben den Chicago-Stil (16. Aufl.) „inoffiziell“ auf deutsch übersetzt. Hier sähe das Ergebnis wie folgt aus:

Sammartino, Annemarie. „Paramilitary Violence.“ In International Encyclopedia of the First World War. Hrsg. von Ute Daniel et al. Berlin. Zuletzt geprüft am 08.10.2014. doi:10.15463/ie1418.10398. "
https://www.flickr.com/photos/34028941@N00/15322130608/

Ebenfalls aus der Sicht der Literaturverwaltungsprogramme nahm Stellung Lambert Heller, wofür ich ihm danken möchte:

http://www.ub.uni-dortmund.de/listen/inetbib/msg54071.html

weltkrieg_enzyklopaedie

Kathrin Utz Tremp resümiert ihre Forschungen:

http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2014/03/hexen-inquisition-teufel

http://www.regesta-imperii.de/fileadmin/user_upload/downloads/Regesta_Imperii_Beiheft_29.pdf

"Beschreibung Städte bilden einen zentralen Lebensraum für Menschen. All die Aspekte menschlichen Lebens wie Politik, Wirtschaft, Religion, Kommunikation und Kultur hinterlassen Spuren im Bild einer Stadt. Seit Kurzem sind Texte, Karten und Abbildungen sowie Literatur zu zahlreichen deutschen Städten frei in einem neuen Internet-Portal zugänglich. Dieses neue Netz-Angebot, das mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vom Institut für vergleichende Städtegeschichte (IStG) entwickelt wurde, bietet Studierenden, Wissenschaftlern sowie interessierten Laien die Möglichkeit zu einer individuellen Auseinandersetzung mit dem Thema „Stadt“. Dies geschieht sowohl durch die Bereitstellung grundlegender Informationen als auch durch einen modernen Wissenschaftsservice mit Anregungen für weiterführende Forschungen. Neben einem Newsticker zu aktuellen Tagungen, Publikationen sowie Ausstellungen bietet das Portal vier unterschiedliche „Abteilungen“: Einführungen in die Städtegeschichte in Form eines Tutorials, interaktive Stadtkarten zu verschiedenen Themen, eine Informationsplattform für das multinationale Projekt „Europäische Städteatlanten“ sowie eine Mediensuche zu Literatur, Karten, Ansichtskarten, Stadtinformationen. Vor allem die Mediensuche bietet die Chance, Informationen zu Aussehen, Entwicklung und konkreter Lage einer Stadt oder deren Beziehungen zu anderen Orten abzurufen. Wissenschaftler können die Bibliographie zur vergleichenden Städteforschung mit derzeit mehr als 150.000 Titeln durchsuchen, um Anregungen für weiterführende Arbeiten zu erhalten.
URL http://www.staedtegeschichte.de " (CLIO online)

Sehr kartenlastig.

Keine Volltexte aus Instituts-Publikationen.

Keine Online-Nachweise in den Bibliographien.

Die Monographie von 1990 ist online:

Der sogenannte "Holbein-Tisch" : Geschichte und Inhalt der bemalten Tischplatte des basler Malers Hans Herbst von 1515 : ein frühes Geschenk an die Burger-Bibliothek Zürich, 1633

Autor: Wüthrich, Lucas
DOI: http://dx.doi.org/10.5169/seals-378967

Er wurde in Schaffhausen ausgestellt, siehe Johannes Waldschütz

http://archiv.twoday.net/stories/936781648/

Im Katalog Ritterturniere (Luzern 2014), S. 172f. Nr. 23 (Peter Jezler) vermisse ich

- den Hinweis auf vergleichbare Bildertische (studiert von Kohlhaussen im Anzeiger des GNM 1929 und in einem englischen Band hrsg. von Biddle zur Winchester-Artus-Rundtafel

http://books.google.de/books?id=pxh__CRXm9wC&pg=PA52 )

- die bibliographische Zusammenstellung zum Tisch

http://books.google.de/books?id=jVaBAAAAQBAJ&pg=PA505 (u.ö.)

Kurzer Beitrag von mir aus dem Jahr 2003 in H-Museum, als die Wikipedia noch nicht in mein Blickfeld getreten war. Bemerkenswert ist die starke Berücksichtigung thematischer Internet-Verzeichnisse.

Der „Windwirbel“, der vor 250 Jahren in Mecklenburg wütete, gilt als einer der mächtigsten Wirbelstürme, die je über Deutschland tobten.

http://www.taz.de/Jahrhunderttornado-vor-250-Jahren/!145842/


"Das Huygens ING bietet seit kurzem eine vollständig digitalisierte Ausgabe der Tagebücher von Willem de Clercq (Amsterdam, 1795-1844) an.

De Clercq war Direktor der Nederlandsche Handel-Maatschappij, Dichter und einer der bedeutendsten Vertreter der niederländischen protestantischen Erweckungsbewegung (Réveil). Seine Tagebücher aus den Jahren 1811-1844 gehören zu den wertvollsten und umfangreichsten Tagebüchern der niederländischen Geschichte."

http://vifabenelux.wordpress.com/2014/09/03/tagebucher-von-willem-de-clercq-vollstandig-online/

 

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