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Archivgeschichte

Zum Münchner Genremaler Eduard von Grützner (1846-1925) siehe

http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=119119110

Wer kennt andere Beispiele für "Archives in art"?

https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Archives_in_art


Das so betitelte neue Buch von Markus Friedrich (bei Oldenbourg) lag mir noch nicht vor.

Ein Archiv ist, was Menschen sich als Archiv denken: eine Schachtel mit der Aufschrift "Archiv", eine Schatzkammer mit goldenen Kladden. Markus Friedrich schreibt erstmals die Geschichte des Archivs als eine Geschichte unserer Wissenskultur. An der Wende vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit wuchs europaweit die Idee, Dokumente an einem festen Ort aufzuheben. Hatte man zuvor die wichtigsten Papierstücke auf Reisen mit sich geführt, gründeten nun viele Fürsten, aber auch Kirchen und Klöster ihre eigenen Archive. Die Geschichte der Archive ist aber nicht nur eine des Bewahrens: Archive sind auch Orte des Vergessens und der Zerstörung. Feuer richteten verheerende Schäden an, aber auch Wasser und Feuchtigkeit. Und je mehr Dokumente aufbewahrt wurden, desto größer wurden die Probleme bei der Ordnung, Verwaltung und Benutzung der Dokumente, bis schließlich nicht nur das Archiv, sondern auch die Figur des Archivars geboren war.

Inhaltsverzeichnis:
http://bvbr.bib-bvb.de:8991/exlibris/aleph/a20_1/apache_media/JDS7FVG1298413MLN97L5V11LANQ8H.pdf

"Aufheben, was nicht vergessen werden darf" heisst das neue Buch von Dietmar Schenk, das soeben im Franz Steiner Verlag erschienen ist. Schenk leitet das Universitätsarchiv der Universität der Künste Berlin.
Verlagstext: "Archivalien sind dem Wandel der Dinge in gewissen Grenzen enthoben. Die Archive, in denen authentische Zeugnisse der Vergangenheit bewahrt werden, verändern sich aber im Sog der Geschichte. Im alten Europa entwickelten sie sich mit der Expansion pragmatischer Schriftlichkeit, im 19. Jahrhundert wurden sie von der Geschichtsschreibung entdeckt, heute sind sie zivilgesellschaftliche Instanzen des Erinnerns. In Form einer histoire-problème und anhand einer Vielzahl anschaulicher Beispiele porträtiert Dietmar Schenk die Archive als faszinierende, denkwürdige Kultur des Aufhebens, die vom Mittelalter bis zur Gegenwart reicht."
Siehe auch: http://www.steiner-verlag.de/titel/59670.html

1888 widmete Hubert Ermisch dem damals abgebrochenen alten Dresdener Archivgebäude ein Erinnerungsblatt:

http://digital.slub-dresden.de/id382401883

1664 wurde der Grundstein zum neuen Komödienhaus gelegt. Es diente später als katholische Hofkapelle, als Wohnung und Werkstatt des berühmten Orgelbauers Silbermann, als Ballhaus und Brennstofflager, bevor es 1802 Geheimes Archiv wurde.

Der Periode als Opernhaus widmet sich ein Wikipedia-Artikel:

http://de.wikipedia.org/wiki/Opernhaus_am_Taschenberg


http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Georg_Eben_%28Archivar%29

"Durch Ebens Kassationen wurde ein Großteil der städtischen Rechnungs- und Steuerbücher und der Korrespondenz mit anderen Reichsstädten vernichtet sowie die spätmittelalterlichen Denkbücher (mit Ratsbeschlüssen) und Pfand- und Schuldbücher. Die Pergamenturkunden hingegen bewahrte er alle auf, auch wenn er nicht die Zeit fand, Regesten zu erstellen. Dreher führt Ebens aus heutiger Sicht schmerzliche Aussonderungen darauf zurück, dass er kein gelernter Historiker war und als Protestant ein zu einseitiges und gelegentlich ablehnendes Verhältnis zu den Zeiten vor der Reformation pflegte."

Eben lebte 1795-1838. Keine GND.

http://de.wikipedia.org/wiki/Alfons_Dreher

http://www.historischer-verein-donauwoerth.de/images/pdf/ZELZER-BIOGRAPHIE.pdf

Auszug: "Ab 1961 lebte Maria Zelzer mit ihrer Mutter in Stuttgart, wo sie bis 1968 Mitarbeiterin des Stadtarchivs war. Zu
jener Zeit hatte sich die Stadt Stuttgart unter Leitung des 1. Bürgermeisters Josef Hirn um Kontakte mit den in
aller Welt verstreuten ehemaligen jüdischen Mitbürgern bemüht. Maria Zelzer erhielt nun unter Josef Hirn, den
sie sehr zu schätzen begann, den Auftrag zur Fortführung der bereits begonnenen Kommunikation und der
Ausarbeitung einer Publikation zur Geschichte der Stuttgarter Juden. [...]

Recht bald musste Maria Zelzer erfahren, dass sie wegen ihrer Recherche zum jüdischen Gedenkbuch immer
stärker angefeindet wurde, zumal sie gleichzeitig mit der Materialsammlung für eine Chronik der Stadt Stuttgart
für die Jahre 1933 bis 1945 beauftragt worden war und sich damit ganz zwangsläufig mit Biographien einflussreicher, mitunter vorbelasteter Persönlichkeiten befassen musste. Deren Verhalten im Dritten Reich sollte nun
aber möglichst nicht allzu bekannt gemacht werden. Bereits im Februar 1962 erwähnte Professor Guggenheimer
Schwierigkeiten, denen Maria Zelzer durch "hoffnungslos unbelehrbare Individuen mit unbewältigter Vergangenheit" ausgesetzt war. Er riet ihr damals noch zu stillschweigendem Übergehen. Allerdings sieht 1965 seine
Einschätzung der Verhältnisse dann ganz anders aus. Nach all den schlimmen Erfahrungen der vergangenen
Jahre empfahl er Maria Zelzer zu dringend benötigtem Urlaub und möglichst schnellem Wegzug von Stuttgart."

"Als man ihm 1883 in Donaueschingen den Posten des Direktors des Fürstenbergischen Archivs anbot, griff er der größeren Sicherheit dieses Postens wegen zu. Er erarbeitete dort weitgehend die Texte der Bände V-VII des Fürstenbergischen Urkundenbuches, die 1885-1891 erschienen. In Donaueschingen lernte er auch Oda Buck, die Tochter eines Dialektdichters kennen und heiratete sie 1885. Im gleichen Jahr wechselte er an das Generallandesarchiv in Karlsruhe, wurde Mitglied der Historischen Kommission und Schriftleiter der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Mit dem Eintritt von Sch. beginnt die neue Folge dieser Zeitschrift und ihr Aufstieg zu einer der wichtigsten regionalhistorischen Zeitschriften. Im Jahr 1890 bot man ihm die Leitung des bedeutenden Kölner Stadtarchivs und damit die Mitgliedschaft im Vorstand der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde an. Sch. lehnte schließlich ab, da ihm das Ministerium die Berufung auf den Lehrstuhl einer badischen Universität bei nächster Gelegenheit antrug. Als sich diese 1892 in Freiburg bot, gab es erheblichen Widerstand der Fakultät, die einen Katholiken auf einem Lehrstuhl für neuere Geschichte nicht akzeptieren wollte. Schließlich wurde er gleichzeitig mit Erich Marcks berufen, doch versuchte die Fakultät ihn auf das Gebiet der historischen Hilfswissenschaften abzudrängen. " (Gerhard Kaller im BBKL)

Die meisten seiner wichtigeren Monographien sind online, siehe die Nachweise:

http://de.wikisource.org/wiki/Aloys_Schulte

Ärgerlich ist, dass der OPAC der Regesta Imperii zwar die unfreien DigiZeitschriften-Aufsätze verlinkt, aber nur einen Teil der online frei zugänglichen Aufsätze.

http://opac.regesta-imperii.de/lang_de/autoren.php?name=Schulte%2C+Aloys

Der OPAC der MGH hat leider keine PDFs.

Siehe auch
http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=119127180

Update: Bahnbrechende Schriften von Aloys Schulte (1857-1941) zur Ständegeschichte der mittelalterlichen Klöster und Stifte online. In: Ordensgeschichte vom 30. März 2013
http://ordensgeschichte.hypotheses.org/3412



Ein Foto der Registerbände, weitere auf Commons.

Siehe auch
http://de.wikipedia.org/wiki/Landtafel

Ralf Lützelschwab: Rezension von: Richard Mortimer: Guide to the Muniments of Westminster Abbey, Woodbridge / Rochester, NY: Boydell & Brewer 2012, in: sehepunkte 13 (2013), Nr. 2 [15.02.2013], URL: http://www.sehepunkte.de/2013/02/22353.html

"Das heutige Archiv von Westminster Abbey, dessen Ursprünge auf das 13. Jahrhundert zurückgehen, zählt zu den großen Privatarchiven Englands."

 

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