Allgemeines
Architekturarchive
Archivbau
Archivbibliotheken
Archive von unten
Archivgeschichte
Archivpaedagogik
Archivrecht
Ausbildungsfragen
Bestandserhaltung
Bewertung
Bibliothekswesen
Bildquellen
Datenschutz
Digitale Bibliotheken
Digitale Unterlagen
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
null

 

Kodikologie

Mir völlig unbekannt war bislang die dem Corning Museum in Corning (Staat New York) angegliederte Rakow Research Library, die alles über Glas sammelt. Eigentlich wollte ich nur einer möglicherweise deutschsprachigen Handschrift in einem verstümmelten Eintrag in ArchiveGrid auf den Grund gehen, der den New York State Archives zugeordnet ist.

"Manuscripts include John Mandeville,
Travels (English, 15th century); Mappae clavicula (Flemish, 12th
century); Strabo, De situ orbis, translated by Guarinus Veronensis
(Italian, c.1465); Isidorus, Ethymologiarum libri XX (French, c.1300);
and Flavius Josephus, De bello judaico (German, c.1"


Gestern mailte ich, heute war die Antwort da:

The manuscripts you identify are described in a catalog hosted by the New York State Education Department for smaller repositories. The manuscripts themselves are held by the Rakow Research Library at the Corning Museum of Glass, 5 Museum Way, Corning, New York 14830-2253 USA http://www.cmog.org/dynamic.aspx?id=168.

The New York State Archives is the repository for the records of New York State Government from colonial times to the present day. There are early colonial administrative records in Dutch; thereafter the records are in English. There may be some German-language records in the Motion Picture Scripts Collection http://www.archives.nysed.gov/a/research/res_topics_film.shtml . The scripts are not indexed by language, but you can search by title or director.


Bei der Suche nach Josephus im OPAC http://rakow.cmog.org/cgi-bin/Pwebrecon.cgi?DB=local&PAGE=bbSearch stellte sich heraus, dass die hochmittelalterliche lateinische (!) Flavius-Josephus-Handschrift (im Werk kommt Glas vor) online komplett verfügbar ist:

http://exhibitdb.cmog.org/opacimages/PDFs/Books/Rakow_1000060654_DeBelloJudaico.pdf

Damit nicht genug, es gibt auch Inkunabeln des Werks online, insbesondere

http://exhibitdb.cmog.org/opacimages/PDFs/Books/Rakow_1000060653_DeAntiquitateJudaicaDeBelloJudaico.pdf

(GW hat den Standort überhaupt nicht!)

Die Mappae clavicula (saec. XII, aus der Bibliothek von Sir Thomas Phillipps) sind online unter:
http://exhibitdb.cmog.org/opacimages/PDFs/Books/Rakow_1000022766_Mappae.pdf

Guarinus:
http://exhibitdb.cmog.org/opacimages/PDFs/Books/Rakow_97140_DeSituOrbis.pdf

Leider scheint man die digitalen Schätze nicht komplett mit der Suche nach digital version im OPAC aufspüren zu können. Besser funktioniert boston photo. Damit findet man auch Deutschsprachiges. Mit Limit 1000-1500 findet man 11 Digitalisate.


ArchiveGrid ist derzeit ja frei zugänglich und erweist sich als Wundertüte, wenn man nach Wappen und deutsch sucht:

http://beta.worldcat.org/archivegrid/?q=coat+arms+german&offset=0&p=1

Es finden sich etliche Wappenbriefe und ein deutschsprachiges Gebetbuch aus der Zeit um 1500. Nebst anderem.

ArchiveGrid hat jetzt auch ein Blog:
http://beta.worldcat.org/archivegrid/blog/

Cgm 29
Cgm 134
Cgm 473
Cgm 484
Cgm 485
Cgm 486
Cgm 4700
Cgm 5198 - Wiltener Meisterliederhandschrift
Cgm 9489

Im Fall des Cgm 426 (Konstanzer Weltchronik u.a.) wurde das SW-Digitalisat gegen ein Farbdigitalisat ausgetauscht, die URL im Handschriftencensus funktioniert nicht mehr:

http://www.handschriftencensus.de/6132

Ich bezeichnete das SW-Digitalisat 2007 als besonders mies:
http://archiv.twoday.net/stories/4122473/

Nun:
Persistenter Link dieser Seite: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00009566/image_1

Was ist eigentlich mit den "persistenten" Links der früheren Präsentation? URN, Persistenz - die BSB steht über jeglichem Konsens und macht was sie will.


Wer ist denn Frau Nomine? Für einen winzigen Augenblick fragte ich mich das tatsächlich:

http://www.handschriftencensus.de/11476

Der Band stammt aus der 1930 teilweise verscherbelten Kleinheubacher Hofbibliothek (siehe dazu den Band "Drei fränkische Bibliotheken" von 1988, den sich der Handschriftencensus konsequent zu zitieren weigert und meinen Online-Beitrag).

Katalog 1930:
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/baer1930_10_06/0030

Vermutlich weil er ein deutschsprachiges Werk des Heidelberger Rektors Johannes Wenck überliefert, wurde er von der UB Heidelberg angekauft: Heid. Hs. 959. Er steht nunmehr auch digitalisiert zur Verfügung:

http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs959


Im Wiener Cod. 10100a, online

http://archiv.onb.ac.at:1801/webclient/DeliveryManager?pid=2756613&

(zur Hs.
http://manuscripta.at/?ID=24816
http://www.handschriftencensus.de/6609 )

findet sich ab Scan 393 eine gereimte Strafpredigt eines Caspar Brunmyllerus zu Geislingen 1559. Man findet auf Anhieb einige gedruckte Schriften von ihm, aber nichts Biographisches. Das gibt es unter Braunmüller bei Google Books

Die Inschriften des Landkreises Ludwigsburg
books.google.de
Anneliese Seeliger-Zeiss, Hans Ulrich Schäfer - 1986 - 473 Seiten - Snippet-Ansicht
Caspar Braunmüller war gebürtiger Ulmer (geb. 1520/21) und war zunächst Pfarrer in Türkheim (1554), dann Münsterprediger und Diakon in Ulm (1554), später Stadtpfarrer in Geislingen an der Steige (1558-72)4) und Prediger in Giengen an

Er starb 1606
http://books.google.de/books?id=dEFmAAAAMAAJ&q=caspar+braunmüller+mundelsheim

Abbildung seines Epitaphs im Mundelsheimer Pfarrbrief

http://www.mundelsheim-evangelisch.de/cms/startseite/alte-gemeindebriefe-und-archiv/gemeindebrief-dez-2008/epitaph-magister-caspar-braunmueller/

http://archiv.twoday.net/stories/8418200/

Es ist schlicht und einfach eine Unverschämtheit, dass man außerordentlich wichtige Informationen zum Standort verschollener Handschriften jahrlang der Wissenschaft im Handschriftencensus vorenthält.

Update: Der Handschriftencensus hat reagiert und den neuen Standort nachgetragen, ohne freilich ausdrücklich anzuerkennen, dass der Hinweis von mir kam oder gar Archivalia zu verlinken.

Ziesemer ZWestprG 1912, S. 228f.
http://dlibra.bibliotekaelblaska.pl/Content/18943/10494.djvu (Seite 828 im Djvu) druckte zwei Reihen von deutschen Monatsversen aus einer verschollenen Königsberger und einer Danziger Handschrift. Einige hastig hingerotzte Google-Funde dazu:

Pickel: Dankgrotzheim S. 66ff.
http://books.google.de/books?id=cboOAQAAMAAJ&pg=PA66 (US)

Schmidt in: Alemannia 29 (1901), S. 77ff.
http://books.google.de/books?id=HYUKAAAAIAAJ&pg=PA77 (US) =
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Alemannia_XXIX_077.jpg
bringt uns auf den Katalog von Karin Schneider zu den nun Augsburger Handschriften (der UB):
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0148_a090_JPG.htm
Schneider hat die Publikation von Schmidt aus der Hs. übersehen, gibt aber Parallelhandschriften für den Kalender Johanns von Gmunden an.

Morel aus einer Einsiedler Hs.
http://books.google.de/books?id=yz8FAAAAQAAJ&pg=PA215 (US)

Birlinger in Pfeiffers Germania 1863: Alte Monatsreime aus Cgm 28
http://books.google.de/books?id=RZRKAAAAcAAJ&pg=PA107

Überlieferung und Drucke zu den Monatsreimen Genner bin ich genannt
http://books.google.de/books?id=za0LAAAAIAAJ&pg=PA584 (US) Metadaten irreführend, daher lohnt sich das Hervorkramen des Commons-Spiegels, damit auch diejenigen armseligen Archivalia-Leser, die es immer noch nicht mit dem US-Proxy gerafft haben, sich nicht endlos selbst bemitleiden, weil die Haimonskinder ersichtlich irrelevant sind:
http://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File%3ABLV_207_Hans_Sachs_Band_23.pdf&page=588

Der Solothurner Cisiojanus
http://www.handschriftencensus.de/14017
wurde ediert von Kully 1974:
http://dx.doi.org/10.5169/seals-117000
Hier finden sich wichtige weiterführende Hinweise.

Die Verse stehen auch im Heidelberger Schicksalsbuch Cpg 832
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg832/0012
Haage, ZfdA 1981, S. 148 bezieht sich auf Keil, AfdA 1965, S. 110f., der die modernen Abdrucke listet und die Wiener Überlieferungen aus Menhardt zusammenträgt (Menhardt S. 608, 676 Anm. 1, 860, 964, 1098, 1307).

Keil nennt auch den Abdruck von Klug, Gmunden S. 27aus einer Wilheringer Hs.
http://www.archive.org/stream/55Jahres-berichtDesKkGymnasiumsZuLinz1906#page/n561/mode/2up/search/gmunden
Dazu siehe auch
http://archiv.twoday.net/stories/31623120/

Die Januarverse edierte H. E. Sigerist in Sudhoffs Archiv 17 (1925), S. 230:
http://books.google.de/books?id=2OsaAQAAMAAJ&q=%22jenner+bin+ich%22

Suche nach dem Inciptit "jenner bin ich" genant in GBS führt dann zu den Münchner Katalogen
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0189_a464_JPG.htm
zu Cgm 3898
Wolfgang Kersken edierte die Verse in seinem Oswald-Buch Genner beschnaid, 1975, S. 264-266
http://books.google.de/books?id=L9ARAAAAMAAJ&q=%22pin+ich%22

Bei Cgm 727 wird auf Cgm 349 zurückverwiesen
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0043_a380_JPG.htm
Nachweise auch bei Kornrumpf (UB München):
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0051_b183_jpg.htm

Bei solchen Kleintexten ist der Handschriftencensus selbstverständlich überhaupt keine Hilfe.

Update: Zum 'Iatromathematischen Hausbuch' siehe etwa
http://www.handschriftencensus.de/5408
London University College aus dem Besitz des berüchtigten Guglielmo Libri, über den
http://www.finebooksmagazine.com/issue/201004/guglielmo_libri-1.phtml
handelt
Schorbach, Lucidarius
http://www.archive.org/stream/quellenundforsc03unkngoog#page/n227/mode/2up
und der Auktionskatalog erwähnen die Verse
http://books.google.de/books?id=qqZFAAAAcAAJ&pg=PA177 (die Identifizierung des heutigen Aufbewahrungsorts gelang nur mit Hilfe von Krämer: Scriptores)

Auch Heinrich Stegmüllers Kalender (ehemals Hofbibliothek Donaueschingen) hat die Verse:
http://dla.library.upenn.edu/dla/medren/pageturn.html?id=MEDREN_4842563&rotation=0&currentpage=7
http://archiv.twoday.net/stories/8418200/

Cpg 557
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg557/0017

Stegmüllers Kalender (Buchau 1443)

Wien Cod. 2908 ist online (anscheinend mindestens seit Sept. 2011):
http://www.handschriftencensus.de/11177

http://data.onb.ac.at/rec/AL00156040
http://archiv.onb.ac.at:1801/webclient/DeliveryManager?pid=2605281

Zur zweiten Hs. Gießen Hs. 352
http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2007/4899/pdf/352.pdf

Zum Werk
http://www.repfont.badw.de/C.pdf unter Chronicon austriacum

Edition der Wiener Hs. durch Rauch
http://digital.slub-dresden.de/id352759437 (URN nicht registriert)

Edition der Gießener Hs. durch Senckenberg
http://books.google.de/books?id=DZ9GAAAAcAAJ&pg=RA1-PA1

http://data.onb.ac.at/rec/AL00147692

Vgl. zu den Handschriften Gabriel Sattlers meine einflussreiche Intervention, die in mindestens zwei gedruckten Werken aufgegriffen wurde:
http://www.aedph-old.uni-bayreuth.de/2004/0004.html

Nach dem Muster der Handschriftencensus-Links ergibt sich für das Digitalisat

http://archiv.onb.ac.at:1801/webclient/DeliveryManager?pid=2553132

Nachtrag: "Melerantz von Frankreich" - Der Meleranz des Pleier, hrsg. von Markus Steffen, Berlin 2011, S. XXVII-XXXVII nimmt sich das Sattler-Problem nochmals vor. S. XXX Anm. 99 wird mein Einwurf zitiert. Es bestehe die Gefahr einer Überinterpretation (S. XXXV). Steffen formuliert vorsichtig für seinen eigenen Text: Die Vorstellung eines produktiv-gestaltend eingreifenden Schreibers für Ka reiche zu weit (S. XXXVI). Codex unicus ist eine ehemals Donaueschinger Handschrift, die als SW-Digitalisat von Steffen ins Netz gestellt wurde:
http://markussteffen.esv.info/

Der zweite Beitrag, der auf mich eingeht, ist Neudeck, Otto: Der ›verkehrte‹ Text. Zum grotesken Überlieferungsstil des Schreibers Gabriel Sattler. In: Wolfram-Studien 19 (2006), S. 425--447, hier S. 426f.

Sattlers Handschriften:

Karlsruhe, Landesbibl., Cod. Donaueschingen 87
Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2793
Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2794
Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2796
Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2823
Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 3035
Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 3049

http://archiv.onb.ac.at:1801/webclient/DeliveryManager?pid=2759142

Der Eintrag im Handschriftencensus
http://www.handschriftencensus.de/4213
datiert vom November 2011, der Codex ist also schon seit einiger Zeit online, ohne dass mir dies bekannt war. Es ist, wie ein Blick auf
http://www.handschriftencensus.de/abbildungen#W
zeigt, keineswegs die einzige mittelalterliche Handschrift der Bibliothek, die digitalisiert zur Verfügung steht. Während der Handschriftencensus gern unter seinen extrem willkürlich ausgesuchten "Neuigkeiten"meldet, wenn in Straßburg ein Sack Reis umfällt, hat man hier keine Notwendigkeit gesehen, auf diese wichtigen Digitalisate aufmerksam zu machen.

Cod. 162, 271, 358, 482, 510, 806, 1815 usw.

Selbstverständlich sucht man auf der Website der ÖNB vergeblich nach einer solchen Meldung.

Und es ist auch unklar, wie der Handschriftencensus herausgefunden hat, welche Handschriften digitalisiert sind, da der Primo-Katalog nichts hergibt (obwohl er das sollte). Im HANNA-Katalog finde ich obige Handschriften nicht.

Nachtrag: Suche im HANNA-Katalog mit Volldigitalisat hilft weiter.

 

twoday.net AGB

xml version of this page

xml version of this topic

powered by Antville powered by Helma