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Kodikologie

Wenn der Burgerbibliothek-Vermerk aber wichtige Informationen abdeckt, ist das unschön.

http://katalog.burgerbib.ch/detail.aspx?ID=129656


Kurzes Video:

http://www.ardmediathek.de/tv/Landesart/Schatzfunde-Mainzer-Bibliothek/SWR-Rheinland-Pfalz/Video?documentId=27624784&bcastId=1026398

http://ordensgeschichte.hypotheses.org/7987

Das bei Stargardt 2014 angebotene Gemminger Turnierbuch wurde von der WLB Stuttgart erworben und als Cod. hist. fol. 298a in den Bestand eingereiht.

http://www.wlb-stuttgart.de/fileadmin/user_upload/die_wlb/WLB-Forum/WLBforum_2014_2.pdf

Siehe hier
http://archiv.twoday.net/stories/948995596/ mit weiteren Hinweisen

#fnzhss


Die im Handschriftencensus genannte Internetadresse des Katalogs (überwiegend Jesuitica Frühe Neuzeit) stimmt nicht mehr. Er ist nun zu finden unter:

http://www.centresevres.com/2015/wp-content/uploads/2012/07/Catalogue_des_manuscrits.pdf

#fnzhss

http://filstoria.hypotheses.org/12257

Siehe auch
http://archiv.twoday.net/stories/11445658/

Ernst Tremp über die Studie von Natalie Maag (2014) zur alemannischen Minuskel und zur Zuweisung traditionell St. Gallen zugeordneter Handschriften an die Reichenau:

http://www.hist-verein-pfalz.de/downloads/150121_Maag-Minuskel.pdf

http://hebraica.at/

Teilweise mit Digitalisaten.

Martin Roland teilt zu BSB München Cgm 8470 mit: "Malstil und Schreibsprache, die stilgeschichtliche und sprachwissenschaftliche Studie zum Muenchener Juengeren Titurel , die ich gemeinsam mit dem Sprachwissenschafter Peter Wiesinger gemacht habe, ist erschienen.

Alles ist auch online:

Haupttext: http://www.univie.ac.at/paecht-archiv-wien/dateien/Roland_Wiesinger_Malstil-und-Schreibsprache_2015_Text.pdf

Anhang (Karte, Bibliographie, Register): http://www.univie.ac.at/paecht-archiv-wien/dateien/Roland_Wiesinger_Malstil-und-Schreibsprache_2015_Hilfsmittel.pdf

Tafelteil: http://www.univie.ac.at/paecht-archiv-wien/dateien/Roland_Wiesinger_Malstil-und-Schreibsprache_2015_Tafeln-klein.pdf "

Wiesinger S. 111: "Da ja der „Jüngere Titurel“ im 15.
Jh. als ein Werk des hochhöfischen Dichters Wolfram von Eschenbach aus alter Ritterzeit galt, veranlasste der Auftraggeber nicht nur eine angemessene prunkvolle, kunstreiche Ausstattung der Hs. mit Miniaturen in höfischem Stil, sondern der Schreiber bemühte sich sichtlich auf seine Weise, dem Text im Gegensatz
zum durchschnittlichen Schreibverhalten der Zeit nicht nur eine „schöne“ möglichst reguläre schreibsprachliche Wiedergabe, sondern auch einen auf die Entstehungszeit hinweisenden, altertümlich wirkenden Zug zu verleihen."

Zum Codex siehe auch
http://www.handschriftencensus.de/3615

Digitalisat
http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00035326/image_1

Die Überlieferung des "Speculum virginum" eines Autors, den ich Peregrinus Hirsaugiensis nenne und der sonst als Konrad von Hirsau bekannt ist, wurde von Jutta Seyfarth in ihrer Edition (CCCM 5, 1990) zusammengestellt.

Bei der Überprüfung und Ergänzung der Angaben ist es nötig, Vollhandschriften und Exzerpthandschriften voneinander zu trennen und letztere von der Rezeption in eigenständigen Werken. Seyfarth hat dagegen 5 Gruppen gebildet (S. 56*-123*):

I. Lateinische Handschriften, die dem Stemma zugrundeliegen (10)
II. Lateinische Handschriften, die dem Stemma eingeordnet sind (19)
III. Auszüge, Fragmente, Nachrichten über verschollene Handschriften (7)
IV. Handschriften mittelniederländischer, bzw. volkssprachlicher Übersetzungen (26)
V. Druckausgaben (2)

Exzerptüberlieferung befindet sich sowohl in den Gruppen II und III, ebenso Rezeptionszeugnisse in eigenständigen Werken.

Die 25 mittelniederländischen Handschriften der Gruppe IV habe ich neu bearbeitet in:

http://archiv.twoday.net/stories/1022385921/

Es fehlt dort nur die schwedische Übersetzung durch Mathias Laurentii: Stockholm, Königliche Bibliothek, A 8, datiert 1473/86 aus dem Birgittenkloster Vadstena (Seyfarth S. 111* Nr. 5), Grundlage für die zweite Edition in Gruppe V von Robert Geete:_ Speculum virginum - Jungfruspegel. Stockholm 1897/98. Online:

http://digibook.ub.umu.se/eod/17564131.pdf
https://archive.org/details/speculumvirginu00geetgoog

Zur ersten Druckausgabe von Gruppe V, der Übersetzung von Stephan Richartz Köln 1676, wies ich Digitalisate nach in:

http://archiv.twoday.net/stories/1022385812/

Zu den meiner Meinung nach aus der Handschriftenliste auszugliedernden Rezeptionszeugnissen zählt der “Liber de mutuo amore ad sacras virgines” des Abts Adam von Perseigne, dem ich die Handschrift in Dôle, Bibliothèque Municipale, Ms. 58-65, bei Seyfarth in Gruppe III S. 103*-105* (Sigle: Dl) besprochen, als Kurzfassung zuweisen konnte. Mehr dazu in meiner Miszelle:

http://ordensgeschichte.hypotheses.org/5570

Heute möchte ich die Handschriften E und Pe aus Gruppe II aus der Liste streichen, da sie einen Auszug "De proprietate vitiorum et virtutum" überliefern, den man als eigenständiges Werk auffassen sollte. Als weitere Überlieferung ist zu nennen: Innsbruck, UB, Cod. 591 und Prag, NB, Cod. V.B.4.

E ist Rom, Bibliotheca Apostolica Vaticana, Cod. vat. lat. 504, den Seyfarth in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts datiert und der nach ihr "wahrscheinlich böhmischer oder rheinischer Herkunft" ist (S. 89*f.). Seyfarth erkannte, dass der Auszug (Bl. 92r-102v) aus dem Speculum virginum (=SV), der Buch III Z. 744 (Necessarium videtur) bis Buch IV Z. 556 (sanctorum professione) umfasst, als "in sich geschlossene Abhandlung über die Tugend-Lasterfrage anzusehen" ist (S. 89*). Der "Charakter als selbstständiges, kleines Werk" werde durch Einführung eines erklärenden Satzes zu Beginn und Schluss noch unterstrichen.

Bl. 92r: "Loquitur in sequenti opusculo Petrus cum Theodora filia sibi carissima et illa e contrario respondet patri de multimodis virtutibus et viciis inter se conferentes" (u/v hier stets gegen Seyfarth reguliert, auch schon oben).

Bl. 102v: "Ecce filia modum vite sibi depinxi, ut speculum habeas desque in humilitate operam tue gratissime virginitati. Amen".

Geringe Textänderungen deuten, so Seyfarth, auf einen anderen Verwendungszweck, der auch Männer umfasst. Eine frauenfeindliche Tendenz sei unübersehbar.

Die Handschrift weist Zeichnungen des Laster-Tugendbaums auf.

Beschreibung von Marco Vattasso et al. 1902
https://archive.org/stream/codicesvaticanil01bibluoft#page/384/mode/2up

Bl. 102v folgt ein Papst Gregor dem Großen zugeschriebener Auszug aus Ambrosius Autpertus = Pseudo-Augustinus usw.: De conflictu vitiorum et virtutum (Bloomfield: Incipits Nr. 455) mit Nachweis Migne PL 40, 1091-1103 (aus dem Katalog von 1902). Endseite im Katalog nicht angegeben, nächster Text beginnt Bl. 109r.

Pe ist Salzburg, Bibliothek der Erzabtei St. Peter, Cod. b I 29, datiert 1. September 1474 auf Bl. 123v (Seyfarth S. 99*f.). Der SV-Auszug umfasst Buch IV Z. 2-285. Auch hier heißt der männliche Dialogpartner nicht Peregrinus, sondern Petrus. Es handelt sich um den gleichen Text wie in E, auch wenn E umfangreicher ist (E hat 13 Zeilen am Anfang und 271 Zeilen am Ende mehr). In E und Pe ist IV, 76 der Satz interpoliert: "Eia filia, speculum si quaereris, hic invenire poteris".

Zusätzliche Informationen bieten:
http://manuscripta.at/?ID=8796
http://www.handschriftencensus.de/12391 (nur Hinweis auf den Katalog von Hayer)
http://www.vhmml.us/research2014/catalog/detail.asp?MSID=10531

Seyfarth hätte den seit 1982 vorliegenden Katalog von Gerold Hayer: Die deutschen Handschriften des Mittelalters der Erzabtei St. Peter zu Salzburg, S. 146 anführen müssen (eine deutsche Predigt über die wunderbare Brotvermehrung wurde als Nachtrag im 16. Jahrhundert in oberdeutscher Schreibsprache eingetragen). Der Heilbronner spätgotische Einband könnte auf Entstehung in der fränkischen Zisterze hindeuten.

Incipit: In hac itaque arborum vel fructuum dissimilitudine...

In die Beschreibung von ULB Innsbruck Cod. 591 auf

http://manuscripta.at/?ID=9409

sind bereits meine Mitteilungen von 2013/14 eingearbeitet. Nicht verlinkt ist die gedruckte Beschreibung, die aber Google unter

http://manuscripta.at/_scripts/php/cat2pdf.php?cat=INN6&ID=9409

auffindet:

Daniela Mairhofer, Walter Neuhauser, Claudia Schretter, Ursula Stampfer: Katalog der Handschriften der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol in Innsbruck, Cod. 501-600 (Veröffentlichungen der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters, Reihe II, Bd. 4/6). Wien 2009, S. 346-360

Der einschlägige Teil 3 der im 15. Jahrhundert in der Kartause Schnals zusammengesetzten Handschrift ist durch Wasserzeichen 1360/70 datiert und wurde wohl in Thüringen geschrieben. Der in Erfurt 1359 entstandene Teil 2 wurde vom Schnalser Prior 1469 in Erfurt gekauft. Die Notiz Bl. 128v (zu Preisen) nennt als Terminus post quem das Jahr (13)62 und einen "prepositus in Tulstete". Dies bezieht sich wohl auf das Zisterzienserinnenkloster Döllstädt bei Gotha:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_D%C3%B6llst%C3%A4dt

Bl. 105ra-109rb begegnen wir wieder dem Ambrosius Autpertus, hier Migne PL 40, 1093-1103, hier sowohl Augustinus als auch Gregor dem Großen zugeschrieben.

Bl. 109rb-113va ist eine Kompilation aus dem SV und Pseudo-Hildebertus Cenomanensis: Moralis philosophia (Migne PL 171, 1015-1071), am Anfang Gregor dem Großen zugeschrieben. Als Titel erscheint am Anfang und Ende "De proprietate vitiorum et virtutum". Der SV-Teil Bl. 109rb-112vb erstreckt sich auf Buch IV Z. 63-383, 443-556 mit Incipit: "Si queris filia viciorum furias virtutum opposicione debellare". Dieses darf nicht verwechselt werden mit Bloomfield: Incipits Nr. 4645 (Leipzig, UB, Cod. 305: "Qui viciorum furias virtutum oppositione debellare proposuerit"), einer Fassung von "De fructu" des Peregrinus Hirsaugiensis (bei Googin in: Visual Resources 2004 Fassung III).

Von V.B.4 der Nationalbibliothek Prag steht eine Beschreibung und ein Digitalisat im Netz:

http://www.manuscriptorium.com/apps/main/en/index.php?request=request_document&docId=set20060525_140_32

Die Handschrift wurde 1373 oder etwas später in Prag geschrieben. So das Kolophon Bl. 137r: "Finita sub anno domini millesimo trecentesimo septuagesimo tercio die tredecima mensis Decembris per Henslinum notarium domini Johannis predicatoris Theutunicorum ad sanctum Gallum in maiori civitate Pragensi".

Bl. 148ra-154ra ist wieder der Ambrosius Autpertus (Migne PL 40, 1091-1103), erneut Gregor dem Großen zugeschrieben.

Bl. 154r-155v folgt der Auszug aus dem SV mit Incipit: "Si queris, filia virtutum, furias viciorum debellare, non pigeat naturas earum vel qualitates subtili examine desiderare quibus inspectis tota vis considerabitur triumphis. Humilitas iuxta formam premissam fundamentum omnium virtutum septiformi corona virtutum quasi cardinalium cingitur" (zitiert nach der Beschreibung). Also SV Buch IV, 63-264. Die Dialogpartner sind anders als in den anderen Handschriften nicht bezeichnet.

Hofrat Walter Neuhauser in Innsbruck hat sich liebenswürdigerweise bereitgefunden, die Innsbrucker Handschrift mit dem Prager Digitalisat kursorisch zu vergleichen (Mail vom 14. Januar 2014): "Der Einschub "Eya ..." ist auch in Cod. 591 enthalten, und zwar Bl. 109rb, 3. Zeile von unten, bis 109va, Z. 2, mit zwei leichten Textabweichungen gegenüber der Prager Hs.:Cod. 591: Eia filia speculum si queris (Prag: si queris speculum)und ... virtutum omnium (Prag: omnium virtutum). Der Prager Text endet mit der Aufzählung, zuletzt perseverantia, mit einer leichten Abweichung von Cod. 591: Cod. 591: Perseverancia est quedam virtutum quadam perfeccione proficiente longaminitate consumit (Prag: consummante) argumentum. Der Innsbrucker Text setzt dann fort: Ecce Theodora que quesisti pro modulo nostro ...".

Einige zusammenfassende Bemerkungen:

1. Der älteste Textzeuge stammt noch aus dem 12. Jahrhundert. Undenkbar ist es daher nicht, dass Peregrinus Hirsaugiensis selbst die Kurzfassung aus dem SV herausgelöst und leicht bearbeitet hat.

Er war ja am Thema Tugenden und Laster lebhaft interessiert, das zeigt auch der in mehreren Versionen vorliegende Traktat De fructu. Aber diese Annahme muss Spekulation bleiben, da die Änderungen zu geringfügig sind, um einen solchen Schluss zu belegen.

2. Als Titel des Kurztraktats empfiehlt es sich, dem Innsbrucker Katalog zu folgen und ihn anzusetzen als: "De proprietate vitiorum et virtutum".

3. Der Text ist in den vier Handschriften außerordentlich unfest. Keine zwei Handschriften stimmen im Textbestand überein.

E (Rom): III, 744-IV, 556
Innsbruck: IV, 63-383, 443-556
Prag: IV, 63-264
Pe (Salzburg): IV, 2-285

Die älteste Handschrift repräsentiert die längste (wohl ursprüngliche) Fassung.

4. Bemerkenswert ist, dass drei Handschriften als Mitüberlieferung (die älteste nach, die beiden anderen vor dem SV-Text) den Ambrosius Autpertus, jeweils Gregor dem Großen zugeschrieben, aufweisen (nur Pe nicht), der auch das Tugenden-Laster-Thema behandelt. Angesichts des Gewichts der ältesten Handschrift und der Tatsache, dass nur die Innsbrucker Kompilation mit Hildebert Gregor dem Großen zugeschrieben wird, sollte man davon Abstand nehmen, Pseudo-Gregorius Magnus als Verfasser von "De proprietate vitiorum et virtutum" anzusetzen.

5. Datierung und Lokalisierung der Handschriften:

2. Hälfte 12. Jahrhundert, Böhmen oder Rheinland (E)
Ca. 1362/70, Thüringen (Innsbruck)
1373, Prag (Prag)
1474, Heilsbronn OCist. ? (Pe)

6. Wer meinem Vorschlag nicht folgen will, E und Pe aus der Überlieferungsliste des SV zu streichen, muss die Innsbrucker und Prager Handschrift neu in die Liste aufnehmen.

#forschung

Textbeginn der Prager Handschrift

 

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