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Erschließung

Heute konnten wir eine Liste der gestern übernommenen Unterlagen des hiesigen Universitätsvereins und ein Verzeichnis des Zugangs vom Lehrstuhl für Stadtgeographie und Geographie des ländlichen Raumes online stellen.

Mit dem vor ein paar Wochen bereitgestellten Findbuch über die Akten der Zentralverwaltung und Grobbeschreibungen einiger weiterer Bestände, darunter auch solche der Vorgängereinrichtungen (Pädagogische Hochschule und Lehrerbildungsanstalt), in einer vorläufigen Beständeübersicht konnten wir potentiellen Nutzern Rechercheinstrumente in die Hand geben, mit denen eine "geordnete Archivnutzung" möglich geworden ist. Fast genau ein Jahr nach der Gründung des Universitätsarchivs sind wir nun ein wirklich öffentliches Archiv mit einem bescheidenen Onlinefindmittelsystem geworden.

Auf unserer eigenen Website werden wir hoffentlich bald eine eigene Findmittelpräsentation einrichten. Bislang nutzen wir für die Präsentation der Archivgutbeschreibungen ausschließlich das Archivportal Europa.

Dass die Qualität der Findmittel noch nicht die "archivarische" ist, möge man verzeihen. Wir arbeiten noch immer so weit als möglich mit Übernahmeverzeichnissen und nur aufs Nötigste redigierten Grobbeschreibungen von Praktikanten und studentischen Hilfskräften. Im Fachjargon reden wir deshalb gar nicht von Findbüchern, sondern von "Akzessionsverzeichnissen". Doch im Sinne der unverzögert schnellen Nutzbarmachung halten wir die Offenlegung dieser Verzeichnisse für legitim.

Übrigens verbirgt sich dahinter noch eine "Partizipationskomponente". Dadurch, dass es sich bei den gelisteten Unterlagen fast ausschließlich um unbewertetes Material handelt, können Nutzer durch ihr Bestell- und Auswertungsverhalten bis zu einem gewissen Grad an der Bewertung mitwirken.

Ein kleiner Wehrmutstropfen muss aber geschluckt werden: Wegen der anstehenden Urlaubszeit verschiebt sich die "große Eröffnung" auf Anfang Mai. Ab dann heißt es, nicht nur online, sondern auch lokal: Herzlich willkommen im Universitätsarchiv!

Nach dem bereits im Jahr 2008 damit begonnen wurde, die Unterlagen der "International Prisoners-of-War Agency" (http://www.cicr.org/eng/assets/files/other/icrc_002_0937.pdf) aus dem Archiv des Internationalen Roten Kreuzes in Genf für die Kriegsgefangenen des Ersten Weltkriegs zu digitalisieren, damit diese pünktlich zum 100. Jahrestag hinsichtlich des Beginns des Ersten Weltkriegs im August 2014 der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden kann, läuft seit 01.02.2014 schon wieder ein weiteres Meilenstein-Projekt beim ICRC.

Dort werden nun auch die Kriegsgefangenschaftsunterlagen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs digitalisiert (etwa. 36 Mio. Karteikarten) um sie dann stückweise ab 2016 veröffentlichen zu können.

Quelle:
http://www.cicr.org/eng/resources/documents/article/other/archives-first-world-war-2011-07-27.htm
http://www.icrc.org/eng/resources/documents/article/other/02-01-archives-second-world-war.htm

http://gahetna.nl/opendata

Das ist natürlich großartig und zeigt, wie weit man in anderen Ländern bereits ist.

Via
http://www.informatieprofessional.nl/nieuws/10084-nationaal-archief-geeft-open-data-vrij.html

Anspruchsvolles von Kühnel:

http://archive20.hypotheses.org/932

Lesenswert!

http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/lehm135

"Heinrich Beschißer von Esslingen, ein Vagus, schwört der Stadt Speyer bei der Entlassung aus seiner wegen Tötung des Johannes Ostertag zu Hagenau über ihn verhängten, nun aber da sich an den angesetzten Gerichtstermin niemand gemeldet, er auch in Notwehr gehandel [!] zu haben angibt, aufgehobenen Haft, Urfehde."

Lesbar wäre: "Heinrich Beschißer von Esslingen, ein Vagant (vagus), schwört der Stadt Speyer Urfehde bei der Entlassung aus der Haft, die wegen Tötung des Johannes Ostertag zu Hagenau über ihn verhängt worden war, nun aber aufgehoben wurde, da sich an den angesetzten Gerichtsterminen niemand gemeldet hatte und er angibt, in Notwehr gehandelt zu haben."

Auf neuem Server:

www.archivesportaleurope.net

Aus Deutschland ist immer noch nur das Bundesarchiv dabei.

Zum Bericht auf den Websites des International Tracing Service (ITS):
http://bit.ly/10xegTU
und in deutscher Sprache:
http://bit.ly/ZUaIVX

Andreas Praefcke schreibt zu

http://catholiccultures.hypotheses.org/348

Wenigstens die Mikrofilme einmalig massenhaft zu digitalisieren und ins Netz zu stellen, dürfte doch keine unüberwindliche Hürde sein. Kürzlich hat jemand die Kosten für die geplante DDB sehr schön mit “100 Meter Autobahn” verglichen, die Nachdigitalisierung der Mikrofilme wäre dagegen wahrscheinlich mit einem Katzensprung Autobahn zu bewerkstelligen. Und dann Schritt für Schritt mit “richtigen”, schönen Digitalisaten ersetzen. Wenigstens die nervigen Geräte und die Beschränkung auf den Lesesaal fielen dann bei Quellen ohne sonstige Zugangsbeschränkungen (Urheberrechte, Sperrfristen) weg.

Was man mit Online-Angeboten allerdings auch bewirken könnte, wäre eine viel bessere Erschließung als das mit den normalen Findbüchern der Fall ist.

Beispiel: jeder Nutzer könnte seine Notizen, Stichworte, Tags, Hinweise, Transkriptionen hinterlegen (und seien es nur ein paar Wörter wie Überschriften), und damit würden manche Dokumente auch mit der Zeit per Volltextsuche auffindbar. Die dabei natürlich möglichen Fehler scheinen gegen die nützlichen Aspekte zwergenhaft. Dass der gemeinnützige gute Wille des Benutzers als unbezahlter Hilfskraft durchaus vorhanden ist, zeigen Projekte wie die Wikipedia oder Wikisource.

Als Beispiel für die Nützlichkeit sei der Hinweis erlaubt auf:

1) WLB-Digitalisat einer Handschrift ”Architectura Capucinorum”

http://digital.wlb-stuttgart.de/purl/bsz337692173

2) Spiegelung desselben auf den Commons mit kurzer Inhaltsangabe

http://commons.wikimedia.org/wiki/Architectura_Capucinorum_Cod._Don._879

Was ist nützlicher?
(Der erste Link wurde ausgetauscht.)

Der International Tracing Service (ITS / Internationaler Suchdienst) in Bad Arolsen hat vier weitere Findbücher im Internet veröffentlicht:

ITS 1 - Child Search Branch (Kindersuchdienst)
R 2 - Gestapo
M 1 - Kriegsgerichte der Deutschen Wehrmacht
M 2 - Alliierte Militärtribunale (Case 8: RuSHA)


Zur Findbuchübersicht


Damit verfügt der ITS derzeit über 10 Online-Findbücher und eine Online-Datenbank zum elektronischen Akzessionsverzeichnis ("Inventardaten"). Vor Ort in Bad Arolsen gibt es in der zentralen Datenbank weitere Suchmöglichkeiten auf der Grundlage retrokonvertierter Findmittel (die für die Nachnutzung auch bereits im EAD-XML-Format vorliegen), von Attributierungen und Indizierungen zahlreicher Informationstypen aus den Unterlagen - und natürlich in üppiger Fülle auf der Grundlage von Personennamen.

Durch die Eingabe der in den Online-Findbüchern angegebenen Bestellnummern in die Datenbank vor Ort wird das Findbuch in der Datenbankansicht aufgerufen und die einzelnen Verzeichnungseinheiten direkt mit den Digitalisaten der Archivalien verknüpft. Die Nutzung erfolgt daher in der Regel am selben Bildschirm, an dem auch recherchiert wird.

Das Generallandesarchiv in Karlsruhe stellte im Rahmen des groß angelegten Erschließungsprojekts zu den Beständen des XIV. Armeekorps für die Zeit des Ersten Weltkriegs sämtliche Findmittel zu den Personalunterlagen des badischen Armeekorps online.

http://www.landesarchiv-bw.de/web/soldaten_im_ersten_weltkrieg/54389

Zugleich hat die Verfilmung der Kriegsstammrollen 1914-1918 im Institut für Erhaltung von Archiv- und Bibliotheksgut in Ludwigsburg begonnen. Diese sollen - wie bereits die Badischen Standesbücher (1810-1870) im Generallandesarchiv Karlsruhe und Staatsarchiv Freiburg - in absehbarer Zeit in digitalisierter Form per Internet einsehbar sein.


Wieder eine sehr schöne Meldung für die Heimat- und Ahnenforscher unter uns.

 

twoday.net AGB

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