Allgemeines
Architekturarchive
Archivbibliotheken
Archive von unten
Archivgeschichte
Archivpaedagogik
Archivrecht
Ausbildungsfragen
Bestandserhaltung
Bewertung
Datenschutz
Digitale Bibliotheken
Digitale Unterlagen
Diplomarbeiten
English Corner
Erschließung
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
null

 

Architekturarchive

"Das europäische Forschungsprojekt MACE verknüpft die großen Architektur-Archive Europas und macht sie erstmalig Architektur- und Design-Communities über ein zentrales Portal zugänglich. Inhalte, die vorher nur lokalen Nutzergruppen bekannt waren, werden so weltweit zugänglich. Eine mehrsprachige Suchfunktion erleichtert zudem die grenzübergreifende Nutzung der Archivinhalte. MACE wird damit vor allem zur Verbesserung von Ausbildung und Lehre in der Architektur auf europäischer Ebene beitragen.
Weitere Informationen finden Sie hier:
http://www.mace-project.eu "
Quelle: Architektenkammer Baden-Württemberg

"Zur Architekturfakultät der Polytechnischen Schule und späteren Technischen Hochschule München gehörte seit 1868 eine Sammlung mit Zeichnungen, Modellen und Fotografien. Diese Vorbildsammlung diente dem Unterricht der Studenten, der vom Kopieren historischer Bauwerke geprägt war. Als sich mit dem Aufkommen der modernen Architektur das Gewicht von einer stilistisch
orientierten Ausbildung zu Konstruktion und funktionaler Gestaltung verschob, entwickelte sich aus der Lehrsammlung allmählich das heutige Archiv, - eine Forschungsstätte für Architekten, Historiker und Denkmalpfleger. In den 70er Jahren wurde die wissenschaftliche Spezialsammlung kontinuierlich
und systematisch in ein Archiv mit Museumsfunktionen umgewandelt und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seit 2002 zeigt das Architekturmuseum der TU München in seinen Räumen in der Pinakothek der Moderne ein breit gefächertes Programm wechselnder Ausstellungen zu historischen Themen und aktuellen Positionen.
Der enorme Bestand des Archivs ist das historische "Gedächtnis" der Fakultät für Architektur mit Dokumenten vom 16. Jahrhundert bis heute. Die Bestände wachsen durch die Übernahme von Nachlässen bedeutender Architekten kontinuierlich weiter an. Heute umfasst das größte Spezial- und Forschungsarchiv für Architektur in Deutschland circa 500.000 Zeichnungen und Pläne von annähernd 700 Architekten, über 100.000 Originalphotographien sowie eine Vielzahl an Modellen und Archivalien. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der deutschen Architektur vom 19. bis 21. Jahrhundert. Die Spannweite an Arbeiten namhafter Architekten reicht von Balthasar Neumann bis zu Le Corbusier und von Leo von Klenze bis Peter Zumthor.....
Das Architekturmuseum und die Universitätsbibliothek der TUM startet mit der Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ab Juni 2009 die Digitalisierung der Plansammlung des Archivs. Das DFG-Projekt zielt darauf ab, die wertvollsten Plan-Bestände des Architekturmuseums zu sichern, ihre Verwaltung zu erleichtern und sie durch eine hochauflösende Digitalisierung,
Erschließung und Online-Präsentation für Forschung, Lehre und Öffentlichkeit optimal zugänglich zu machen. In der zweijährigen Projektlaufzeit sollen 40.000 Pläne mit einem CRUSE-Scanner digitalisiert werden, der Flächen bis zu einer Größe von 1,20m x 1,80m einlesen kann.
Als Präsentations- und Rechercheplattform wird mediaTUM eingesetzt, der von der Universitätsbibliothek entwickelte und betreute Medienserver der TUM. In mediaTUM ist das vollständige Inventar der Plansammlung recherchierbar, die erstellten Digitalisate werden kontinuierlich eingebunden.
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Firma MikroUnivers GmbH realisiert, die auch das DFGProjekt „Digiplan“ am Architekturmuseum der TU Berlin betreut hat. ...".

Quelle: Bayern online

Link zur Datenbank: http://mediatum2.ub.tum.de/node?id=647610

s. a. http://archiv.twoday.net/stories/5774704/



"Das Deutsche Naturstein-Archiv (DNSA) dient der Forschung und Lehre, der Dokumentation und Information über Naturwerkstein. Im einzelnen stellt es sich folgende Aufgaben:
Der ursprüngliche Gedanke, mit einer Sammlung wichtiger internationaler Werksteine den Schülern der Staatlichen Fachschule für Steinbearbeitung Anschauungs- und Lehrmaterial bereitzustellen, wird natürlich auch heute noch verfolgt. Das Naturstein-Archiv ist fest im Lehrfach Gesteinskunde im Rahmen der Ausbildung zum staatlich geprüften Steintechniker integriert. Hier wird auch der angehende Steinmetz, Natursteinschleifer und Steinbildhauer in die Materialkunde eingeführt; gleichzeitig frischen die Teilnehmer von Kurz- und Langzeit-Seminaren ihr Fachwissen auf.
Das DNSA archiviert alle im deutschsprachigen Raum je für Architektur und Skulptur verwendeten Natursteine, darüber hinaus auch die in der übrigen Welt geförderten und international angebotenen Sorten von Naturwerkstein. Alle Steinmuster liegen in einem angemessen großen, einheitlichen Format von 24 x 15 x 2 cm vor.
Wir sammeln zudem alle erreichbaren Daten über diese Gesteine: geologische, petrographische, geographische, technologische, kulturelle und kommerzielle unter Einsatz der EDV.
Wir beraten Bauherren, Architekten, Behörden und Verarbeitungsbetriebe über die Gesteinsauswahl. Für Zwecke der Kunstgeschichte und Steinrestaurierung identifizieren wir Proben historischer Baugesteine und empfehlen im Bedarfsfall entsprechende Ersatzmaterialien.
Wir bestimmen neu importierte Sorten, besonders wenn sie mit naiven oder irreführenden Handelsnamen auf den Markt kommen, hinsichtlich ihrer exakten petrographischen Zuordnung, klären über Zusammensetzung, technische Eigenschaften, Eignung und auch Risiken auf. Ebenso sind wir in der Lage, die Marktchancen eines neu erschlossenen Gesteins zu beurteilen.
In Streitfällen und bei Prozessen vermag das DNSA neutral zu entscheiden, wieweit Lieferungen richtig erfolgt oder Bauvorhaben materialgerecht ausgeführt sind.
Das DNSA veranstaltet gesteinskundliche Seminare mit unterschiedlicher Zielrichtung (Grundkenntnisse, Auffrischung, Spezialgebiete) für unterschiedliche Zielgruppen (Planung, Verarbeitung, Anwendung, Handel) mit unterschiedlicher Dauer - auch solche für die Belegschaft einer einzelnen Firma.
Mit Berufsverbänden, anderen Ausbildungsstätten, Museen, geowissenschaftlichen Instituten in- und ausländischer Universitäten pflegen wir ebenso Kontakt wie mit Fachbetrieben in Deutschland und der ganzen Welt.
Mit einem Bestand von derzeit weit über 5000 Steinmustern einheitlichen Formats gilt das Deutsche Naturstein-Archiv als größte Sammlung dieser Art in der Welt. Allein aus Deutschland sind 1300 verschiedene Gesteine ausgestellt, von Österreich etwa 230, von Italien 530 sowie von den wichtigen europäischen und überseeischen Staaten jeweils 100 oder mehr. Zur Zeit findet man Musterplatten aus knapp über 100 Staaten.
In 80 innenbeleuchteten Vitrinen ist außerdem eine systematisch aufgebaute, petrographische Lehrsammlung mit 4000 vorwiegend anpolierten Handstücken vom Format 9 x 12 cm ausgestellt. Eine weitere Studiensammlung enthält abermals so viele Stücke. Neben einer kleinen paläontologischen Sammlung zeigt die mineralogische Abteilung 1500 Stufen aus aller Welt. Von besonderem Wert für die Natursteinforschung ist eine Sammlung von 1000 Gesteins-Dünnschliffen für die Polarisationsmikroskopie.
Umfangreiche Bestände der Fachliteratur einschließlich geologischer Karten stehen dem Interessierten zum Studium ebenso zur Verfügung wie Präparate-Sets für mikroskopische Untersuchungen und Materialprüfungen.
Die Exponate des Deutschen Naturstein-Archivs dienten vielen Fachbüchern und anderen Publikationen als Vorlage für Abbildungen und Gesteinsbeschreibungen. Nirgendwo können Auflistung und systematische Zuordnung von Werkgesteinen und ihrer Nomenklatur so komplett vollzogen werden wie hier."

Homepage: http://www.efbz.de/DNSA-Start.html

Vom 16. Juli bis 28. September 2009 zeigt die Ausstellung: ".... Die Preisträger, Finalisten und eine jeweils von der Jury getroffene Auswahl beispielhafter Arbeiten befinden sich im „European Archive of Urban Public Space“/CCCB und stellen somit eine umfassende Sammlung der besten realisierten Projekte seit dem Jahr 2000 dar. Dieses einzigartige und nach typologischen Kriterien aufgearbeitete Archiv wird in seinem gesamten materiellen Umfang mit rund 400 Projekten in Wien präsentiert. ....."
Mehr dazu http://www.azw.at

" .... Das älteste und bedeutendste Architekturarchiv Flanderns hütet die Nachlässe der wichtigsten Architekten Belgiens. Der Wert der Bestände wird mit über 2. OOO OOO Euro veranschlagt.
Der Präsident des Archivs, Prof. Dr. Guy van Kerckhoven, und der Verwaltungsrat haben beschlossen, einen internationalen wissenschaftlichen Beirat zu gründen, der nicht nur namhafte ausländische Professoren im Fach Architektur, sondern auch erfahrene Professoren im Bereich der Geisteswissenschaften mit ausgewiesener Expertise in Nachlassbetreuung, Archivarbeit oder historischer Forschung zählen wird.
Ziel des Beirates ist es, die Forschungen des Architektur-Archivs, die Neuerwerbungen und Erschliessungen der Nachlassbestände sowie die Publikationen durch Fachkompetenz beratend zu unterstützen. ...."

Quelle:
http://idw-online.de/pages/de/news322370

http://www.sint-lukasarchief.be/

"Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat erstmals den Preis "Stadt bauen. Stadt leben. Nationaler Preis für integrierte Stadtentwicklung und Baukultur" ausgelobt. Das b.zb erhielt .... einen Sonderpreis in den Kategorien "Städte besser gestalten - Baukultur" sowie "Engagiert für die Stadt - Zivilgesellschaft und private Initiative".
Das b.zb existiert seit fünf Jahren mit festem Standort im Speicher XI, veranstaltet Ausstellungen, Foren und Vorträge, betreibt ein Archiv, gibt diverse Publikationen heraus, unterstützt zahlreiche Initiativen und ist vernetzt mit anderen Institutionen der lokalen und überregionalen Baukultur....."

Quelle:
http://www.lifepr.de/pressemeldungen/hochschule-bremen/boxid-112631.html

"Rund 500.000 Zeichnungen und Pläne von Architekten aus den letzten 500 Jahren bewahrt das Architekturmuseum der TU München auf. Diese Sammlung soll künftig auch im Internet abrufbar sein. In diesem Monat wird mit der Digitalisierung der Werke begonnen. Vertreten sind in dem Archiv so illustre Baumeister wie Balthasar Neumann, Le Corbusier und Peter Zumthor. Was zur Sammlung gehört, kann man schon jetzt unter architekturmuseum.de erfahren. "
Quelle:
DLR Kultur Kulturnachrichten 20.06

" ..... Under Andy’s stewardship, the Drawings and Documents Archive grew to house more than 100,000 items, with a focus on drawings and renderings by practitioners throughout Indiana from the late 19th century to the present. Materials in the collection include working drawings, presentation drawings, construction documents, architects’ letters, business records, photographs, and models from over 40 firms and agencies. Andy retired in 2008, leaving a void in the archives for students and faculty at CAP conducting historical research. ....."
Link: http://bsuarchives.blogspot.com/2009/06/college-of-architecture-and-planning.html

"For architectural archives, digital files are not just a new kind of datacarrier as was the case with microfilm. Digital materials require much more attention to be handled, described and stored in a consistent, safe and persistent way than paper or film. The awareness that our digital heritage is much more fragile than paper archives slowly starts to pervade the cultural heritage community. While some institutions are already testing e-repository test beds, most organisations are still searching for technical solutions for the new hybrid environment in which paper archives are accompanied by digital files.
Research and experiences
The conference will be a continuation of the Gau:di conference held in Paris from 8 to 10 November 2007 “Architecture and Digital Archives. Architecture in the Digital Age: a question of memory”. The conference is meant for architects, architectural museum staff, staff from cultural heritage institutions, architectural historians and researchers. The main purpose of the meeting is to map the development of research and experiences in creating, consuming and using digital architectural archives. The conference focuses on bringing together experts in the fields of architecture (the creators), architectural archives and museums (the keepers: preservation and access) and researchers (users).
Hybrid environment
The specific problems with permanent storage, access and retrieval of digital architectural archives are gradually revealing themselves. What are the consequences for organizations in a hybrid environment and what choices do we have to face?
With regard to digitising paper archives: should we digitise complete archives or parts of it retrospectively and describe them in the same way as our paper archives? How can we create a useful multi language thesaurus and vocabulary necessary to find the requested information? How should we present digital information and what will be the surplus value for users compared to the original paper drawings. How can users and providers make the most of this new digital content?
With regard to born digital archival material: how do we address the problem of authenticity when the digital original is the same as the copy on the web? What are the specific inherent qualities of digital designs? How do we preserve the functionalities of an architectural design produced by interactive software once the material is in a repository?

Conference themes
The questions above have been translated into the following themes:
Acquiring and processing digital archives in repositories
Producing digital archives in architectural practices
Architectural archives on the web
Users: expectations and use
Multilingual architecture thesauri and vocabularies

Wednesday June 10

14.15 Departure by bus from the NAi to the Open Model Storage
15.00 Tour Open Model Storage
16.15 Departure by bus from the Open Model Storage to the Town Hall
17.00 Welcome Reception at the Town Hall Rotterdam

Thursday June 11
Auditorium National Library, The Hague

8.30 Registration
9.30 Welcome by the Director of the National Library
9.45 Introduction by Patricia Alkhoven, conference chair and Head of Collections, NAI
10.00 Keynote 1 Yola de Lusenet
10.20 Keynote 2 Marcel Ras The KB E-Depot
10.40 Coffee and tea
11.15 Session 1 Producing Digital Archives in Architectural Practices
Paper 1 David Peycere Producing Digital Archives in Architectural Practices
Paper 2 Berthold Scharrer Save the Bubble
Paper 3 Gijs Joosen (Oosterhuis Architecten) Architecture = Information
12.30 Lunch
13.30 Tour National Library and National Archives
14.15 Session 2 Acquiring and Processing Digital Archives in Repositories (chaired by David Peycere)
Paper 1 Sophie De Caigny Building a Fedora Repository For Architectural Content
Paper 2 Henk Vanstappen Connecting the Digital With the Physical LAM (Library-Archive-Museum) Approach
Paper 3 Josje Everse cs. Connection Between E-depot And Project Construction Drawings
15.30 Coffee and tea
16.00 Session 3 Multilingual Architecture Thesauri and Vocabularies (chaired by Riccardo Domenichini)
Paper 1 Andrea Bocco Archiwordnet, a Bilingual Thesaurus
Paper 2 Ezio Arlati, Elena Bogani, Andrea Cammarata The PiacenzaLabs Repository, a MACE Application
Paper 3 Stefan Boeykens Connecting Digital Architectural Archives With MACE
17.15 Discussion
19.00 Dinner in restaurant Garoeda, The Hague

Friday June 12
Auditorium Netherlands Architecture Institute, Rotterdam

9.15 Welcome by Ole Bouman, Director NAi
9.30 Session 4 Users: Expectation And Use
Paper 1 Kristine Fallon Defining And Encoding Architectural Information For Digital Archives
Paper 2 Eduardo Aguirre Leon, Mauricio Ramírez Molina New Interfaces, New Scenarios
Paper 3 Bernd Kulawik Distributed Web-portal For World-wide Contribution Among Architectural Archives And Historians
10.45 Coffee and tea
11.15 Session 5 Three Dimensional Issues (chaired by Patricia Alkhoven)
Paper 1 Dennis Derycke, David Lo Buglio Digital Archiving For Inside Elevations By Orthophotography
Paper 2 and 3 Jean-Yves Blaise, Iwona Dudek, Livio de Luca 3D As Content And As Metaphor: Spatial Cognition.
12.30 Lunch
13.30 Tour NAi Collection Department
14.30 Session 6 Architecture On The Web (chaired by Henk Vanstappen)
Paper 1 Helga Kusolisch Nextroom, European Hub for Contemporary Architecture
Paper 2 Emmanuelle Cadet, René Pelfresne Mediation of Heterogeneous Digital Information on Modern Architecture in the Mediterranean (Musomed)
Paper 3 Paola Ricco Image ARCHIVE, an Operating Space for Architecture Videos
15.45 Coffee and tea
16.15 Wrap up, discussion and conclusion
17.15 Reception in Foyer NAi "


Link to conference: http://conference.nai.nl/

"Während über die Vorkriegsstädte unsere Archive nur lückenhaft Auskunft geben, erweist sich das Material zur Architektur nach 1945 als äußert umfangreich. Universitäten, Museen und Architekturzentren sind herausgefordert, die jüngere Architekturgeschichte zu erforschen. Herbei spielen Architektennachlässe eine zentrale Rolle. Um der Dokumentationsflut zu begegnen, werden neue Strukturen der Zusammenarbeit und Vermittlung notwendig sein – mit der Hilfe von Bund, Ländern und Städten. .....
Die Stadt stellt ein Schichtwerk dar, das mannigfaltige Kenntnisse voraussetzt, will man es als Zusammenhang deuten. Doch zumeist ging mit der Zerstörung im Krieg auch sämtliches Archivgut verloren. Ganze Stadt- und Architekturüberlieferungen sind nicht mehr existent. Die Nachwirkungen reichen bis in die Gegenwart. Die Biografien einzelner Bauten lassen sich daher nur mühsam rekonstruieren. Und von vielen Häusern der Vorkriegszeit ist bis heute kein Autor bekannt. Ebenso ergeht es unzähligen Architekten jener Zeit, denn auch das Wissen um ihr Leben und Werk ist häufig nicht mehr rekonstruierbar. Gerade die Architekten der Gründerzeit sind heute vielfach ohne Stimme, das Wissen um das Neue Bauen ist in den verschiedenen Städten vergleichsweise rar. Selbst zu maßgeblichen Protagonisten einer Stadt fehlt es uns an Material: etwa zu einem Alfred Hensen in Münster, einem Fritz Catta in Kassel oder einem Oskar Pfennig in Stuttgart. .....
Ganz anders stellt sich die Situation der Architekturgeschichte nach 1945 dar. Erstmals hat unsere Gesellschaft die Chance, wieder in eine Zeit hineinzuwachsen, die auf mehrere vollständig überlieferte Jahrzehnte zurückblicken kann. Denn das Material über die Zeit seit dem Wiederaufbau steht uns (noch) nahezu lückenlos zur Verfügung. Gepaart mit dem Fortschritt der Medien sind Bauten und Architektenbiografien wie nie zuvor in vielfältigen Formaten überliefert, in Plänen und Zeichnungen, in Modellen, Fotografien und Akten. Um dieses Material zu sammeln, aufzuarbeiten, zu dokumentieren, zu erforschen und zu veröffentlichen, wird es wichtig sein, neue Strukturen zu schaffen – eine Aufgabe, die nur mit der Hilfe von Bund, Ländern und Gemeinden zu bewältigen sein wird.
Im Vorteil sind hier die Hochschulen als traditionelle Orte der Forschung und Sammlung. Gerade die Technischen Hochschulen in München, Berlin und Karlsruhe (SAAI) haben in den letzten Jahren deutlich an Profil gewonnen, ihre Architekturmuseen zählen zu den ältesten und bedeutendsten der Republik. Als ebenso unerlässlich erweisen sich auch die spezielleren Kunstarchive, wie beispielsweise das 1954 von Hans Scharoun gegründete Baukunstarchiv der Akademie der Künste, das 1960 beschlossene Bauhaus-Archiv (beide Berlin) und das Deutsche Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg (1964). Einen wichtigen Schub erfuhr die Architekturarchivwelt sodann in den 1970er Jahren mit der Gründung der Berlinischen Galerie (1975) und des Deutschen Architektur Museums in Frankfurt (1979), gerade auch in den Fragen der Vermittlung. Nicht weniger verdienstvoll sind die Einrichtungen auf Länderebene, häufig initiiert durch die jeweiligen Architektenkammer, die in den 1980er und 1990er Jahren folgten. So entstanden das Hamburgische Architekturarchiv (1984), das Schleswig-Holsteinisches Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst (1992), das Architekturmuseum Schwaben (1995) und das an der TU Dortmund ansässige Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst NRW (A:AI), zuletzt die Initiative Architekturforum Rheinland und 2004 das Bremer Zentrum für Baukultur (b.zb). Einen besonderen Status nimmt hierbei das überregionale Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung in Erkner (IRS) ein, das 1992 im Wesentlichen aus dem “Institut für Städtebau und Architektur” der Bauakademie der DDR hervorgegangen ist und über eine umfangreiche Sammlung zur Planungs- und Baugeschichte der DDR verfügt. Für einzelne Städte aber im Zweifel wichtiger sind die lokalen Institutionen wie Stadtmuseen und Stadtarchive, Planungsämter, Bibliotheken, Privatarchive von Bürgern, Unternehmern, Instituten, Gesellschaften und Vereinen. Die Archivwelt in Deutschland zeigt sich in den unterschiedlichen Ebenen und Regionen somit unterschiedlich gut gewappnet und ausgestattet, doch wird es gerade darauf ankommen, auf jeder Stufe mit offenen Augen die Architektennachlässe zu sichern, solange sie noch zu greifen sind.Zeche Zollverein: Weltkulturerbe, 2010 Zentrum der Kulturstadt Essen und der gesamten Region Ruhr. Künftiger Ort des NRW-Baukunst-Archivs?
Klug ist daher die Idee der Stiftung Deutscher Architekten, die in NRW bislang mit der Archivarbeit befassten Einrichtungen, wie die Architektenkammer NRW, die Ingenieurkammer-Bau, die TU Dortmund, das Architekturforum Rheinland, M:AI und die Landschaftsverbände, in dieser Angelegenheit zusammenzuführen und ein zentrales Baukunst Archiv NRW zu gründen. Auch das Land NRW hat bereits für dieses Projekt Unterstützung zugesagt und angeboten, entsprechende Räumlichkeiten auf der Zeche Zollverein kostenlos zur Verfügung zu stellen. Jedoch nur, wenn die Projektpartner den laufenden Betrieb – geschätzte 500.000 Euro jährlich – finanzieren. Wie schnell man sich hier einig werden wird, ist offen, doch soll noch dieses Jahr eine Betreibergesellschaft gegründet werden. Gerade auch für die lokale Ebene, für die einzelnen Städte und Gemeinden in NRW, wäre diese Einrichtung ein wichtiges Signal. Es würde auch den Dialog vor Ort entfachen und so manches Material aus den Regalen, ob von privaten Dachkammern oder aus städtischen Kellern, ans Licht der Öffentlichkeit befördern. Das Modell wäre daher auch geeignet, an anderen Orten die lokale und die regionale Ebene miteinander zu verknüpfen, die professionelle Sicherung auch für jene Städte zu gewährleisten, die sonst damit möglicherweise überfordert wären. Da vielfach Geld fehlt, kann nur Synergie durch Kooperation das Gebot der Stunde sein, um unwiderbringliche Verluste zu verhindern. Will man nicht kommenden Generationen die Architekturgeschichte der Nachkriegszeit ähnlich lückenhaft wie die der Vorkriegszeit überlassen, darf die Frage nach dem Umgang mit den Architektennachlässen nicht weiter aufgeschoben werden, denn Architektennachlässe zählen zum Gedächtnis einer jeden Stadt."


Stefan Rethfeld ist Architekt, Journalist, Co-Autor des Architekturführers Münster und arbeitet derzeit als Stipendiat der Stiftung Deutscher Architekten an einer Dissertation zum Werk des Architekten Harald Deilmann (1920-2008).

Vollständiger Text:
http://german.magazin-world-architects.com/de_09_23_onlinemagazin_archiv_de.html

 

twoday.net AGB

xml version of this page

xml version of this topic

powered by Antville powered by Helma