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Wirtschaftsarchive

"Nach der gestrigen Podiumsdiskussion um die NS-Vergangenheit von Oetker zeigt sich das Unternehmen gesprächsbereit. Es will jetzt einige der vom Bündnis gegen Rechts geforderten Konsequenzen umsetzen. Das Oetker-Archiv bleibe natürlich für wissenschaftliche Zwecke zugänglich, sagte ein Unternehmenssprecher. Die geforderte öffentliche Debatte über die Kaselowskystraße gehöre in die Bielefelder Kommunalpolitik. Über mehr Informationen zur NS-Zeit im Firmen-Museum Dr. Oetker Welt sei bisher nicht gesprochen worden, dies sei aber nicht auszuschließen. Oetker stelle sich der Diskussion, verweise auf seiner Internetseite auch auf die neue NS-Studie. Bei der heikelsten Frage bleibt das Unternehmen defensiv. Die Frage, ob der Name von Ex-Chef Richard Kaselowsky wie gefordert aus der Kunsthalle verschwinden solle, sei bisher kein Thema gewesen."
Quelle: WDR studio Bielefeld, Nachrichten, 14.1.14

s. a. Offizielle Stellungnahme des Unternehmens zur Aufarbeitung der Unternehmensgeschichte von Dr. Oetker im Nationalsozialismus, Oktober 2013: " .... Prof. Dr. Wirsching, heute Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) und Direktor des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) in München, und seine Mitarbeiter Dr. Sven Keller (IfZ) und Dr. Jürgen Finger (LMU) hatten zu diesem Zweck uneingeschränkten Zugang zum Dr. Oetker Firmenarchiv. ...."


Das Archiv von FALKE ist eine wahre Schatzgrube. Wertvolle Zeitdokumente erzählen von der Geschichte der Kleidung, aber auch der Schönheitsideale in ihrem Wandel.

Directed by Julie Wessling
Produced by Julie Wessling
Camera: Markus Schlott
Sound: jens Thöl
Edited by Alexander von Sturmfeder

Musik Werke mit freundlicher Genehmigung von Royal Flame Musik GmbH

Music
Teamwork by David Lowe

All rights reserved by SONOTON Music GmbH & Co. KG

Produced on behalf of FALKE KGaA, Schmallenberg
© teNeues Digital Media GmbH, Berlin

s. a. http://archiv.twoday.net/stories/49586514/

Ein Sammelband von 2012 steht online kostenlos zur Verfügung, meldet

http://filstoria.hypotheses.org/10762

Einige Schätze aus dem Bayer-Filmarchiv, das vom Wirtschaftsarchivar Michael Frings betreut wird, präsentiert die Lokalzeit Bonn (ab 17' 40''). Rasch gucken, bevor depubliziert wird:

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit/lokalzeit-aus-bonn/videokompakt1374_size-L.html?autostart=true#banner

Via Monika Marner auf Archivfragen (geschlossene Gruppe auf Facebook = FB)

Kollege Dr. Peter Blum hat uns freundlicherweise den folgenden Bericht zur Verfügung gestellt. Siehe auch
http://archiv.twoday.net/stories/97058539/


„Es ist nicht schwer, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Nur mit dem Entziffern hapert es fürchterlich.“

(Bericht über den 75. VdW-Lehrgang, 10.-13. Juni 2012 in Wiesbaden, Frankfurt, Hanau und Essen) Ein Jubiläumskurs – eine Tagung – ein mühevoller und doch lohnender Schritt auf dem Weg der Annäherung

Der Sinnspruch des österreichischen Dichters und Aphoristikers Ernst Ferstl ist vieldeutig. Und er mag auch für die zunehmend globalisierte Welt der Wirtschaftsarchivare sowie das Zustandekommen derartiger Fortbildungsveranstaltungen gelten.
Am Fallbeispiel China, das mittlerweile zum wichtigsten Handelspartner der BRD aufgerückt ist, erweist sich eindrücklich, vor welch neuen Herausforderungen Wirtschaftsarchivare (Anm.: Allein zur besseren Lesbarkeit wurde durchgängig die männliche Schreibweise verwendet. Gemeint ist jedoch ausdrücklich sowohl die männliche als auch die weibliche Schreibweise) stehen: Globales Wirtschaften lässt Schrift- und Dokumentationsgut zunehmend dezentral heranwachsen. Was der Unternehmensarchivar bislang in der Regel noch für und in das heimische Konzernarchiv „kanalisieren“ konnte, droht längst fernab allzu oft und unwiederbringlich, seinem unmittelbaren Blick und Zugriff verborgen, in anderen Kanälen zu versickern … Zudem fehlen die zusätzlich benötigten Ressourcen. Auch grenzüberschreitend Auszusonderndes und Archivwürdiges zu erfassen, zu sichern, einem unternehmensinternen Wissensmanagement, der Historischen Wissenschaft und als kulturelles Erbe zu erhalten und zugänglich zu machen, setzt zudem Fähigkeiten und Kenntnisse des Archivars voraus, auf die er bislang meist gar nicht vorbereitet war. Weder in der Aus- noch in der Weiterbildung. Denn es gilt, sprachliche und interkulturelle Hürden zu überwinden, um letztlich funktionierende Archivstrukturen auch auf Auslandsmärkten aufzubauen. Und um dezentral generiertes und allein schon sprachlich heterogenes Archivmaterial körperlich oder virtuell (im Sinne einer übergreifenden Archivplattform) zusammenzuführen bzw. zu integrieren …

Die Vorbereitung einer derartigen Fortbildungsveranstaltung erwies sich aus unterschiedlichen Gründen als nicht minder problematisch: Zur Einbindung chinesischer Kollegen als aktive Veranstaltungsteilnehmer waren teils in enger Abstimmung mit diesen eine Reihe von komplizierten bürokratischen Hürden und Abstimmungsarbeiten zu meistern (und ebenso bereits manch interkulturelle Barrieren zu überspringen). Das bedingte, sich auch der Unterstützung offizieller chinesischer Stellen zu versichern, um zumindest ansatzweise Planungssicherheit herzustellen.

Gleichwohl konnte die Teilnahme der einen chinesischen Delegation erst drei Tage vor Veranstaltungsbeginn definitiv bestätigt werden … (die Gefühlslage des Organisierenden mag damit angedeutet sein). Insofern konnten auch die Themenabgrenzung und Ablaufplanung (Referenten, Vorträge) erst wenige Tage vor Veranstaltungsbeginn festgelegt werden. Budgetbedingt scheiterte in zwei Fällen die Verpflichtung von weiteren kompetenten chinesischen Kollegen. Den bis zuletzt betriebenen Bemühungen, unter Einschaltung des chinesischen Generalkonsulats zwei Free Tickets einer chinesischen Airline zu erhalten, war leider ebenso wenig Erfolg beschieden. Immerhin lieferte dennoch einer der beiden an der persönlichen Teilnahme verhinderten Kollegen Vortragsskript und Präsentation. Und da die Mehrzahl der chinesischen Referenten ebenfalls ihre Präsentationen und Redetexte kurz vor der Tagung einlieferten, konnten im Vorfeld fast alle chinesischen Texte übersetzt, vorsichtig (weil die Zeit zur Abstimmung mit den Verfassern fehlte) redigiert und letztlich in der Veranstaltung den Teilnehmern zum leichteren Verständnis an die Hand gegeben werden.

Die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, adäquatem Catering sowie stimmigen Sponsoren offenbarte weitere gravierende Realisierungsprobleme: Das Museum für Kommunikation war Hauptaustragungsort und zugleich Programm. In bevorzugter Lage am Frankfurter Museumsufer sollte es zur Brücke der Verständigung werden. Noch dazu in Sichtweite eines an den Blick vom legendären Bund nach dem mondänen Pudong in Shanghai erinnernden „Mainhattan“ (auch wenn dieser Vergleich hier nur en miniature gelten konnte). Als weitere interessante Begegnungsorte boten sich dank der Unterstützung der Kollegen in Frankfurt und Hanau der so genannte BrandSpace der Deutsche Bank AG und das Konzernarchiv von Evonik Industries AG in Hanau an. Die Gastfreundschaft der Kollegen in diesen drei Einrichtungen bildete eine erste verlässliche Planungsgrundlage.

Geradezu beängstigende Finanzierungslücken taten sich dennoch überraschend auf, als ein Caterer seinen nahezu konkurrenzlosen Standortvorteil sozusagen über Gebühr geltend zu machen versuchte. Robert CAO und dem von ihm begründeten Düsseldorf China Center DCC sowie kollegialer Hilfestellung vor Ort ist es zu verdanken, dass die Kostenexplosion letztlich auf das finanzierbare und vertretbare Maß reduziert werden konnte. So glänzte das alternative Catering im 8. Stock der nahe gelegenen Landesversicherungsanstalt Hessen nicht allein mit Kostenvorteilen, sondern mit ansprechender Verpflegung bei herausragendem Blick auf die Frankfurter Skyline.

Wer in China einmal zu Gast war, weiß, in welchem nicht allein protokollarisch ausgestalteten Rahmen dortige Auftaktveranstaltungen inszeniert werden. Ähnliches in Frankfurt aufzubieten, erwies sich ungeachtet starker Einbindung der Archivkollegen vor Ort und zahlreicher anderer angefragter Projektpartner (Firmen wie öffentlicher Einrichtungen) als (insbesondere finanziell) nicht realisierbar. Verschiedene auswärtige Optionen schieden aus aufgrund von Kosten- oder Handling-Handicaps. So ebenfalls die mit der Kollegin der in Wiesbaden ansässigen Henkell & Co Sektkellerei KG durchgespielten Szenarien. Gleichwohl erwuchs aus dieser Zusammenarbeit der Kontakt zur Wiesbadener Casino-Gesellschaft. Und für Anmietung und Catering im festlichen Foyer und Spiegelsaal des im Stil des strengen Historismus errichteten Casino-Gebäudes ließen sich schließlich noch moderate Kosten aushandeln. Wobei für den Sektempfang (sowie für die Bereitstellung der Gastgeschenke an Referenten und Teilnehmer) die Sektkellerei und das feierliche Abendessen die SAP AG, Walldorf als Sponsoren gewonnen werden konnten.

Dessen ungeachtet trugen die Kostenplanungen für die Gesamtveranstaltung über lange Wochen hinweg absolut defizitären Charakter. Erschwerend kam hinzu, dass spätestens ab dem Moment, zu dem die chinesischen KollegInnen signalisiert hatten, offiziell ihre Anreise zu betreiben und teils auch Vortragsverpflichtungen zu übernehmen, es längst kein Zurück mehr gab …

Um die finanziellen Ressourcen der VdW als verantwortlichem Ausrichter nicht überzustrapazieren, war somit ein – über Monate hin zermürbendes, weil lange Zeit weitgehend erfolgloses – Fundraising notwendig. Herausgehobene Personen, öffentlich-rechtliche Einrichtungen und Stellen, Unternehmer und Unternehmen hieß es nunmehr individuell zu kontaktieren, zu überzeugen, zu Spenden oder zum Sponsoring zu bewegen. Dass Archiv(ar)e weitgehend ohne Lobby dastehen, wurde selten schmerzlicher bewusst.

In dieser Zeit füllten sich vier Stehordner mit Korrespondenz. Wobei auf eine Antwort seitens der angefragten Stellen in der Regel erst nach schriftlicher oder mündlicher Wiederholung der Anfrage gerechnet werden durfte. Verzichtet sei hier auf die Wiedergabe der teils erbärmlich fadenscheinig begründeten Absagen. – Dass es sich bei den angefragten Stellen ganz überwiegend um solche mit ausgeprägtem China-Bezug oder konkret um Firmen handelte, deren Umsätze/Erlöse im Chinageschäft derzeit nachweislich boomen, sei dagegen nicht verschwiegen.

Leider ist es nicht gelungen, – trotz der Unterstützung durch das Chinesische Generalkonsulat, die Chinese Enterprises Association in NRW, durch einen Aufruf in der Chinesischen Handelszeitung und diverse deutsch-chinesische Netzwerke – über Robert CAO und das DCC hinaus chinesische oder deutsch-chinesische Unternehmen zur Unterstützung zu bewegen. Dass letztendlich der „finanzielle Gau“ vermieden werden konnte, ist – wiederum von Archivkollegen bewirkten – beträchtlichen Einzelleistungen wie zum Beispiel der Bertelsmann Stiftung und der Robert Bosch GmbH sowie einer langen Reihe von Archivausstattern sowie einzelnen Unternehmen mit China-Bezug zu danken!

Zu den organisatorisch-technischen und den finanziellen Problemen gesellte sich unversehens ein weiteres: Die mangelnde Nachfrage unter potentiellen Teilnehmern. Während die Rekrutierung deutschsprachiger wie chinesischer Referenten, abgesehen von landesspezifischen formalen Problemen, planmäßig lief, stagnierten lange die Anmeldezahlen. Mit Erstankündigung des 75. VdW-Kurses im Dezember 2011 hatten sich spontan einige wenige Unternehmensarchivare angemeldet. Diesen Kreis zu wirtschaftlich tragfähiger Größe auszubauen, wurde unvermittelt ein weiteres Arbeitsfeld, auf dem Überzeugungsarbeit zu leisten war.

Als Grund für die zunächst vermissten Anmeldungen wurde auf Befragen die mangelnde Akzeptanz innerhalb des Unternehmens für die Teilnahme von Archivmitarbeitern an Veranstaltungen internationalen Zuschnitts benannt. Daneben waren es jedoch oft „andere Baustellen“, weshalb sich der Unternehmensarchivar für „unabkömmlich“ erklärte. Andere Kollegen, verwiesen darauf, die aus der Globalisierung erwachsenden Probleme in vielleicht zwei Jahren energischer angehen zu wollen; aktuell jedoch könne man sich diesen Problemen noch nicht stellen. Man erwartete sozusagen entsprechende Fortbildungsangebote „zu gegebener Zeit“. Unternehmensarchivare anderer ausgewiesener Global Player gestanden den akuten Handlungsbedarf uneingeschränkt ein, verwiesen allerdings auf die latente Arbeitsüberlastung und darauf, dass glücklicherweise noch niemand im Unternehmen erkannt habe, dass dem Unternehmensarchivar hier akuter Handlungsbedarf erwachse, der zum Handeln dränge … – Die im Fall des Sponsoring bei zahlreichen Ansprechpartnern mit aktueller wie starker China-Affinität wahrzunehmende Verdrängung, auf einen durchaus nicht in Abrede gestellten akuten Handlungsbedarf jedoch bestenfalls zukünftig reagieren zu wollen, zeigte sich somit in ähnlicher Form auch unter Wirtschaftsarchivaren.

Kein Wunder, dass die vom VdW-Vorstand ausgesprochene Reduzierung der Kursgebühr von 500€ auf eine „Schutzgebühr“ von 75€ das Anmeldeverhalten kaum nennenswert beeinflusste. Dabei wurde die Attraktivität von Kursprogramm und -gebühren, ergänzt um überaus günstige Raten (von 57-74€ pro Nacht inkl. Frühstück) im Rahmen des ausgehandelten Hotelkontingents zu keinem Zeitpunkt bestritten. Allzu hohe finanzielle Hürden standen einer Teilnahme somit nicht entgegen.

Für die am Buchungsverhalten ablesbare eher verhaltene Leidenschaft dürften insbesondere zwei Faktoren maßgeblich gewesen sein: Zum einen die Einschätzung, mit einer stärkeren Fokussierung auf die im Ausland generierte Überlieferung des Unternehmens eine in der Tat „größere Baustelle aufzumachen“, die nicht zuletzt unternehmensintern auch das Einfordern zusätzlicher Ressourcen bedingt. Zum anderen dürfte auch in den meisten international tätigen Unternehmen die Vorstellung „archivists going global“ noch gewöhnungsbedürftig sein; auch und gerade vor dem Hintergrund der meist nicht eben herausgehobenen unternehmensinternen Stellung der Archiv(ar)e.

So blieb am Ende nur der wiederholte Griff zum Telefonhörer. Es galt, Überzeugungsarbeit im Blick auf eine Kursteilnahme zu leisten, um so zumindest einmal programmatisch ein neues Arbeitsfeld abzustecken und damit einen Anspruch an sich und an das eigene Unternehmen zu formulieren. Das erwies sich als zeitaufwendig, aber durchaus erfolgreich. Die Teilnehmerliste umfasste zum Kursauftakt über 55 Personen, womit sich der Kurs zur kleinen Tagung entwickelt hatte.

Nebeneffekt: Selbstredend sind den anreisenden chinesischen Archivkollegen die für den deutschen Sprachraum namhaften Global Player bekannt. Hätten z.B. BMW, Porsche und andere auf der Teilnehmerliste gefehlt, wäre das ein erstes irritierendes Signal an die chinesische Adresse gewesen, darüber nachzudenken, inwieweit die involvierten Archive überhaupt für die im China so geschätzte deutsche Wirtschaft stehen können. Gut, dass es anders gekommen ist!

Der Impuls zu der Veranstaltung im Juni 2012 ging zurück auf eine Delegationsreise vom April 2011. Damals reiste eine kleine Delegation von Wirtschaftsarchivaren aus Deutschland und der Schweiz nach China, um an einer international besetzten Tagung in Shanghai zum Thema „Green Archives“ teilzunehmen sowie an einer weiteren, gemeinsam mit den chinesischen Kollegen organisierten Veranstaltung in Wuxi. Letztere bestand aus einer Vortragsveranstaltung nebst mehreren Archivbesichtigungen. Der Austausch entwickelte sich für beide Seiten überaus anregend und in einer – für die meisten „Langnasen“ unerwartet – sehr freundschaftlichen Atmosphäre. Dabei keimte die Idee, diesen Dialog bei nächster sich bietender Gelegenheit fortzusetzen. Doch sollten dann die Zeitanteile der Vorträge (= Monologe) zugunsten von kurzen Impulsreferaten und offenen Frage- und Diskussionsrunden stärker begrenzt werden. Diese Idee und vor allem die freundschaftliche Atmosphäre sollten im 75. VdW-Lehrgang aufgegriffen und vertieft werden. Das Moment des auch menschlich verbindenden fachlichen Austausches sollte dabei bewusst mitverfolgt werden, um ggfs. die chinesischen Kollegen auch einmal als Vermittler einschalten zu können, wenn es beispielsweise „Verständigungsprobleme“ beim Aufbau von Archivstrukturen in den ausländischen Unternehmensniederlassungen geben sollte. Gerade die herzliche Aufnahme in Wuxi hatte dazu geführt, in den chinesischen Kollegen auch den „Freund und Helfer“ zu erkennen wie auch das Potential freundschaftlicher Verbundenheit für die Lösung archivfachlicher Fragestellungen und Probleme.

Entsprechend diesem Ansatz und im Blick darauf, dass Archivare überall auf der Welt die Arbeit für das gemeinsame kulturelle Erbe verbindet, leistete der Kurs auch einen Beitrag zur Völkerverständigung. Konsequenterweise kamen bei der festlichen Auftaktveranstaltung in den Räumen der Wiesbadener Casino-Gesellschaft der stellvertretende Generalkonsul WANG Xiting und der Vertreter des Initiators und Geschäftsführers des (nicht-staatlichen!) Düsseldorf China Centers (DCC) Robert CAO, nämlich der Marketing Direktor Walter Schuhen zu Wort. Während WANG die völkerverbindenden Aspekte und die wachsende Bedeutung eines grenzüberschreitenden Zusammenwirkens der Archivare hervorhob, betonte Schuhen, dass das DCC explizit gegenseitiges Verständnis, die Kenntnis interkultureller Unterschiede und freundschaftliche Beziehungen sozusagen zur Plattform nachhaltiger wirtschaftlicher Zusammenarbeit mache. Genau dieses gemeinsame Verständnis vom Umgang miteinander sei denn auch maßgeblich gewesen für die Förderung unserer Veranstaltung.

Der Vorsitzende der VdW Michael Jurk, der Präsident des Bundesarchivs Dr. Michael Hollmann und Dr. Daniel Nerlich als Vertreter des VSA begrüßten in ihren Statements eine stärkere Vernetzung über die nationalen und europäischen Netzwerke hinaus. Chinesische Archivdelegationen auf Informationsreise im Westen, das sei längst Normalität. Ein stärkerer Blick umgekehrt auf die Arbeit der chinesischen Kollegen und eine Intensivierung der Zusammenarbeit seien dagegen überfällig und für alle Beteiligten lohnend!

Als Vice-President im Bereich SAP Labs Network Management der SAP AG erinnerte Dr. Clemens Däschle an das langjährige Engagement seines Hauses in Asien und speziell in China. Diese starke China-Affinität – zumal im Rückblick auf 40 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen BRD und VCR, in denen sich der chinesische Markt stetig geöffnet habe – und die Affinität verschiedener SAP-Produkte zur elektronischen Archivierung habe die SAP AG dazu bewegt, die Tagung als Hauptsponsor zu unterstützen.

Im Anschluss an das folgende Abendessen kam es zu einer großen Vorstellungsrunde, in deren Verlauf sich – beginnend bei den beiden jeweils 6köpfigen Delegationen aus Beijing und Wuxi – alle Teilnehmer mit wenigen Worten dem größeren Kreis vorzustellen hatten. Dies diente dem schnelleren Kennenlernen und der Kommunikation untereinander.

À propos Kommunikation: Tagungssprachen waren bewusst allein Chinesisch und Deutsch. Das Risiko zweifacher Übersetzung über die Brücke des Englischen sollte konsequent vermieden werden; zumal bestimmte Begriffe in allen drei Sprachen nicht durchweg auf synonyme eindeutige Worte oder Zeichen rechnen können. Für die Übersetzungen ins Chinesische/Deutsche waren zwei in China geborene Dolmetscher engagiert worden, die ihre wissenschaftliche Ausbildung an der Heidelberger Universität absolviert haben und die sich teils auch beruflich nach wie vor regelmäßig in beiden Ländern aufhalten. Um es vorweg zu nehmen: Beide Dolmetscher haben maßgeblich zum gegenseitigen Verständnis und Gelingen der Tagung beigetragen.

Unter der Überschrift „Kooperation braucht über sprachliches Verstehen hinaus gegenseitiges Verständnis“ begann der Montagmorgen im Museum für Kommunikation mit zwei „interkulturellen Annäherungen“. Zunächst stellte Frau MAO Zuhui (Geschäftsführerin Sinalingua, Heidelberg/Shanghai) Deutschland und die auf Chinesen lauernden interkulturellen Barrieren und „Fettnäpfchen“ vor. Unmittelbar danach wechselte Dr. Sabine Hieronymus (die kurzfristig für den ursprünglich vorgesehenen, aber erkrankten Referenten eingesprungen war) die Perspektive, um Brücken zu bauen zum chinesischen Selbstverständnis usw. Besonders anregend dabei war der unmittelbare Perspektivwechsel, der nicht allein zunächst fremd anmutende kulturelle Besonderheiten vorstellte, sondern jeweils einem Teil des Publikums zugleich den Spiegel vorhielt, wie man von der anderen Seite wahrgenommen wird.

In der Sektion 2 „Quellen zur Wirtschaftsgeschichte und die Rolle der Archivare in China und Deutschland“ lieferte die Generaldirektorin der Beijing Municipal Archives CHEN Leren eine „Einführung in das Wirtschaftsarchivwesen Beijings“. Die Referentin stellte eine Reihe von teils erloschenen, teils noch tätigen Wirtschaftsbetrieben anhand einschlägiger Quellen vor und berichtete über die archivfachliche Betreuung durch das Archiv der chinesischen Kapitale. Aufsehen erregte insbesondere die ausgedehnte Öffentlichkeits-, d.h. insbesondere Publikationstätigkeit: So entstanden 2011 allein an den Beijing Municipal Archives über 400 Bücher zur Stadtgeschichte.
Auf ein Beispiel für chinesische Quellen in deutschen Wirtschaftsarchiven, nämlich aus den Beständen des ehemaligen historischen Archivs der Dresdner Bank konnte Michael Jurk verweisen: Dort nämlich fand sich die Gründung der China-Studien-Gesellschaft durch den Reichsverband der deutschen Industrie aus dem Jahr 1931 abgebildet.

Zu einem Plädoyer für eine stärkere Rolle öffentlicher Archive bei der Wirtschaftsarchivarbeit betrat darauf SHENG Xiaoqi de Bühne: SHENG „ist ein unscheinbarer Mann, klein und von chinesischer Höflichkeit. Er passt in das Bild, das Europäer von China haben. Und er prägt es selbst mit. Als Generaldirektor des Stadtarchivs von Wuxi, einer Stadt vor den Toren Shanghais, hält er die Erinnerung wach an ein China, das sich ständig neu erfindet. Beim 75. Lehrgang … erfuhren Shengs deutsche Kollegen, welchen Auftrag China im kollektiven Erinnern sieht. China pflegt demnach eine lebendige Erinnerungskultur, die die Archive nah an den Alltag der Menschen heranrückt. Auch werde in China mit nationalen Gesetzen geregelt, wie private und staatliche Unternehmensarchive zu führen seien … Die wirtschaftlichen Entwicklungen werden in chinesischen Archiven minutiös protokolliert. Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern müssen in China ein Archiv führen, die kleineren Betriebe bittet Sheng darum. Unternehmen, die im Strudel der Entwicklung verschwinden, geben ihre Archivsammlungen an die staatlichen Einrichtungen ab. Nichts soll vergessen werden, wenn China seine fünftausendjährige Geschichte fortschreibt. – Die deutschen Wirtschaftsarchivare staunten über die Berichte …“

Der in der F.A.Z. am 13. Juni (S. 38) unter der Headline „Die Pflicht zur Aufbewahrung. Wirtschaftsarchive in China und Deutschland – eine Tagung“ abgedrückte Bericht gibt auch atmosphärisch durchaus stimmigen Einblick in den Tagungsverlauf. Vielleicht war es gleichwohl eher ein Raunen, denn ein Staunen. Denn bereits im vergangenen Jahr keimte während des Aufenthalts in Wuxi der jedoch nicht expressis verbis von den chinesischen Kollegen bestätigte Verdacht, dass der während einer Führung so ganz nebenbei erwähnte optionale virtuelle Zugriff vom Lesesaal des Stadtarchivs auf die Daten des (privaten) Unternehmensarchivs keineswegs allein auf eine zufällig identische Archivsoftware zurückgeht …

SHENGS eindeutiges Statement verwandelte den zunächst als „Vermittler“ bei dem Aufbau archivischer Strukturen an den chinesischen Unternehmensstandorten erhofften staatlichen Kollegen in den formal zuständigen Archivkollegen und Partner. Bei ihm liegen Kontroll- und Instruktionsrechte bezüglich der Einrichtung und Unterhaltung des Unternehmensarchivs sowie der Aus- und Weiterbildung von Unternehmensarchivaren. Ein Gutteil der Unternehmensarchivbestände wird denn sogar in den staatlichen Archiven verwahrt. Und: Es gibt gegenwärtig sogar Überlegungen, die geltenden Bestimmungen auf die in China tätigen ausländischen Unternehmen zu übertragen … Ohne Frage waren dieses Referat und die anschließende Diskussion ein wesentlicher Schlüssel zum besseren Verständnis des chinesischen Archivwesens.

Dr. Andrea Hohmeyer vermittelte im Anschluss aktuelle Beispiele einer „History Communication“ innerhalb des von ihr geleiteten Konzernarchivs der Evonik Industries AG. Ein ähnliches ansprüchliches Selbstverständnis von der Dienstleistungsfunktion und dem Anspruch archivarischer Tätigkeit im Rahmen eines unternehmensintern wie -extern ausstrahlenden Wissensmanagements offenbarte der Vortrag von Dr. Sabine Bernschneider-Reif unter dem Titel „Neue Strategien für Corporate History in einem sich verändernden Unternehmen“ (Merck KGaA). – Wer erwartet hatte, dass ein derartiges Selbstverständnis und Handeln in China möglicherweise weniger stark ausgeprägt wäre, der staunte dann in der Tat, als der Direktor der Xishan District Archives SONG Yonming in seiner Präsentation die Arbeit seines Archivs mit einem „Thinktank“ verglich. Keine Spur also von im Sozialismus erstarrter „Beamtendenke“, sondern modernes kundenorientiertes Denken, ausgeprägte Servicementalität, vielfältige Ansätze, neben dem eigenen Archiv auch motivationsfördernd auf die Einrichtung von so genannten „Dorf- und Gemeinschaftsarchiven“ hinzuwirken, ein „praktisches Handbuch für die Verwaltung von Unternehmensarchiven“ herauszugeben … Denn: „Wir, als Archivare, arbeiten dort, wo die wirtschaftliche und soziale Entwicklung staatfindet!“

Auch wenn Anspruch und Wirklichkeit in der Praxis nicht immer zu 100% übereinstimmen mögen (was zweifellos nicht minder für die von „Langnasen“ betreuten Archive gilt), Veränderung beginnt im Kopf! Und hier sind die chinesischen Archivare absolut auf Augenhöhe ihrer westlichen Kollegen. Der in westlichen Kreisen in den vergangenen Jahren oft kolportierte Hinweis auf die allein hervorragende technische Ausstattung der in den reicheren Provinzen an der chinesischen Ostküste gelegenen Archive, kennzeichnet des Zustand des chinesischen Archivwesens jedenfalls nur unvollkommen.

Szenenwechsel: Die Abendveranstaltung führte alle Teilnehmer im so genannten BrandSpace der Deutsche Bank AG zusammen. Ähnlich wie es einzelne Automobilhersteller vorexerzierten, ist dies der Ort, in dem das größte deutsche Kreditinstitut anhand unterschiedlichster kreativer Installationen Markenkommunikation betreibt und nicht zuletzt das eigene Markenbewusstsein demonstriert. Vor dem geführten Rundgang und dem gebotenen Abendessen stand jedoch ein archivischer „Apéro“: Denn der Leiter des Historischen Instituts der Deutsche Bank AG Dr. Martin L. Müller begrüßte nicht allein die Gäste, sondern lieferte mit einem kurzen Abriss der „Geschichte der Deutschen Bank in China“ den kurzweiligen wie treffenden Bezug zur Tagung.

Im Anschluss hielt der Direktor des Schweizerischen Bundesarchivs und ICA-Vice-President Andreas Kellerhals einen Kurzvortrag mit dem Titel „Grenzen überwinden, Unterstützung sowie Kollegen und neue Freunde finden …“ Darin verwies der Referent auf die unterschiedlichen grenzüberschreitenden Netzwerke des Internationalen Archivrates. Vor allem aber betonte er den Aspekt der Freundschaft: Einerseits im Rückbezug auf Aristoteles als Grundlage des Zusammenwirkens kraft verbindender Ideale und gemeinsamen Nutzens. Andererseits machte er jedoch deutlich, dass es daneben eine „Freundschaft um der Freunde willen“ gibt, die auch dann noch fortdauert, sollte der gemeinsame Nutzen einmal wegfallen. Denn Freundschaft, nicht allein als eine Zugewinngemeinschaft definiert, stärkt die Gemeinschaft der Archivare und jeden einzelnen, lässt die Gemeinschaft wie den einzelnen wachsen, wird erst dadurch nachhaltig!

Von den Veränderungen im Bereich des Unternehmensarchivwesens seit Einführung des marktwirtschaftlichen Systems in China handelte am Dienstagmorgen der Vortrag von WANG Lan, Director of the Supervision Department on Economic, Scientific and Technological Records and Archives der Staatlichen Chinesischen Archivverwaltung und Vorstandsmitglied der ICA-Sektion der Wirtschaftsarchivare. Infolge der Abwesenheit des Referenten konnte der Vortrag zur Präsentation nur verlesen werden. Was doppelt schade war, denn über zahlreiche interessante wie anregende Einzelaspekte dieses Vortrags hätte sich trefflich diskutieren lassen. Dabei ging es nicht allein um neue Technologien und z.B. die Erfahrungen bei der Etablierung eines Records Managements gemäß ISO 15489. Auch hier standen u.a. Innovationsprozesse sowie Fragen des Wissensmanagements und des modernen Archivmanagements im Fokus. Einige der programmatischen Kernsätze lauteten: „Auf die positive Vorstellung eigenen Handelns kommt es an!“ Und: „Die geistige Einstellung ist der Motor des Innovationsmanagements – Archivarbeit ist eine Managementtätigkeit!“ WANG blieb auch Beispiele für seine Aussagen nicht schuldig: „Wir können uns auch drei Archivare vorstellen: Der erste Archivar sagt: „Ich habe gerade die ausgesonderten Dokumente archiviert." Der Zweite sagt: „Ich kenne mich sehr gut im Archivmanagement aus.“ Der Dritte sagt: „Ich verwalte die für Unternehmen unverzichtbaren Informationsressourcen und historischen Schätze." Ergo müsste ein guter Archivar aus der Sicht des Managements „nach Idealen streben und so über die konkrete Arbeit hinausdenken“. – Ergo: Interkulturelle Unterschiede lassen sich nicht wegdiskutieren. Aber derartige Aussagen verdeutlichen, wie bemerkenswert nah Unternehmensarchivare in unseren so weit auseinander liegenden Ländern in so manchen Einzelaspekten einander sind.

„Das Eigene in den Augen des Fremden“ suchte und fand Dr. Daniel Nerlich vom Archiv für Zeitgeschichte (ETH Zürich) bei einem von ihm vorangetriebenen chinesisch-schweizerischen Ausstellungsprojekt. “Chinese Communists in Foreign Journalists’ View” ist dieses Ausstellungsprojekt betitelt. Es wird nicht allein den historischen Bildungsauftrag des Archivs mit Leben erfüllen. Nicht nur Quellen inszenieren, die bis dato im Verborgenen schlummerten und die im Zuge von Internationalisierung/Globalisierung erst jetzt zunehmend auch vor Ort auf ein interessiertes Publikum rechnen dürfen. Sondern den beteiligten Archiv(ar)en wird dies unstrittig vor heimischer wie fremder Kulisse Aufmerksamkeit, Beachtung und Anerkennung eintragen.

Das Ausstellungsprojekt lässt sich zurückführen auf die Delegationsreise nach China vom vergangenen Jahr, an der auch der Referent teilgenommen hatte. Derart sensibilisiert wurde u.a. der Fotografennachlass Bosshard im eigenen Archiv „gehoben“. Das stieß auf chinesischer Seite auf Interesse. Es erfolgten Gegenbesuche in Zürich. Rasch nahm in der Folge ein gemeinsames Ausstellungsprojekt Fahrt auf, mit dem sich die Archivare in der Schweiz wie in China im kommenden Jahr unter anderem auch als international vernetzte Weltbürger präsentieren werden. Nach der Devise: From Local to Global!

Die nächsten beiden Einzelbeiträge steuerten die Vize-Direktorin des Unternehmensarchivs der Citic Bank (Wuxi) ZHOU Yanyan und die Direktorin der New District Archives (Wuxi) JIANG Lifang bei. Im Fall des Unternehmensarchivs wurde einmal mehr der ausgeprägte (interne) Dienstleistungscharakter herausgestellt. Die auch wirtschaftliche Daseinsberechtigung untermauerten nicht weniger als 32 mithilfe des Archivs gewonnene Prozesse mit einem Streitwert von umgerechnet annähernd 20 Millionen Euro. – Das Beispiel des 1998 erst eingerichteten Archivs des Neuen Bezirks verdeutlichte, wie rasch und flexibel neue Archivstrukturen bisweilen errichtet werden können. Gehen die Anfänge des Neuen Distrikts doch auf das Jahr 1992 zurück. Aus naheliegenden Gründen werden die Archivbestände in diesem Fall noch überwiegend von der Verwaltung selbst nachgefragt.

Obschon auch dieses Archiv seine Daseinsberechtigung wirtschaftlich unter Beweis stellen konnte (durch die Wiederverwendung vorliegender Daten aus dem Baubereich wurden Kosten in Höhe von umgerechnet 4 Millionen Euro bei Messungen und Planungen erspart), vermittelte dieser Vortrag zugleich einen Hinweis auf berufsständische Imageprobleme: „Die Archivarbeit gilt als monoton und langweilig. Aber die Archivare arbeiten unauffällig und bieten aufgrund ihres Eifers trotzdem einen dienstleistungsorientierten Service“. ChiNah: Welche „Langnase“ könnte das nicht schmerzlich nachvollziehen?

In Sektion 3 „Andere Perspektive – veränderte Wahrnehmung – neue Chancen“ thematisierte der Vortrag von Dr. Klaus Graf (Weblog Archivalia/Hochschularchiv Aachen) „Neue Formen der Kommunikation unter Archivaren und mit Archivbenutzern: Social Media“. Es war ein leidenschaftliches Plädoyer, Social Media als virtuelles Schaufenster in die Archive zu nutzen, als Plattform eines fachlichen Austauschs sowie als Option, um neue Zielgruppen und insbesondere auch Jüngere für das Archiv anzusprechen. Bedauerlicherweise fand dieser Appell, Neues und auch ein Stück weit Transparenz in einer Unternehmenskultur zu wagen, keine rechte Rückmeldung. Weder bei „Langnasen“ noch bei Chinesen. Das verwundert; wo doch gerade in China gemeinhin eine starke Affinität der meist jungen Internet-Community zu den Social Media herrscht. Eine Studie vom April 2012 ist betitelt: „China’s Social-Media Boom“ ( http://www.mckinseychina.com/wp-content/uploads/2012/04/McKinsey-Chinas-Social-Media-Boom.pdf ) und diese verweist gerade auf die hohe wirtschaftliche Bedeutung im Blick auf Marken- und Produktentscheidungen (Kaufverhalten).

Unter deutschen Wirtschaftsarchivaren finden sich bislang wenige Befürworter eines verstärkten Einsatzes der Social Media. Wobei die Kollegen häufig pragmatisch auf den zusätzlichen und kaum mehr zu leistenden Arbeitsaufwand abheben. Erstaunlicherweise zeigen in letzter Zeit aber auch und gerade jene Unternehmen Social Media-Aktivitäten, von denen man es vielleicht am wenigsten erwartet hätte. Jüngstes Beispiel die Commerzbank AG, wie unter folgendem Internetlink verifizierbar: https://www.commerzbank.de/de/hauptnavigation/karriere/social_media_/social_media.html.

Über „Trennendes und Verbindendes: Kenntnis und Verständnis als Schlüssel engerer facharchivischer Zusammenarbeit“ hätte im Anschluss die Sinologin Dr. Vivian Wagner sprechen sollen. Was ein Sterbefall im Umfeld der Referentin jedoch kurzfristig vereitelte. Der Hinweis auf „Entfallenes“ im Rahmen dieses Berichts ist keineswegs müßig, wie man zunächst annehmen könnte. Denn umso mehr ist hier auf die bisher seitens der Archivwelt fast gänzlich unreflektierte Dissertation der verhinderten Referentin zu verweisen: „Erinnerungsverwaltung in China. Staatsarchive und Politik in der Volksrepublik (Köln – Weimar – Wien 2006 (=Beiträge zur Geschichtskultur, 31)). Eine grundlegende Arbeit über die Geschichtsschreibung und Archivwesen in China. Erarbeitet anhand der chinesischen Fachliteratur, vertraulicher Materialien und auf Basis zahlreicher Interviews mit Archivaren, Historikern und Funktionären. Ein knapp 750 Seiten umfassender Zugang zu Geschichte, Rolle und Selbstverständnis des chinesischen Archivwesens mit zahllosen erhellenden Details.

Standortwechsel: Am Dienstagnachmittag ging es per Bus zum Konzernarchiv der Evonik Industries AG nach Hanau. Hier standen neben einer Archivführung unter dem besonderen vor Ort zu besichtigenden Aspekt „Temperaturregulierung und Dämmung mit Lehm“ eine thematisch offene Diskussionsrunde auf dem Programm. Hierbei beeindruckte einmal mehr SHENG Xiaoqi, der alle an ihn herangetragenen Fragen souverän beantwortete und ebenso eigene Fragen an das Publikum richtete. Es folgten die beiden letzten Vorträge: Doris Eitzenhöher stellte den von ihr geleiteten VdW-Arbeitskreis Globalisierung und das ICA-SBL-Vorstandsmitglied Dr. Karl-Peter Ellerbrock Funktion, Tätigkeit und die Mitwirkungsmöglichkeiten im Rahmen dieses Gremiums auf internationaler Ebene vor.

Nach dem gemeinsamen Abendessen, das mit chinesischen Speisen verwöhnte, folgten die Abschlussbesprechung und Verabschiedung. Die vom Kurs zur Tagung entwickelte Veranstaltung hat den Teilnehmern wie den angereisten chinesischen Kollegen viele neue Eindrücke, Informationen und Anregungen verschafft. Es liegt nunmehr bei jedem einzelnen, ob sich derart allein der berufliche wie persönliche Horizont erweitern ließ, was gleichwohl nicht eben wenig wäre. Über eine weitere Vertiefung dieser Erfahrungen und der geknüpften Kontakte lassen sich ohne Frage weitere „Realien abrufen“, die für das eigene Archiv/Unternehmen und die tägliche Arbeit sehr von Nutzen sein können. Respekt und Verständnis für den Umgang und für die von unseren chinesischen Kollegen geleistete Arbeit dürften nun vorauszusetzen sein. Die Offenheit und Herzlichkeit, mit der die chinesischen Kollegen uns gegenüber aufgetreten sind, erinnern den ein oder anderen möglicherweise an das Plädoyer von Andreas Kellerhals sowie an den Titel der Veranstaltung: „Zeit was zu ändern!“: Die Herausforderungen der Globalisierung und die Rolle der Wirtschaftsarchiv(ar)e. Archivare aus China und deutschsprachigen Ländern: One step together!“

Nachzutragen ist an dieser Stelle die im Wesentlichen den verbliebenen chinesischen Gästen vorbehaltene Tagesexkursion zum Historischen Archiv Krupp bzw. zur Villa Hügel am Mittwoch. Unter fachkundiger Leitung von Prof. Dr. Ralf Stremmel erhielt die Gruppe eine kombinierte Führung durch das „älteste deutsche Unternehmensarchiv moderner Prägung“ (1905) und das ehemalige Wohn- und Repräsentationshaus der Industriellenfamilie Krupp. Es bot sich dabei an, auch das „China-Zimmer“ zu besichtigen und eine Reihe von Sammlungsstücken aus China zu zeigen, wozu u.a. die Tagebücher und Briefe des Krupp-Ingenieurs Georg Bauer gehörten (1890-93, 1911-13), die das frühe Engagement der Firma Krupp in China beleuchten.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen machte sich die Delegation aus Wuxi auf den Weg nach Zürich, wo für Freitag ein Gegenbesuch im dortigen Archiv für Zeitgeschichte abgestimmt war. Zuvor äußerte sich Delegationsleiter SHENG Xiaoqi bei der Verabschiedung in Essen perspektivisch wie sinngemäß: 2011 haben fünf Archivare aus Deutschland und der Schweiz sich in Wuxi getroffen, um sich auszutauschen und voneinander zu lernen. 2012 haben sechs Archivare aus Wuxi am 75. VdW-Lehrgang in Frankfurt teilgenommen. Er würde sich wünschen – und das solle gern als Einladung verstanden werden – 2013 mindestens sieben Archivare zur Fortsetzung des archivfachlichen Austauschs wiederum in Wuxi begrüßen zu können. – Dazu eine Anmerkung: Während der Vorbereitung des 75. VdW-Kurses hatten die Kollegen in Wuxi auch von den Finanzierungsproblemen erfahren, mit denen die VdW-Veranstaltung zu kämpfen hatte. Daraufhin hatte SHENG bei seinen Kollegen in Wuxi um Unterstützung geworben. Am 23. Mai 2012 erreichte mich eine E-Mail des Stadtarchivs Wuxi folgenden Inhalts: „Sehr geehrter Herr Dr. Blum! Um den 75. VdW-Lehrgang zu unterstützen, hat die Vereinigung der Archivare in Wuxi entschieden, 1.000€ dafür zu spenden. Möge der 75. VdW-Lehrgang viel Erfolg haben! – (Gez.) Die Vereinigung der Archivare in Wuxi.“ Dieser Betrag wurde am Dienstag, den 12. Juni im Museum für Kommunikation coram publico feierlich dem VdW-Vorsitzenden überreicht. In seinen Dankesworten erklärte der VdW-Vorsitzende, diesen Betrag – aufgrund des besonderen Charakters dieser Spende – zielgerichtet gemeinsamen Aktivitäten mit den Archivkollegen in Wuxi zuzuwenden. – Es bleibt also spannend, wie sich die Dinge weiter entwickeln werden …

Dr. Peter Blum, Neidenstein

evonic

Villa Hügel 01

"Für die Berliner Stadtgüter ist es wichtig, die historischen Dokumente der seit 2007 privatisierten Stadtgüter in professionellen Händen aufbewahrt zu wissen. Sie haben heute Akten, Fotos und Pläne dem Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv übergeben. Damit wird ein großes Stück Berliner Stadtgeschichte und das seines Umlandes Brandenburg für Forschung, Bildung und Öffentlichkeit verfügbar und nachvollziehbar gemacht. Die Freude im Wirtschaftsarchiv ist groß, denn die Unterlagen ermöglichen nicht nur wirtschaftsgeschichtliche Recherchen sondern geben auch Einblick in die regionale Hygienegeschichte, Landschaftsarchitektur, Baugeschichte und Volkswirtschaftliche Entwicklung der Region Berlin-Brandenburg. Angefangen bei Unterlagen zur Rieselfeldnutzung für die Abwasserentsorgung von Berlin über Baupläne und Fotos zur Geschichte der einzelnen Güter bis zur Versorgung der Stadt mit der Lieferung gesunder Lebensmittel erzählen die Akten aus historischer Sicht spannende Etappen in der Entwicklung des Verflechtungsraums Berlin-Brandenburg.

Heute liegt die besondere Aufgabe der Berliner Stadtgüter darin, Grundstücke und Immobilien im Rahmen eines umfassenden, vorausschauenden Managements einer wirtschaftlichen Nutzung zuzuführen und dabei die Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Naturerhalt zu finden. Einer der weiteren Schwerpunkte liegt darin, Flächenersatz für Siedlungsräume und Verkehrswege zu schaffen und mit Aufforstungen und Erstpflanzungen dem Umweltschutzgedanken Rechnung zu tragen.

Gerade rechtzeitig konnte das Wirtschaftsarchiv Platz für diesen wirtschaftshistorisch interessanten Bestand schaffen. Eine vor kurzem aufgestellte neue Regalanlage bietet Platz für den 66 Laufmeter großen Bestand der Stadtgüter. Ab November 2012 steht er zur Nutzung zur Verfügung.

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Berliner Stadtgüter

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die Stadt Berlin nach und nach landwirtschaftliche Güter und landwirtschaftliche Flächen in ihrem Umland zu erwerben, um die wachsende Metropole mit frischen Nahrungsmitteln zu versorgen, Erholungsflächen zu sichern und Rieselflächen anzulegen, auf denen die Abwässer der Stadt verteilt werden konnten. In den 1920er Jahren hatten die Stadtgüter bereits eine Größe von 25.000 Hektar. Die Gründung der Berliner Stadtgüter GmbH, eine öffentlich rechtliche Gesellschaft, deren einziger Gesellschafter die Stadt Berlin war, wurde 1923 im Handelsgericht eingetragen. Sie verwaltete die landwirtschaftlichen Flächen und die Rieselgüter.

1935 wurde die Berliner Stadtgüter GmbH in einen Eigenbetrieb der Stadt Berlin umgewandelt und übernahm die Verwaltung der landwirtschaftlichen Nutzung. Ab 1945 übernahm die Sowjetarmee die Betriebsführung der Ost-Berliner Stadtgüter bis zur Rückübertragung der Güter an die DDR. Die West-Berliner Stadtgüter unterlagen weiterhin der Bewirtschaftung durch den Eigenbetrieb "Berliner Stadtgüter", der 1976 aufgelöst wurde. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1991 ging die Aufsicht über die Güter und landwirtschaftlichen Flächen an verschiedene Westberliner Verwaltungsstellen.

1991 wurde die Betriebsgesellschaft Stadtgüter Berlin mbH (BSB) gegründet, die die Aufgabe übernahm, die Stadtgutflächen des Landes Berlin im Umland zu betreuen und sich auf wirtschaftliche Geschäftsfelder zu konzentrieren, zu denen insbesondere die Milchviehhaltung und Landschaftspflege gehörten. Die stückweise Privatisierung der Stadtgutbetriebe begann 2001 mit der Gründung der Berliner Stadtgutliegenschafts-Management GmbH & Co. Grundstücks KG (BSGM), die - von der BSB abgespalten - die Sicherung der Stadtgutflächen übernahm. 2007 kam die Privatisierung der Stadtgutbetriebe zum erfolgreichen Abschluss. Die Güter wurden an verschiedene private Landwirte verkauft, der Grund und Boden der Güter blieb in Landesbesitz und wurde von der Liegenschaftsgesellschaft BSGM an die Landwirte verpachtet.

Um einerseits der über 130 jährigen Geschichte der Stadtgüter und dem Wirken ihrer Begründer James Hobrecht und Rudolf Virchow Rechnung zu tragen und andererseits diese Historie auch für künftige Generationen zu bewahren, heißen die Gesellschaften seit dem 1. September 2008 wieder „Berliner Stadtgüter"."

Pressemitteilung des Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv, 9.8.12

Frage mich, warum diese Unterlagen nicht im Landesarchiv gelandet sind?



AUFSÄTZE

Ulrich S. Soénius, Ein Erfinder und sein Nachlass. Theorie und Praxis der Nachlassbildung am Beispiel des Unternehmers Nicolaus August Otto (1832–1891) (60-68) PDF
Yuko Matsuzaki, Bijinesu Akaibuzu: Recent Events and Professional Conditions in Japanese Business Archives (69-75) PDF
Bernhard Ebneth, Die Neue Deutsche Biographie (NDB): Vom Lexikon zum Online-Informationssystem (76-84)



BERICHTE

Kai Bosecker, „Wind of Change“ – Wirtschaftsarchive in Transformationsprozessen. Arbeitstagung der Vereinigung deutscher Wirtschaftsarchivare e. V. vom 6.–8. Mai 2012 in Leipzig (84-88) PDF
Timo Gruber, 45. Jahrestagung des Arbeitskreises der Chemiearchivare innerhalb der VdW vom 13. bis 14. November 2011 in Hanau (88-89)
Andreas Knura und Kai Franke, Archivrecht für Wirtschaftsarchivare: Sensibilisierung – Orientierung – Professionalisierung. 73. VdW Lehrgang vom 6. bis 9. November 2011 in Heidelberg (90-91)
Evelyne Mosset, OS-Tool: Instrument zur Erstellung eines Ordnungssystems (92-95)


REZENSIONEN

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung (Hrsg.), Krupp – Fotografien aus zwei Jahrhunderten (Michael Klein) (95-96)
Johannes Bähr und Bernd Rudolph, 1931 Finanzkrisen 2008, hrsg. v. d. Eugen-Gutmann-Gesellschaft e. V. (Volker Beckmann) (96-98)
Alexandra Lutz (Hrsg.), Zwischen analog und digital – Schriftgutverwaltung als Herausforderung für Archive. Beiträge zum 13. Archivwissenschaftlichen Kolloquium der Archivschule Marburg (Manfred Witt) (98-99)
Clemens Rehm und Nicole Bickhoff (Hrsg.), Rechtsfragen der Nutzung von Archivgut. Vorträge der Frühjahrstagung der Fachgruppe 1 – Staatliche Archive – im VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e. V. am 29. April 2010 in Stuttgart (Frank Becker) (100-101)
Hans-Christoph Seidel, Der Ruhrbergbau im Zweiten Weltkrieg. Zechen – Bergarbeiter – Zwangsarbeiter (Stefan Przigoda) (101-104)


NACHRICHTEN

Dr. Carl Anton Reichling 90 Jahre alt (Klara van Eyll) (108-109)


NACHRUF

Nachruf Dr. Evelyn Kroker (Michael Farrenkopf und Renate Köhne-Lindenlaub) (105-108) PDF



Rezensionsliste (109-110)

Impressum (112)



Weitere Informationen im Blog des Archivs: http://www.bb-wa.de/de/neuigkeiten/101-magazinumbau.html

#Archivbau #Web2.0

Obwohl zum Schnäppchenpreis angeboten und mit Sicherheit eine spannende Begegnung mit dem chinesischen Archivwesen sind noch Plätze für die unter

http://archiv.twoday.net/stories/96990346/

angekündigte Fortbildungsveranstaltung - auch ich werde dort anzutreffen sein - frei! Kurzentschlossene finden aktualisierte Informationen unter:

http://www.wirtschaftsarchive.de/archivwesen/aus-und-weiterbildung/75.-vdw-lehrgang


Im Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv e.V. erforschen Berufsschüler die Geschichte der Berliner Wirtschaft. Das Pilotprojekt zur außerschulischen Bildung wird vom Wirtschaftsarchiv in Kooperation mit dem Oberstufenzentrum Banken und Versicherungen Berlin organisiert. Die Berufsschüler bearbeiten anhand historischer Daten aus den Akten des Wirtschaftsarchivs Kreditanträge, simulieren Geschäftsvorgänge und bewerten Bilanzen. Seit Februar 2012 haben die Schülerinnen und Schüler mit dem Wirtschaftsarchiv einen neuen Lernort und erhalten dort Zugang zu originalen, historischen Unternehmensakten. Das bezirkliche Projekt wird durch das Programm „Lokales Soziales Kapital“ unterstützt
Zusammen mit anderen bezirklichen Projekten stellt das Wirtschaftsarchiv das Projekt vom 8. bis 21. Mai 2012 im Rathauses Reinickendorf in einer Ausstellung vor, für die Bezirksbürgermeister Frank Balzer die Schirmherrschaft übernommen hat. Die Ausstellungseröffnung erfolgte am 8. Mai um 17.00 Uhr durch den Bezirksstadtrat für für Stadtentwicklung, Umwelt und Gewerbe Martin Lambert.

Die Europawoche wird in Erinnerung an die Schuman-Erklärung vom heutigen 9. Mai 1950, die den Grundstein für die heutige Europäische Union legte, jedes Jahr im Mai als gemeinsame Aktion der deutschen Länder, der Bundesregierung, der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments in ganz Deutschland gefeiert. Für die Berliner Europawoche wurden Verwaltungen, Vereine, Schulen, Firmen, Initiativen und alle aktiven Europäer/innen, aufgerufen, unter dem gemeinsamen Motto "Europa ist hier!" den Bürgerinnen und Bürgern wieder ein vielseitiges Angebot aus Information, Dialog und Aktion anzubieten. Ziel ist es, das europäische Bewusstsein zu schärfen und den Europagedanken zu stärken.

 

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