Geschichtswissenschaft
Auf der Rückseite der Miniaturmalerei ist kein Name vermerkt.
Wer weiss um welche Schaumburg-Lipperin es sich handeln könnte ?
http://www.vierprinzen.com/2012/05/um-welche-schaumburg-lipperin-handelt.html
Wer weiss um welche Schaumburg-Lipperin es sich handeln könnte ?
http://www.vierprinzen.com/2012/05/um-welche-schaumburg-lipperin-handelt.html
la bastille - am Dienstag, 15. Mai 2012, 12:59 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
http://www.digizeitschriften.de/dms/toc/?PPN=PPN385984421
Historische Zeitschrift leider nur bis Bd. 23, 1870.
Historische Zeitschrift leider nur bis Bd. 23, 1870.
KlausGraf - am Samstag, 12. Mai 2012, 01:22 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
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Sozialer Aufstieg und ständische Exklusivität in der frühneuzeitlichen Stadt – das Beispiel Lüneburg
Lesens- und kommentierenswert:
Hecht, Michael: Wie man vom ›Bürger‹ zum ›Patrizier‹ wurde. Sozialer Aufstieg und ständische Exklusivität in der frühneuzeitlichen Stadt – das Beispiel Lüneburg. In: Kunstgeschichte. Open Peer Reviewed Journal, 2011 (urn:nbn:de:bvb:355-kuge-128-1)
http://www.kunstgeschichte-ejournal.net/128/
Hans Stern
Hecht, Michael: Wie man vom ›Bürger‹ zum ›Patrizier‹ wurde. Sozialer Aufstieg und ständische Exklusivität in der frühneuzeitlichen Stadt – das Beispiel Lüneburg. In: Kunstgeschichte. Open Peer Reviewed Journal, 2011 (urn:nbn:de:bvb:355-kuge-128-1)
http://www.kunstgeschichte-ejournal.net/128/
Hans SternKlausGraf - am Montag, 7. Mai 2012, 22:16 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
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Regimen praeservativum breve tempore pestilentiali
(Kurze Anleitung zum Gesundbleiben in der Pestzeit)
Autor: Gresmund, Theoderich (Dietrich Gresemund) (PND10407969X)
An erster Stelle der Literatur steht:
A. Melchior, Vitae Germanorum medicorum, Heidelbergae 1620
Jeder halbwegs auf diesem Gebiet Gebildete weiss, dass Adam der Nachname und Melchior der Vorname ist. Wo man die Vita bei Adam findet, sagen die Geschichtsquellen leider nicht (ebensowenig wie die ADB).
http://www.uni-mannheim.de/mateo/camenaref/adam.html
(Kurze Anleitung zum Gesundbleiben in der Pestzeit)
Autor: Gresmund, Theoderich (Dietrich Gresemund) (PND10407969X)
An erster Stelle der Literatur steht:
A. Melchior, Vitae Germanorum medicorum, Heidelbergae 1620
Jeder halbwegs auf diesem Gebiet Gebildete weiss, dass Adam der Nachname und Melchior der Vorname ist. Wo man die Vita bei Adam findet, sagen die Geschichtsquellen leider nicht (ebensowenig wie die ADB).
http://www.uni-mannheim.de/mateo/camenaref/adam.html
KlausGraf - am Mittwoch, 2. Mai 2012, 15:19 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
Werner Friedrich Kümmel hat 1987 in seinem sehr lückenhaften Verfasserlexikons-Artikel über den 1509 in Mainz gestorbenen Arzt Albrecht Münsinger unter "Ausgaben" nur das angeblich von Münsinger gemeinsam mit den Mainzer Professoren Dietrich Gresemund und Peter von Viersen verfasste Leprazeugnis vom 6. Oktober 1492 aufgeführt.
http://www.libreka.de/9783110107548/415
Das Original sei verschollen. Abdruck bei Bodmann: Rheingauische Alterthümer ... 1 (1819), S. 198
http://books.google.de/books?id=Jtk-AAAAcAAJ&pg=PA198
(Deutsche Zusammenfassung in Strambergs Rheinischem Antiquarius:
http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=mdp.39015014662848;seq=466 )
Angeblich erschien die Frau Notburgis von Winkel im Rheingau vor der medizinischen Fakultät in Mainz und wurde gesund gesprochen. Ebenso wie die folgende Verordnung Erzbischof Bertholds von Mainz an die Mainzer medizinische Fakultät 1493 handelt es sich, wie man seit langem wissen könnte, um eine der vielen Fälschungen aus der Feder von Franz Joseph Bodmann.
Gottfried Zedler konnte in seinen Kritischen Untersuchungen zur Geschichte des Rheingaus (1921, zugleich Nassauische Annalen 41), S. 43f. zeigen, dass Bodmann eine von Arnoldi 1798 (nicht online) abgedruckte Kölner Urkunde von 1486 als Vorlage benützt hat.
http://hdl.handle.net/2027/uc1.b2913196?urlappend=%3Bseq=63 (US)
Schaus nannte dieses Ergebnis in seiner sonst durchaus sehr kritischen Besprechung von Zedlers Arbeit "schlagend" (Histor. Vierteljahrschrift 1920, S. 473: frech nachgemacht):
http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=inu.30000115818126;seq=485 (US)
2002 rezipierte Stephanie Irrgang die Fälschung (nach Terhalle):
http://books.google.de/books?id=kKvMtohKB38C&pg=PA232
Sie war keinesfalls die einzige, wie eine kurze Google-Suche zeigt:
https://www.google.de/search?tbm=bks&q=1492+gresemund+winkel
Fälschungen in Archivalia:
http://archiv.twoday.net/stories/96987511/
#forschung
http://www.libreka.de/9783110107548/415
Das Original sei verschollen. Abdruck bei Bodmann: Rheingauische Alterthümer ... 1 (1819), S. 198
http://books.google.de/books?id=Jtk-AAAAcAAJ&pg=PA198
(Deutsche Zusammenfassung in Strambergs Rheinischem Antiquarius:
http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=mdp.39015014662848;seq=466 )
Angeblich erschien die Frau Notburgis von Winkel im Rheingau vor der medizinischen Fakultät in Mainz und wurde gesund gesprochen. Ebenso wie die folgende Verordnung Erzbischof Bertholds von Mainz an die Mainzer medizinische Fakultät 1493 handelt es sich, wie man seit langem wissen könnte, um eine der vielen Fälschungen aus der Feder von Franz Joseph Bodmann.
Gottfried Zedler konnte in seinen Kritischen Untersuchungen zur Geschichte des Rheingaus (1921, zugleich Nassauische Annalen 41), S. 43f. zeigen, dass Bodmann eine von Arnoldi 1798 (nicht online) abgedruckte Kölner Urkunde von 1486 als Vorlage benützt hat.
http://hdl.handle.net/2027/uc1.b2913196?urlappend=%3Bseq=63 (US)
Schaus nannte dieses Ergebnis in seiner sonst durchaus sehr kritischen Besprechung von Zedlers Arbeit "schlagend" (Histor. Vierteljahrschrift 1920, S. 473: frech nachgemacht):
http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=inu.30000115818126;seq=485 (US)
2002 rezipierte Stephanie Irrgang die Fälschung (nach Terhalle):
http://books.google.de/books?id=kKvMtohKB38C&pg=PA232
Sie war keinesfalls die einzige, wie eine kurze Google-Suche zeigt:
https://www.google.de/search?tbm=bks&q=1492+gresemund+winkel
Fälschungen in Archivalia:
http://archiv.twoday.net/stories/96987511/
#forschung
KlausGraf - am Sonntag, 29. April 2012, 19:10 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
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http://www.dmgh.de/de/fs1/object/display/bsb00066361_00002.html
Asche über mein Haupt, dass ich meiner Rezensentenpflicht in Archivalia noch nicht nachgekommen bin. Aber da die Ausgabe wirklich gravierende Mängel hat, war eine gründliche Befassung angesagt und dann blieb die Arbeit - wie so manches andere - leider liegen.
Immerhin könnte die Volltextsuche die eklatanten Lücken des Registers in gewissem Maße ausbügeln. Wenn es sie denn gäbe :-(
Niklashausen findet man in der dmgh-Volltextsuche nicht.
Übrigens übergeht nicht nur Lauterbachs Ausgabe meinen Aufsatz von 1988, in dem ich ausführlich auf den Oberrheiner eingehe, sondern - gewohnt mies - auch die "Geschichtsquellen".

Asche über mein Haupt, dass ich meiner Rezensentenpflicht in Archivalia noch nicht nachgekommen bin. Aber da die Ausgabe wirklich gravierende Mängel hat, war eine gründliche Befassung angesagt und dann blieb die Arbeit - wie so manches andere - leider liegen.
Immerhin könnte die Volltextsuche die eklatanten Lücken des Registers in gewissem Maße ausbügeln. Wenn es sie denn gäbe :-(
Niklashausen findet man in der dmgh-Volltextsuche nicht.
Übrigens übergeht nicht nur Lauterbachs Ausgabe meinen Aufsatz von 1988, in dem ich ausführlich auf den Oberrheiner eingehe, sondern - gewohnt mies - auch die "Geschichtsquellen".
KlausGraf - am Mittwoch, 25. April 2012, 13:31 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
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Christian August Vulpius über das Beilager Johanns des Beständigen mit Sophia von Mecklenburg (1500)
In http://archiv.twoday.net/stories/96984948/ schrieb ich
"Bericht über die Hochzeit Johanns des Beständigen in Torgau. Curiositäten IV, 163 ff. Sicher nicht von Spalatins Hand (dieser war noch zu jung), wie Vulpius sagt:
http://books.google.de/books?id=yWswAAAAYAAJ&pg=RA1-PA175
Ob die Festbeschreibung von Beust 1797 die Vorlage war? Die Angaben gehen jedenfalls auf einen zeitgenössischen Bericht zurück, der zitiert und verwertet ist im Aufsatz von Burkhardt 1894:
http://archive.org/stream/neuesarchivfur15sach#page/282/mode/2up "
Anne-Beate Riecke war so freundlich, der Sache nachzugehen, wofür ihr herzlich gedankt sei.
"Vulpius bezieht sich mit der Formulierung in den Curiositäten IV, 163 ("Aus Spalatin's Handschrift") auf eine handschriftliche Materialie aus Spalatins früherem Besitz oder auf einen von dessen Materialbänden. Den "Originalbericht" von 1500 hat Spalatin sicher noch nicht selbst geschrieben, aber wenn es sich bei dem Vulpius vorliegenden Bericht um eine Abschrift für Spalatin handelt, ist wieder alles möglich: Sie kann ein Spalatin-Autograph sein - oder auch nicht.
Ein Bericht über das Beilager Johanns des Beständigen mit Sophia von Mecklenburg findet sich auch tatsächlich in einem der Materialbände, nämlich in ThHStA Weimar, EGA, Reg. O 24, 46r-69v (= Inserat II, von einer Hand aus Spalatins Umfeld bzw. dem des kursächsischen Hofes), im Band von Frau Meckelnborg und mir S. 531f. kurz beschrieben."
Zu dem erwähnten (teuren) Band:
http://archiv.twoday.net/stories/75241623/
Der "Vulpius-Text ist tatsächlich eine kürzende Bearbeitung (mit wörtlichen Anklängen) des Beilager-Berichts aus ThHStA Weimar, EGA, Reg. O 24, 46r-69v, wie er bei Burkhard Gotthelf Struve: Neu-eröffnetes historisch- und politisches Archiv ... Teil 3, Jena 1719, S. 48-99 abgedruckt ist.
Auf was diese Bearbeitung allerdings zurück geht, ob direkt auf das Inserat in Reg. O 24, auf den Druck von Struve (der einleitend darauf verweist, dass seine Quelle von Schlegel unter den Mss. Spalatini aufgeführt wird), oder auf eine andere, auf Reg. O 24 beruhende Zwischenstufe von Spalatin - ein sehr weites Feld, und eine Frage, die ich ohne die Handschrift nicht entscheiden kann."
Struve III, 48ff. ist online:
http://books.google.de/books?id=y4VMAAAAcAAJ&pg=PA46
Die etwas entlegene Publikation von Gerhard Pietzsch: Die Beschreibungen deutscher Fürstenhochzeiten von der Mitte des 15. bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts als musikgeschichtliche Quellen, in: Anuario Musical 15 (1960), S. 21-62, hier S. 34 Nr. 8 registriert den Vulpius-Bericht.
"Bericht über die Hochzeit Johanns des Beständigen in Torgau. Curiositäten IV, 163 ff. Sicher nicht von Spalatins Hand (dieser war noch zu jung), wie Vulpius sagt:
http://books.google.de/books?id=yWswAAAAYAAJ&pg=RA1-PA175
Ob die Festbeschreibung von Beust 1797 die Vorlage war? Die Angaben gehen jedenfalls auf einen zeitgenössischen Bericht zurück, der zitiert und verwertet ist im Aufsatz von Burkhardt 1894:
http://archive.org/stream/neuesarchivfur15sach#page/282/mode/2up "
Anne-Beate Riecke war so freundlich, der Sache nachzugehen, wofür ihr herzlich gedankt sei.
"Vulpius bezieht sich mit der Formulierung in den Curiositäten IV, 163 ("Aus Spalatin's Handschrift") auf eine handschriftliche Materialie aus Spalatins früherem Besitz oder auf einen von dessen Materialbänden. Den "Originalbericht" von 1500 hat Spalatin sicher noch nicht selbst geschrieben, aber wenn es sich bei dem Vulpius vorliegenden Bericht um eine Abschrift für Spalatin handelt, ist wieder alles möglich: Sie kann ein Spalatin-Autograph sein - oder auch nicht.
Ein Bericht über das Beilager Johanns des Beständigen mit Sophia von Mecklenburg findet sich auch tatsächlich in einem der Materialbände, nämlich in ThHStA Weimar, EGA, Reg. O 24, 46r-69v (= Inserat II, von einer Hand aus Spalatins Umfeld bzw. dem des kursächsischen Hofes), im Band von Frau Meckelnborg und mir S. 531f. kurz beschrieben."
Zu dem erwähnten (teuren) Band:
http://archiv.twoday.net/stories/75241623/
Der "Vulpius-Text ist tatsächlich eine kürzende Bearbeitung (mit wörtlichen Anklängen) des Beilager-Berichts aus ThHStA Weimar, EGA, Reg. O 24, 46r-69v, wie er bei Burkhard Gotthelf Struve: Neu-eröffnetes historisch- und politisches Archiv ... Teil 3, Jena 1719, S. 48-99 abgedruckt ist.
Auf was diese Bearbeitung allerdings zurück geht, ob direkt auf das Inserat in Reg. O 24, auf den Druck von Struve (der einleitend darauf verweist, dass seine Quelle von Schlegel unter den Mss. Spalatini aufgeführt wird), oder auf eine andere, auf Reg. O 24 beruhende Zwischenstufe von Spalatin - ein sehr weites Feld, und eine Frage, die ich ohne die Handschrift nicht entscheiden kann."
Struve III, 48ff. ist online:
http://books.google.de/books?id=y4VMAAAAcAAJ&pg=PA46
Die etwas entlegene Publikation von Gerhard Pietzsch: Die Beschreibungen deutscher Fürstenhochzeiten von der Mitte des 15. bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts als musikgeschichtliche Quellen, in: Anuario Musical 15 (1960), S. 21-62, hier S. 34 Nr. 8 registriert den Vulpius-Bericht.
KlausGraf - am Sonntag, 22. April 2012, 18:50 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
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In Ansbach fand vom 15. bis 18. Mai 1485 ein sogenanntes Vierlandeturnier statt, über das mehrere Turnierbeschreibungen ausführlich berichten. Es wird nun darum gehen 1. die fehlerhaften Zuordnungen der Turnierer zu Turniergesellschaften in den Editionen (zuletzt: Thumser 2002, Stamm 1986) der Aufzeichnungen von Ludwig dem Älteren von Eyb und seines Sohns Ludwig des Jüngeren aufzudecken; 2. den Quellenwert der Beschreibung im Rüxnerschen Turnierbuch einzuschätzen und 3. das in seiner Authentizität umstrittene Eptinger Hausbuch als weitere von Rüxner wahrscheinlich unabhängige Quelle, die auf eine alte Aufzeichnung zurückgeht, zu erweisen.
Hans H. Pöschko: Turniere in Mittel- und Süddeutschland von 1400 bis 1550. Katalog der Kampfspiele und der Teilnehmer. Diss. Stuttgart (Mikrofiche) 1987, S. 111f. hat die ihm bekannten Quellen zum Ansbacher Turnier zusammengetragen. In Betracht kommen hier nur die längeren Beschreibungen bei Rüxner (Pöschko lit. a), Ludwig von Eyb dem Jüngeren (lit. b), aus Raidenbuchers Turnierbuch (lit. c), bei Ludwig von Eyb dem Älteren (lit. g) und im Eptinger Hausbuch (lit. f).
Die übrigen zeitgenössischen Quellen sollen nur kurz aufgelistet werden.
Die 1515/16 niedergeschriebene Familienchronik des fränkischen Ritters Michel von Ehenheim (Pöschko lit. d) ist zu benutzen in der Ausgabe von Sven Rabeler: Das Familienbuch des Ritters Michel von Ehenheim (um 1462/63–1518). Frankfurt am Main 2007. Die Stelle zum Ansbacher Turnier S. 67f. Digitalisate der älteren Ausgaben:
http://de.wikisource.org/wiki/Michel_von_Ehenheim
Ausgabe von Christian Meyer:
http://archive.org/stream/ZeitschriftFrDeutscheKulturgeschichte1-1891#page/n135/mode/2up
Siegmund von Gebsattels "Turnierbüchlein" (Pöschko lit. e) zu 1484-1487 (überliefert im Cgm 300, 1484-1487 http://www.handschriftencensus.de/9559 ) wurde im Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit NF 1 (1853/54), Sp. 67-69 ediert:
http://archive.org/stream/anzeigerfurkunde01germ#page/n53/mode/2up
Zum Text vgl. Gundolf Keil in ²VL 8 (1992), Sp. 1207f.
Die Aufzeichnung über den Streit zwischen Graf Eberhard im Bart von Württemberg und Graf Hans von Sonnenberg (Pöschko lit. h) wurde von Hans von Aufseß im Anzeiger für Kunde des deutschen Mittelalters 1 (1832), Sp. 214-216 aus einer Vorlage im Hauptstaatsarchiv Stuttgart abgedruckt (alte Signatur ebd., Sp. 69 angegeben, das Stück habe ich im elektronischen Findbuch nicht gefunden):
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/periodical/pageview/277766
In der Ausgabe der Politischen Correspondenz des Kurfürsten Albrecht Achilles durch Felix Priebatsch Bd. 3, Leipzig 1898 beziehen sich fünf Schriftstücke (Pöschko lit. i, k nennt nur zwei) auf das Ansbacher Turnier: S. 372 Nr. 1058
http://archive.org/stream/politischecorre01priegoog#page/n373/mode/2up
S. 381 Nr. 1065 sowie drei bei Nr. 1058 erwähnte Schreiben.
2002 gab Matthias Thumser "Ludwig von Eyb der Ältere (1417-1502). Schriften" heraus, in denen er auch "Mein Buch" des ansbachischen Politikers edierte. Dieses nicht erhaltene Amtsbuch war die Grundlage von Staatsarchiv Nürnberg, Fürstentum Ansbach, Herrschaftliche Bücher Nr. 17 (angelegt 1492). Die Beschreibung des Ansbacher Turniers in dieser Vorlage Bl. 84v-93v steht bei Thumser S. 383-401. Wer Thumsers Edition nicht zur Hand hat, kann mit den älteren Ausgaben vorlieb nehmen, die digitalisiert vorliegen.
- Christian Meyer 1904
http://archive.org/stream/quellenundforsc13unkngoog#page/n220/mode/2up
- Schnitzlein 1774
http://books.google.de/books?id=xvM-AAAAcAAJ&pg=PA318
- Jung 1739
http://www.bsb-muenchen-digital.de/~web/web1001/bsb10016194/images/index.html?digID=bsb10016194&pimage=382
1510 ist "Raidenbuchers Turnierbuch" datiert, das nur durch den auszugsweisen Abdruck Gumppenbergs bekannt ist:
http://archiv.twoday.net/stories/83809128/
Der Inhalt geht auf Hans Judman zurück, der am Ansbacher Turnier selbst teilnahm (Stamm, wie unten S. 51f.). Zum Ansbacher Turnier: S. 113-123
http://books.google.de/books?id=LeUSAAAAYAAJ&hl=de&pg=PA113
Sowohl als Digitalisat als auch in der Ausgabe von Heide Stamm - Das Turnierbuch des Ludwig von Eyb (cgm 961), Stuttgart 1986, hier S. 174-185 - liegt das Turnierbuch von Ludwig Eyb dem Jüngeren von 1519 vor. Bl. 80v-92r zum Ansbacher Turnier.
Zur Ausgabe Stamms siehe http://archiv.twoday.net/stories/83809128/
Münchner Digitalisat:
http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00038996/image_168
Ein Digitalisat der Erstausgabe von Georg Rüxners Turnierbuch (Simmern 1530) wird womöglich noch lange auf sich warten lassen. Ich benutze daher das Digitalisat der Ausgabe von 1532. Das Ansbacher Turnier ist bei Rüxner das 33. seiner (überwiegend erfundenen) Turniere:
http://www.dilibri.de/rlbdfg/content/pageview/324668
Auf das Eptinger Hausbuch oder Familienbuch der Herren von Eptingen wird noch näher einzugehen sein. Die Ausführungen zum Ansbacher Turnier sind - in mäßiger Qualität - ediert bei Dorothea A. Christ: Das Familienbuch der Herren von Eptingen. Kommentar und Transkription, Liestal 1992, S. 386-390 nach einer Handschrift von 1621 in Schweizer Privatbesitz.
Siehe auch
http://de.wikisource.org/wiki/Burgunderkriege#Ludwig_von_Eptingen
Am 15. November 2011 erhielt ich eine Mail von Dr. Mario Müller über eine geplante Publikation, in der es heißt: "Der Ansbacher Stadtarchivar, Werner Bürger, wird einen kleineren Beitrag zum Ansbacher Turnier unter Albrecht Achilles im Jahr 1482 verfassen, da die entsprechende Beschreibung des Turniers in seinem Haus aufbewahrt wird." Über diese Quelle ist mir noch nichts bekannt.
1. Fehlzuordnungen von Überschriften in "Mein Buch" Ludwigs von Eyb des Älteren
Das Missverständnis beginnt bereits bei Ludwig von Eyb dem Jüngeren, wenn nicht schon in der Abschrift von "Mein Buch" in der Handschrift von 1492. Ärgerlicherweise ist die derzeit maßgebliche Edition von Thumser genauso gedankenlos verfahren wie alle vorherigen, obwohl man bei genauem Hinschauen vergleichsweise schnell bemerkt, dass mit den Zuordnungen der Turnierer zu Rittergesellschaften in den Abschnitten "item dise sein geordnet worden auß den vier landen, kuntschafft zu hören" (Entscheidung über die Zulassung, Thumser S. 395-397) und "item dise hernach geschriben sein zu dem teyll geordent" (Helmteilung, S. 397-398) etwas nicht stimmen kann. Bayerische Ritter erscheinen etwa als Schwaben (obwohl sie in einem vorhergehenden Abschnitt Thumser S. 392 richtig eingeordnet sind), Wilhelm von Urbach ist einmal angeblich König von Fisch und Falken, bei der zweiten Nennung aber König der Einhörner.
Ludwig der Jüngere von Eyb (Stamm S. 182), der den gleichen Text wie sein Vater bietet, wollte natürlich nicht akzeptieren, dass eindeutig fränkische Ritter in der Überschrift als Bayern erscheinen und hat das Bayern der Vorlage (Thumser S. 396) in Franken geändert. Thumser hat diese Verschlimmbesserung übernommen und bayern in Franncken geändert, obwohl ihm seine textkritische Anmerkung auf S. 398 "Überschrift steht nach den Personeneinträgen" eigentlich zu denken hätte geben müssen. Es handelt sich nämlich um Unterschriften, nicht um Überschriften. Die Namen der Rittergesellschaften stehen in den beiden genannten Abschnitten also unter den Listen der Teilnehmer.
Es ist also zu lesen (S. 395)
"Graff Jorg von Werdenberg
Cunrat von Schellenberg ritter
Burckhart von Ellerbach
Heintz von Zulnhart
Auß der geselschafft Visch und Valcken"
Dann ist Wilhelm von Urbach (in Thumsers Register falsch bei Auerbach eingeordnet) König der Gesellschaft im Leidbracken. Die richtigen Zuordnungen hat Raidenbuchers Turnierbuch, wo unter den Schwaben S. 113 als erste die Leidbracken-Gesellschaft erscheint mit ihrem König Wilhelm von "Awrbach" (Horst Carl, Der Schwäbische Bund, 2000, S. 107 Anm. 237 erwähnt ihn auch als solchen, ebenso in: Gelungene Anpassung? 2005, S. 47).
Raidenbuch hat also - in anderer Reihenfolge - die richtigen Zuordnungen, desgleichen das Eptinger Hausbuch, in dem ebenfalls Wilhelm von "Urbach" als Leidbracken-König fungiert. Auch bei Rüxner ist Wilhelm von "Aurbach" König der Gesellschaft Bracken und Kranz.
In beiden angegebenen Abschnitten muss man also die unter den Namen stehenden Gesellschaften für die Zuordnung nutzen, um die verhängnisvolle Druckanordnung Thumsers, die vermutlich der Handschrift folgt, zu berichtigen.
2. Rüxner als Redaktor
Wie die wörtliche Übereinstimmung der Einleitung bei Rüxner mit der Einleitung bei Thumser S. 384 zeigt, lag ihm eine Fassung des bei Eyb d. Ä. und Eyb d. J. gegebenen Berichts vor, während Raidenbuchers Turnierbuch so sehr abweicht, dass ich anders als Thumser nicht von einer "anderen Redaktion" sprechen möchte.
Rüxner hat die einzelnen Abschnitte anders angeordnet und mit kurzen eigenen überleitenden Texten versehen. Rüxners Gliederung ist chronologisch und auch sonst schlüssiger. Erst kommt die Liste der Verordneten, die über die Zulassung entscheiden sollten (Kundschafts-Hörer), dann die Liste der Helmteiler (beide sind, wie eben gezeigt, bei Thumser in Unordnung geraten), gefolgt von der Angabe derjenigen, die an den Seilen standen, und der Grieswertel. Auf diese "Amtsträger"-Listen folgt eine Aufzeichnung über die Zulassung (Bl. 194r), die mit Thumser S. 393 zu vergleichen ist. Das Eptinger Hausbuch S. 389 entspricht mit wenigen Ausnahmen Eyb d.Ä., während Raidenbucher wieder abweicht (S. 122f.). Nur Rüxner hat die Dreiteilung Beweisführende, Ausgebliebe und Zugelassene, wobei die drei Ausgebliebenen nur bei ihm zu finden sind. Seine Angaben scheinen zuverlässig zu sein.
Bei Rüxner folgen nun noch die Teilnehmerliste der Helmschau, die Namen der Herolde, das Verzeichnis der Damen, Angaben über das Gesellenstechen und den abschließenden Tanz mit Ritter- und Stechdank.
Ein grober Fehler Rüxners ist die Angabe derjenigen, die zu Blatt getragen wurden. Eyb d. Ä./J. und Raidenbucher haben ganz andere vier Namen. Einige Fehlzuordnungen gibt es bei den Rittergesellschaften. Die Kronen-Mitglieder erscheinen fälschlich als Bracken-Mitglieder, Steinbock und Wolf sind verwechselt, die Einhörner stehen anders als Rüxner angibt nicht unter den Franken, sondern sind die von ihm als Bär und Fürspang bezeichnete Gruppe. Im Verzeichnis der Helmschau sind die Bayern falsch als Franken rubriziert.
Abgesehen von kleinen Zusätzen bei den Namen und dem erwähnten Sondergut zur Zulassung erübrigt sich somit eine Verwertung Rüxners als Faktenquelle. Rüxners fehlerhafte Zuordnungen sollten davor warnen, seine Angaben zu anderen Vierlande-Turnieren, bei denen es keine zeitgenössischen Berichte gibt, unkritisch zu übernehmen.
3. Zum Eptinger Hausbuch
Ich möchte vorausschicken, dass ich an meiner Skepsis hinsichtlich der Annahme einer einzigen spätmittelalterlichen Vorlage des Eptinger Hausbuchs festhalte:
http://swbplus.bsz-bw.de/bsz031802702rez.html
http://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=h-museum&month=0110&week=&msg=pxJa91%2bAD%2btCu2X9p99W7w&user=&pw=
Aber da gerade im Bereich des Turnierwesens authentische spätmittelalterliche Dokumente in dem am Anfang des 17. Jahrhunderts entstandenen Familienbuch der Herren von Eptingen verarbeitet wurden, ist eine übertriebene Vorsicht nicht am Platz. Offenbar liegt in dem Familienbuch eine stark gekürzte Fassung eines der Version von Eyb d.Ä./d.J. nahestehenden Berichts vor. Das Sondergut (S. 386: 305 Helme, S. 389 Notiz zu den Neuzugelassenen, S. 390 3800 Pferde) scheint mir unverdächtig. Als einzige Quelle bietet das Hausbuch S. 388 der offenbar gemeinsam auftretenden Bären und Fürspänger, wobei zwei Turnierer den Fürspängern zugewiesen werden, 12 Namen aber den Bären. Wenn die Bären dem Ansbacher Hof besonders nahestanden, ist das durchaus denkbar.
Nun gab es handschriftliche Rüxner-Register und einem sehr kundigen Bearbeitet wäre es womöglich auch ohne ein solches Hilfsmittel möglich gewesen, die Rüxnerschen Fehlzuordnungen von Rittergesellschaften für das Hausbuch auszubessern. Aber hätte ein solcher genialer Redaktor dann nicht auch einen Rüxner-Druck herangezogen, um die Namensentstellungen zu emendieren?
Da sich das Hausbuch an Listen hält, die auch Rüxner vorlagen, kann man bei Annahme eines genialen Redaktors nicht ohne weiteres die Eigenständigkeit des Hausbuchs erweisen. Der Redaktor hätte dann aber den in den Quellen sonst nicht auftauchenden Zusatz bei Kunz von Aufseß "zue Wolckhenstein" aus einem anderen Rüxner-Abschnitt einfügen müssen. Und er hätte auch bei den Herolden/Gesellschaftsknechten die ursprüngliche Reihenfolge Burggraf (Persevant, Knecht im Bär) wiederherstellen müssen, denn Rüxner ordnet hierarchisch, erst den Kündiger der Wappen (Hausbuch wie Eyb d.Ä./d.J.: König der Wappen), dann Burggraf, der aufgrund des Veranstalters - er war wohl auch markgräflicher Herold - in den Eyb-Handschriften an erster Stelle steht.
Die Liste auf Bl. 227v des Hausbuchs lautet (Christ S. 389f.):
"item Hanß Burggraf Persenant Knecht Im Beren, ein Kunig der Woppen.
Item ein König der Woppen auß dem Niderlandt.
Item ein Persenant der Gesellschafft Im Steinbockh
Item Hanß Monfort Psenant im falckhen undt Fisch genannt Pfaffhanß. [S. 390]
Item Utz Holffenstein Persenant Im Leytbrackhen.
Item Dummer Muot Knecht Im Steinbockh
Item Lazarus Beham Knecht Im Eßell
Item Manng Grünnenwaldt Knecht Im Landt zue Beyern.
Item Hannß Frey ein nachvolger der Wappen."
Mein Buch Bl. 89v (Thumser S. 393f.) hat:
"Item Hans Burgraff, persevant knecht im Bern [zu Recht nach Eyb dem Jüngeren emendiert aus: in bayern]
Item ein kunig der wappen auß dem Nyderland, ein persevant der geselschafft des Steynpocks
Item Hans Monfart, persevant im Visch und Valcken, genant Pfaff hans
Item Utz Helffenstein, persevant im Laytbracken
Item Heintz Thumernut, knecht im Steinpock
Item Lazarus Behem, knecht im Esell [S. 394]
Item Mang Grundwald, der Bayern knecht
Item Hans Frey, ein nach volger der wappen"
In der älteren Überlieferung muss stutzig machen, wieso ein Wappenkönig Steinbock-Persevant sein soll. Die Herolds-Hierarchie war: Persevant, Herold, Wappenkönig. War der Wappenkönig der Ruwieren, damals Hermann Brüninghausen, in Ansbach? Und womöglich noch ein weiterer Wappenkönig? Ich glaube aber nicht, dass man Burggraf als Wappenkönig sehen kann, und auch die Lesart Burggraf, Wappenkönig aus dem Niederland, weiterer Wappenkönig, Persevant des Steinbocks geht wohl zu weit. Dagegen könnte man dem Hausbuch durchaus Glauben schenken, wenn es den Steinbock-Persevanten vom Wappenkönig der Niederlande trennt. Nach beiden Überlieferungen war der Steinbock-Persevant jemand anderes als der Steinbock-Knecht Heinz Dummermut.
Sehr viel schlüssiger als mit inhaltlichen Erwägungen kann anhand der Reihenfolge der Abschnitte gezeigt werden, dass die Eptinger Quelle keine bloße Rüxner-Ableitung ist. Denn auch wenn die Eybschen Aufzeichnungen und das Hausbuch sich in der Reihenfolge unterscheiden, lehnt sich das Hausbuch eben nicht an Rüxner an, sondern an die älteren Zeugnisse. Die Reihenfolge Zugelassene - Grieswärtel - Herolde stimmt überein, und auch der zweite Teil der Eybschen Aufzeichnungen (ab dem Ritterdank) liegt in gekürzter Form und ohne die an anderer Stelle verwerteten Damen im Hausbuch in gleicher Reihenfolge vor.
Dem Abschnitt im Hausbuch liegt also eine von Rüxner unabhängige zeitgenössische Quelle zugrunde, die es durchaus verdient hat, dass man sie nicht (wie Thumser das tut) übergeht.
***
Zum Würzburger Vierlande-Turnier 1479:
http://archiv.twoday.net/stories/83809128/
Zum Heidelberger Vierlande-Turnier 1481
http://archiv.twoday.net/stories/96991891/
Turniere in Archivalia
http://archiv.twoday.net/search?q=turnier
#forschung

Hans H. Pöschko: Turniere in Mittel- und Süddeutschland von 1400 bis 1550. Katalog der Kampfspiele und der Teilnehmer. Diss. Stuttgart (Mikrofiche) 1987, S. 111f. hat die ihm bekannten Quellen zum Ansbacher Turnier zusammengetragen. In Betracht kommen hier nur die längeren Beschreibungen bei Rüxner (Pöschko lit. a), Ludwig von Eyb dem Jüngeren (lit. b), aus Raidenbuchers Turnierbuch (lit. c), bei Ludwig von Eyb dem Älteren (lit. g) und im Eptinger Hausbuch (lit. f).
Die übrigen zeitgenössischen Quellen sollen nur kurz aufgelistet werden.
Die 1515/16 niedergeschriebene Familienchronik des fränkischen Ritters Michel von Ehenheim (Pöschko lit. d) ist zu benutzen in der Ausgabe von Sven Rabeler: Das Familienbuch des Ritters Michel von Ehenheim (um 1462/63–1518). Frankfurt am Main 2007. Die Stelle zum Ansbacher Turnier S. 67f. Digitalisate der älteren Ausgaben:
http://de.wikisource.org/wiki/Michel_von_Ehenheim
Ausgabe von Christian Meyer:
http://archive.org/stream/ZeitschriftFrDeutscheKulturgeschichte1-1891#page/n135/mode/2up
Siegmund von Gebsattels "Turnierbüchlein" (Pöschko lit. e) zu 1484-1487 (überliefert im Cgm 300, 1484-1487 http://www.handschriftencensus.de/9559 ) wurde im Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit NF 1 (1853/54), Sp. 67-69 ediert:
http://archive.org/stream/anzeigerfurkunde01germ#page/n53/mode/2up
Zum Text vgl. Gundolf Keil in ²VL 8 (1992), Sp. 1207f.
Die Aufzeichnung über den Streit zwischen Graf Eberhard im Bart von Württemberg und Graf Hans von Sonnenberg (Pöschko lit. h) wurde von Hans von Aufseß im Anzeiger für Kunde des deutschen Mittelalters 1 (1832), Sp. 214-216 aus einer Vorlage im Hauptstaatsarchiv Stuttgart abgedruckt (alte Signatur ebd., Sp. 69 angegeben, das Stück habe ich im elektronischen Findbuch nicht gefunden):
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/periodical/pageview/277766
In der Ausgabe der Politischen Correspondenz des Kurfürsten Albrecht Achilles durch Felix Priebatsch Bd. 3, Leipzig 1898 beziehen sich fünf Schriftstücke (Pöschko lit. i, k nennt nur zwei) auf das Ansbacher Turnier: S. 372 Nr. 1058
http://archive.org/stream/politischecorre01priegoog#page/n373/mode/2up
S. 381 Nr. 1065 sowie drei bei Nr. 1058 erwähnte Schreiben.
2002 gab Matthias Thumser "Ludwig von Eyb der Ältere (1417-1502). Schriften" heraus, in denen er auch "Mein Buch" des ansbachischen Politikers edierte. Dieses nicht erhaltene Amtsbuch war die Grundlage von Staatsarchiv Nürnberg, Fürstentum Ansbach, Herrschaftliche Bücher Nr. 17 (angelegt 1492). Die Beschreibung des Ansbacher Turniers in dieser Vorlage Bl. 84v-93v steht bei Thumser S. 383-401. Wer Thumsers Edition nicht zur Hand hat, kann mit den älteren Ausgaben vorlieb nehmen, die digitalisiert vorliegen.
- Christian Meyer 1904
http://archive.org/stream/quellenundforsc13unkngoog#page/n220/mode/2up
- Schnitzlein 1774
http://books.google.de/books?id=xvM-AAAAcAAJ&pg=PA318
- Jung 1739
http://www.bsb-muenchen-digital.de/~web/web1001/bsb10016194/images/index.html?digID=bsb10016194&pimage=382
1510 ist "Raidenbuchers Turnierbuch" datiert, das nur durch den auszugsweisen Abdruck Gumppenbergs bekannt ist:
http://archiv.twoday.net/stories/83809128/
Der Inhalt geht auf Hans Judman zurück, der am Ansbacher Turnier selbst teilnahm (Stamm, wie unten S. 51f.). Zum Ansbacher Turnier: S. 113-123
http://books.google.de/books?id=LeUSAAAAYAAJ&hl=de&pg=PA113
Sowohl als Digitalisat als auch in der Ausgabe von Heide Stamm - Das Turnierbuch des Ludwig von Eyb (cgm 961), Stuttgart 1986, hier S. 174-185 - liegt das Turnierbuch von Ludwig Eyb dem Jüngeren von 1519 vor. Bl. 80v-92r zum Ansbacher Turnier.
Zur Ausgabe Stamms siehe http://archiv.twoday.net/stories/83809128/
Münchner Digitalisat:
http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00038996/image_168
Ein Digitalisat der Erstausgabe von Georg Rüxners Turnierbuch (Simmern 1530) wird womöglich noch lange auf sich warten lassen. Ich benutze daher das Digitalisat der Ausgabe von 1532. Das Ansbacher Turnier ist bei Rüxner das 33. seiner (überwiegend erfundenen) Turniere:
http://www.dilibri.de/rlbdfg/content/pageview/324668
Auf das Eptinger Hausbuch oder Familienbuch der Herren von Eptingen wird noch näher einzugehen sein. Die Ausführungen zum Ansbacher Turnier sind - in mäßiger Qualität - ediert bei Dorothea A. Christ: Das Familienbuch der Herren von Eptingen. Kommentar und Transkription, Liestal 1992, S. 386-390 nach einer Handschrift von 1621 in Schweizer Privatbesitz.
Siehe auch
http://de.wikisource.org/wiki/Burgunderkriege#Ludwig_von_Eptingen
Am 15. November 2011 erhielt ich eine Mail von Dr. Mario Müller über eine geplante Publikation, in der es heißt: "Der Ansbacher Stadtarchivar, Werner Bürger, wird einen kleineren Beitrag zum Ansbacher Turnier unter Albrecht Achilles im Jahr 1482 verfassen, da die entsprechende Beschreibung des Turniers in seinem Haus aufbewahrt wird." Über diese Quelle ist mir noch nichts bekannt.
1. Fehlzuordnungen von Überschriften in "Mein Buch" Ludwigs von Eyb des Älteren
Das Missverständnis beginnt bereits bei Ludwig von Eyb dem Jüngeren, wenn nicht schon in der Abschrift von "Mein Buch" in der Handschrift von 1492. Ärgerlicherweise ist die derzeit maßgebliche Edition von Thumser genauso gedankenlos verfahren wie alle vorherigen, obwohl man bei genauem Hinschauen vergleichsweise schnell bemerkt, dass mit den Zuordnungen der Turnierer zu Rittergesellschaften in den Abschnitten "item dise sein geordnet worden auß den vier landen, kuntschafft zu hören" (Entscheidung über die Zulassung, Thumser S. 395-397) und "item dise hernach geschriben sein zu dem teyll geordent" (Helmteilung, S. 397-398) etwas nicht stimmen kann. Bayerische Ritter erscheinen etwa als Schwaben (obwohl sie in einem vorhergehenden Abschnitt Thumser S. 392 richtig eingeordnet sind), Wilhelm von Urbach ist einmal angeblich König von Fisch und Falken, bei der zweiten Nennung aber König der Einhörner.
Ludwig der Jüngere von Eyb (Stamm S. 182), der den gleichen Text wie sein Vater bietet, wollte natürlich nicht akzeptieren, dass eindeutig fränkische Ritter in der Überschrift als Bayern erscheinen und hat das Bayern der Vorlage (Thumser S. 396) in Franken geändert. Thumser hat diese Verschlimmbesserung übernommen und bayern in Franncken geändert, obwohl ihm seine textkritische Anmerkung auf S. 398 "Überschrift steht nach den Personeneinträgen" eigentlich zu denken hätte geben müssen. Es handelt sich nämlich um Unterschriften, nicht um Überschriften. Die Namen der Rittergesellschaften stehen in den beiden genannten Abschnitten also unter den Listen der Teilnehmer.
Es ist also zu lesen (S. 395)
"Graff Jorg von Werdenberg
Cunrat von Schellenberg ritter
Burckhart von Ellerbach
Heintz von Zulnhart
Auß der geselschafft Visch und Valcken"
Dann ist Wilhelm von Urbach (in Thumsers Register falsch bei Auerbach eingeordnet) König der Gesellschaft im Leidbracken. Die richtigen Zuordnungen hat Raidenbuchers Turnierbuch, wo unter den Schwaben S. 113 als erste die Leidbracken-Gesellschaft erscheint mit ihrem König Wilhelm von "Awrbach" (Horst Carl, Der Schwäbische Bund, 2000, S. 107 Anm. 237 erwähnt ihn auch als solchen, ebenso in: Gelungene Anpassung? 2005, S. 47).
Raidenbuch hat also - in anderer Reihenfolge - die richtigen Zuordnungen, desgleichen das Eptinger Hausbuch, in dem ebenfalls Wilhelm von "Urbach" als Leidbracken-König fungiert. Auch bei Rüxner ist Wilhelm von "Aurbach" König der Gesellschaft Bracken und Kranz.
In beiden angegebenen Abschnitten muss man also die unter den Namen stehenden Gesellschaften für die Zuordnung nutzen, um die verhängnisvolle Druckanordnung Thumsers, die vermutlich der Handschrift folgt, zu berichtigen.
2. Rüxner als Redaktor
Wie die wörtliche Übereinstimmung der Einleitung bei Rüxner mit der Einleitung bei Thumser S. 384 zeigt, lag ihm eine Fassung des bei Eyb d. Ä. und Eyb d. J. gegebenen Berichts vor, während Raidenbuchers Turnierbuch so sehr abweicht, dass ich anders als Thumser nicht von einer "anderen Redaktion" sprechen möchte.
Rüxner hat die einzelnen Abschnitte anders angeordnet und mit kurzen eigenen überleitenden Texten versehen. Rüxners Gliederung ist chronologisch und auch sonst schlüssiger. Erst kommt die Liste der Verordneten, die über die Zulassung entscheiden sollten (Kundschafts-Hörer), dann die Liste der Helmteiler (beide sind, wie eben gezeigt, bei Thumser in Unordnung geraten), gefolgt von der Angabe derjenigen, die an den Seilen standen, und der Grieswertel. Auf diese "Amtsträger"-Listen folgt eine Aufzeichnung über die Zulassung (Bl. 194r), die mit Thumser S. 393 zu vergleichen ist. Das Eptinger Hausbuch S. 389 entspricht mit wenigen Ausnahmen Eyb d.Ä., während Raidenbucher wieder abweicht (S. 122f.). Nur Rüxner hat die Dreiteilung Beweisführende, Ausgebliebe und Zugelassene, wobei die drei Ausgebliebenen nur bei ihm zu finden sind. Seine Angaben scheinen zuverlässig zu sein.
Bei Rüxner folgen nun noch die Teilnehmerliste der Helmschau, die Namen der Herolde, das Verzeichnis der Damen, Angaben über das Gesellenstechen und den abschließenden Tanz mit Ritter- und Stechdank.
Ein grober Fehler Rüxners ist die Angabe derjenigen, die zu Blatt getragen wurden. Eyb d. Ä./J. und Raidenbucher haben ganz andere vier Namen. Einige Fehlzuordnungen gibt es bei den Rittergesellschaften. Die Kronen-Mitglieder erscheinen fälschlich als Bracken-Mitglieder, Steinbock und Wolf sind verwechselt, die Einhörner stehen anders als Rüxner angibt nicht unter den Franken, sondern sind die von ihm als Bär und Fürspang bezeichnete Gruppe. Im Verzeichnis der Helmschau sind die Bayern falsch als Franken rubriziert.
Abgesehen von kleinen Zusätzen bei den Namen und dem erwähnten Sondergut zur Zulassung erübrigt sich somit eine Verwertung Rüxners als Faktenquelle. Rüxners fehlerhafte Zuordnungen sollten davor warnen, seine Angaben zu anderen Vierlande-Turnieren, bei denen es keine zeitgenössischen Berichte gibt, unkritisch zu übernehmen.
3. Zum Eptinger Hausbuch
Ich möchte vorausschicken, dass ich an meiner Skepsis hinsichtlich der Annahme einer einzigen spätmittelalterlichen Vorlage des Eptinger Hausbuchs festhalte:
http://swbplus.bsz-bw.de/bsz031802702rez.html
http://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=h-museum&month=0110&week=&msg=pxJa91%2bAD%2btCu2X9p99W7w&user=&pw=
Aber da gerade im Bereich des Turnierwesens authentische spätmittelalterliche Dokumente in dem am Anfang des 17. Jahrhunderts entstandenen Familienbuch der Herren von Eptingen verarbeitet wurden, ist eine übertriebene Vorsicht nicht am Platz. Offenbar liegt in dem Familienbuch eine stark gekürzte Fassung eines der Version von Eyb d.Ä./d.J. nahestehenden Berichts vor. Das Sondergut (S. 386: 305 Helme, S. 389 Notiz zu den Neuzugelassenen, S. 390 3800 Pferde) scheint mir unverdächtig. Als einzige Quelle bietet das Hausbuch S. 388 der offenbar gemeinsam auftretenden Bären und Fürspänger, wobei zwei Turnierer den Fürspängern zugewiesen werden, 12 Namen aber den Bären. Wenn die Bären dem Ansbacher Hof besonders nahestanden, ist das durchaus denkbar.
Nun gab es handschriftliche Rüxner-Register und einem sehr kundigen Bearbeitet wäre es womöglich auch ohne ein solches Hilfsmittel möglich gewesen, die Rüxnerschen Fehlzuordnungen von Rittergesellschaften für das Hausbuch auszubessern. Aber hätte ein solcher genialer Redaktor dann nicht auch einen Rüxner-Druck herangezogen, um die Namensentstellungen zu emendieren?
Da sich das Hausbuch an Listen hält, die auch Rüxner vorlagen, kann man bei Annahme eines genialen Redaktors nicht ohne weiteres die Eigenständigkeit des Hausbuchs erweisen. Der Redaktor hätte dann aber den in den Quellen sonst nicht auftauchenden Zusatz bei Kunz von Aufseß "zue Wolckhenstein" aus einem anderen Rüxner-Abschnitt einfügen müssen. Und er hätte auch bei den Herolden/Gesellschaftsknechten die ursprüngliche Reihenfolge Burggraf (Persevant, Knecht im Bär) wiederherstellen müssen, denn Rüxner ordnet hierarchisch, erst den Kündiger der Wappen (Hausbuch wie Eyb d.Ä./d.J.: König der Wappen), dann Burggraf, der aufgrund des Veranstalters - er war wohl auch markgräflicher Herold - in den Eyb-Handschriften an erster Stelle steht.
Die Liste auf Bl. 227v des Hausbuchs lautet (Christ S. 389f.):
"item Hanß Burggraf Persenant Knecht Im Beren, ein Kunig der Woppen.
Item ein König der Woppen auß dem Niderlandt.
Item ein Persenant der Gesellschafft Im Steinbockh
Item Hanß Monfort Psenant im falckhen undt Fisch genannt Pfaffhanß. [S. 390]
Item Utz Holffenstein Persenant Im Leytbrackhen.
Item Dummer Muot Knecht Im Steinbockh
Item Lazarus Beham Knecht Im Eßell
Item Manng Grünnenwaldt Knecht Im Landt zue Beyern.
Item Hannß Frey ein nachvolger der Wappen."
Mein Buch Bl. 89v (Thumser S. 393f.) hat:
"Item Hans Burgraff, persevant knecht im Bern [zu Recht nach Eyb dem Jüngeren emendiert aus: in bayern]
Item ein kunig der wappen auß dem Nyderland, ein persevant der geselschafft des Steynpocks
Item Hans Monfart, persevant im Visch und Valcken, genant Pfaff hans
Item Utz Helffenstein, persevant im Laytbracken
Item Heintz Thumernut, knecht im Steinpock
Item Lazarus Behem, knecht im Esell [S. 394]
Item Mang Grundwald, der Bayern knecht
Item Hans Frey, ein nach volger der wappen"
In der älteren Überlieferung muss stutzig machen, wieso ein Wappenkönig Steinbock-Persevant sein soll. Die Herolds-Hierarchie war: Persevant, Herold, Wappenkönig. War der Wappenkönig der Ruwieren, damals Hermann Brüninghausen, in Ansbach? Und womöglich noch ein weiterer Wappenkönig? Ich glaube aber nicht, dass man Burggraf als Wappenkönig sehen kann, und auch die Lesart Burggraf, Wappenkönig aus dem Niederland, weiterer Wappenkönig, Persevant des Steinbocks geht wohl zu weit. Dagegen könnte man dem Hausbuch durchaus Glauben schenken, wenn es den Steinbock-Persevanten vom Wappenkönig der Niederlande trennt. Nach beiden Überlieferungen war der Steinbock-Persevant jemand anderes als der Steinbock-Knecht Heinz Dummermut.
Sehr viel schlüssiger als mit inhaltlichen Erwägungen kann anhand der Reihenfolge der Abschnitte gezeigt werden, dass die Eptinger Quelle keine bloße Rüxner-Ableitung ist. Denn auch wenn die Eybschen Aufzeichnungen und das Hausbuch sich in der Reihenfolge unterscheiden, lehnt sich das Hausbuch eben nicht an Rüxner an, sondern an die älteren Zeugnisse. Die Reihenfolge Zugelassene - Grieswärtel - Herolde stimmt überein, und auch der zweite Teil der Eybschen Aufzeichnungen (ab dem Ritterdank) liegt in gekürzter Form und ohne die an anderer Stelle verwerteten Damen im Hausbuch in gleicher Reihenfolge vor.
Dem Abschnitt im Hausbuch liegt also eine von Rüxner unabhängige zeitgenössische Quelle zugrunde, die es durchaus verdient hat, dass man sie nicht (wie Thumser das tut) übergeht.
***
Zum Würzburger Vierlande-Turnier 1479:
http://archiv.twoday.net/stories/83809128/
Zum Heidelberger Vierlande-Turnier 1481
http://archiv.twoday.net/stories/96991891/
Turniere in Archivalia
http://archiv.twoday.net/search?q=turnier
#forschung
KlausGraf - am Samstag, 21. April 2012, 21:47 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
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J.W. macht mich via Twitter aufmerksam auf:
http://jobo72.wordpress.com/2012/04/18/hexen/
Die fehlerhaften Darstellungen in populärwissenschaftlichen Medienberichten und die daraus folgenden Fehlurteile basieren dabei zum Teil auf waschechten Fälschungen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Thema „Hexen“. Oft ist zu hören und zu lesen, die (katholische) Kirche habe im Mittelalter Millionen von Frauen in Europa als Hexen verbrannt, bevor die Aufklärung kam und dem Spuk ein Ende bereitete. In dieser Aussage stecken fünf Fehler.
Wir erinnern uns an unseren umstrittenen Link zu kreuz.net http://archiv.twoday.net/stories/96993842/
Bis auf die Falschaussage, die letzte Hexe sei 1775 verbrannt worden (die Kemptener Hexenhinrichtung fand NICHT statt, wie man seit geraumer Zeit weiß), entsprechen die Ausführungen teilweise etwa dem Forschungsstand der heutigen Hexenforschung.
- Die meisten Hexenverfolgungen fanden in der Frühen Neuzeit statt. Stimmt
- Es gab keine 9 Millionen Opfer, sondern "nur" einige zehntausend. Stimmt
Anderes ist fragwürdig: Dass der Schwerpunkt der Hexenverfolgungen in Afrika liegt kann allenfalls dann behauptet werden, wenn man das Postulat eines überzeitlichen Hexenglaubens akzeptiert.
Insgesamt ist der Beitrag von unangenehmer katholischer Apologetik durchdrungen. Aber wer über Jahrhunderte Prügel bezogen hat, dem darf man nicht verwehren, dass er bei der Zurückweisung von Geschichtsmythen nun über die Stränge schlägt.
http://jobo72.wordpress.com/2012/04/18/hexen/
Die fehlerhaften Darstellungen in populärwissenschaftlichen Medienberichten und die daraus folgenden Fehlurteile basieren dabei zum Teil auf waschechten Fälschungen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Thema „Hexen“. Oft ist zu hören und zu lesen, die (katholische) Kirche habe im Mittelalter Millionen von Frauen in Europa als Hexen verbrannt, bevor die Aufklärung kam und dem Spuk ein Ende bereitete. In dieser Aussage stecken fünf Fehler.
Wir erinnern uns an unseren umstrittenen Link zu kreuz.net http://archiv.twoday.net/stories/96993842/
Bis auf die Falschaussage, die letzte Hexe sei 1775 verbrannt worden (die Kemptener Hexenhinrichtung fand NICHT statt, wie man seit geraumer Zeit weiß), entsprechen die Ausführungen teilweise etwa dem Forschungsstand der heutigen Hexenforschung.
- Die meisten Hexenverfolgungen fanden in der Frühen Neuzeit statt. Stimmt
- Es gab keine 9 Millionen Opfer, sondern "nur" einige zehntausend. Stimmt
Anderes ist fragwürdig: Dass der Schwerpunkt der Hexenverfolgungen in Afrika liegt kann allenfalls dann behauptet werden, wenn man das Postulat eines überzeitlichen Hexenglaubens akzeptiert.
Insgesamt ist der Beitrag von unangenehmer katholischer Apologetik durchdrungen. Aber wer über Jahrhunderte Prügel bezogen hat, dem darf man nicht verwehren, dass er bei der Zurückweisung von Geschichtsmythen nun über die Stränge schlägt.
KlausGraf - am Mittwoch, 18. April 2012, 14:08 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
Klara Hübner: Rezension zu: Hiltmann, Torsten: Spätmittelalterliche Heroldskompendien. Referenzen adeliger Wissenskultur in Zeiten gesellschaftlichen Wandels (Frankreich und Burgund, 15. Jahrhundert). München 2011, in: H-Soz-u-Kult, 18.04.2012, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2012-2-048
Deutlich wird der Rückstand des deutschsprachigen Raums, was die entsprechende Schriftlichkeit angeht.
Blicke ins Buch von Hiltmann ermöglichen:
http://books.google.de/books?id=qQ-rOpexELEC
http://www.libreka.de/9783486591422
http://www.amazon.de/Sp%C3%A4tmittelalterliche-Heroldskompendien-Wissenskultur-gesellschaftlichen-Jahrhundert/dp/3486591428
Hier (bei Amazon) kann man etwa S. 372 Hiltmanns wichtigen Fingerzeig auf Zusammenhänge des Empereur-Traktats mit dem deutschen Quaternionensystem nachlesen, wobei Hiltmann mein kurzer Hinweis von 1993 auf die Rolle der Herolde für die Ausbildung und Verbreitung dieses Konzepts nicht entgangen ist:
http://periodika.digitale-sammlungen.de/bdlg/Blatt_bsb00000333,00194.html
Weder Google noch Libreka finden zum Suchwort Quaternionen etwas, während Amazon zwei Treffer hat!
Zu Herolden in Archivalia:
http://archiv.twoday.net/search?q=herold
Deutlich wird der Rückstand des deutschsprachigen Raums, was die entsprechende Schriftlichkeit angeht.
Blicke ins Buch von Hiltmann ermöglichen:
http://books.google.de/books?id=qQ-rOpexELEC
http://www.libreka.de/9783486591422
http://www.amazon.de/Sp%C3%A4tmittelalterliche-Heroldskompendien-Wissenskultur-gesellschaftlichen-Jahrhundert/dp/3486591428
Hier (bei Amazon) kann man etwa S. 372 Hiltmanns wichtigen Fingerzeig auf Zusammenhänge des Empereur-Traktats mit dem deutschen Quaternionensystem nachlesen, wobei Hiltmann mein kurzer Hinweis von 1993 auf die Rolle der Herolde für die Ausbildung und Verbreitung dieses Konzepts nicht entgangen ist:
http://periodika.digitale-sammlungen.de/bdlg/Blatt_bsb00000333,00194.html
Weder Google noch Libreka finden zum Suchwort Quaternionen etwas, während Amazon zwei Treffer hat!
Zu Herolden in Archivalia:
http://archiv.twoday.net/search?q=herold
KlausGraf - am Mittwoch, 18. April 2012, 13:50 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
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