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Der Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ beim Landessportbund Hessen hat im Herbst des letzten Jahres eine Umfrage zur Archivarbeit und Sportüberlieferung in hessischen Sportvereinen gestartet. Alle Sportkreise wurden deshalb gebeten, einen zweiseitigen Fragebogen an die Vereine in ihrem Zuständigkeitsbereich weiterzuleiten. Die ausgefüllten Bogen sollten bis spätestens 15. Dezember 2014 an den Landessportbund Hessen (lsb h) zurück geschickt werden.

Die Auswertung der beim lsb h - Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ eingetroffenen Erhebungsunterlagen führte zu dem Ergebnis, dass sich 334 Vereine an der Umfrage beteiligt haben. Das entspricht bei insgesamt 7.800 hessischen Vereinen einer Rücklaufquote von etwas mehr als 4%. Aus 8 hessischen Sportkreisen ist allerdings von keinem einzigen Verein ein ausgefüllter Fragebogen zurückgegeben worden!

Aus den ausgefüllten Fragebogen ergibt sich unter Berücksichtigung von Mehrfachnennungen erwartungsgemäß, dass mehr als 80% der Sportvereine ihre Unterlagen nach Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Aufbewahrungsfristen in der Wohnung eines Vorstandsmitglieds oder in den eigenen Vereinsräumen aufbewahren. Nur in etwas mehr als 10% der Fälle sind diese Unterlagen aber auch für interessierte Außenstehende unter Beachtung der Schutzfristen zugänglich.

Dies bedeutet unter anderem, dass alle anderen Unterlagen in der Regel nicht für sportgeschichtliche Auswertungen zu nutzen sind. Außerdem ist es zweifelhaft, ob diese Unterlagen überhaupt archivgerecht aufbewahrt und damit auf Dauer erhalten werden. Deshalb vertritt der lsb h - Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ schon seit vielen Jahren die Auffassung, dass Sportvereine grundsätzlich mit den jeweils zuständigen Kommunalarchiven zusammen arbeiten sollten, wenn es um die Archivierung der Vereinsunterlagen geht.

Dieser Empfehlung folgen bisher allerdings nur insgesamt 13 und damit noch nicht einmal 3% der 334 antwortenden Sportvereine! Damit wird deutlich, dass der ganz überwiegende Teil aller Vereine offensichtlich der Meinung ist, dass auf die sachgerechte Aufbewahrung der erhaltenswerten Unterlagen nicht geachtet werden muß. Offenbar sind die Vereine auch nur wenig an sporthistorischer Forschungsarbeit auf lokaler und regionaler Ebene interessiert.

Diese Haltung spiegelt sich zumindest in den Antworten der 60 Vereine, die mitgeteilt haben, dass bei ihnen erhaltenswerte Akten und Unterlagen bedenkenlos ganz einfach vernichtet werden! Angesichts einer derart ernüchternden Ausgangslage stimmt es zumindest hoffnungsvoll, dass fast die Hälfte der antwortenden Sportvereine Interesse an einer Beratung zu Fragen der Archivierung von Akten und Unterlagen angemeldet hat.

Ein Viertel dieser Nennungen bezieht sich auf Grundfragen der Archivarbeit. Weitere zentrale Themen sind die Archivierung von Fotos und die Aufbewahrung von Objekten wie Medaillen, Pokalen und Urkunden. Danach folgen die Themen „Beschaffung von Materialien für die Archivarbeit“ sowie „Erstellung von Festschriften“.

In diesem Zusammenhang ist von Bedeutung, dass mit Ulrich Manthei als Vorsitzendem des Beirats der Sportkreise bereits vor einiger Zeit vereinbart wurde, die Fortbildung der ehrenamtlichen Vereinsarchivare künftig dezentral zu organisieren. Dies gilt erst recht für die Beratung der Vereine, die eine ortsnahe Koordinierung erfordert. Daher sei noch auf die regionalen Schwerpunkte der Beratungswünsche hingewiesen, die sich aus der Umfrage ergeben.

An der Spitze liegt hier der Sportkreis Frankfurt mit insgesamt 42 Nennungen. Danach folgen die Sportkreise Bergstraße und Waldeck-Frankenberg mit jeweils 39 Nennungen. Aber auch die Sportkreise Hochtaunus, Groß-Gerau, Vogelsberg und Schwalm-Eder haben großes Interesse an der Beratung zu verschiedenen Themen geäußert. Natürlich ist der lbs h - Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ gerne bereit, die weiteren Planungen der Sportkreise tatkräftig zu unterstützen.

Peter Schermer
 

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