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Das schönste Geräusch für einen Schuldner muss ein Schleifen gewesen sein. Denn dann wurden in der städtischen Rechnei die Rillen in den Kerbhölzern glattgeschliffen, wie Konrad Schneider vom Institut für Stadtgeschichte erzählt. Im Mittelalter stand jede Kerbe in den Holzstücken für eine bestimmte Summe, die der Schuldner, dessen Name oder Zeichen sich ebenfalls auf dem Holz fand, der Stadt zurückzuzahlen hatte. War das Kerbholz glatt, war der Mann schuldenfrei. Die Redewendung "etwas auf dem Kerbholz haben" bedeutete also ursprünglich "Schulden haben".

Die Rechnei war seit dem Mittelalter die oberste Finanzbehörde. Geführt wurde sie von zwei Ratsherren; der Rat, dem 24 Mitglieder angehörten, war damals die Exekutive. Im Institut für Stadtgeschichte gibt es Kladden - "Journale mit Geschäftsvorfällen" - aus dem 16. Jahrhundert, in denen täglich Finanztransaktionen der Stadt notiert wurden. Die Rechnungen selbst sind im Feuer der Bombenangriffe von 1944 verbrannt.


Der ganze Artikel von Tobias Rösler über das Kerbholz ist erschienen in der F.A.Z., 13.05.2011, Nr. 111 / Seite 42 und nicht kostenlos online.

Siehe auch
http://de.wikipedia.org/wiki/Kerbholz

(T)
 

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