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Kommunalarchive


Katja Weimer, Judith Günther, Bernd Wagner und Dr. Jochen Rath vom Bielefelder Stadtarchiv erhielten eine Erinnerungsmedaille und eine Urkunde vom Kölner Alt Bürgermeister Schramma. Foto © Stadtverwaltung Bielefeld
Link zur Pressemitteilung der Stadt Bielefeld

"Die Stadt Köln verhandelt zur Zeit über einen neuen provisorischen Standort für das im März eingestürzte Historische Archivhaus. Der stellvertretende Leiter des Stadtarchivs, Ulrich Fischer, sagte in der WDR-Lokalzeit, dass im kommenden Jahr eine Halle am Stadtrand für die Restaurierung von beschädigten Archivalien und für Archivbesuche zur Verfügung stehen soll. Bis dahin hat die Stadt einen Notlesesaal im Deutzer Stadthauses eingerichtet."
Quelle: http://www.wdr.de/studio/koeln/nachrichten/index.html#r2

Das angesprochene Interview in der WDR Lokalzeit Köln vom 3.11.2009 mit Dr. Ulrich Fischer ist hier 7 Tage lang einsehbar.

" ..... „In drei Monaten werden wir hoffentlich weiteres Archivgut aus dem Grundwasser holen können“, sagte der stellvertretende Leiter des am 3. März eingestürzten Stadtarchivs, Ulrich Fischer, Montagabend. ......Ob die Zeitangabe von drei Monaten allerdings stimmt, bezweifelt er: „Noch ist man sich nicht darüber einig, welche Form das Sicherungsbauwerk haben soll, das an der östlichen Seite des KVB-Gleiswechselbauwerks in der Severinstraße gebaut werden soll.“ Denn nach Möglichkeit soll beim Bau kein Archivgut vernichtet werden, das noch im Grundwasser ruht.
Auch was das schon für den Beginn des nächsten Jahres angekündigte provisorische Archiv anbelangt, zog Fischer seine Erwartungen zurück. „Wir brauchen dieses Provisorium mitsamt einem Magazin, aber es wird nun doch wohl erst in der ersten Jahreshälfte fertig.“
„Keine einzige Archivalie wird ohne Restaurierung zu nutzen sein. Zumindest muss der alkalische Betonstaub abgekehrt werden.“ Drei Jahre werde es allein brauchen, bis man einen Überblick über Archivstücke habe, die ihre Kennzeichnung beim Einsturz nicht verloren haben. „Alles weitere wird auf viele Jahre der Forschung, der persönlichen Bildung oder dem Erleben der Geschichte vorenthalten sein - fünf Prozent des Bestandes sogar für immer verloren.“
Das „neue Gedächtnis der Stadt“, das an der Ecke Eifelwall, Luxemburger Straße entstehen soll, werde „nicht wie das alte“ sein. „Es gibt Verlorenes, neue Räume, Narben und neue digitale Möglichkeiten.“ Schon jetzt nimmt das Archiv wieder Verwaltungsakten an, neue Nachlässe und errichtet ein digitales Langzeitarchiv. Jeder Schnipsel, der aus den 12 000 Tonnen Schutt geborgen worden sei, werde aufgehoben. „Man weiß ja nicht mal, ob er überhaupt der Stadt gehört oder einem Stifter.“ ...."

Quelle: Manfred Reinnarth, Kölnische Rundschau, 2.11.2009

http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1256138427671.shtml

Gibt es nun dankenswerterweise auch als PDF im Netz:

http://www.archive.nrw.de/LandesarchivNRW/BilderKartenLogosDateien/Lehren_aus_Koeln_Veroeffentlichung.pdf

Via
http://twitter.com/shuino

"Gemeinsam starten die Stadt Köln und der StadtSportBundKöln e.V. einen Hilfeaufruf an die Kölner Sportvereine.
Diese suchen freiwillige Helfer nach dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln im Zusammemhang mit der Erstversorgung und Erstreinigung wie dann des Abtransportes der restlichen Archivalien nach Bergung selbiger.
Aus Sicherheitsgründen ist der Einsatz von Kindern und Jugendlichen nicht möglich. "
(1)
"Das aktuelle Tätigkeitsprofil:
- Erstversorgung der aus dem Grundwasserbereich geborgenen Archivalien.
- Die Archivalien müssen an sogenannten ‚Nassstationen’ erstgereinigt werden.
- Danach werden sie zum Abtransport verpackt.
Ein erneuter Bergungsbeginn in den Wintermonaten wäre möglich.
Die Arbeit an den eingerichteten Stationen ist anstrengend. Die Durchführung im Sitzen
ist leider nicht möglich. Grundvoraussetzung ist körperliche Belastbarkeit.
"(2)
Quellen:
(1) http://www.fvm.de/news-fvm-detail.html?&tx_ttnews[tt_news]=4727&cHash=699ebf1e00
(2) http://www.fvm.de/uploads/media/Informationen-Sportvereine.pdf

Die PDF-Datei eines Aufsatzes des stellvertretenden Kölner Archivleiters im Journal of Paper Conservation Vol. 10, No. 2 (Juni 2009), S. 8-14 ist hier abrufbar.

Marianne Antwerpen in ihrer General-Anzeiger-Glosse "So gesehen" (Link): "Mal ehrlich. Der Mann denkt mit. Er hat den RTL-Dokufilm "Vulkanausbruch in Deutschland . . .was wäre wenn" gesehen, hat noch den Einsturz des Stadtarchivs in Köln vor Augen, zählt zwei und zwei zusammen - und ist in tiefer Sorge. Der Mann ist Künstler, hat also Fantasie und kann sich lebhaft vorstellen, wie es wäre, wenn ein Vulkan in der Eifel ausbricht und Bonn von einer Flutwelle erfasst würde.
Logisch, dass erst einmal die Menschen in Sicherheit gebracht werden müssten, Politiker und Gleichgesinnte zuerst. Und wer kümmert sich ums Stadtarchiv? Wer hat ihn schon in der Tasche, den Notfallplan zur Rettung wertvollster Dokumente und Urkunden? Bevor der Eifel-Tsunami tabula rasa macht?
Der Mann, der Alfred Kerger heißt und in Bonn immer mal wieder mit grandiosen Einfällen von sich reden macht - man denke nur an die rote Pappnase, mit der er vor Jahren den Adenauer-Kopf vor dem Kanzleramt anklebte und damit bundesweit Aufsehen erregte.
Dieser Mann also hat einen Brief an den Herrn Doktor Krapf geschrieben, seines Zeichens Kulturdezernent und damit auch für den Schutz wertvollen Archivgutes zuständig. Kerger schlägt vor, das Kind nicht erst ins Wasser fallen zu lassen wie in Köln, sondern in weiser Voraussicht quasi schon mal die Koffer, pardon, die Kisten zu packen.
Die Dokumente, empfiehlt Kerger, könnten in einem höher gelegenen Stadtteil in Sicherheit gebracht werden, etwa auf dem Gelände der Uni-Klinik oder des Verteidigungsministeriums, allein schon von Staats wegen bestens geeignet, das hohe Kulturgut gegen Katastrophen aller Art zu verteidigen.
Auf der Hardthöhe, stellt sich Kerger vor, seien die Bestände in trockenen Tüchern. Wobei durchaus Eile geboten sei, denn kurz vor dem GAU seien die Straßen in Bonn hoffnungslos verstopft, vermutet Kerger, und wünscht sich, dass seine Anregungen von der Stadt ernst genommen werden.
Was sonst?

" ....Mit “wilden Tieren” - so der OB - beschäftigte sich gestern der Stadtrat. Gemeint war der Brotkäfer, der die wertvollen reichsstädtischen Bücherbestände des Stadtarchivs befallen hat.
Der Stadtrat beschloss einstimmig, insgesamt 540.000 Euro für die Auslagerung und Rettung der vom Brotkäfer befallenen Archivalien zur Verfügung zu stellen. Damit können in den für die Stadtarchäologie vorgesehenen AKS-Shedhallen beim neuen Textilmuseum tim die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden, um Temperaturen von 18 Grad zu gewährleisten und Regale für eine vorübergehende Aufbewahrung aufzubauen. Anschließend werden die schädlingsbefallenen Bücher einer 20.000 Euro teuren Stickstoffbehandlung unterzogen. Diese soll dem Brotkäfer endgültig den Garaus machen. Bis zur Fertigstellung des gleich nebenan gelegenen neuen Stadtarchivs, die für 2013 geplant ist, bleiben die Archivalien in ihrem Interimsquartier."

Quelle: Die Augugsburger Zeitung


s.a.: http://archiv.twoday.net/stories/5820528/ und http://archiv.twoday.net/stories/5952139/

Nachwehen des Kölner Archiveinturzes oder: Die Stadt spart f... on TwitpicGrößeres Bild? Einfach auf das Bild Klicken!

 

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