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Standards aren't laws, but complying to many laws requires to know them nevertheless. Therefore, and for the sake of technical innovation it's absolutely necessary that standards are easily accessible, and free (as in beer).

When I read that ASTM (an American association that develops all kinds of standards) now offers practically all of their publications in a "digital library", I thought that once again the U.S. were far ahead to old Europe where these standards are very expensive. One example: In Germany, DIN standards are issued by a publisher which probably makes considerable money from its monopoly position.

However, a closer look at ASTM's "Digital Library" reveals that this is at best a digital bookstore, and not at all a library. The same old story, but now you can download expensive documents as a PDF.
BCK meinte am 2006/12/28 19:16:
Danke für den Hinweis
Mit $8300 pro Jahr für Institutionen (campusweiter Zugriff, unbegrenzte Downloads, 1000+ books, 30,000+ papers, and 430,000+ pages) ein echtes Schnäppchen, vgl. etwa mit den DIN-Normen, für die wir als digitale Auslegestelle satte 45000 EUR pro Jahr zahlen (zzgl. 19% MwSt). Werde echt überlegen, das für uns in Stuttgart zu lizenzieren. (Nachtrag 29.12.: es erscheint allerdings plausibel, dass der Preis deutlich niedriger sein kann, da die Verbreitung der Normen ja auch weitaus größer sein dürfte, einfach aufgrund des größeren Marktes.) 
Ladislaus antwortete am 2006/12/28 22:22:
Ich frage mich ernsthaft, wer überhaupt daran interessiert sein kann, dass dieses Zeug so teuer ist.

Das DIN ist ein e. V., der von Seiten finanziert wird, die eigentlich an einem offenen oder wenigstens erheblich kostengünstigeren Zugang zu den Daten interessiert sein müsste: Wirtschaft (außer zwei, drei Großkonzernen vielleicht), Wissenschaft, Handel, Verbraucher, Behörden.

Neben dem Haufen Geld, dass der Beuth-Verlag (Tochter von DIN) da einsammelt, gibt es noch Sponsoring von Seiten der Wirtschaft und von Seiten des Staates (der dann für viel Geld die Normen wieder kaufen darf).

Die Druck-/Serverkosten etc. dürften zu vernachlässigen sein. Wo kommt denn nun das ganze Geld eigentlich hin? Werden da Gutachter und Norm-Ersteller (über)bezahlt? (Solche Arbeit dürfte doch ohnehin im Rahamen von normaler wissenschaftlicher oder privatwirtschaftlicher Tätigkeit schon bezahlt sein, oder? Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass da ein Professor oder Siemens-Ingenieur in seiner Freizeit daran herumwerkelt.) Der Buchhandel jedenfalls erhält gar nix - auf Normen gibt der so genannte "Verlag" Beuth keinerlei Buchhandelsrabatt.

Mir scheint es jedenfalls so, als ob diese Institution zusammen mit anderen Relikten vergangener Jahrzehnte (an denke an die GEZ, die Statistischen Landes-/Bundesämtern oder die staatlichen Lottogesellschaften) langsam wirklich auf den Müllhaufen der Geschichte gehört. 
BCK antwortete am 2006/12/29 19:39:
Die Finanzierung des DIN

erfolgt laut
//www2.din.de/sixcms/detail.php?id=995
zu 65% aus seinen gewinnorientierten Tochtergesellschaften (Erlöse aus dem Verkauf der Normen und Norm-Entwürfe, weitere Verlagsaktivitäten, Einnahmen aus Serviceleistungen sowie Beteiligungserträge), nur zu 35% aus Mitgliedsbeiträgen, Förderbeiträgen (die fachbezogen von allen in den Normenausschüssen und Arbeitsgremien des DIN Mitwirkenden und sonstigen unmittelbar daran interessierten Kreisen erhoben werden) und Beiträgen der öffentlichen Hand (zweckgebunden zur Durchführung bestimmter Normungsvorhaben im öffentlichen Interesse).

Zur Definition von "Offenen Standards" vgl. auch den Wikipedia-Eintrag Open Standard. In der Definition der Dänischen Regierung heißt es:

A completely open standard has the following properties:
- It is accessible and free of charge to all
(i.e. there is no discrimination between users, and no payment or other considerations are required as a condition of use of the standard)
- It remains accessible and free of charge
- It is accessible free of charge and documented in all its details
(i.e. all aspects of the standard are transparent and documented,
and both access to and use of the documentation is free)

Der wichtigste Gegensatz besteht natürlich zu proprietären Standards.

Was den kostenlosen Zugang angeht, werden aber bereits mögliche Einschränkungen konzediert:

One argument in favour of a reasonability approach rather than the stringent requirement for free use is that the development and maintenance of an efficient standard often implies the defrayal of considerable costs on the part of the standard's owner, both for actual development as well as for maintenance, distribution, support, etc. These costs will not be covered if the standard can be used free of charge, unless these are covered indirectly through the sale of a related product or service. Therefore, it is important to emphasise that in many cases the ideal open standard (as it is defined below) cannot be expected to arise and exist simply because there is [not] a need for such.

Dementsprechend heißt es z.B. in der EU-Definition "The standard has been published and the standard specification document is available either freely or at a nominal charge. It must be permissible to all to copy, distribute and use it for no fee or at a nominal fee." (Weitere hier nicht angesprochene Charakteristika von offenen Normen betreffen den Prozess der Entwicklung von Normen (Open Standardization), vgl. etwa die ITU-T Def.)

Um das zu gewährleisten, gibt es u.a. auch das Netz der öffentlichen Normenauslegestellen. Im IuK-Bereich geht der Trend sicherlich aus gutem Grund zu offenen Normen, die auch die Kriterien des "Open Access" erfüllen - Musterbeispiel die Entwicklung der Internet-Standards. Zur Bedeutung von Open standards für Bibliotheken vgl. etwa "The Importance of Open Access, Open Source, and Open Standards for Libraries" / Edward M. Corrado, ISTL 42, Spring 2005, zur Bedeutung für die Wirtschaft in der "Digital Economy" generell vgl. etwa den Report "Open Standards, Open Source, and Open Innovation: Harnessing the Benefits of Openness" des Digital Connections Council des Committee for Economic Development (der engl. Wikipedia zufolge "an independent, non-profit, non-partisan think tank based in Washington, DC", gegr. 1942) vom Apr 2006,
//www.ced.org/docs/report/report_ecom_openstandards.pdf
Es ist aber nicht unbedingt klar, dass dies auch für andere Bereiche der technischen Normung gelten muß, insbesondere solche, in denen die vergleichsweise geringen Kosten für die Beschaffung der benötigten Normen nicht gerade als "barriers to entry" gelten können.

 
KlausGraf antwortete am 2006/12/29 19:55:
Pure Abzocke
Siehe auch
//de.wikipedia.org/wiki/Initiative_gegen_die_Direktgeltung_privater_Normen_im_Bauwesen

Es ist nicht möglich, dass tausende Wikipedia-User jemandem den Zugriff auf Normen ermöglichen, letztes Beispiel:
//de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia_Diskussion:Bibliotheksrecherche#ISO-Dokumente_.28noch_offen.29

Ich bin wegen
//de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia_Diskussion:Bibliotheksrecherche/Archiv/Service01#Anfrage
von Pontius zu Pilatus gelaufen - niemand konnte/wollte helfen.

Beust & Co. betreiben einen massiven Einschüchterungsapparat und Bibliothekare waren und sind da die willfährigsten Gehilfen. 
BCK antwortete am 2006/12/29 21:09:
Nun ja ...
wir schüchtern niemanden ein. Wir sind auch keine willfährigen Gehilfen, sondern legen die Normen digital aus und ermöglichen Uni-Angehörigen wie auch Walk-in Usern Download und Ausdruck, in Einklang mit dem Lizenzvertrag des DIN. Wir können und wollen auch nicht kontrollieren, was die Nutzer dann im einzelnen damit anstellen. 
 

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