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http://fotoarchiv.hypotheses.org/29

Tanja Wolf vom Stadtarchiv Worms plädiert für eine rigide Kassation von Fotobeständen. Schon das für die Überschrift verwendete Zitat erlaubt Rückschlüsse auf ihre digitale Kompetenz. Da wird das traditionelle Bewerten auf Teufelkommraus hochgehalten, ohne dass die Autorin auch nur eine Sekunde darüber nachdenkt, ob vielleicht im digitalen Zeitalter andere Maßstäbe gelten müssen.

"Archive sind keine Bildagenturen und keine Dokumentationszentren, weder ist es ihre Aufgabe, alle Fotos zu erhalten, noch können sie das ansatzweise leisten. Sie sind auch keine Bilderhalden, in denen zukünftige Nutzer erstmal wühlen müssen, bevor sie etwas Verwertbares finden". Das ist natürlich selten dumm, denn bei einem frühneuzeitlichen Aktenbestand von mehreren hundert Blatt, der in 5 Zeilen Findbuch erschlossen ist, ist erhebliches Wühlen angesagt.

Sind aussagekräftige Metadaten derzeit nicht beschaffbar, bedeutet das nicht, dass sie auch in Zukunft nicht vorhanden sein werden. Durch automatisierte Auswertungen der Bildinhalte und Crowdsourcing können auch Bildbestände zum Sprechen gebracht werden, die derzeit stumm bleiben.
Kühnel Karsten meinte am 2015/01/09 22:15:
Archivwürdigkeit hängt nicht von Erschließungsressourcen ab
Die Frage geht doch nach der Archivwürdigkeit bei Fotobeständen. Dabei ist es nicht unbedingt hilfreich, Missstände bei der Erschließung anderer Bestände und die Frage nach den Erschließungsressourcen ins Feld zu führen. Diese Argumente gehen an der Bewertungsfrage vorbei. Alles aufzubewahren wäre ebenfalls eine Bewertungsentscheidung und müsste ebenfalls begründet werden. Sicher ließen sich auch dafür stichhaltige Argumente finden. Die Autorin gibt bedenkenswerte Hinweise, die zum Nachdenken anregen. Dabei kann man freilich am Ende zu unterschiedlichen gleichermaßen legitimen Ergebnissen gelangen. Interessant finde ich allerdings den Hinweis auf das Kassationsprotokoll. Sein Wert für den Erhalt von Kontextinformation über den Bestand wird vielfach in den Archiven stiefmütterlich behandelt. Es würde sich lohnen, sich mit dieser Sache einmal ausführlicher zu beschäftigen. 
Roman Sigg (Gast) meinte am 2015/01/11 08:59:
Quasidubletten
Mir fiel beim Lesen die Kategorie der Quasidublette auf, die von der Autorin postuliert wurde. Ich weiss einfach nicht, wie sie das Original definiert und welcher Informationsgehalt dessen Überlieferung rechtfertigt.

Ich verstehe ja, dass angesichts von grossen Mengen der Fotoüberlieferung Schwierigkeiten bestehen, die wünschbare Erschliessungstiefe zu ereichen. Klar fehlen in vielen Fällen die Kontextinformationen, sind Personen nicht identifiziert etc. Dieses Problem trifft alle Archive mit modernen Medienbeständen genau gleich.

Hier können Dritte weiterhelfen. Manche Kollegen führen zu diesem Thema Austauschrunden mit interessierten Leuten durch (habe ich vom Stadtarchiv Dornbirn gehört), oder eben Crowdsourcing im Internet. Es gibt da interessante Projekte z. B. die Topothek (http://www.topothek.at/ und http://icar-us.eu/cooperation/online-portals/topothek/betreiben-sie-eine-topothek).

In meinem Archiv gibt es vor allem Fotos von Gebäuden aus unserer historischen Altstadt. Viele zeigen dieselben Häuser, aber ich kassiere hier nur zurückhaltend. Warum? Es hat immer wieder peripher zusätzliche Informationen, die vom Fotografen nicht intendiert waren, für mich aber wertvoll sind.

Fazit: Wann ist eine Quasi-Dublette eine Dublette? 
Gast (Gast) meinte am 2015/01/11 11:33:
sollte diese Diskussion nicht dort im Blog erfolgen? 
KlausGraf antwortete am 2015/01/11 11:48:
Sollten die dort nicht erst mal lernen, ihren Spamordner zu sichten?
Ich habe zeitnah dort einen Link zu diesem Beitrag hinterlassen, der nicht freigeschaltet wurde. Vermutlich ist er im Spamordner gelandet, leider ein bekanntes Phänomen bei hypotheses. 
 

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