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Der Kunsthistoriker Wolf D. Pecher hat im factum Verlag 2012 unter dem Titel "Künstlers Shit. Kunst die keiner braucht" eine Reihe von Polemiken gegen Missstände im Kunstbetrieb veröffentlicht. Im Vordergrund stehen wüste Ausfälle gegen die heutigen "Müll"- und "Klamauk"-Künstler, deren Werke man in der Nazi-Zeit sicher als "entartete Kunst" stigmatisiert hätte. Das Inhaltsverzeichnis: http://d-nb.info/1023849720/04 gibt einen ersten Einblick. Daneben enthält das Buch aber auch lesenswerte Abschnitte etwa zum Kunsthandel.

Zur kulturpessimistischen Brille des Autors passen auch die vier Seiten (S. 156-159) zur Causa Eichstätt, über die wir hier intensiv berichtet haben:

http://archiv.twoday.net/search?q=eichst%C3%A4tt+kapuziner

Pecher stützt sich vor allem auf das BSB-Gutachten:

http://www.bsb-muenchen.de/Gutachten.2282.0.html

Nach Pecher wurden 2006 in Eichstätt 68 Tonnen Kapuzinerbücher zur Altpapierverwertung gebracht. Zuvor hätten die Kapuziner 54 Tonnen Bücher vernichten lassen. Zwischen 1999 und 2006 seien 122 Tonnen Bücher aus fünf Jahrhunderten vernichtet worden, schätzungsweise 700.000 bis 800.000 Bände. Pecher vergleicht diese Zahlen mit anderen Bücherverlusten (BSB verlor 4000.000 Bücher im 2. Weltkrieg, 2004 verbrannten in Weimar 50.000 Bücher, den Umfang der Bücherverbrennungen der Nazis schätzt Pecher auf etwa 100.000 Bücher).

Pecher beschuldigt zurecht die Bayerische Staatsbibliothek, die den völlig überforderten Eichstättern nicht zu Hilfe gekommen sei. Während der Eichstätter Kanzler gefeuert wurde, habe es in der BSB keine Konsequenzen gegeben. Die BSB hätte als schuldige Fachbehörde gar nicht mit der Untersuchung beauftragt werden dürfen. "Dass dies trotzdem geschah, lässt nur den Schluss zu, dass der Skandal vertuscht werden sollte - was auch gelang". 2009 wurde die BSB "Bibliothek des Jahres".

Tatort in Eichstätt
 

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