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Kulturgut

Im Zuge der Provenienzforschung ist in Bibliotheken Freimaurerliteratur als NS-Raubgut identifiziert und in manchen Fällen auch restituiert worden, so etwa der Rest der Bibliothek der Münchner Loge Zum aufgehenden Licht an der Isar.

In den UsA gibt es erstaunlich reichhaltige Bestände zur deutschen Freimaurerei in zwei Universitäten: Cornell und Harvard. Während der Bestand in Cornell auf die Sammlung des deutschstämmigen New Yorker Rechtsanwalts Benno Loewy (gest. 1919) zurückgeht, liegt die Lage in Harvard anders. Die Bände wurden zwischen 1965 und 1970 vereinnahmt und stammen offensichtlich aus dem internationalen Handel. Eine willkürliche Stichprobe von 20 digitalisierten Werken, die über HOLLIS und HATHTRUST zugänglich sind, ergibt: fast alle stammen aus dem einstigen Bestand deutscher Logen.
zu-den-ehernen-Saeulen Bei 15 von 20 ist die Provenienz eindeutig durch Besitzstempel nachweisbar: 4 x Loge ''3 Cedern'' in Stuttgart, 3 Johannesloge zu den Ehernen Säulen in Dresden, 2 Loge zum Goldenen Apfel in Dresden, 2 Loge zum Goldenen Kreuz in Dresden , 2 Große Landesloge Sachsen, 1 Loge zur Biederen BVereinigung, Glogau, 1 (ein Band von 1178) Loge Archimedes zu den drei Reißbrettern Altenburg und 1 aus dem Archiv der Großen Landesloge von Deutschland. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass da noch mehr ist, und nur zu hoffen, dass Harvard das auch erkennt und sich zur Provenienzforschng und Restitution entschliesst. Es wäre interessant, ob es Zugangslisten mit dem Verkäufer gibt - vermutlich ein staatliches Antiquariat der DDR?

http://archaeologik.blogspot.de/2015/05/quellenverlust-der-diebstahl.html

James Hirstein, Latein-Dozent in Straßburg und Forscher zu Beatus Rhenanus, hat wie jetzt bekannt wurde, in der Humanistenbibliothek Schlettstadt, ein Exemplar der Erstausgabe von Martin Luthers "De libertate Christiana'' (Von der Freiheit eines Christenmenschen) entdeckt , das von Luther selbst mit ca. 50 Anmerkungen und Änderungen als Vorbereitung für die zweite Auflage versehen wurde, die 1521 in Basel erschien. Leider keinerlei Hinweis auf mögliche Digitalisierung...
quand-beatus-rhenanus-commentait-luther

Zur Bibliothek in Schlettstadt auf Archivalia siehe archiv.twoday.net/stories/714913786/

http://forward.com/news/308312/jts-puts-rare-gutenberg-bible-pages-on-block-as-financial-crisis-bites/


Aus einem Bericht über eine von der British Library veranstaltete Konferenz nächsten Monat, der sich mit Buchdiebstählen wie z.B. in der Girolamini-Bibliothek befasst:

"Jutta von Falkenhausen, a German lawyer representing the Swedish library, said that the antiquarian trade – particularly auction houses in Germany, where a peculiar legal situation enables [them] to transfer valid title to stolen goods” – are “not asking enough questions” when offered rare items."
http://www.theguardian.com/books/2015/may/17/rare-book-experts-join-forces-to-stop-tome-raiders

Es ist in der Tat widersprüchlich, gegen den Verkauf alter Meister des Detroit Institute of Arts zugunsten der bankrotten Stadt Detroit zu kämpfen und andererseits solche Meisterwerke zugunsten des Museums zu verscherbeln.

http://theartlawblog.blogspot.de/2015/05/one-follow-up-on-detroit.html

http://theartlawblog.blogspot.de/2015/04/tell-me-again-about-public-trust-will.html

http://www.detroitnews.com/story/news/local/detroit-city/2015/05/13/van-gogh-sale-dia-tiptoes-art-auction-market/27280699/

http://www.ksta.de/kultur/kulturgutschutz-gruetters-will-illegalen-kulturgueter-handel-eindaemmen,15189520,30614602.html

„Wir denken natürlich auch darüber nach, die Museumssammlungen kollektiv unter Schutz zu stellen“, sagte die Ministerin. Dann müssten die Länder nicht mehr für jedes Stück einzeln Eintragungen vornehmen.

Die italienische Polizei gibt sich überzeugt, dass von den etwa 20.000 kostbaren alten Büchern im Besitz des Berlusconi-Vertrauten, der wegen seiner Mafia-Verbindungen im Gefängnis sitzt, viele gestohlen wurden. Nur vergleichsweise wenige erhielt der Politiker von Massimo De Caro, dem Plünderer der Girolamini-Bibliothek, geschenkt.

http://www.rarebookhub.com/articles/1828

Siehe schon

http://www.nytimes.com/2013/12/23/books/book-theft-in-italy-with-a-hint-of-politics.html

http://archiv.twoday.net/search?q=girolamini

http://archaeologik.blogspot.de/2015/04/jetzt-nimrud.html


http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=36080

Vier Beiträge zur Wiener Tagung über Fürstenbibliotheken der Spätaufklärung und des Vormärz sind online. Bei den tschechischen Schlossbibliotheken handelt es sich aber eher um Adelsbibliotheken, die den nicht-fürstlichen Exemplaren zu nahe stehen als dass eine Trennung sinnvoll wäre.

Renato Pasta: The pri­vate library of the of the gran­du­cal pair, Pietro Leopoldo and Maria Luisa of Bourbon
Petr Mašek: Fürstliche Schlossbibliotheken in Tschechien
Thomas Huber-Frischeis: Verleger-Kustoden-Autoren, die Erwerbsstrategien der Privatbibliothek Kaiser Franz› II./I.
Rainer Valenta: Zur poli­ti­schen Kontextualisierung des Sammlungsgutes

Zu Adelsbibliotheken hier
http://archiv.twoday.net/search?q=adelsbibliothek

 

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