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http://de.zisska.de/online-katalog

Von befreundeter Seite alarmiert, fand ich im Katalog des Auktionshauses Zisska & Schauer nicht nur viele alte Drucke aus dem österreichischen Kloster Michaelbeuern (Land Salzburg), sondern auch weit über 100 Stücke aus der berühmten Haller Waldauf-Bibliothek.

http://de.zisska.de/category/katalog-58/handschriften-buecher/waldauf-bibliothek

Unter dem verkauften Bestand ist eine mittelalterliche Handschrift Nr. 6 [zu ihr http://archiv.twoday.net/stories/43000828/ ] (wobei sich auch Nr. 17 auf Hall in Tirol bezieht) sowie eine Gruppe von 11 Inkunabeln, von denen 7 Klaus Brunner (gest. 2007) in den VÖB-Mitteilungen 2003 auflistete:

http://www.univie.ac.at/voeb/fileadmin/Dateien/Publikationen/VOB-Mitteilungen/vm5620032.pdf

(Klaus Brunner: 64 verschollene Inkunabeln der Ritter-Waldauf-Bibliothek (früher Hall, jetzt Innsbruck). In: Tiroler Heimatblätter Bd. 81 (2006) S. 79-84 liegt mir nicht vor.)

Zisska-Nr. - Hain - Brunner (ggf. ja)

118 - 3166
119 - 3169 - ja
120 - 3170 - ja
124 - 9550 - ja
125 - 5946
135 - 9432 - ja
138 - 16120 - ja
140 - 10854
146 - 11792
147 - 5533 - ja
153 - 12315 - ja

Von den Waldauf-Büchern ist Nr. 120 mit 10.000 Euro am teuersten angesetzt.

[Im Mai 2011 wurden von Zisska neben dem Hrabanus-Maurus 1503 Nr. 206a bereits 9 Inkunabeln der Waldaufbibliothek in alle Welt zerstreut:

http://de.zisska.de/wp-content/uploads/file/katalog/katalog_57_web.pdf

94a - 1243
95a - 3166
95b - 3600 - ja
98a - 8594 - ja
98b - 8792
98c - 10169 - ja
99a - 10569 - ja
106a - 922 - ja
106b - 1436 ]

Die Drucke des 16. bis 18. Jahrhunderts werden unter Nr. 360-470 gelistet, wobei die beiden Konvolute Nr. 473 mit 31 nicht einzeln genannten Werken vor allem des 16. Jahrhunderts und 474 mit 43 Werken aus bibliotheksgeschichtlicher Sicht nur als katastrophal zu bewerten sind, da so eine Rekonstruktion des Bestands nicht möglich ist.

Hain 9009 mit Exlibris Wolfgang Crener wurde bereits 2010 bei Christie`s versteigert:

http://www.christies.com/LotFinder/lot_details.aspx?intObjectID=5370948

Das Stück trug eine Bookplate von Walter Hirst (Needhams IPI gibt zu diesem "noted collector" keine Lebensdaten); weitere Inkunabeln sind über diverse Bibliotheken verstreut:

HALL (Tirol), Fundatio Baldaufica (Waldauff’sche Stiftung) in OFM convent [Brunner 1983; EPG, “Inkunabel.-Reisen in Österreich”, ZfB 33 (1916), 363 sqq.; founded 1509 by Florian Waldauf, imperial councillor, c. 1450-1510]: Ups(a) 1633, 1925, 1084bis; Harv. 948; LCH 239 (1984): 57 (P-725); Klotz 16 (A-1272); Gent; Fft/M (q.v.); Ritm II 3 (A-174); Bod-inc.; YUL G-186 (v. I)

[Ritm II 3 ist
http://www.archive.org/stream/sothebysguide00ritmrich#page/n25/mode/2up

Bod-inc A 466 wurde schon 1859 angekauft
http://www.bodley.ox.ac.uk/csb/bod-inc_Volume_1_A.pdf

Der Lübecker Birgitta-Druck von 1492 in Harvard ist für die Herausgeber-Tätigkeit Waldaufs besonders wichtig

Houghton f Typ Inc 2625 [Original printed edition.] [Imperfect: leaves h3, n3, and n8 are facsimile; a duplicate of n6 is found after n7.] [Without rubrication.] [MS ownership notation inside front cover, "Waldaufficae fundationis A ̊ 1596" (i.e., the library of the Waldauff’sche Stiftung at Hall in the Tyrol); from the library of William Morris, with his booklabel; from the library of Michael Tomkinson of Franche Hall, near Kidderminster, with his bookplate.]
]

[Zu weiteren Inkunabelnachweisen siehe http://archiv.twoday.net/stories/43001084/ ]

Der Aufsatz von Goldschmidt in der ZfB 1916 online:
http://www.digizeitschriften.de/dms/img/?PPN=PPN338182551_0033&DMDID=dmdlog95

Er erwähnt 70 Inkunabeln der Waldauf-Stiftung, von denen mehrere das gemalte Exlibris des Wolfgang Crener trugen. Nach dem Stiftungsbrief der Waldaufstiftung von 1501 war Wolfgang Crener von Sulzbach, Doktor der geistlichen Rechte, der erste Prediger der Haller Stiftung:

http://wwwg.uni-klu.ac.at/kultdoku/kataloge/38/html/2901.htm
Abdruck:
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/jbksak1915/0592

[Nach Schweygers Haller Chronik starb er am 7. Januar 1515:

http://books.google.de/books?id=cVZAAAAAYAAJ&pg=PA21 ]

Needham hat zu ihm nur eine Inkunabel in Yale. Nicht besonders gut informiert zeigt sich die Beinecke-Library (Yale U):

Waldauf (Walluf, Hesse?). Fundatio Baldaufica--Bookplate.
http://hdl.handle.net/10079/bibid/1305297

Aus dem Besitz Creners stammte die bei Christie's versteigerte Inkunabel (siehe oben) und jetzt die Nr. 140 bei Zisska. Außerdem gibt es noch sein Buchzeichen im Ferdinandeum:

http://sammellust.tiroler-landesmuseum.at/objekte/1950b.html

[ Mitteilung von Dr. Rabanser, Ferdinandeum 15.11.2011: "Das von Ihnen angesprochene Crener-Exlibris (Hall, um 1505/10) befindet sich unter der Signatur FB 48779 in unseren Bibliotheksbeständen. Die Aufschrift auf dem Kuvert, in dem sich das Exlibris befindet, lässt die Handschrift eines Bibliothekars aus den 70/80er Jahren des 20. Jh. erkennen, doch eine Suche in den Eingangsbüchern der Bibliothek zu den betreffenden zwei Jahrzehnten blieb erfolglos, weshalb ich Ihnen nicht einwandfrei sagen kann, wann das Blatt in die Bestände integriert wurde. Vermutlich kam das Exlibris im Zuge eines Konvoluts in die Bibliothek und wurde deshalb nicht gesondert aufgelistet." ]

Bei viaLibris ist im Angebot (Antiquariat Inlibris, Wien):

Hrabanus Maurus.De laudibus sanctae crucis opus [.].
Pforzheim, Thomas Anshelm, 1503. - [...] - Vorderer fliegender Vorsatz mit Wurmspur, hinterer fehlt. Etwas gebräunt bzw. fleckig. Aus der Bibliothek des Geistlichen Johann Stadler aus Hall bei Innsbruck (sein eh. Besitzvermerk, dat. 1588, am Titel; sein gest. Exlibris mit eh. Besitzvermerk und Datierung 1612 am vorderen Innendeckel). Hernach, wie durch ein um 1700 angebrachtes gest. Exlibris nachgewiesen, in der Haller Ritter-Waldauf-Bibliothek.


[Angebot von Daniel Good, Beromünster:

http://www.worthpoint.com/worthopedia/1635-scarce-jesuit-poetry-beautiful-engrav-ex

Bidermann, Jakob SJ
Silvulae hendecasyllaborum.
Lucernae, formis Ioannis Hederlin, 1635. Fine engraved Exlibris "FUNDATIONIS BALDAVFICAE" and of Kaspar Stocker Baldauf preacher (1663). Library stamp to title "Ritter v. Baldauf'sche / Stifts- / Bibliotheck/ in / Hall." (Ritter Waldauf library in Hall / Innsbruck). ]

[Bücher aus Waldauf-Provenienz in den Penn Libraries:

http://www.flickr.com/photos/58558794@N07/5453311583/ ]

[1954 erwarb Marston eine Handschrift der Bibliothek, heute Yale U:

http://brbl-net.library.yale.edu/pre1600ms/docs/pre1600.mars077.htm ]

Da mir die Monographie Brunners von 1983 nicht vorliegt, muss ich mich auf die Angaben des Handbuchs der historischen Buchbestände stützen:

http://www.vifabbi.de/fabian?Ritter-Waldauf-Bibliothek_(Hall)

1.1 Florian Waldauf (ursprünglich wohl und wieder im Barockzeitalter: Baldauf; um 1450-1510), der 1495 in Antwerpen den Vorvertrag zur habsburgisch-spanischen Doppelhochzeit gegenzeichnete (De speciali et expresso mandato sacre maiestatis domini Romanorum Regis prefati - nämlich des späteren Kaisers Maximilian - Florianus Waldauf de Waldenstain aules Regius prothonotarius etc.), und seine Frau Barbara ( nach 1510) stifteten mit Urkunde vom 29. Dezember 1501 der Pfarrkirche in Hall eine Marienkapelle, eine Reliquiensammlung und ein Predigtamt. Dem Prediger und einem Meßkaplan stellten sie vier messpuecher bei (nicht mehr vorhanden), item vil gedruckt und gepunden puecher in merklicher anzal zu der heiligen capellen liberei und dem predigambt ... (Garber, s. u. 4.2). Zudem hatte gemäß Verfügung des Stifterpaares die Stadt Hall als Verwalterin der gesamten Waldauf-Stiftung dafür zu sorgen, das alle jar etliche puecher nach anzaigen des predigers zum predigambt gekauft und in der heiligen capellen liberei an ketten gehangen und versorgt werden ... (ebda). Ferner sollten der Bibliothek Bücher aus den Nachlässen der Prediger und Meßkapläne zukommen.

1.2 Entgegen der Anordnung Waldaufs wurde die Bibliothek kaum durch gezielte Ankäufe vermehrt, sondern größtenteils durch die zufällige Übernahme von Büchern und Schenkungen. 53 Prozent der Bände tragen einen Vorbesitzervermerk. Aus der Hand von fünf Predigern sind 491 Titel nachzuweisen, aus dem aufgehobenen Jesuitenkolleg in Hall 235, von anderen ehemaligen Eigentümern (u. a. Damenstift Hall, Geistliche, Schüler) 361. Der bekannteste Vorbesitzer ist Johannes Eck; ein nichtkoloriertes Exlibris (entspricht der zweiten Holzschnittvariante von Ecks Exlibris) in einem Predigtband (Nr. 837 des Kataloges, s. u. 3) bezeugt ihn als vormaligen Bucheigner. Die Titelblätter sind fast durchwegs mit einem Stempel aus dem 19. Jh versehen (Ritter v. Baldauf'sche Stifts-Bibliotheck in Hall). Signaturen dürften die Bücher fünfmal erhalten haben. Ein größerer Teil des Bestandes weist eine Gruppensignatur auf (S - mnemotechnisch für Scriptura, Md für Moralia et dogmatica, H für Homiletica, A für Ascetica, HJ für Historia et Jus, P für Patres und M für Miscellanea).

1.3 Nach 400 Jahren ihres Bestehens und nur fallweisem Zuwachs schien das Interesse am Fortbestand der Ritter-Waldauf-Bibliothek als geschlossener Sammlung verlorenzugehen. Obendrein war das Stiftungsvermögen im Ersten Weltkrieg vollends untergegangen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde eine unbekannte Anzahl wertvoller Hss. und Drucke an Privatpersonen in Hall und Umgebung ausgehändigt, um sie vor der Beschlagnahmung durch die Nationalsozialisten zu sichern. Nach Kriegsende wurde jedoch keines dieser Bücher rückerstattet. In den Nachkriegsjahren ordnete ein Pastoraltheologe aus dem Jesuitenorden die Bibliothek neu und sonderte im Zuge dessen etwa 16 Laufmeter Bücher aus. Es handelte sich dabei hauptsächlich um Drucke aus dem 18. Jh; sie wurden 1964 an ein Antiquariat verkauft.

1.4 Anfang der achtziger Jahre setzten sich u. a. das Bundesdenkmalamt und das Innsbrucker Generalvikariat verstärkt für den Fortbestand der Waldauf-Bibliothek als selbständiger Sammlung und für die Rückführung [en]tfremdeter Bände ein. Der Verfasser des beschreibenden Kataloges der Waldauf-Bibliothek (s. u. 3) verfolgte mit der Bestandsaufnahme dasselbe Ziel. Ätere Inventare und ein Katalogbuch (Mayrhofer, s. u. 4.2 ) dürften nicht (mehr) vorhanden sein. Der Bestand umfaßt heute 127 Laufmeter Bücher, die in einem Magazin in der Waldaufgasse leider ungünstigen klimatischen Bedingungen ausgesetzt sind.


Seit 2003 befinden sich die Bücher als Leihgabe in der ULB Innsbruck, wo sie katalogisiert werden:

http://www.uibk.ac.at/ipoint/news/uni_und_tirol/20030930.html
http://www.uibk.ac.at/ulb/ueber_uns/sondersammlungen/biblibliothek_ritter_von_waldauf.html

"Die Sammlung umfasst 2.056 Titel von Druckwerken in 3.048 Bänden sowie 20 Papierhandschriften, darunter auch 14 Inkunabeln. "

Zu Forian Waldauf:
http://de.wikipedia.org/wiki/Florian_Waldauf

Kühne
http://books.google.de/books?id=9pu2d2mWXJkC&pg=PA446&dq=florian+waldauf#v=onepage&q=florian%20waldauf

Garber 1915
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/jbksak1915/0479

Honemann im ²VL
http://www.libreka.de/9783110156065/314
(sowie von demselben: Spätmittelalterliche" und "humanistische" Frömmigkeit: Florian Waldauf von Waldenstein und Heinrich Bebel
Honemann, Volker. (2001) - In: Tradition and innovation in an era of change p. 75-98, non vidi)

Noflatscher, Räte und Herrscher, 1999, S. 351 mit zahlreichen Literaturangaben

Weiteres
http://opac.regesta-imperii.de/lang_de/suche.php?qs=waldauf

KOMMENTAR

Eine telefonische Nachfrage beim Pfarrer von Hall, Dr. Jakob Patsch, ergab, dass dort von der Versteigerung nichts bekannt war. Obwohl allergrößte Zweifel bestehen, dass die zwischen 1938 und den 1960er Jahren entfremdeten wertvollen Buchbestände auf legale Weise die Stiftungsbibliothek verlassen haben, hat das Auktionshaus keine Veranlassung gesehen, im Vorfeld auf den rechtmäßigen und legitimen Eigentümer, die Waldauf'sche Stiftung bzw. Pfarrei Hall, zuzutreten. Ein gutgläubiger Erwerb an den mit eindeutigen Besitzvermerken versehenen Büchern kann nicht angenommen werden.

Moralischer, womöglich auch legaler Eigentümer des bedeutenden Teilbestands, der nun auseinandergerissen werden soll, ist die Waldaufsche Stiftung. Siehe auch

http://de.wikipedia.org/wiki/Hehlerei

Die zuständigen österreichischen Stellen werden zu prüfen haben, ob ein juristisches Vorgehen gegen das Auktionshaus Erfolg verspricht. Immerhin steht die Waldauf-Bibliothek unter Denkmalschutz. Der jetzt angebotenene Teilbestand bildet zusammen mit dem Haller nun in Innsbruck aufbewahrten Bestand eine Geschichtsquelle von größter Bedeutung nicht nur für die Geschichte Tirols. Unterschlagung wertvollen Kulturguts darf sich nicht lohnen! Verantwortlich ist höchstwahrscheinlich nicht der ignorante Jesuit, der Drucke des 18. Jahrhunderts aussonderte, sondern diejenigen, die das Kulturgut eigentlich schützen sollten:

Während des Zweiten Weltkriegs wurde eine unbekannte Anzahl wertvoller Hss. und Drucke an Privatpersonen in Hall und Umgebung ausgehändigt, um sie vor der Beschlagnahmung durch die Nationalsozialisten zu sichern. Nach Kriegsende wurde jedoch keines dieser Bücher rückerstattet.

Die UB Innsbruck ist aufgerufen, vor der für den 09. – 11. November 2011 angesetzten Auktion eine detaillierte Erfassung der angebotenen Bücher und insbesondere der beiden nicht katalogisierten Konvolute vorzunehmen.

Ob es gelingen wird, einzelne Stücke für Tiroler Institutionen zu sichern, bleibt abzuwarten.

Dass Zisska sich in schamloser Weise an einem Kulturgut von europäischem Rang vergeht sollte einmal mehr die Öffentlichkeit gegen diese Kulturgutfledderer mobilisieren!

Update: Josef Pauser weist auf meinen Beitrag hin und fordert zurecht: "Die Provenienz der nun­mehr auf­ge­tauch­ten Stücke sollte lücken­los geklärt wer­den."
http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=17712

Tiroler Tag greift die Causa auf:
http://archiv.twoday.net/stories/49588218/

Update: Die Rettung des Bestands scheiterte
http://archiv.twoday.net/stories/49609348/

Zisska Nr. 366

Gestochenes Exlibris (Christie's)

Buchzeichen des Dr. decretorum Wolfgang Crener (Christies)

Siehe auch
http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Waldauf_Library
Peter Mulzer meinte am 2011/10/10 23:11:
Berufsinterne Lösungen gefragt
Wir Buchantiquare müssen endlich zu festgelegten Prozeduren kommen in solchen Fällen. Das gutgemeinte Blabla der internationalen Verpflichtungeserklärungen, mit denen sich die ILAB-Antiquare gern schmücken, ist viel zu unverbindlich und wachsweich. Es sollte eine MELDESTELLE eingerichtet werden, von der aus bei jedem Verdachtsfall von Kripo über Staatsanwaltschaft bis zu Botschaften und Kultusministerien eine Meldekette läuft. Die AG der Antiquare im Börsenverein (Jahrestagung am Freitag auf der Frankfurter Buchmesse) hätte hier eine lohnende Aufgabe. Vom Verband der Antiquare kann man das weniger erwarten, da er zu eng mit den - meistbetroffenen - Versteigerungshäusern verbunden ist. Die AG im Börsenverein könnte überdies ihre guten Verbindungen zur Rechtsberatungsstelle der Antiquare nutzen. Wichtig erscheint mir die obligatorische Erstanfrage beim betroffenen Kollegen. Wenn dieser NICHT reagiert, dann erst sollte die Meldekette in Gang gesetzt werden. Mal sehn, ob die AG Antiquariat im Börsenverein das aufgreift. Man darf hoffen. 
Peter Mulzer (Gast) meinte am 2011/10/11 23:17:
Peter Mulzer
Sehr geehrter Herr Dr. Graf,
an dieser Stelle hatte ich vorgeschlagen, daß die AG Antiquariat im Börsenverein eine Meldestelle zur Bereinigung derartiger Fälle einrichten sollte. Der kurze Text wurde von Ihnen kommentarlos getilgt. Mir ist nicht ganz klar, wie Sie mit den Antiquaren zurechtkommen wollen, wenn Sie Erörterungen mit denselben in Ihrem Blog unterdrücken.
Abgesehen davon ist natürlich jeder der Herr in seinem Blog. 
Peter Mulzer (Gast) antwortete am 2011/10/11 23:20:
Nun ist der Text wieder da, wie von Geisterhand. Das freut mich, entschuldigen Sie. Hab ich was falsch gemacht? 
KlausGraf antwortete am 2011/10/11 23:31:
Keine Ahnung
Ich hab den Kommentar nicht angerührt und auch nicht bemerkt dass er weg war. 
Andreas Faistenberger (Gast) meinte am 2011/10/26 16:13:
"entfremdeter" Bestand?
Es sei kurz anzumerken erlaubt, daß die in der vorhandenen Fachliteratur zur Waldauf-Bibliothek aufscheinenden Angaben offenbar nicht ganz miteinander in Einklang zu bringen sind: Laut dem Aufsatz v. B. Mayrhofer in den Tiroler Heimatblättern (erschienen im April 1938) habe der Bestand damals - also offensichtlich unmittelbar vor dem "Anschluß" Österreichs - "insgesamt fast 3000 Bände" umfaßt. Wenn dann irgendwann "während des Krieges" tatsächlich etliche Bände an diverse Privatpersonen verteilt worden sind, um einen Zugriff durch das NS-Regime zu vereiteln, und 1964 auch noch "16 Laufmeter" des Bestandes ausgemustert und an ein Antiquariat verkauft wurden, dann verwundert es doch einigermaßen, daß Ende des 20. Jahrhunderts (vgl. K. Brunner 1996) plötzlich "3048 Bände" vorhanden sind, die 2003 der UB Innsbruck (vgl. den entsprechenden Link) als Leihgabe überlassen werden... (... zumal lt. K. Brunner nur ganz wenige Bände aus dem 20. Jh. stammen.)
Außer Zweifel steht - dies wird ja auch durch das nunmehrige Auftauchen des Konvoluts im Auktionshaus Z. & S. belegt -, daß die Waldauf-Bibliothek einst bedeutend mehr Bände umfaßt haben muß als der nun in der UB Ibk. gesicherte Bestand; ob jedoch tatsächlich der größte Teil der abhanden gekommenen Bücher "während des (Zweiten Welt-) Krieges" entfremdet wurde, mag bezweifelt werden. Logischer erschiene, wenn bereits zuvor, möglicherweise nach dem ökonomischen Ende der Waldauf-Stiftung oder auch schon davor, zahlreiche Bände verschleudert und verscherbelt wurden, zumal weder die Pfarre noch die Stadtgemeinde Hall im 19. u. 20. Jh. kulturhistorisch sonderlich interessiert waren. In jedem Fall empfiehlt sich eine detaillierte historische Recherche zum Werdegang des Bestandes, die auch einen geeigneten Ansatzpunkt für eine juridische Lösung des aktuellen Falles bieten könnte - auch wenn wohl die bevorstehende Versteigerung so kurzfristig nicht mehr verhindert werden kann... 
 

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