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Der Kommentar von Dr. Dammann

http://archiv.twoday.net/stories/498220992/#498221081

ist purer Unsinn. Auch die Kommentare zu

http://chronicle.com/blogs/percolator/critics-say-sting-on-open-access-journals-misses-larger-point/33559

lassen nicht erkennen, dass man ansatzweise bereit ist, sich auf die unbestreitbaren Ergebnisse des Tests einzulassen. Diese sind schockierend, unabhängig ob man das nun als Wissenschaftsjournalismus oder Wissenschaft bewertet.

Der Autor hat nur OA-Journals geprüft und hinsichtlich dieser ein erschreckendes Ergebnis bekommen. Es wäre auch aus tatsächlichen Gründen schwierig gewesen, eine unmittelbar vergleichbare Gruppe von Subskriptions-Journals zu testen.

Er hat die thematisch einschlägigen Journale vom DOAJ und von Bealls Liste berücksichtigt, wobei es leider auch Überschneidungen zwischen beiden Gruppen gab.

Der Autor hat vernünftigerweise nicht-englischsprachige Journals für sein Thema aus dem Bereich der Biomedizin ausgeklammert und auch alle Journals, die keine Artikelgebühren nehmen. Nachträglich hat er auch die Journals ausgeklammert, die nur gegen Vorkasse eine Beurteilung durchführen.

Man kann natürlich wie Suber seit langem darauf insistieren, dass zahlenmässig die meisten OA-Zeitschriften keine Gebühren nehmen, aber die führenden (PLoS, BMC, Hindawi), die im übrigen gut abgeschnitten haben, bilden nun einmal das Paradigma von gold OA und das heißt AUTOR/INSTITUTION ZAHLT.

Beall hat seit langem auf einen vor allem in der Dritten Welt beheimateten Sumpf von OA-Journals hingewiesen, die das Geschäftsmodell von OA missbrauchen, um Geld zu machen bzw. ohne eine adäquate Leistung (Peer Review) zu erbringen.

Science-Journalist Bohannon hat aus meiner Sicht schlüssig nachgewiesen, dass ein unbedarfter Wissenschaftsautor vor allem in der Dritten Welt einem sehr viel höheren Risiko ausgesetzt ist, auf ein unseriöses Journal hereinzufallen, als ich das für möglich hielt. Er hat nachgewiesen, dass auch einige übel beleumundete Journals von Bealls Liste den Fake-Artikel zurückwiesen und dass Journals, die nicht auf der Liste Bealls standen, ihn akzeptiert haben.

Daten und Korrespondenzen sind lückenlos dokumentiert:

http://www.sciencemag.org/content/342/6154/60/suppl/DC1
http://scicomm.scimagdev.org/

Wenn man sich die Emails ansieht, bemerkt man unschwer, dass Zurückweisungen (aus Höflichkeit) auch nur mit dem Argument "out of scope" erfolgten, ohne die schwerwiegenden inhaltlichen Probleme anzusprechen. Auch wer ein Unsinnsmanuskript einreicht, wird höflich auf einen anderen Verleger hingewiesen:

"I do encourage you to seek another publisher and I hope that this decision will not deter you from
considering EHP as a potential source for publication in the future."

Mich erinnert das - EXTREM unsachlich gesprochen - ein bisschen an einen Mordanschlag, den man zwar abwehrt, bei dem man aber dem Attentäter höflich mitteilt, er möge sich doch bitte ein anderes Opfer suchen oder es später nocheinmal probieren.

Ich sehe in den Artikel ein ausgezeichnetes Stück Wissenschaftsjournalismus, das aufgezeigt hat, dass der OA-Scam-Sumpf bedeutender ist als man bisher glaubte. Die heftige Kritik der OA-Anhänger (zu denen ich nach wie vor zähle) ist ungerecht. Man sollte sich mit den erschreckenden Befunden auseinandersetzen und nicht auf denjenigen einprügeln, der sie aufgedeckt hat.

Update:

http://scholarlyoa.com/2013/10/03/science/#more-2386

"Unfortunately, for journals on DOAJ but not on my list, the study found that 45% of them accepted the bogus paper, a poor indicator for scholarly open-access publishing overall." (Beall)

Dr. Bernd Dammann (Gast) meinte am 2013/10/05 21:52:
Werter Klaus Graf,
vielen Dank für die ungewöhnlich urteilssichere Würdigung meines Gast-Kommentars. Sie verdankt sich wohl vor allem dem Umstand, dass ich das Sakrileg beging, in das Allerheiligste eines idealistischen OA-Glaubenskriegers einzudringen, der sich just in dieser Situation nur sehr ungern als halbnackt beobachten lassen wollte. Als Soziologe, der ich bin, ist man zeitgenössischer Wirklichkeitswissenschaftler und, wenn die eigene wissenschaftliche Sozialisation einigermaßen erfolgreich verlaufen ist, vor allem auch moralin- und enttäuschungsresistent. Das ist die unverzichtbare Bedingung der Möglichkeit, mit den Mitteln und Methoden der empirisch-analytischen Sozialforschung (Aktions- und Handlungsforschung inbegriffen) einen nüchternen, distanzierten und kontrollierten Blick auf den Zustand und die Veränderungsmöglichkeiten gesellschaftlicher Gegebenheiten und Verhältnisse zu werfen. Ich überlasse es dem durchweg akademisch gebildeten ForistInnen auf diesem Blog, sich zu diesem sehr kontrovers diskutierten Artikel im 'Science Magizine' ein eigenes Urteil zu bilden, ohne sich auf den aussichtslosen Kreuzzug eines Einzelkämpfers gegen den Rest der Welt stützen zu müssen.

Nichts für ungut! Ihr Bernd D. 
KlausGraf antwortete am 2013/10/06 01:40:
Ohne eine Portion Idealismus funktioniert OA nicht
Was wollen Sie? Wenn ich ein OA-Glaubenskrieger wäre, würde ich in den Chor derjenigen einstimmen, die jetzt die Ergebnisse dieser Undercover-Operation beschönigen und kleinreden.

Und diese pseudo-lässige "Hammwa doch immer schon gewusst"-Attitüde, die Sie oben an den Tag legen, ist einfach nur albern.

"Einen Versuch, in diesen Leserkommentaren die von Bohannon ermittelten Ergebnisse und Befunde kleinzureden, vermag ich darin nicht zu erkennen." Na dann lesen Sie einfach nochmal, genaues Arbeiten scheint Soziologen ja nicht gegeben. In den Kommentaren finden sich genüghend unsachliche Anwürfe bis hin zum Vorwurf, Bohannon sei ein Straftäter (Criminal).

Ich bleibe dabei: Ihr ursprünglicher Kommentar geht voll an der Sache vorbei. 
Dr. Bernd Dammann (Gast) antwortete am 2013/10/06 09:15:
"Was wollen Sie?" - Ihren schrillen Alarmismus und missionarischen Eifer in Sachen 'OA-Zeitschriften' wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen:
"Speaking as one of those loud critics (my post is here) let me be clear that yes, I have read the article, and yes I stand by my assessment of it as profoundly flawed. In fact, it seems destined to become a textbook example of how not to conduct a study." ( so Mike Taylor über den Bohannon-Artikel)
Genau so wird man das sehen müssen, wenn man mit der immerhin unter Sozialwissenschaftlern allgemein akzeptierten Methodologie der empirischen Sozialforschung vertraut ist. 
KlausGraf antwortete am 2013/10/06 16:13:
Schwachsinn wird nicht dadurch richtig, dass Dr. Dammann ihn zitiert
"Was wollen Sie?" war eine rhetorische Frage. Mit zielsicherem Griff haben Sie das schwachsinnigste Votum, das mir bei der Kommentar-Lektüre begegnet ist, herausgepickt. Gravierende methodische Schwächen kann ich bei diesem Stück ausgezeichnetem Journalismus wirklich nicht sehen, und den missionarischen Eifer legen eher die anderen an den Tag, die versuchen, Bohannon ans Pein zu pissen. OA-Aktivist und Physiker Eberhart Hilf sagt dagegen, der Stress-Test sei "sehr sorgfaeltig gemacht" worden:
https://lists.fu-berlin.de/pipermail/ipoa-forum/2013-October/msg00006.html

Sie können sich Ihre Kenntnis sozialwissenschaftlicher Methodologie sonstwohin stecken, mich beeindrucken Sie damit nicht. Argumentative Substanz fand ich in Ihren bisherigen Äußerungen zu dieser Causa bisher nicht.

EOD. 
Tom (Gast) antwortete am 2013/10/06 16:47:
Argumentative Substanz
erkennen Sie regelmäßig auch nur, wenn die Argumentation der Ihrigen zustimmt... Sobald Sie Gegenwind bekommen, insbesondere beim Thema OA, so ist der Gegenüber entweder unwissend, der Beitrag Abzocke, Schwachsinn etc. etc. Wie ich sehe wird sich Archivalia nie ändern - schade!

@Dr. Dammann: Ärgern Sie sich nicht, das Vorgehen das Admin nimmt hier eh keiner mehr ernst, was im Hinblick auf sein Kernthema eigentlich bedauerlich ist, aber in seinem Umgang mit Andersdenkenden begründet ist. Luxemburg ist bei Archivalia halt noch nicht angekommen - Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden - außer u.a. bei Archivalia... (vor der Causa Perlentaucher vor ein paar Jahren wäre Ihr Beitrag übrigens vom Admin ungesehen gelöscht worden...) 
KlausGraf antwortete am 2013/10/06 17:01:
Lügen-Tom unterwegs, es ist Wochenende
Auch vor der Causa Zeittaucher habe ich nur sporadisch Kommentare mit persönlichen Angriffen und ohne sachliche Substanz gelöscht. Tom wird schon dadurch widerlegt, dass er sich hier austoben darf, obwohl es das Beste wäre, er würde sich ein anderes Forum suchen. 
Tom (Gast) antwortete am 2013/10/06 17:28:
Widerlegt
indem genau das Verhalten seit der Causa Perlentaucher vom Admin gepflegt wird... - irgendwie erinnert Ihre Argumentation langsam an Orwells 1984. Wahrheit ist Lüge, Krieg ist Frieden, Unwissenheit ist Stärle - irgendwie sind Sie immer wieder süß ;-) 
KlausGraf antwortete am 2013/10/06 17:42:
Immer wieder sind Sie merkbefreit
Selbst wenn man Ihren Fehler stillschweigend korrigiert, kapieren Sie es nicht. Es gab nie eine Causa Perlentaucher hier. 
Tom (Gast) antwortete am 2013/10/06 19:06:
Es gab nie eine Causa Perlentaucher hier.
natürlich nicht, wie konnte ich das nur vergessen... Asche auf mein vergessliches Haupt... und merke: im Übrigen die Erde ist eine Scheibe! 
Dr. Bernd Dammann (Gast) antwortete am 2013/10/07 12:16:
In eigener Sache
Hallo Tom,
ich freue mich über die erhellenden Hintergrundinformationen zu den gängigen raubeinigen Umgangsformen des Admin, die mir so noch nicht begegnet sind. Sie stärken mir den Rücken, mich auf diese Weise nicht einfach ins Bockshorn jagen zu lassen. Dafür danke ich sehr.
Ich will aber auch nicht verschweigen, dass ich den langen Atem, die Findigkeit und Sorge von Klaus Graf um ein anspruchsvolles und zugleich auch herausforderndes Informations- und Diskussionsangebot rund um die Uhr sehr zu schätzen weiß, und zwar vor allem dann, wenn er, wie auch in diesem Fall, kontroverse Positionen aus dem Netz bereitstellt und damit ohne zusätzlichen Arbeits- und Zeitaufwand für einen selbst verfügbar macht. Um so mehr gibt das, was sich hier abspielt und was Sie zu Recht ansprechen, eingedenk der eigentlich allen gleich zugänglichen Informationsbasis doch sehr zu denken.
Zur Sache selbst: Ein promovierter Molekularbiologe, freier wissenschaftlicher Mitarbeiter bei 'Science', entwirft und verfolgt ein Untersuchungskonzept, in dem 'Täuschung' das entscheidende konstitutive Merkmal bildet, auf dem alles andere aufbaut. Ob in diesem speziellen Fall die Devise 'der Zweck heiligt die Mittel', gerechtfertigt ist, bezweifele ich entschieden. Denn die auf diese Weise zutage geförderten Ergebnisse und Befunde, werden von denjenigen, die es eigentlich wissen müssen, als ziemlich dürftig eingestuft. Die interessanten Informationen, die sein Artikel später vermittelt, bedurften jedenfalls nicht einer solchen arbeitsintensiven und zeitaufwendigen Untersuchungsstrategie. Sie wurden ja denn auch auf ganz andere Art und Weise ermittelt.
Dann erscheint sein Aufsatz in 'Science', der nach Erscheinungsort und Strukturierung den fälschlichen Eindruck eines Ergebnisberichts über ein wissenschaftliches Forschungsprojekt aus dem institutionellen Zuständigkeitsbereich der etablierten empirischen Sozialforschung vermittelt (zweite Täuschung). Und drittens maßt sich von Anfang an damit der promovierte Molekularbiologe eine wissenschaftliche Kompetenz als empirischer Sozialforscher an, die er nachgewiesenermaßen nicht hat (dritte Täuschung).
Da kann es doch wohl nicht überraschen, dass man sich diesen dreifachen Fake einmal genauer ansieht, was dieser Coup hinsichtlich seiner Konzeption, Durchführung und Resultat eigentlich zu bieten hat (Peer-Review, die hier als unerwünscht desavouiert wird).
Die Provokation gegenüber der 'scientific community' besteht darin, dass ein fachfremder Wissenschaftsjournalist in die angemaßte Rolle eines empirischen Sozialforschers schlüpft und die Ergebnisse und Befunde, über die er später groß zu berichten gedenkt, zunächst einmal selbst produziert, um sie dann 'auf Krawall gebürstet' wiederum als Wissenschaftsjournalist selbst zu vermarkten.
Man muss diese Kritik nicht teilen, aber sie formulieren zu dürfen, sollte auf einem Blog für Akademiker wie diesem möglich bleiben.
Beste Grüße, B. 
 

twoday.net AGB

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