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Wir setzen unsere Berichterstattung zu dem Zürcher Repositorium ZORA fort. Die Uni Zürich hat ein Open-Access-Mandat, das zur Ablieferung von Volltexten verpflichtet.

Ich habe mir die Eprints des gestrigen Tages vorgenommen, die überwiegend medizinische und naturwissenschaftliche Themen betrafen. Von den 21 Eprints ist genau einer ein frei zugänglicher Volltext, er stammt noch dazu aus einer Open-Access-Zeitschrift von BMC, ist also ohnehin frei im Netz.

Von vier medizinischen Dissertationen gibt es keinen Volltext.

Die restlichen 16 Beiträge können nur mit dem Request-Button angefordert werden, was den Anforderer bekanntlich der Willkür des Autors aussetzt. Davon sind drei mit einem Freigabetermin versehen. Sie werden spätestens Ende 2010 alle drei frei zugänglich sein (zumindest ist das so vorgesehen).

Es wurden auch einige ältere Zeitschriftenartikel aus dem Jahr 2003 in ZORA eingebracht. Offenkundig haben die Autoren den vermutlich für sie bequemeren Weg gewählt, das Verlags-PDF zu deponieren, denn soweit eine Überprüfung anhand der SHERPA/Romeo-Liste möglich ist, wäre die Abgabe eines Postprints bis auf den Fall der ACS, die gar keinen OA zulässt, zulässig.

Die Zürcher Praxis des Deposits torpediert also Open Access. Bei den aktuellen Artikeln von 2008/2009 ist ebenfalls anzunehmen, dass Verlags-PDFs eingereicht wurden, da sonst die IR-Verwaltung eine Befristung eingetragen hätte. Meine Hypothese ist, dass die Wissenschaftler sich daran orientieren, was sie als einzig zitierfähige Version erachten und das ist das Verlags-PDF. Da das in der Regel nicht verwendet werden kann, ist es nix mit Open Access. Zudem werden es die Wissenschaftler als angenehm empfinden, wenn sie vor der Freigabe eines Artikels gefragt werden, da das die Chance bringt, Forschungskontakte zum gleichen Thema anzuknüpfen.

2009 ist die Zahl der Zora-Einträge deutlich gesunken:

# 2009 (1202)
# 2008 (7379)

Immer wieder ärgerlich ist, dass ZORA keine korrekten Metadaten liefert. Es ist eine unerträgliche Bevormundung, dass Autoren der vollständige Vorname wegamputiert wird. Künftig wird man mit Werkzeugen wie Zotero arbeiten, und da ist es schlicht und einfach nicht angängig, den Vornamen jeweils manuell aus dem PDF zu puhlen oder anderweitig zu recherchieren.

(Aus den 19 Beiträgen zum Historischen Institut sind inzwischen 194 geworden, doch steht nach Stichproben - eine genaue Auszählung behalte ich mir vor - nur ein kleiner Teil als Volltext frei zur Verfügung.)

Fazit: Das Open-Access-Mandat von Zürich fördert offenkundig die Ablieferung bibliographischer Daten und gesperrter Volltexte, aber so gut wie nicht Open Access im Sinne der Berliner Erklärung.
 

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