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Meint Matthias Heine

http://www.welt.de/kultur/article4830514/Kindlers-Literatur-Lexikon-schlaegt-locker-Wikipedia.html

Doch wozu braucht man das alles im Jahre 2009? Wer wird tausende Euro dafür ausgeben? Ist nicht, wie uns die Propagandaschwätzer des Internets weismachen wollen, längst jede Information kostenlos online zu haben?

Nein. Man muss nur nachsehen, wie amateurhaft und unvollständig etwa ein Weltautor wie
Philip Roth im deutschen Wikipedia abgehandelt ist (obendrein in der Sprache eines Kleingärtnermitteilungsblättchens), um für die fortdauernde Existenz des Kindler auf Knien zu danken.

Erst recht gilt das für weniger populäre Dichter und Literaturen. Über die eulenspiegelartigen "Sithanonchai"-Romane in Südostasien oder über das Werk von Gysbert Japicx, der das Westfriesische zur Literatursprache erhob, erfährt man selbst im Internet der jeweiligen Landessprache nicht so viel Kluges wie hier.

Das ist der Unterschied zwischen dem Kindler und Allgemeinlexika wie dem Brockhaus: Zu einer Stadt wie Braunschweig z. B. gibt es bei Wikipedia längst einen Eintrag, neben dem jedes gedruckte Lexikon oberflächlich aussieht. Aber die geballte Experten-Kompetenz eines Kindler ist dem Internet immer noch überlegen.


Die Kritik an der Wikipedia ist in diesem Bereich voll und ganz berechtigt. Literaturwissenschaftliches Wissen zählt nicht gerade zu ihren Stärken. Eine wertende Einordnung scheitert oft an sprachlichem Unvermögen, nicht selten wohl auch am "neutralen Standpunkt".

Am 15. Oktober wurde auf der Diskussionsseite des Roth-Artikels auf die Kritik aufmerksam gemacht, getan hat sich im wesentlichen "nüscht":

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Philip_Roth&action=historysubmit&diff=66042305&oldid=65401178
Richard Heigl (Gast) meinte am 2009/11/01 22:07:
Moment
1. Ein Wiki ist ein Wiki, ist ein Wiki. Die Wikipedia ist nicht Kindler und Kindler ist kein Brockhaus. Der Vergleich, ob Brockhaus, Kindler oder Wikipedia, wird der Wikipedia-Community von außen aufgedrängt. Das darf man auch bei der Welt mal zur Kenntnis nehmen.

2. Wikipedia füllt nur eine Nische und schlägt Schneisen zur Nutzung eines völlig neuartigen Mediums. Das mag mal besser mal schlechter gelingen, aber unterm Strich hat Wikipedia zur Breitenbildung nicht weniger beigetragen, als viele etablierte Projekte. Denn: Eine halbe Information ist immer noch besser als gar keine. Die - ernsthaft - tollen Texte des Kindler sind online einfach nicht verfügbar. Wenn aber das Internet das Orientierungsmedium wird, und ein Verlag nicht darauf reagiert, ist das ausschließlich sein Problem. 
KlausGraf antwortete am 2009/11/01 22:38:
Qualitätsproblem
Es gibt Bereiche, bei denen die Wikipedia weit besser ist als die gedruckten Konkurrenten, weil Fachleute mitschreiben. Man muss aber auch sagen dürfen, dass wichtige Bereiche für die Wikipedia nach wie vor peinlich sind. Ausreißer kommen immer mal vor, aber dass man die Kritik nicht zum Anlass nimmt oder nehmen kann (weil es keine entsprechende Edelfeder gibt), den erbärmlichen Roth-Artikel rasch zu verbessern, ist schlicht und einfach nicht zu entschuldigen. 
 

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