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Über den Festakt am vergangenen Wochenende berichtet die Leipziger Volkszeitung:

http://nachrichten.lvz-online.de/leipzig/citynews/bundespraesident-koehler-eroeffnet-bach-archiv-in-leipzig--besucherandrang-am-sonnabend/r-citynews-a-22620.html

Das Grußwort Horst Köhlers ist im vollen Wortlaut auf der Internetpräsenz des Bundespräsidenten nachlesbar.

http://www.bundespraesident.de/-,11057/Reden-und-Interviews.htm
Wolf Thomas (Gast) meinte am 2010/03/22 12:24:
Archivrelevanter Redeanteil Köhlers:
" ..... Ich weiß, Sie sind hier besonders stolz darauf, dass das Bach-Archiv und damit das Bach-Museum zu den sogenannten "Kulturellen Leuchttürmen" in den Neuen Ländern gehören. Selbst hier im Binnenland weiß man, dass Leuchttürme nicht zuerst für sich selber Glanz verbreiten sollen, sondern dass ihr Leuchtfeuer dazu dient, Schiffe auf Kurs zu halten und ihnen Orientierung zu geben.

Genau so ist es mit den kulturellen Leuchttürmen. Sie sind sehr unterschiedlich und geben auf unterschiedlichen Routen Orientierung. Dieser Leuchtturm hier, das Bach-Archiv zu Leipzig, steht für eine wesentliche kulturelle Aufgabe, der wir uns stellen: die Pflege des kulturellen Erbes, die Erhaltung und Erforschung der schriftlichen Überlieferung - und schließlich auch das Lebendigmachen des Überkommenen, die gegenwärtige Auseinandersetzung mit den Alten Meistern, was hier in Leipzig beispielhaft durch das Bach-Fest und den Bach-Wettbewerb geschieht.

Vor einiger Zeit habe ich zum ersten Mal ein Bach-Autograph in der Hand gehabt und konnte es von Nahem bewundern. Es war die Handschrift der h-moll-Messe. Die Leiterin der Staatsbibliothek zu Berlin hatte sie mir mitgebracht, als einige Bibliothekare und Archivare mich über die Initiative zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts informierten.

Von einer solchen Originalhandschrift geht eine große Faszination aus, sie hat eine Aura, die uns unmittelbar berührt. Zu wissen, diese Noten hat Johann Sebastian Bach selber zu Papier gebracht, zu sehen, wie exakt und schön seine Handschrift ist, all das ist uns nur möglich, weil es Archive gibt und weil Archivare und Restauratoren so gute Arbeit leisten.

Vor dieser Arbeit habe ich eine große Achtung. Die alten Schriftzeugnisse werden mit allermodernsten Mitteln der Gegenwart und der Nachwelt überliefert - und zwar in der sprichwörtlichen "mühevollen Kleinarbeit".

Als Laie kam ich zugegebenermaßen aus dem Staunen nicht heraus, als Restauratoren mir erklärten, wie man einzelne Manuskriptseiten aufschneiden und so in Vorder- und Rückseite trennen kann, um sie konservatorisch zu behandeln und dann wieder zusammenzufügen. Was für eine Mühe, was für eine Kunstfertigkeit!

Ich freue mich sehr, zu hören, dass die Bestände in Ihrer Bibliothek nun in einem guten Zustand sind, dass auch der große Feind der alten Materialien, der Tintenfraß, besiegt zu sein scheint. Ich freue mich auch darüber, dass das neu gestaltete Museum so eingerichtet worden ist, dass man gefahrlos auch die großen Kostbarkeiten ausstellen kann. So werden sie nicht mehr nur wenigen Auserwählten vor Augen kommen, sondern allen, die sich dafür interessieren. Das wird sicher viele Besucher von überallher neu anziehen.

Ein besonderer Besuch ist für die nächste Woche angekündigt, wenn Sie mit der Urkunde ausgezeichnet werden, die bestätigt, dass Sie ein Ort im "Land der Ideen" sind.

Arbeit im Archiv, Forschung an der Überlieferung: das ist Arbeit am Erhalt des kulturellen Gedächtnisses der Nation. Wie gefährdet dieses Gedächtnis ist, wenn wir im Umgang damit nicht größte Umsicht walten lassen, haben uns in den letzten Jahren der Brand der Anna-Amalia-Bibliothek und der Einsturz des Kölner Stadtarchivs vor Augen geführt. Vieles kann - durch Unachtsamkeit, manchmal sogar durch Schlamperei und kriminelles Handeln verursacht - unrettbar verloren gehen. ....."
Quelle: s. o. 
 

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