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Bestandserhaltung

" ... Das Kreisarchiv des Hochtaunuskreises hat gemeinsam mit den hauptamtlich besetzten Stadtarchiven der Städte Bad Homburg, Königstein, Kronberg und Oberursel den "Notfallverbund Archivwesen für den Hochtaunuskreis" gegründet.
Hierzu unterzeichneten Landrat Ulrich Krebs, Oberbürgermeister Michael Korwisi (Bad Homburg), Bürgermeister Leonhard Helm (Königstein), Bürgermeister Klaus Temmen (Kronberg) und Bürgermeister Hans-Georg Brum (Oberursel) die Notfallvereinbarung. Sie hat zum Ziel, alle bestehenden Ressourcen zum Schutz des Kulturgutes zusammenschließen und sich gegenseitig in dieser Arbeit zu unterstützen .....Im Rahmen der Unterzeichnung der Notfallvereinbarung übergab Dr. Lars Adler, Leiter der Archivberatungsstelle Hessen, dem Kreisarchiv als Grundstein für die Arbeit des Verbundes ein sogenanntes Notfallboxenset. ....Die Notfallvereinbarung sieht nicht nur die detaillierte Planung präventiver Maßnahmen, sondern auch die Übungen für den Notfall vor. Im Rahmen regelmäßiger Schulungen soll der Ernstfall geübt und gedanklich durchgespielt werden. ...."

Quelle: Usinger Anzeiger

"Zum Schutz von Kulturgütern bei Katastrophen haben die Landeshauptstadt und die Region Hannover die Gründung eines Notfallverbundes vereinbart. Der Verbund sei ein wichtiger Schritt, um auf Schadensfälle vorbereitet zu sein, sagte der Leiter der hannoverschen Feuerwehr, Claus Lang, am Mittwoch in Hannover. Ziel der Vereinbarung sei es, unersetzliche Exponate besser vor Bränden, Hauseinstürzen oder Hochwasser zu schützen.

Unter den etwa 15 beteiligten Institutionen sind Archive, Bibliotheken und Museen der Stadt und der Region Hannover. Geplant ist den Angaben zufolge die Aufnahme weiterer Einrichtungen. Es solle künftig eine Notfalldatenbank geben, auf die die Institutionen zugreifen könnten, sagte eine Sprecherin der Stadt. So könne bei einem Brand rasch ein Ausweichquartier für gefährdete Bücher gefunden werden. Vorgesehen sind den Angaben zufolge auch gemeinsame Notfallübungen.

Mit dem Notfallverbund wird auf Unglücksfälle wie den Einsturz des Stadtarchivs in Köln oder den Brand der Anna Amalia Bibliothek in Weimar reagiert, denen wertvolle Kulturgüter zum Opfer gefallen waren."

Quelle: Link

Das Internationale Symposium „Kulturgutschutz in Aktion“ der Deutschen Gesellschaft für Kulturgutschutz e.V. (DGKS) steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Rettung und Bergung von Kultur- gütern bei Katastrophen und im Unglücksfall.

Der Einsturz des Historischen Stadtarchivs in Köln am 03. März 2009 und die umfangreichen Rettungs-, Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen werden deshalb den Inhalt dieser DGKS-Veranstaltung maßgeblich prägen.
...
Hierzu benötigt aktiver Kulturgutschutz in der Bundesrepublik Deutschland die professionelle Vorbereitung auf technischem, planerischem und organisatorischem Gebiet für ein jederzeit mögliches „Worst Case“-Szenario in allen Kultureinrichtungen.
Kaum jemand, der im Kulturbereich auf der Führungs- oder Funktionsebene beschäftigt ist, weiß tatsächlich um die eminent wichtige Bedeutung von Notfallplanung, Notfallvorsorge und Krisenmanage- ment für den Kulturgutschutz.

Die DGKS lädt Sie herzlich zu diesem Forum ein und bittet alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sich rege in die Diskussion zu dieser Thematik einzubringen.


www.kulturgutschutz.eu

Tagungsort:
Museum für angewandte Kunst (MAK), Kinosaal
An der Rechtschule 1, 50667 Köln
Datum: Freitag, 11. 09. 2009
Beginn: 09:00 Uhr
Ende: ca. 15:00 Uhr

Via http://weblog.histnet.ch/archives/2849

Über die Frage «Warum sollen wir alles konservieren?» diskutierten Prof. Dr. Wolfgang Ernst, Medienarchäologe von der Humboldt Universität, Prof. Dr. Robert Kretzschmar, Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg und Dr. Enno Stahl, vom Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf. MP3-Datei:

http://mp3.swr.de/swr2/forum/das-glueck-im-archiv.6444m.mp3

"Samstag, 5. September 2009, 11-17 Uhr, Ludwigsburg
Veranstalter: Landesarchiv Baden-Württemberg für die ‚Allianz zur
Erhaltung seines schriftlichen Kulturguts’

Veranstaltungsorte: Institut für Erhaltung, Staatsarchiv und
Kulturzentrum in Ludwigsburg

Flyer zum download:
www.landesarchiv-bw.de/aktionstag

„Deutschland braucht endlich eine wirkungsvolle Strategie zur Erhaltung seines schriftlichen Kulturerbes.“ Das fordert die‚Allianz zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts’, ein Zusammenschluss von Archiven und Bibliotheken unter der Leitung der Staatsbibliothek Berlin, der seit dem Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar 2004 intensiv auf die Gefährdung des deutschen Kulturerbes hinweist: Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs am 3. März 2009 hat ebenso wie schon 7 Jahre vorher
das Elbehochwasser diese Gefahren für das historische Erbe Deutschlands auf dramatische Weise deutlich gemacht: Verlorenes Kulturgut bedeutet verlorene Geschichte.
Am Samstag, dem 5. September 2009, wird die ‚Allianz’ die Öffentlichkeit in das Landesarchiv Baden-Württemberg in Ludwigsburg zu einem Nationalen Aktionstag einladen unter dem Motto „Was lehrt uns die Kölner Katastrophe?“ Auf dem Programm stehen Informationen zu Köln aus erster Hand, die Präsentation von Techniken und Strategien der Sicherung und Rettung von Kulturgut durch Bibliotheken und Archiven sowie ein hochkarätig besetztes Podium über die Wege zu einem wirkungsvollen Kulturgutschutz.
Ziel des Aktionstages ist es, einer breiten Öffentlichkeit und den
politischen Entscheidungsträgern in Bund, Land und Kommunen die
Notwendigkeit der Aufgabe der Sicherung des Kulturguts deutlich zu
machen. Diese nationale Herausforderung bedarf eines gemeinsamen, abgestimmten Vorgehens, für das auch die entsprechenden Gelder bereitgestellt werden müssen. Die ‚Allianz’ hat in ihrer am 28. April 2009 Bundespräsident Köhler übergebenen Denkschrift „Zukunft bewahren“ u.a. eine Verdoppelung der Mittel für Bestandserhaltungsmaßnahmen gefordert: 10. Mio sollten hier zukunftsorientiert angelegt werden.
Inzwischen hat Kulturstaatsminister Neumann, BKM, bei einem Treffen mit Bibliothekaren und Archivaren im Bundeskanzleramt am 26.8.2009 eine Koordination und Förderung von Maßnahmen der Bestandserhaltung von schriftlichem Kulturgut in Deutschland angekündigt. Dies wird von Allianz und VdA begrüßt.
Der Aktionstag wird vom VdA - Verband deutscher Archivarinnen und Archivare und der Kulturstiftung der Länder unterstützt.

Prof. Dr. Robert Kretzschmar
Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg

Programmdetails
Die Bergungsmaßnahmen sind in Köln erst einmal beendet. Doch eigentlich fängt nun die Arbeit erst richtig an: Die einzelnen Fundstücke müssen identifiziert und wie ein Puzzle wieder zusammengeführt werden. Zudem stehen umfangreiche Restaurierungen an, ein Prozess der vermutlich Jahrzehnte dauern wird. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Köln und Umgebung werden an einem Stand und mit Kurzvorträgen informieren.
Bibliotheken und Archive aus ganz Deutschland stellen bewährte und
neue Techniken vor, wichtige Unterlagen vor dem Untergang zu bewahren. Dazu werden Führungen in den Restaurierungswerkstätten und im Magazin des Landesarchivs Baden-Württemberg angeboten.

Die Betroffenen kämpfen um Lösungsstrategien. Moderiert vom
Journalisten Sven Felix Kellerhoff (Berlin) diskutieren: Bettina
Schmidt-Czaia (Stadtarchiv Köln), Michael Knoche (Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar), Marita Pesenecker (Kreismuseum Grimma), Rino Büchel (Kulturgüterschutz Schweiz).
Unter dem Titel „Papier in Gefahr“ können Kinder sich am
Mitmachprogramm beteiligen.

Vorankündigung unter: http://archiv.twoday.net/stories/5652887

http://log.netbib.de/archives/2009/09/01/krisengipfel-zur-rettung-bedrohter-archiv-und-bibliotheksbestande/#comments

http://www.gruene-fraktion-bayern.de/cms/kultur_und_medien/dok/296/296806.archive_und_bibliotheken_bayern_verliert.pdf
bzw.
http://www.gruene-fraktion-bayern.de/cms/presse/dok/296/296623.bayerns_erbe_in_gefahr.html

"Im Juli 2009 hatten Universitätsbibliothek Leipzig und ihr Direktor, Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider eingeladen zum ersten Arbeitstreffen zur Notfallvorsorge. Und das Interesse war trotz Sommer- und Ferienzeit groß, wie die 23 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von insgesamt 18 Institutionen vor allem aus Leipzig bewiesen. ....
Die Teilnahme an einem Notfallverbund für Leipzig wird – wie andernorts auch – auf Freiwilligkeit beruhen. Der Notfallverbund ist offen für alle Archive und Bibliotheken in der Stadt. Ein Notfallverbund hat kein Budget, er ist eine Form der Kooperation, ein Netzwerk und Kristallisationspunkt für Organisationskompetenz. Wie in anderen Städten rechnet man für die Etablierung eines funktionierenden Notfallverbundes zwei bis drei Jahre.
Wichtige Anregungen kamen von Dr. Johannes Kistenich (Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Münster), der über „Notfallvorsorge für Archive und Bibliotheken. Vor dem Schaden klug sein – Wie sollten sich Bibliotheken und Archive für den Notfall rüsten?“ referierte. Der Archivar war nach dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln maßgeblich an der Koordinierung der Rettungsmaßnahmen beteiligt und ließ seine aktuellen Erfahrungen in die Ausführungen einfließen.
Der Austausch während des Arbeitstreffens förderte zutage, wie wichtig eine Zusammenarbeit bei der Notfallvorsorge künftig ist: Checklisten und Notfallpläne können gemeinsam erarbeitet und für die einzelnen Häuser angepasst werden, vorhandenes Wissen wird weitergegeben, damit auch kleinere Archive und Bibliotheken die Chance erhalten, im Notfall handlungsfähig zu sein.
Alle Anwesenden waren sich einig darin, dass verschiedene Gegebenheiten speziell im Leipziger Stadtgebiet besonderes Gefahrenpotential bergen. Dazu gehört das Wasser: Der Untergrund ist in vielen Leipziger Stadtteilen aufgrund der geologischen Situation sumpfig. Leipzig fehlt zwar ein einzelner großer Strom, es wird jedoch von zahlreichen kleineren Wasserläufen und Flüssen durchzogen, die nach Jahrzehnten der Verrohrung nun häufig wieder ans Tageslicht geholt werden.
Außerdem steigt durch die Flutung der Tagebauseen im gesamten Stadtgebiet das Grundwasser merklich an; ein Prozess, der in den kommenden Jahren zunehmen wird. "

Quelle: Leipziger Internet Zeitung

"Der weltweit vermutlich erste Prototyp einer Bergungsrutsche für Bücher ist am Donnerstag von der Gottfried Wilhelm Leibniz
Bibliothek in Hannover präsentiert worden. Mit der Rutsche sollen im Katastrophenfall wertvolle Kulturgüter sicher aus der Gefahrenzone geschafft werden. Das Gerät diene als Vorsorgemaßnahme, sagte Martin Brederecke, der die Rutsche mitentwickelte....../(1)
Die Bergungsrutsche hat Martin Brederecke, Restaurator an der Bibliothek, gemeinsam mit der Firma „Planen Müller“ entwickelt. Es gebe alle möglichen Arten von Rettungsrutschen, aber keine sei für die Bergung von Büchern geeignet, erläutert Philipp Müller als Vertreter des Unternehmens.
Also hat die Firma eine eigene Konstruktion entworfen, die sie im Juni auch zum Patent angemeldet hat. Die Rutsche könne aber immer erst dann eingesetzt werden, wenn die Feuerwehr das Gebäude im Ernstfall freigebe, erklärt Brederecke, der auch Mitglied in der Arbeitsgruppe „Notfallverbund Kulturgutschutz“ ist. .....In Serie könne das Rettungsgerät jedoch nicht produziert werden, da es immer an die speziellen Gegebenheiten eines Gebäudes angepasst werden müsse. Die Rutsche für die Leibniz-Bibliothek ist in einer Tasche an einem ausklappbaren Gestell befestigt, das direkt an der Gebäudefassade angebracht ist. So bleibt das Gerät immer vor Ort.
Das Entfalten und Befestigen der Rutsche dauert zwischen acht und zehn Minuten. Die Konstruktion ist so gebaut, dass sie die etwa 20 Kilogramm schweren Archivboxen mit Leibniz-Briefen trägt. Brederecke erklärt der Feuerwehr den Evakuierungsplan für die Bücher. Für den Ernstfall ist vorgesehen, dass Retter die Bücher oben aus dem Fenster in die Rutsche geben. Ein Helfer nimmt sie unten an, im Idealfall erfasst ein weiterer die Bücher in Listen, und ein Dritter packt sie auf Paletten.....(2)
Die Bergungsrutsche befindet sich im zweiten Stock am Fenster des Archivs der Bibliothek. Innerhalb von fünf Minuten bläst Druckluft die Rutsche auf und wertvolles Archivmaterial kann in Sicherheit gebracht werden. Bislang wurden Bergungsrutschen zur Rettung von Menschen eingesetzt. Im Gegensatz zum Ursprungsmodell besitzt das Büchermodell ein Dach, das vor Regen und Löschwasser schützt. Der Neigungswinkel der Rutsche ist den Angaben zufolge optimal für das Herabgleiten von Büchern."(1)

Quellen:
(1) Link
(2) HAZ
Link zum Video der HAZ

" ..... Um Bayerns Archive und Bibliotheken steht es schlecht. Viele wertvolle Bücher und Dokumente, die in den Depots des Freistaats lagern, zerfallen zu Staub. 170 Regalkilometer seien akut in Gefahr, teilte Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch auf Anfrage des Grünen-Abgeordneten Sepp Dürr mit. .....
Für die Massenentsäuerung der gefährdeten Archivbestände ist - im Gegensatz zu Baden-Württemberg - in Bayern bisher noch nicht ein einziger Cent ausgegeben worden. Michael Stephan, der Leiter des Münchner Stadtarchivs, beklagte bei der gestrigen Pressekonferenz der Grünen, der Wert der Archive werde völlig verkannt. ...."

Bedauerlich, dass die seriöse SZ nicht auch die nordrhein-westfälische Landesinitiative Substanzerhalt erwähnt.
Quelle:
http://www.sueddeutsche.de/Z5638c/2985650/Archive-in-Gefahr.html

Schriftliche Anfrage "Archive und Bibliotheken überfordert - Bayern verliert sein schriftliches Gedächtnis" Sepp Dürrs: Link
Antwort des Bayrischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst (PDF-Datei): Link

 

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