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Literaturarchive

Ulrich Raulff, Direktor des Deutschen Literaturarchivs in Marbach, im Gespräch mit Karin Fischer.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturfragen/1862168/

"Handkeonline schafft einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu den Werkmaterialien des österreichischen Autors Peter Handke. Bestände aus öffentlichen Archiven und privaten Sammlungen werden verzeichnet, aufeinander bezogen, inhaltlich beschrieben und durch zahlreiche Abbildungen anschaulich gemacht. Im Einverständnis mit dem Autor können auf der Seite zudem einige Gesamtfaksimiles von Werkfassungen und Notizbüchern erstveröffentlicht werden."

http://handkeonline.onb.ac.at/

Dank zweier Initialspenden von Mäzenen, die ungenannt bleiben möchten, einem hohen Betrag des Ehepaars Céline und Heiner Bastian und dem Engagement weiterer Spender konnte das Deutsche Literaturarchiv Marbach Franz Kafkas berühmtes Schreiben an seinen Freund Max Brod über seine Angst vor Mäusen bei der Versteigerung des Auktionshauses Kaupp am 7. Dezember erwerben. Den vierseitigen Brief hatte Kafka am 4. Dezember 1917 in Zürau verfasst. Er befand sich in den letzten Jahrzehnten in privater Hand und kann jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Deutsche Literaturarchiv Marbach, neben der Bodleian Library die wichtigste Institution, die sich der Bewahrung von Handschriften des Prager Autors verschrieben hat, kann damit seine bedeutende Kafka-Sammlung um ein wichtiges Stück bereichern.

Vom 11. April 2013 an wird der Brief zusammen mit anderen Handschriften Kafkas und Zeugnissen seiner Wirkung auf Autoren wie Canetti, Sebald und Deleuze in einer kleinen Ausstellung „Kafkas Mäuse“ gezeigt. Der „Mäuse-Brief“ kann als ein (kleiner) Schlüssel zu Kafkas Werk gelten, in dem sich Figuren der Angst und des Komischen unauflöslich vermischen. Offenkundig sind auch die Spuren, die ins Werk führen, etwa zu der Erzählung „Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse“ oder „Der Bau".

„Das was ich gegenüber Mäusen habe, ist platte Angst. Auszuforschen, woher sie kommt, ist Sache der Psychoanalytiker, ich bin es nicht.“ Seit Mitte September lebte Franz Kafka bei seiner Schwester Ottla in Zürau, einem kleinen böhmischen Dörfchen, die dort ein landwirtschaftliches Gut ihres Schwagers Karl Hermann führte. Am 4. September war bei Kafka Tuberkulose festgestellt worden. An seinen vertrauten Freund, den Schriftsteller Max Brod in Prag, verfasst er dieses sehr persönliche Schreiben über Mäuse und Fallen, nicht ohne selbstironischen Unterton: „Du schreibst so wenig von Dir, ich räche mich mit den Mäusen.
Du schreibst: „ich warte auf Erlösung“. Glücklicherweise deckt sich Dein bewusstes Denken und Dein Handeln nicht ganz.“

Quelle: Deutsches Literaturarchiv Marbach, Pm 79/2012 v. 08. Dezember 2012

Völliger Unsinn: Die Datenbank kann erst nach persönlicher Anmeldung und manueller Freischaltung benutzt werden:

http://www-mailman.uni-regensburg.de/pipermail/mediaevistik/2012-October/000825.html

Briefe aus dem nationalsozialistischen Wien ins Londoner Exil.

"Das Deutsche Literaturarchiv Marbach hat ca. 600 Briefe der österreichischen Schriftstellerin Ilse Aichinger an ihre Zwillingsschwester Helga Michie erhalten. Der Briefwechsel setzt im Juli 1939 ein, als die 17jährige Helga mit einem der letzten Kindertransporte Richtung London aufbricht. Während Ilse Aichinger zum Schutz ihrer jüdischen Mutter in Wien bleibt, versucht Helga im englischen Exil, Aufenthaltsgenehmigungen für ihre Verwandten zu erwirken. Das Nachkommen scheint nur eine Frage der Zeit. Mit dem Kriegsbeginn im September 1939 zerschlägt sich die Hoffnung. Zum Wiedersehen kommt es erst Ende 1947.

Die inhaltsreichen, oft mehrere Seiten langen Briefe an die Schwester sind nicht nur eindrucksvolle und oft berührende Dokumente in Hinblick auf Krieg, Exil und Nachkriegszeit; sie spiegeln auch die Entwicklung der jungen Schriftstellerin wider, geben Auskunft über die Entstehung ihres Romans »Die größere Hoffnung« und andere literarische Arbeiten, über den deutschen und österreichischen Literaturbetrieb, die Gruppe 47, die Bekanntschaft mit dem Dichter Günter Eich, die Ehe und die lebenslange Zusammenarbeit der beiden Künstler. Bis in die Gegenwart reicht das postalische Zwiegespräch der Schwestern, die heute noch bzw. wieder in London und Wien leben.

Erworben wurde das umfangreiche und wichtige Briefkonvolut durch die S. Fischer Stiftung, die das DLA schon 2005 beim Ankauf des Vorlasses der Schriftstellerin großzügig unterstützt hatte. Der Briefwechsel der Zwillingsschwestern liegt nun vollständig in Marbach.

Ilse Aichinger gilt als eine der bedeutendsten Repräsentantinnen der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. Neben dem Roman »Die größere Hoffnung« verfasste sie Kurzgeschichten, Hörspiele und Gedichte. Sie war Mitglied der Gruppe 47. Helga Michie strebte zunächst eine Laufbahn als Schauspielerin an (zu sehen z.B. im Film "Der dritte Mann"), bevor sie sich der bildenden Kunst zuwandte. Im November 2011 wurden die Schwestern 90 Jahre alt."

Quelle: Deutsche Literaturarchiv Marbach, PM 69/2012 v. 12. November 2012

"Archiveröffnung und Lesung am 15. November

Die Akademie der Künste eröffnet das Archiv des Schriftstellers, Nobelpreisträgers und Akademie-Mitglieds Imre Kertész. Unterstützt durch Mittel des Beauftragten für Kultur und Medien, der Kulturstiftung der Länder und der Friede-Springer-Stiftung, konnte die Akademie den künstlerischen Vorlass im Mai 2012 erwerben. Nach der Erschließung stehen rund 35.000 Blatt Archivmaterial Wissenschaft und Forschung zur Verfügung.

Zur Eröffnung des Archivs liest Hermann Beil – in Anwesenheit des Autors – am 15. November in der Akademie der Künste am Pariser Platz aus den unveröffentlichten Kertész-Tagebüchern der Jahre 2001-2003. Nach der Begrüßung durch den Präsidenten der Akademie, Klaus Staeck, sprechen der Staatsminister für Kultur und Medien, Bernd Neumann, und die Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Grußworte. Der Direktor des Archivs, Wolfgang Trautwein, führt ins Archiv und die Tagebücher ein. Eine Vitrinenpräsentation von Manuskripten und Dokumenten gibt Einblick in das Archiv zu Lebzeiten.

Ein erster Teil des Imre-Kertész-Archivs gelangte bereits Ende 2001 als Depositum ins Archiv der Akademie der Künste und wurde inzwischen auf Mikrofilm gesichert und elektronisch verzeichnet. Der weitaus größere Teil wurde im Jahr 2011 aus Budapest und Berlin übernommen und – unterstützt von Fachübersetzern – geordnet und erfasst. So befinden sich nunmehr die Manuskripte zu Kertész' Werken "Roman eines Schicksallosen", "Galeerentagebuch", "Kaddisch für ein nicht geborenes Kind", "Dossier K.: eine Ermittlung", "Fiasko", "Ich – ein anderer" samt ihrer umfangreichen Vorarbeiten und Varianten im Archiv. Darüber hinaus liegen Manuskripte und Druckbelege zahlreicher seiner Essays und Reden vor, u.a. "Wem gehört Auschwitz?", "Die exilierte Sprache", "Bekenntnis zu einem Bürger. Notizen über Sándor Márai", "Wird Europa auferstehen?", "Budapest. Ein überflüssiges Bekenntnis", "Jerusalem, Jerusalem". Schriftwechsel ab 1988, insbesondere Korrespondenzen mit Verlagen, Redaktionen und Institutionen sowie Leserzuschriften, vermitteln einen Eindruck von Kertész' Weg zum berühmten Autor. Umfangreiches Material zur Rezeption spiegelt die weltweite Wirkung seiner Werke wider. Als besonderer Schatz des Imre-Kertész-Archivs sind seine Tagebücher, geführt ab 1961, zu nennen mit außerordentlich eindrücklichen Beobachtungen und Reflexionen.

Imre Kertész, der am 9. November 83 Jahre alt wird, Überlebender von Auschwitz und Buchenwald, hat 1975 mit seinem "Roman eines Schicksallosen" eine neue künstlerische Sichtweise in die Literatur und die Darstellung des Holocaust gebracht. Das Buch über das Überleben eines Jugendlichen in den Lagern erlangte – vermittelt durch die deutsche Übersetzung – erst nach der europäischen Wende Weltruhm.
2002 erhielt Imre Kertész den Nobelpreis für Literatur.

Veranstaltungsdaten
Imre-Kertész-Archiveröffnung und Lesung
Donnerstag, 15. November 2012, 18 Uhr
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte, Eintritt € 5/3
Kartenreservierung: Tel. 030 20057-1000, ticket@adk.de"


Quelle: Pressemitteilung der Akademie der Künste, Berlin, 31.10.2012

s. a. http://archiv.twoday.net/stories/5174925/

Ein Gericht in Tel Aviv hat im Streit um den Nachlass Kafkas (der sich wie­derum in Nachlass Max Brods befand) nun ent­schie­den und die­sen der Nationalbibliothek Israels zugesprochen.

http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=23981 mit weiteren Nachweisen

http://archiv.twoday.net/search?q=kafka

"Der Autor und Grafiker Christoph Meckel hat sein Archiv dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach übergeben. Darin befinden sich Manuskripte sowie Vorarbeiten zu seinen Büchern, außerdem seine Tagebücher und Briefwechsel mit Schriftstellerkollegen wie Christa Wolf. Meckel, der 1935 in Berlin geboren wurde, verfasste Gedichte, Erzählungen und Romane. Er wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter dem Rainer-Maria-Rilke-Preis für Lyrik und dem Joseph-Breitbach-Preis."
Quelle: WDR 3, Kulturnachrichten, 23.8.2012

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach richtet gemeinsam mit dem Rosenzweig Minerva Research Center (Jerusalem) eine Koordinationsstelle ein.

Auf Initiative des Deutschen Literaturarchivs Marbach, des Rosenzweig Minerva Research Center (Jerusalem) und der Universität Bonn wird eine Koordinationsstelle zur Erforschung deutsch-jüdischer Nachlässe in Israel eingerichtet. Sie soll einen wichtigen Beitrag zum Erhalt bedeutender Zeugnisse jüdischer Immigranten deutscher und mitteleuropäischer Herkunft in Israel leisten. Die Einrichtung der Koordinationsstelle wird in einer Pilotphase durch finanzielle Unterstützung des Auswärtigen Amts ermöglicht.

Die Förderung durch das Auswärtige Amt ist ein weiteres Element der Kooperation mit israelischen Partnern, so etwa mit der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem auf der Grundlage eines 2012 unterzeichneten Abkommens der Bundesrepublik Deutschland mit dem Staat Israel zur Unterstützung der Arbeit in der Gedenkstätte. Das Deutsche Literaturarchiv Marbach, eines der weltweit größten und bedeutendsten Archive für Literatur und Geistesgeschichte, wirkt als Träger der Koordinationsstelle und gewährleistet die Beratung nach internationalen Kriterien.

Gemeinsam mit israelischen Forscherkollegen soll ein Überblick über noch unerschlossene Bestände von jüdischen Autoren, Wissenschaftlern und Intellektuellen aus Mitteleuropa, die während der NS-Zeit nach Israel emigriert sind, gewonnen werden. Schätzungen von Experten gehen von ca. fünfzig in Israel vorhandenen Beständen von zentraler Bedeutung aus, die sich zum Teil in privater Hand und zum Teil in Antiquariaten befinden.

Aufgabe der Forschungsstelle, die zum 1. September 2012 eingerichtet werden soll, ist die sorgfältige Sondierung, die Aufnahme von Gesprächen mit Erben, Sammlern und Forschern sowie die Koordination zwischen den einzelnen Archiven und Forschungsinstitutionen, den bestehenden Kibbuz- und Gemeindearchiven, den Verbänden und Museen. Die Forschungsstelle wird mit Erschließungsmitteln ausgestattet, die nach dem Projektprinzip an bestehende Einrichtungen vergeben werden. Über die Projektlaufzeit hinaus sollen wissenschaftliche, möglichst digitale Benutzbarkeit und konservatorische Standards in den jeweiligen Institutionen gewährleistet werden.

Ziel des Projekts ist es, deutschsprachige Autorenbibliotheken, Sammlungen und Manuskripte, die nach Israel gerettet werden konnten, für die internationale Forschung zugänglich zu machen. Die Literatur- und Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts, aber auch die Kanonforschung und die Exilforschung dürfen sich davon einzigartige und bislang unbekannte Quellenbestände versprechen.

Die Ergebnisse des Projekts sollen auf einem internationalen Symposium im Deutschen Literaturarchiv Marbach voraussichtlich im Juni 2013 vorgestellt werden.


Stimmen aus Israel zu dem Vorhaben:

»Jewish authors and intellectuals writing in German played a central role in the development of Jewish national thought and in the establishment of the State of Israel. German was one of the key languages of Zionism up through the Shoa, and writings, newspapers, magazines and activities orchestrated in German discussions and debates, which must be preserved in order to allow future scholarship to measure and to analyze critically a vast corpus of utmost significance to the Jewish heritage. What is perhaps less well known is that German continued to be an important language for creative cultural endeavor in Israel after Shoa and after the founding of the state, co-existing with Hebrew and other languages of the diaspora, which also provided a linguistic home for many Jewish national literary and intellectual projects, and they continue to do so until the present time.«
Prof. Dr. Mark Gelber
Ben-Gurion University, Beer Sheva
Department of Foreign Literatures and Linguistics

»Die Bestände jüdisch-deutscher und europäisch-jüdischer Autoren und Autorinnen in Sammlungen in Israel dokumentieren auf einzigartige Weise den diasporischen Charakter literarischer Archive. Ihre wissenschaftliche Erschließung ermöglicht daher, unter Anderem, eine ernsthafte Auseinandersetzung zu Fragen der Definition und Situierung diasporischer Archive.«
Prof. Dr. Carola Hilfrich
The Hebrew University of Jerusalem
Department of General and Comparative Literature

Quelle: DLA, Pressemitteilung 51/2012, 20.8.2012

Der Nachlass des Literaturwissenschaftlers Claus Träger (1927-2005) wurde dem Deutschen Literaturarchiv Marbach von seiner Witwe Christine Träger als Stiftung übereignet. Claus Träger, einer der bedeutendsten Germanisten der DDR, gehörte zum Herausgeberkollegium der »Zeitschrift für Germanistik« und war Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.
Der Bestand enthält zahlreiche Korrespondenzen, u. a. Familienbriefe aus den Jahren 1946 und 1948 (der Zeit seiner Kriegsgefangenschaft) sowie Briefe von Werner Bahner, Lieselotte Blumenthal, Walter Dietze, Peter Hacks, Helmut Holtzhauer, Hans Mayer, Hans Jörg Sandkühler, Robert Weimann und Klaus Weimar. Neben Manuskripten unveröffentlichter Vorträge enthält der Bestand Typoskripte zur Literaturgeschichte von der Aufklärung bis zur Gegenwart und zur Methodologie der Literaturwissenschaft. Als Schüler des berühmten Romanisten Werner Krauss widmete sich Träger intensiv den Auswirkungen der Französischen Revolution auf die deutsche Literatur. Wesentlich beeinflusst wurde er dabei von der von Krauss entwickelten marxistischen Literaturtheorie.

Nach seiner Kriegsgefangenschaft in Belgien und England legte Claus Träger sein Abitur an der Arbeiter- und Bauernfakultät in Leipzig ab. Seit 1965 war er Professor für Allgemeine Literaturwissenschaft an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Träger leistete grundlegende editorische Arbeit zur Herausgabe der Werke von Schiller, Lessing, Herder, Novalis und Grillparzer.

Claus Trägers Nachlass ergänzt die Archive von DDR-Literaturwissenschaftlern, die einen Sammlungsschwerpunkt im Deutschen Literaturarchiv Marbach bilden, dazu gehören u. a. die Nachlässe von Walfried Hartinger, Hans Kaufmann, Werner Mittenzwei und Manfred Naumann.

Quelle: DLA PM 50/2012, 13.8.2012

 

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