Wahrnehmung
".... Um einen Raum zu gestalten, kann Simone Anton auf ein großes Archiv zurückgreifen. Fein säuberlich sind daheim in Kartons die unterschiedlichsten Papiere gesammelt und aufbewahrt. Farbige Reste von Stanzvorgängen gehören ebenso dazu wie Lochstreifen, Tüten und kleine gefaltete Papierteile, in denen einzelne Pralinen aufbewahrt werden.
.....Kleber, Klebestreifen und Fäden sorgen für den Halt der einzelnen Elemente des Gesamtkunstwerkes, das allerdings nicht von Dauer ist. Mit dem Ende der Ausstellung wird alles, soweit es geht, wieder in den Archivschachteln verstaut. "Was bleibt sind Fotos", sagt Simone Anton. ...."
Quelle:
http://www.abendblatt.de/daten/2008/05/10/880025.html
.....Kleber, Klebestreifen und Fäden sorgen für den Halt der einzelnen Elemente des Gesamtkunstwerkes, das allerdings nicht von Dauer ist. Mit dem Ende der Ausstellung wird alles, soweit es geht, wieder in den Archivschachteln verstaut. "Was bleibt sind Fotos", sagt Simone Anton. ...."
Quelle:
http://www.abendblatt.de/daten/2008/05/10/880025.html
Wolf Thomas - am Montag, 12. Mai 2008, 15:29 - Rubrik: Wahrnehmung
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In einem Artikel über das Olympia-Attentat 1972 lesen wir:
Die Filmemacherin Sarah Morris erlebte Ähnliches. Telepolis erzählt sie vom Dreh im Bayerischen Staatsarchiv. Eigentlich wollte sie nur den Überwachungsfilm des polizeilichen Videotrupps von den Trauerfeierlichkeiten. Ein entgeisterter Bibliothekar stammelte nur noch "Das gibt´s doch gar nicht." Denn die Filme waren verschwunden. Stattdessen lagen Bänder einer Demo in der Box. Am nächsten Tag habe Georg Sieber gesagt: "Sie glauben doch wohl nicht, dass dies ein Zufall war, oder?"
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27904/1.html
Die Filmemacherin Sarah Morris erlebte Ähnliches. Telepolis erzählt sie vom Dreh im Bayerischen Staatsarchiv. Eigentlich wollte sie nur den Überwachungsfilm des polizeilichen Videotrupps von den Trauerfeierlichkeiten. Ein entgeisterter Bibliothekar stammelte nur noch "Das gibt´s doch gar nicht." Denn die Filme waren verschwunden. Stattdessen lagen Bänder einer Demo in der Box. Am nächsten Tag habe Georg Sieber gesagt: "Sie glauben doch wohl nicht, dass dies ein Zufall war, oder?"
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27904/1.html
KlausGraf - am Sonntag, 11. Mai 2008, 11:01 - Rubrik: Wahrnehmung
" .... Ein Beispiel ist der Ein-Euro-Jobber im Archiv des bayerischen Wirtschaftsministeriums. Seine Tätigkeit sei nicht zusätzlich, sondern Teil der "ordnungsgemäßen Aufgabenerfüllung" der Behörde."
Quelle:
FR-Artikel
Quelle:
FR-Artikel
Wolf Thomas - am Donnerstag, 8. Mai 2008, 19:15 - Rubrik: Wahrnehmung
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Die Berliner Literaturkritik stellt eine Leseprobe des neuen Roman von Mario Calabresi vor:
" .... Ich habe zwei Erinnerungen an die damalige Zeit: an den 14. Mai, einen Sonntag, und diese Erinnerung ist unscharf. Sie besteht aus einem starken, schönen Gefühl, und es ist das einzig Fassbare, Reale, das ich von meinem Vater habe. Und ich erinnere mich an einen Mittwochmorgen, den 17. Mai, an dem er getötet wurde. Diese Erinnerung ist klar, detailliert und genau.
Als Kind packte ich sie weg, tat sie gleichsam in eine Schachtel, um sie auf diese Weise die Zeit meines Heranwachsens überdauern zu lassen. In meinen Gedanken schuf ich einen besonderen Raum dafür, um sie unversehrt bewahren zu können. Ich behielt sie lange ganz für mich allein und holte sie nur nachts heraus, im Dunkeln vor dem Einschlafen, mit großer Behutsamkeit, um sie nicht zu beschädigen. Später erzählte ich meiner Mutter davon, aber da war ich schon auf dem Gymnasium, und erst während der Prozesse sprach ich offen über die Erinnerung an den Tag, an dem mein Vater starb. Bis ich bemerkte, dass sie durch das wiederholte Erzählen zerfiel wie ein Film, den man zu oft angesehen hat: Das Bild verschleißt, die Einzelbilder gehen verloren. Also schuf ich Abhilfe und tat sie ins Archiv zurück, bestrebt, sie dadurch zu retten. Aber es war wohl zu spät dafür, und heute hat sie einen Teil jener überwältigenden Kraft verloren, die sie über zwanzig Jahre lang für mich besaß. Die andere dagegen hält stand. Sie erinnert mich daran, dass ich sein Sohn bin....."
CALABRESI, MARIO: Der blaue Cinquecento. Geschichte meiner Familie im Schatten des Terrorismus. Übersetzt aus dem Italienischen von Michaela Wunderle. SchirmerGraf Verlag, München 2008. 224 S.
Quelle:
http://www.berlinerliteraturkritik.de/index.cfm?id=18003
" .... Ich habe zwei Erinnerungen an die damalige Zeit: an den 14. Mai, einen Sonntag, und diese Erinnerung ist unscharf. Sie besteht aus einem starken, schönen Gefühl, und es ist das einzig Fassbare, Reale, das ich von meinem Vater habe. Und ich erinnere mich an einen Mittwochmorgen, den 17. Mai, an dem er getötet wurde. Diese Erinnerung ist klar, detailliert und genau.
Als Kind packte ich sie weg, tat sie gleichsam in eine Schachtel, um sie auf diese Weise die Zeit meines Heranwachsens überdauern zu lassen. In meinen Gedanken schuf ich einen besonderen Raum dafür, um sie unversehrt bewahren zu können. Ich behielt sie lange ganz für mich allein und holte sie nur nachts heraus, im Dunkeln vor dem Einschlafen, mit großer Behutsamkeit, um sie nicht zu beschädigen. Später erzählte ich meiner Mutter davon, aber da war ich schon auf dem Gymnasium, und erst während der Prozesse sprach ich offen über die Erinnerung an den Tag, an dem mein Vater starb. Bis ich bemerkte, dass sie durch das wiederholte Erzählen zerfiel wie ein Film, den man zu oft angesehen hat: Das Bild verschleißt, die Einzelbilder gehen verloren. Also schuf ich Abhilfe und tat sie ins Archiv zurück, bestrebt, sie dadurch zu retten. Aber es war wohl zu spät dafür, und heute hat sie einen Teil jener überwältigenden Kraft verloren, die sie über zwanzig Jahre lang für mich besaß. Die andere dagegen hält stand. Sie erinnert mich daran, dass ich sein Sohn bin....."
CALABRESI, MARIO: Der blaue Cinquecento. Geschichte meiner Familie im Schatten des Terrorismus. Übersetzt aus dem Italienischen von Michaela Wunderle. SchirmerGraf Verlag, München 2008. 224 S.
Quelle:
http://www.berlinerliteraturkritik.de/index.cfm?id=18003
Wolf Thomas - am Mittwoch, 7. Mai 2008, 21:19 - Rubrik: Wahrnehmung
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Eingang zum Kreisarchiv in Eisenberg, Thüringen

Bild (mit Vergrößerungsmöglichkeit) bei Wikimedia Commons
Bild (mit Vergrößerungsmöglichkeit) bei Wikimedia Commons
Ladislaus - am Dienstag, 6. Mai 2008, 15:48 - Rubrik: Wahrnehmung
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So betitelt der Stern ein Bild eines arbeitsrechtlichen Artikel zum Thema "Liebe am Arbeitsplatz". Das nachfolgende Zitat rückt Archive in eine leicht schlüpfrige Ecke:
"Knutschen am Kopierer, Fummeln im Archiv, frivole Mails - Liebe am Arbeitsplatz ist bisweilen besonders knisternd."
Archive als abgeschiedene Orte erotischer Zweisamkeit ? Ein Sichtweise, die nicht gerade als stereotyp durchgeht.
"Knutschen am Kopierer, Fummeln im Archiv, frivole Mails - Liebe am Arbeitsplatz ist bisweilen besonders knisternd."
Archive als abgeschiedene Orte erotischer Zweisamkeit ? Ein Sichtweise, die nicht gerade als stereotyp durchgeht.
Wolf Thomas - am Montag, 5. Mai 2008, 19:10 - Rubrik: Wahrnehmung
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" ..... Ein Projekt hat der Kunsthistoriker aus Leidenschaft noch vor Augen, "eine Nische wäre zu bescheiden gesagt, ein großes Kapitel der romanischen Kunst" werde es sein, "das bislang brach gelegen hat, das kein Mensch beachtet hat, obwohl es überall in Bildern präsent ist", enthüllt Droste langsam das Thema "Erotik und Askese". So könnte auch der Titel des Buches lauten über "Bilder der Lebensfreude und der Lebenswirklichkeit in der romanischen Kunst". Inzwischen habe er ein Kompendium von hunderten von Motiven und Bildern zusammengetragen. Hier öffne sich eine neue Dimension, "ein neues Verständnis der moralischen Kunst", urteilt Droste. "Die Zeit ist reif für ein solches Buch", in zwei bis drei Jahren will er es schaffen. Schließlich habe er seit 20 Jahren ein Archiv zu dieser Thematik aufgebaut." .....
Archiv oder Sammlung ?
Quelle:
Artikel in der Welt
Archiv oder Sammlung ?
Quelle:
Artikel in der Welt
Wolf Thomas - am Sonntag, 4. Mai 2008, 10:14 - Rubrik: Wahrnehmung
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"... Was einmal für die Popliteratur der Gegenwart als Wesenskriterium ermittelt wurde – dass sie nämlich ein Archiv ihrer Zeit sei –, trifft auch auf O'Haras Roman zu: Das Nachtleben spielt eine gehörige Rolle, Zeitungsnotizen werden gesammelt, Schauspieler tauchen auf, Gossip und Ereignisse des Jahres 1930 werden zitiert. ...."
Quelle:
http://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/;art138,2524673
Quelle:
http://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/;art138,2524673
Wolf Thomas - am Sonntag, 4. Mai 2008, 10:13 - Rubrik: Wahrnehmung
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"..... Als Ulrike Meinhofs Gehirn seziert wurde, meinten die Ärzte eine Unregelmäßigkeit zu erkennen, die ihren Weg in den Terrorismus erklärten könnte. Dass das Motiv auch in der Beschaffenheit des damaligen Staates gelegen haben mochte, daran wollte man damals lieber nicht glauben. Heute ist das anders.
40 Jahre sind seit 1968 vergangen und viel Literatur über diese Zeit und ihre Folgen ist seitdem erschienen. Zwar ist man sich nach wie vor in der Bewertung der Ereignisse nicht einig, aber immerhin sind die Fakten gesichert.
Auf diese Fakten und auf Interviews mit Zeitzeugen stützt sich „Das Münster-Protokoll“, das jetzt im Magazin des Borchert-Theaters zur Uraufführung kam. In dem als „Heimatabend“ überschrieben Stück behandelt Wolfgang Lichtenstein die Zeit vom Schah-Besuch bis zur Schleyer-Entführung und wirft dabei einen Blick auf die Ereignisse in Münster. .....
In einem als Archiv gestalteten Raum mit vergilbten Zeitungsbänden und alten Schreibmaschinen (Ausstattung: Elke König) machen sich Florian Bender, Anja Bilabel und Konrad Haller auf Spurensuche. ......"
Welch ein Einfallsreictum.
Quelle: http://www.muensterschezeitung.de/nachrichten/kultur/art2716,249557
40 Jahre sind seit 1968 vergangen und viel Literatur über diese Zeit und ihre Folgen ist seitdem erschienen. Zwar ist man sich nach wie vor in der Bewertung der Ereignisse nicht einig, aber immerhin sind die Fakten gesichert.
Auf diese Fakten und auf Interviews mit Zeitzeugen stützt sich „Das Münster-Protokoll“, das jetzt im Magazin des Borchert-Theaters zur Uraufführung kam. In dem als „Heimatabend“ überschrieben Stück behandelt Wolfgang Lichtenstein die Zeit vom Schah-Besuch bis zur Schleyer-Entführung und wirft dabei einen Blick auf die Ereignisse in Münster. .....
In einem als Archiv gestalteten Raum mit vergilbten Zeitungsbänden und alten Schreibmaschinen (Ausstattung: Elke König) machen sich Florian Bender, Anja Bilabel und Konrad Haller auf Spurensuche. ......"
Welch ein Einfallsreictum.
Quelle: http://www.muensterschezeitung.de/nachrichten/kultur/art2716,249557
Wolf Thomas - am Samstag, 3. Mai 2008, 12:25 - Rubrik: Wahrnehmung
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"Wir vergessen, dass wir alles, was wir von alten Kulturen wissen, von Gräbern wissen. Ein Grab ist die Geschichte unserer Kultur. Ein Archiv. Es erzählt viel über eine Gesellschaft. Das Begräbnis ist ein Ritual, aus Ritualen entsteht letztlich das Theater selbst."
Dimitré Dinev anlässlich der Uraufführung seines Stückes "Eine heikle Sache, die Seele" im Wiener Volkstheater.
Quelle:
http://derstandard.at/?url=/?id=3323905
Dimitré Dinev anlässlich der Uraufführung seines Stückes "Eine heikle Sache, die Seele" im Wiener Volkstheater.
Quelle:
http://derstandard.at/?url=/?id=3323905
Wolf Thomas - am Freitag, 2. Mai 2008, 18:35 - Rubrik: Wahrnehmung