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Wissenschaftsbetrieb

Im Rahmen der Entwicklung einer Citizen Science Strategie 2020 durch das GEWISS-Konsortium fand am 26. Juni 2015 ein weiteres Dialogforum statt, das diesmal der „Forschungsförderung für Citizen Science“ gewidmet war. Das in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin tagende Forum wurde durch Vertreter der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Helmholtz-Gemeinschaft sowie der Leibniz-Gemeinschaft eröffnet. Sowohl die Online-Plattform www.buergerschaffenwissen.de (GEWISS) wie die Dialogforen werden durch das BMBF gefördert. Geisteswissenschaftliche Projekte bzw. Projektträger beteiligen sich bisher in geringerem Maße als naturwissenschaftliche, genannt werden können u. a. das Grabsteine-Projekt des Vereins für Computergenealogie e. V. oder das Archäologische Surveyprojekt Steigerwald-Fatschenbrunn der Universität Bamberg.

Ein Schwerpunkt des Dialogforums lag auf der Entwicklung von Kriterien und Indikatoren für Erfolg von Citizen Science-Projekten in der Forschung und auf der Ausgestaltung von Förderinstrumenten für Citizen Science. Vertreter sowohl der institutionalisierten Wissenschaft wie von Vereinen und freien Plattformen äußerten Bedarf an flexibleren, den Rahmenbedingungen von Citizen Science-Projekten angepassten Fördermöglichkeiten.

Für Archive können diese Entwicklungen u. a. im Hinblick auf die Unterstützung von Crowdsourcing-Projekten von Interesse sein. Für die historischen und genealogischen Vereine in Deutschland kann die Entwicklung der Citizen Science Strategie 2020 eine Chance sein, ihre Kompetenzen und Bedürfnisse als Vertreter von „Bürgerwissenschaftlern“ zu artikulieren. Die Möglichkeit dazu wird für jeden daran Interessierten bestehen, wenn die Strategie im Entwurf in einen öffentlichen Konsultationsprozess gehen wird (geplant im Herbst 2015).

Oskar Piegsa "recherchierte ein Jahr, wie Guttenberg und das Netz die Schattenwirtschaft erschufen".

http://www.zeit.de/campus/2015/03/ghostwriter-schattenwirtschaft-autobiographie-dissertation-hausarbeit/komplettansicht

"Guttenberg war der größte Werbefeldzug für wissenschaftliche Ghostwriter", sagt ein Agenturchef.

Ein Ghostwriter bekennt, dass er nicht gerade stolz auf seine Tätigkeit ist:

http://www.zeit.de/studium/2015-06/universitaet-wissenschaft-akademisches-ghostwriting/komplettansicht

Zitat:

"Geraten solche Studenten außerdem noch an Di-M-Do-Professoren, die selbst ihren Aufwand möglichst gering halten möchten und nur die Hälfte der Woche anwesend sind, rückt die Entscheidung zum Betrug nochmals näher. Provokant ausgedrückt: Ghostwriting schmiert das System und hält den Aufwand für Studenten wie für Professoren gering. Auch der Ghostwriter hat weniger Arbeit, wenn bequeme Professoren zum zehnten Mal eine Arbeit über "Die EU unter besonderer Berücksichtigung…" oder "Möglichkeiten und Grenzen einer gemeinsamen europäischen was-auch-immer-Politik" fordern. Er braucht dann nur in die Schublade zu greifen, ein paar alte Texte aufzubrühen, die Absätze neu zusammenzustellen, die üblichen Schlagworte einzubauen und hier und da ein paar studentisch-plausible Flüchtigkeitsfehler einzubauen. Zur gegenwärtigen "Wirtschaftsethik" gehört es eben auch, dort, wo keine oder nur wirkungslose Kontrollen existieren, zu tricksen und zu betrügen."

Den skandalösen Umgang der Uni Innsbruck mit Plagiaten thematisiert:

http://derstandard.at/2000017474816/Kampf-gegen-Plagiatoren-Experten-kritisieren-Schweigepraxis-der-Uni-Innsbruck

Was sind das nur für erbärmliche Stümper, die ihrem überteuerten Angebot (den Aufsatz gibt es für 24 Stunden für 22 Euro) noch nicht einmal anständige Metadaten spendieren?

http://www.vr-elibrary.de/doi/abs/10.14220/9783666354274.97#.VYQcW1Jn1UE

"limit - Mittelhochdeutsch online-Angebot für Studierende ("Grundkurs Mediävistik online")

Um das Angebot nutzen zu können, beachten Sie bitte:

Laden Sie zunächst die ausführbare Datei Limit.exe,
installieren Sie die Schriftart Medieavum.ttf (Seite öffnet in neuem Fenster) und machen Sie sich mit dem Inhalt von limit (*.pdf) vertraut."

So etwas soll eine digitale Hochschulperle sein??

http://www.stifterverband.info/wissenschaft_und_hochschule/hochschulperle_digital/index.html

Via Prometheus-Newsletter.

Meint zu Recht Roland Preuß in der SZ

http://www.sueddeutsche.de/bildung/wissenschaftler-mit-zeitvertraegen-ins-verderben-1.2510877

http://www.medien-doktor.de/medizin/sprechstunde/das-debakel-des-wissenschaftlich-medialen-komplexes-und-zwei-fahle-lichtblicke/

"Ein Team aus zwei deutschen TV-Journalisten (Peter Onneken und Diana Löbl) und einem US-Journalisten (John Bohannon) hat einen Teil der Medien ziemlich hinter’s Licht geführt und einen Scoop gelandet. Sie inszenierten eine Ernährungsstudie in einem nur virtuell existenten Institut, veröffentlichten die Ergebnisse in einem realen Fachmagazin, gaben eine Pressemitteilung (“Schoko statt JoJo”) heraus und bewarben das ganze auch noch mit Video und mit Facebookseite."

Bohannon ist ein guter alter Bekannter:

http://archiv.twoday.net/search?q=bohannon

Zum aktuellen Fall schreibt er:

“We needed to get our study published pronto, but since it was such bad science, we needed to skip peer review altogether. Conveniently, there are lists of fake journal publishers. (This is my list, and here’s another.) Since time was tight, I simultaneously submitted our paper—“Chocolate with high cocoa content as a weight-loss accelerator”—to 20 journals. Then we crossed our fingers and waited. Our paper was accepted for publication by multiple journals within 24 hours. Needless to say, we faced no peer review at all.”
http://io9.com/i-fooled-millions-into-thinking-chocolate-helps-weight-1707251800

Update:
http://www.arte.tv/guide/de/052711-000/schlank-durch-schokolade

http://www.nzz.ch/wissenschaft/bildung/die-englisch-manie-ist-oft-naiv-unterwuerfig-und-provinziell-1.18543959

Der Genfer Wirtschaftswissenschafter François Grin: "Die Sprachen sind zwar keine Kerker, die unser Denken einschliessen, aber sie kategorisieren die Wirklichkeit unterschiedlich. Wenn in mehreren Sprachen wissenschaftlich gearbeitet wird, so fördert dies die Vielfalt der Fragestellungen und der Problemlösungen. Wenn sich Wissenschaft und Forschung eines Tages nur noch auf Englisch abspielen würde, so wäre mit einer ausserordentlichen Verengung und Verarmung der Perspektiven zu rechnen. Daneben gibt es aber auch pragmatische und politische Argumente gegen eine Monopolstellung des Englischen. Es ist nämlich auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Alle Menschen, welcher Sprache auch immer, müssen Zugang zu Wissenschaft und Forschung haben. Und schliesslich werden die Schweizer Universitäten zu einem Grossteil von Steuerzahlern finanziert, die eine der vier Landessprachen und nicht Englisch sprechen."

Zum Thema siehe auch

Klaus Graf: Open-Access und die Sprachenbarriere der Wissenschaft. In: Archivalia vom 25. Dezember 2011
http://archiv.twoday.net/stories/59211934/

http://www.nature.com/news/physics-paper-sets-record-with-more-than-5-000-authors-1.17567

Als Geisteswissenschaftler ist mir dieser naturwissenschaftliche Herdenwahn suspekt. 9 Seiten Text, der Rest Autorennamen (ärgerlicherweise nach der üblichen Praxis ohne ausgeschriebene Vornamen, was Autorprofile nicht gerade erleichtert). Einige Disziplinen nennen unverdrossen alle Autoren bei Zitaten statt das "et al." (u.a.) zu benützen. Aber schon bei 50 Autoren ist das wenig praktikabel. Wo liegt die Grenze?

http://journals.aps.org/prl/abstract/10.1103/PhysRevLett.114.191803

Das Exporttool für die Zitation gibt alle Namen aus.

Urheberrechtlich relevant sind nur diejenigen Autoren, die einen schöpferischen Beitrag geliefert haben und die Schutzfrist 70 Jahre nach dem Tod bemisst sich nach dem längstlebenden Autor oder der Autorin. Aber wie will man die wirklichen Autoren feststellen? Glücklicherweise steht der Artikel dank SCOAP3 unter CC-BY. Aber hoppla? Attribution bedeutet - es sei denn etwas anderes wird explizit vereinbart - Nennung aller Urheber! Das bestätigt der Rechtevermerk:

"Further distribution of this work must maintain attribution to the author(s) and the published article’s title, journal citation, and DOI."

Einen Hauptverantwortlichen (corresponding author) konnte ich nicht entdecken.

http://wisspub.net/2015/05/11/wissenschaftsrat-empfiehlt-die-publikation-von-negativen-resultaten/

 

twoday.net AGB

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