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Die Probleme mit den §§ 52a, 52b UrhG und den verwaisten Werken bespricht:

//bildungsklick.de/a/85524/illegal-im-lesesaal/

Dazu passt vielleicht auch ein sarkastischer Beitrag von Dr. jur. Eric Steinhauer in INETBIB unter dem Betreff "Klartext: Suppenküche Öffentliche Bibliothek":

in einer Pressemitteilung auf börsenblatt.net, in der ein neues
Geschäftsmodell für die Direkt-Ausleihe von eBooks über Verlage bzw. Verwerter direkt an Leser vorgestellt wird, spricht Herr Ulmer vom Börsenverein bemerkenswerten Klartext:

"Längst sprächen die Bibliotheken nicht mehr ihre ursprüngliche, eher einkommensschwache Zielgruppe an, sondern einen wesentlich größeren Nutzerkreis."
Quelle: //www.boersenblatt.net/552865/

Öffentliche Bibliotheken sind also für sozialschwache Bevölkerungskreise da. Wer den hermeneutischen Schlüssel für die Unterfinanzierung von Bibliotheken im Vergleich zur so genannten Hochkultur sucht, hier ist er. Bibliotheken sind nicht Bildungs- oder Kultureinrichtungen, wie man immer denkt, sondern ressortieren offenbar bei der Armenfürsorge. Da die Sozialbudgets bekanntlich die größten sind, sind das doch tolle Aussichten.

Außerdem können sich interessante neue Kooperationsmöglichkeiten mit dem Buchhandel ergeben, denn die örtliche "Büchertafel" nimmt sicher gerne Ladenhüter und Remittenden, die die Besserverdienenden nicht haben wollen, in ihren Bestand auf. Geschenkt, versteht sich. :)
Tom (Gast) meinte am 2012/10/11 21:55:
Verstehendes Lesen
Herr Ulmer sagt eindeutig: "Längst sprächen die Bibliotheken NICHT mehr ihre ursprüngliche, eher einkommensschwache Zielgruppe an, sondern einen wesentlich größeren Nutzerkreis"

also das genaue Gegenteil dessen was Steinhauer polemisiert. Verstehendes Lesen, scheint offensichtlich vor lauter Schaum vor dem Mund nicht jedem Bibliothekslobbyisten gegeben... 
KlausGraf antwortete am 2012/10/11 22:00:
Pöbelalarm: Tom kommentiert
Ursprünglich sprachen öffentliche Bibliotheken, etwa die Pfarr- und Ratsbibliotheken der frühen Neuzeit, keineswegs einkommensschwache Kreise an, sondern Gelehrte und Stadtbedienstete. 
ladislaus (Gast) antwortete am 2012/10/11 22:51:
Genau, die öffentliche Bibliothek in Deutschland möchte ich mal sehen, die jemals mehr Arbeiter oder gar Arbeitslose als Studienräte und gutsituierte Rentner unter ihren häufigen "Kunden" hatte. Von einigen speziellen gewerkschaftlichen Institutionen vor sehr langer Zeit vielleicht mal abgesehen. 
Tom (Gast) antwortete am 2012/10/12 13:28:
Na dann hoffen wir mal,
Sie erinnern sich sicher an das Archivalia-Unwort Stabi Berlin oder die weiteren großen Staats- und Universitätsbibliotheken... Was das KG`s -Kommentar anbetrifft: auch einige Archivare scheinen Problem mit verstehendem Lesen zu haben, wenn der unbedingte Reflex greift: "Ulmer kommentiert. Egal was er sagt - ich bin dagegen..." 
Frau Haase (Gast) meinte am 2012/10/22 13:04:
Büchertisch
Lieber Herr Graf,

Sie wissen aber schon, dass es die "Büchertafeln" längst gibt? In Berlin ist es ganz offensichtlich, dass wir ein Ständebibliothekssystem haben. Gut ausgestattete große zentrale Bibliotheken für diejenigen, die sich das leisten können, Reste von Stadtbibliothken in den Wohnquartieren für die Reste der bürgerlichen Mitte und viele soziale Bücherstuben, in denen "aussortierte Menschen aussorierte Bücher an aussortierte Menschen verleihen", wie es eine nette alte Dame von einer Bürgerinitiative in einer BVV-Diskussion mal ausdrückte.
Da gibt es die Agrarbörse mit den sozialen Bücherstuben //www.agrar-boerse-ev.de/agrarboerse.php und den Büchertisch //www.buechertisch.org/, der die Schulbibliotheken beliefert. Ihre Antiutopie ist also längst Wirklichkeit. Was nun?

Viele Grüße
von Frau Haase 
KlausGraf antwortete am 2012/10/22 14:31:
Ich habe lediglich Steinhauer zitiert
Und wie Sie //archiv.twoday.net/stories/3351291/ hätten entnehmen können,, sind mir seit langem diesbezügliche Initiativen vertraut. 
 

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