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Kritik an Verkauf von Gymnasialbibliothek

Stralsund (OZ) - Der im Zusammenhang mit dem Schimmelbefall und der Schließung des Stralsunder Stadtarchvis bekannt gewordene Verkauf von Teilen der historischen Gymnasialbibliothek an einen privaten Antiquar sorgt jetzt deutschlandweit für Empörung unter Wissenschaftlern und Bibliothekaren. Die Stadt würde wertvolles Kulturgut verscherbeln, heißt es.

Vor allem im Internetblog „Archivalia“, betrieben von dem Historiker Dr. Klaus Graf, regt sich Widerspruch von verschiedenen Seiten. Graf selbst, der seit Jahren für den Schutz historischer Buchsammlungen kämpft, nennt den Verkauf eine Ungeheuerlichkeit, eine Katastrophe.

Die Hansestadt weist die Vorwürfe zurück und begründet den Verkauf damit, dass die insgesamt knapp 6000 Bände wegen ihrer „minimalen regionalgeschichtlichen Bedeutung“ und ihres schlechten Zustandes keine Aufnahme in den Bibliotheksbestand des Stadtarchivs gefunden hätten und auch nicht katalogisiert wurden. Es handele sich um Literatur für Schüler und Lehrer in Philologie und Theologie.

Lesen Sie mehr zum Thema in der Wochenendausgabe der OSTSEE-ZEITUNG (Stralsunder Zeitung).


//www.ostsee-zeitung.de/index_artikel_komplett.phtml?SID=4e602ad41f01da5101a259f97830c64a&param=news&id=3596221

Die Presse (Ostsee-Zeitung und Schweriner Volkszeitung) bekam offenbar heute - anders als ich - weitergehende Informationen der Stadtverwaltung. Schäbig genug: Die Journalisten ließen sich ausführlichst von mir telefonisch mit Hintergrundinfos versorgen, haben aber in beiden Fällen mir die Stellungnahme der Stadt bis jetzt nicht zugänglich gemacht. Wer als Blogger mit diesen Herrschaften "kooperiert", darf nicht auf einen Dialog auf Augenhöhe hoffen - man wird schlicht und einfach ausgenutzt. Immerhin ist durch den mich entfachten Wirbel jetzt etwas mehr über die Verkäufe bekannt.

Nach wie vor bleibe ich bei meiner Auffassung, dass die Verkäufe rechtswidrig waren und auch nicht katalogisierte Literatur aus den Bereichen Philologie und Theologie einen wichtigen Teil des Gesamtensembles Gymnasialbibliothek darstellt. Von Dubletten ist in obiger Meldung nicht die Rede.

Die Welterbe-Stadt Stralsund hat einen ungeheuerlichen Anschlag auf das kulturelle Erbe des Ostseeraums unternommen.

Zur Causa:
//archiv.twoday.net/search?q=stralsund
ladislaus (Gast) meinte am 2012/11/02 18:32:
Typisch: Philologie und Theologie sind zur Zeit einfach völlig out. Latein oder gar Griechisch braucht eh keiner mehr, und Theologie ist in Stralsund bei nur noch 25% Kirchenzugehörigkeit ohnehin von vorvorgestern. Selbst die SED hat nicht fertiggebracht, was die demokratisch gewählte Stadtregierung hier ohne jede Not vollbringt: die Zerstörung des geistigen Erbes. Es ist geradezu schade, dass Vorpommern 1945 nicht mit dem restlichen Pommern an Polen fiel, in einem polnischen "Strzałów" wäre so etwas heutzutage undenkbar. 
FeliNo antwortete am 2012/11/02 21:22:
Ich empfehle zuvörderst, wie von Klaus Graf vorgemacht, die gut 15.000 Stücke zu sichern (C & P der Hassold-/Augusta-Seiten); twittert den Wunsch nach Mithilfe in die Welt. Gegen diesen blinden Amtsschimmel dei Girolamini ist das bisschen Doc-Plagiieren durch wenig bedeutende Zeitgenossen warme Milch, und da ging's doch auch. 
 

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