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Das Börsenblatt dokumentiert das widerliche Abwiegeln, das typisch für diese halbseidene Zunft ist:

Christian Hesse, Auktionator in Hamburg und seit Jahresbeginn Vorsitzender des Verbands Deutscher Antiquare, gibt auf Anfrage der Redaktion Antiquariat eine zurückhaltende Einschätzung des Sachverhalts: "Da ich die rechtlichen Hintergründe in besagtem Fall Stralsund nicht kenne, möchte ich mich allgemein zu dieser Problematik äußern. Wenn sich öffentliche Sammlungen von Beständen trennen, müssen die rechtlichen und moralischen Grundlagen einer solchen Entscheidung von den verantwortlichen Stellen diskutiert und verantwortlich getroffen werden. Darauf kann und sollte der Handel keinen Einfluss haben. Wenn eine Veräußerungsentscheidung nach geltendem Recht getroffen wurde, spricht nach meiner Sicht nichts gegen die Vermarktung des Bestandes durch einen Antiquar oder Auktionator. Durch einen entsprechenden Katalog kann sogar manchmal als Nebeneffekt etwas gelingen, was zuvor unter öffentlicher Hand nicht erreicht wurde: eine wissenschaftliche Dokumentation der Sammlung. Peter Haßold, der einige Jahre sein Geschäft nicht in Deutschland hatte, ist seit diesem Jahr wieder Mitglied des Verbands Deutscher Antiquare und ein von uns sehr geschätzter Kollege. Nach unserer Ansicht ist sein Engagement in dem von Ihnen erwähnten Fall durchaus anerkennenswert. Ich meine übrigens, dass die Bezeichnung 'Causa Stralsund' einen (rechtlich einwandfreie Vorgehensweise der Entscheidungsträger vorausgesetzt) durchaus normalen Vorgang überbewertet."

//www.boersenblatt.net/556107/template/bb_tpl_antiquariat/

Hoffen wir, dass genügend Bürgerinnen und Bürger das ganze nicht als "durchaus normalen Vorgang" sehen.

Bisher sind es 337:

https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-stralsunder-archivbibliothek

***

Weitere Neuigkeiten:

//www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/stralsundbuchschatz101.html

Zu möglichen Folgen der rechtlichen Überprüfung wollte sich das Innenministerium noch nicht äußern. Erst einmal müsse die Stadt Stralsund eine Stellungnahme zum Vorfall abgeben. Darin könnte die Stadt beispielsweise beantworten, welche Bücher zu welchem Preis verkauft wurden. Eine Frist für eine solche Erklärung hat das Ministerium der Stadt Stralsund nach eigenen Angaben nicht gesetzt. Es könnte also dauern, bis die Auseinandersetzung geklärt ist.

Ich verstehe nicht, wieso angesichts des Eilbedarfs der Sache keine Frist gesetzt wurde.

***

Besonders dankbar bin ich für die Unterstützung von Frau Margret Ott, Webmasterin des Pommerschen Greifs, dessen Vorstand sich der Kritik in einem offenen Brief angeschlossen hat.

//www.blog.pommerscher-greif.de/stralsund-offener-brief-des-pommerschen-greif-e-v/

Der 2. Vorsitzende Prof. Dr. Hans-Dieter Wallschläger schreibt:

Umso bestürzter sind wir über die Pressemeldungen denen wir entnehmen mussten, dass die Hansestadt Stralsund den bisher im Stadtarchiv verwahrten Bestand ihrer traditionsreichen Gymnasialbibliothek an einen Antiquar veräußert hat. Diese Meldung hat uns zutiefst erschrocken und fassungslos gemacht.
Es handelte sich bei der Stralsunder Gymnasialbibliothek nach den vieler Orts zu verzeichnenden Verlusten am Ende und nach dem Zweiten Weltkrieg um die bedeutendste historische Schulbibliothek, die in Pommern erhalten geblieben war.
Wenn die heutige Stadtverwaltung und auch die Stadtvertreter meinen, jahrhundertealte Druckerzeugnisse verschiedenen wissenschaftlichen Inhalts aus städtischem Besitz verkaufen zu können, wirft das auch überregional ein verheerendes Licht auf den Umgang mit dem kulturellen Erbe einer Stadt, die erst vor wenigen Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben wurde. Dieser Verkauf schließt sich nahtlos an andere in Mecklenburg/Vorpommern getroffene Entscheidungen an, wie beispielsweise die für uns unzumutbaren Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit der Greifswalder Abteilung des Landesarchivs.


Wo bleibt eigentlich die Stimme der Bibliotheksverbände?

***

Durch öffentliche Versteigerung ist gestern bei Zisska das aus dem Stadtarchiv Stralsund stammende Stück //de.zisska.de/nr-327-trkenkriege-ausschreiben/600692 (einziges Exemplar!) unwiederbringlich für 2800 Euro in das Eigentum einer deutschen öffentlichen Institution übergegangen (Auskunft des Auktionshauses).

***

Causa Stralsund in Archivalia:
//archiv.twoday.net/search?q=stralsund

Jur. Laie (Gast) meinte am 2012/11/08 19:53:
Dass Zisska unter Kenntnis des wohlbegründeten Verdachts, dass gar kein Eigentumsübergang stattfinden konnte, dennoch versteigert hat, ist das schon Hehlerei? Oder nur Unverfrorenheit? 
 

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