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Am 23. Februar 2013 jährt sich zum dritten Mal der viel zu frühe Tod von Klaus Zechiel-Eckes (kurzer Nachruf mit Foto).

Auch aus diesem Anlass findet am 22./23. Februar 2013 in Köln, wo Zechiel-Eckes zuletzt lehrte und forschte, ein Workshop zu neueren Pseudoisidor-Forschungen statt: Fälschung als Mittel der Politik? Pseudoisidor im Licht der neuen Forschung.

Wer sich zur Vorbereitung (oder einfach so) einlesen will, findet online die wichtigsten Quellen und zentrale Literatur. Hier ein paar Hinweise ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Zechiel-Eckes gelang es, zwei Arbeitshandschriften aus Corbie, an denen sich noch Benutzungsspuren der Fälscher nachweisen lassen, ausfindig zu machen. Damit rückte die Person des Paschasius Radbertus, des Abtes von Corbie, in die erste Reihe der Verdächtigen, Urheber dieses groß angelegten Fälschungsvorhabens zu sein, über dessen Hintermänner und Intention die Forschung auch heute noch rätselt.

Die beiden Aufsätze, in denen über diesen aufsehenerregenden Fund berichtet wird, sind online zugänglich:

Klaus Zechiel-Eckes, Zwei Arbeitshandschriften Pseudoisidors. (Codd. St. petersburg F. V. I. 11 und Paris lat. 11611), in: Francia 27 (2000) S. 205–210 bei Francia-Online

und:

Klaus Zechiel-Eckes, Ein Blick in Pseudoisidors Werkstatt. Studien zum Entstehungsprozess der falschen Dekretalen. Mit einem exemplarischen editorischen Anhang (Pseudo-Julius an die orientalischen Bischöfe, JK +196), in: Francia 28 (2001) S. 37–90 bei Francia-Online (vgl. hierzu auch die Rezension im DA 60 (2004) S. 281 von Rudolf Pokorny).

In seinem Beitrag zu dem Tübinger Fälschungskolloquium zu Ehren von Horst Fuhrmann hat Zechiel-Eckes seinen Verdacht erhärtet und weiter dargelegt, weshalb er glaubt, mit Paschasius Radbertus den wahrscheinlichen Urheber der Fälschungen enttarnt zu haben:

Klaus Zechiel-Eckes, Auf Pseudoisidors Spur, oder: Versuch, einen dichten Schleier zu lüften, in: Fortschritt durch Fälschungen? Hg. von Wilfried Hartmann und Gerhard Schmitz (2002) S. 1–28 PDF.

Auch allgemeinere Informationen zu Pseudoisidor finden sich im Netz:

Lotte Kéry, Canonical collections of the early Middle Ages (ca. 400–1140). A bibliographical guide to the manuscripts and literature (1999) S. 100–114 steht bei Google Books als Ausschnitt zur Verfügung.

Es gibt eine englische Übersetzung des Vorworts.

Bis Ende 2011 führte Eric Knibbs sein Weblog Reading Pseudo-Isidore, in dem er in die Hintergründe der Überlieferung einführt, neuere Forschungsansätze diskutiert und verschiedene Pseudoisidor-Passagen einer ausführlichen Lektüre unterzieht. Am besten liest man zum Einstieg die im Blog am rechten Rand verlinkten fünf Einleitungs-Artikel mit einem Supplement-Text.

Vom kritischen Textbestand her am besten ist heutzutage vermutlich die Webseite von Karl Georg Schon. Wem das zu sehr Baustelle und noch zu provisorisch ist, der kann online auch auf einige der gedruckten Pseudoisidor-Ausgaben zugreifen. Leider konnte ich von der Erstausgabe Jacques Merlin, Tomus primus quatuor conciliorum generalium, Quadraginta septem conciliorum provincialium authenticorum, ... (Paris 1524) keine Online-Fassung finden, wohl aber von späteren Auflagen (z. B. Köln 1530). Im Grunde verwendet man die Merlin-Ausgabe ohnehin über den Nachdruck bei Migne, PL 130, den es gleich mehrfach im Netz gibt. Ansonsten greift man standardmäßig auch noch zu der bislang maßgeblichen Ausgabe von Paul Hinschius, Decretales Pseudo-Isidorianae et Capitula Angilramni (1863).

Materialien zu den pseudoisidorischen Fälschungen finden sich auch auf den Seiten zu Benedictus Levita, darunter auch der noch immer einschlägige Artikel von Emil Seckel: „Pseudoisidor“, Realencyklopädie für protestantische Theologie und Kirche3 16 (1905) S. 265–307, sowie eine Transkription der Collectio Hispana Gallica Augustodunensis, die in enger Verwandtschaft zu den Konzilstexten Pseudoisidors steht, sowie natürlich die maßgeblichen Texte der Falschen Kapitularien des Benedictus Levita, die ebenso dem Komplex der pseudoisidorischen Fälschungen zugerechnet werden.

Als Referenz noch der Hinweis auf Isidorus, pseudo, Decretales bei den Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters.

Digitalisierte Handschriften

Von den über 80 Handschriften, die zumindest Auszüge aus den falschen Dekretalen enthalten, konnte ich auf die Schnelle wenigstens ein paar online finden:

Albi, Bibl. municipale, Ms. 30

Bamberg, Staatsbibliothek, Msc. can. 4

Köln, Dombibliothek, 113

Köln, Dombibliothek, 114

New Haven, Yale University, Beinecke Library 442

Sankt Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 670
KlausGraf meinte am 2013/01/24 16:26:
Ausgezeichneter Beitrag, vielen Dank
KlausGraf meinte am 2013/03/11 20:22:
Tagungsbericht
//hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4721 
 

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