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Aus der Heilbronner Stimme

Die Einigung zwischen der Landesregierung und dem badischen Adelshaus, wertvolle Kunstgegenstände dem Markgrafen zu überlassen, ist auf deutliche Kritik gestoßen. Während das Kulturministerium das Verhandlungsergebnis „als für alle Beteiligten positiv“ bewertete äußerten sich die Badische Landesbibliothek Karlsruhe sowie die SPD und Verbände eher ablehnend.

„Durch die Einigung wurde endlich Rechtssicherheit über den Besitz geschaffen“, sagte Ministeriumssprecher Gunter Schanz am Donnerstag in Stuttgart. Nach einem jahrzehntelangen Streit zwischen dem Adelshaus und dem Land soll die Markgrafenfamilie von der Landesregierung Baden-Württemberg jetzt Kunstwerke im Wert von 70 Millionen Euro bekommen, um Schloss Salem am Bodensee langfristig zu sichern.

Das Kultusministerium sei bestrebt, dass besonders wertvolle Gegenstände im Land bleiben. „Darunter werden auch einige Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek sein“, sagte Schanz. Das Staatsministerium machte zur Verständigung zwischen Land und Adelshaus keine Angaben.

Nicht mit Kritik sparte die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe. Mit der Rückgabe der Handschriften an das Adelshaus verliere die Biliothek ihre überregionale Bedeutung, sagte Direktor Peter Michael Ehrle. „Das ist für uns das Ende als Forschungsbibliothek. Wir sind dann nur noch eine ganz normale Bibliothek“, sagte Ehrle. Die Landesbibliothek müsste dem Adelshaus etwa 3500 ihrer rund 4200 Handschriften überlassen.

Darunter seien die „Gesta Witigonis“ - die Biografie des Abtes Witigo von der Insel Reichenau - und das Evangelistar aus St. Peter sowie die Handschriften von St. Blasien. Nur die Handschriften der Fürstlich-Fürstenbergischen Hofbibliothek zu Donaueschingen würden nicht verkauft. Diese bekam die Bibliothek, weil sie bereits die alten Handschriften besessen hat. „Die Gefahr ist, dass auch die Fürstenberg-Schriften durch den Verlust der alten Handschriften aus Karlsruhe abgezogen werden“, erklärte Ehrle.

[...] Aber gerade das sei das Problem. „Durch den Verkauf wird die Sammlung in alle Winde zerstreut und ganz sicher nicht in Deutschland bleiben“, bedauerte Peter Michael Ehrle.


//stimme.de/alfa/wt/kultur-news-alt/art1935,869699.html?fCMS=505e18b0c9429bc803f49b020f566ca5
Niwi meinte am 2006/09/22 12:43:
Ich bin ganz sprachlos, daß so etwas überhaupt geschehen kann! 
 

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