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Via EXLIBRIS kam von Klaus Klein:

Liebe Listenmitglieder,

zu dem von der Landesregierung Baden-Württemberg geplanten Verkauf von großen
Teilen der mittelalterlichen Handschriften der Badischen Landesbibliothek
Karlsruhe sollten wir - auch aus Gründen der Selbstachtung - nicht
schweigen. Niemand soll uns später den Vorwurf machen, wir hätten uns nicht
öffentlich zu Wort gemeldet.
Aus diesem Grund haben wir in Marburg einen 'Offenen Brief' an den
Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg und die Abgeordneten des
Landtags verfaßt. Diesen Brief können Sie im Internet unter folgender Adresse
einsehen:

//www.handschriftencensus.de/brief/

Um dem 'Offenen Brief', den wir in Kürze an den Ministerpräsidenten, an die
Abgeordneten und an die Presse weiterleiten werden, einen größeren Nachdruck
zu verleihen, sollte er von möglichst vielen Personen (auch aus dem Ausland)
mitgetragen werden. Ich bitte Sie daher, diesen 'Offenen Brief' zu
unterzeichnen, indem Sie Ihre Zustimmung an meine E-Mail-Adresse senden
(kleink@staff.uni-marburg.de); ich werde Ihre Namen dann umgehend an den Brief
anfügen. Benötigt werden lediglich folgende Angaben: Titel, Vorname,
Nachname, Institution/Ort (Email-Adressen werden nicht veröffentlicht).
Bitte machen Sie auch Ihre Kolleginnen und Kollegen, die nicht Mitglied in der
Mediaevistik-Liste und in der Diskus-Liste sind, auf den 'Offenen Brief' und
die Möglichkeit der Mitunterzeichnung aufmerksam. Personen, die über
keinen E-Mail-Zugang verfügen, können Ihre Zustimmung auch per Fax
übermitteln (06421 - 282 48 61).

Brieftext

Offener Brief
an den Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg
und die Abgeordneten des Landtags von Baden-Württemberg

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

ungläubig und entsetzt haben wir zur Kenntnis genommen, daß die Landesregierung beabsichtigt, in großem Stil mittelalterliche Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe zu veräußern. In einem beispiellosen Akt der Barbarei würde dem Land damit ein zentraler Bestand seines kulturellen Erbes genommen.

Die Masse der Handschriften, um die es geht, stammt aus den Bibliotheken der Klöster im Schwarzwald, am Oberrhein und am Bodensee. Sie dokumentieren in einzigartiger Weise das geistige Leben der Region, wie es sich über Jahrhunderte entwickelt hat. Mit wenigen Ausnahmen sind diese Handschriften vor zweihundert Jahren im Zuge der Säkularisation durch Enteignung in die Obhut des Staates gekommen. Sie wurden seither unter Einsatz erheblicher öffentlicher Mittel konserviert und erschlossen. Durch den Verkauf würden sie in alle Winde zerstreut. Der gewachsene Zusammenhang der Sammlungen würde zerrissen und viele der Handschriften wären nur noch schwer oder gar nicht mehr zugänglich. Es wäre eine zweite Enteignung.

Als Fachleute, die mit der Erforschung und Auswertung mittelalterlicher Handschriften befaßt sind, appellieren wir an Sie als die Verantwortlichen in Regierung und Parlament: Fügen Sie dem Land, dessen Menschen Sie als ihre Vertreter gewählt haben, nicht unersetzlichen Schaden zu, nehmen Sie Abstand von dem unseligen Vorhaben!
 

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